// Fahrbericht / VW Multivan Highline 3.2 V6

Volkswagen

VW Multivan Highline 3.2 V6

Nenn dieses Auto nie nur VW-Bus. Mit einem schnöden Bus hat dieser Multivan nichts gemein, außer vielleicht viel Platz und die eher unscheinbare Karosserie. Doch im Innenraum hat VW alles aufgeboten, was Komfort und Luxus verspricht. Große bequeme Sitze, elektrisch zu verstellen und auch in Reihe drei mit Sitzheizung und Kühlbox, in feinstem Leder/Alcantara versteht sich, mit Dreizonen-Klimaautomatik, mit „Interkom“ … und mit einem starken Sechszylinder unter der Haube, mit 3,2 Liter Hubraum, 235 PS, einer sanften Automatik und ordentlich Durst. Dafür ist das Handling prima und Stabilisatoren halten die Seitenneigung gering. Nehmen Sie Platz – bevor wir zu den Preisen kommen.

Eigentlich ist der T5 ja ein Nutzfahrzeug und da spielt die Optik nur ein untergeordnete Rolle. Entsprechend schlicht und praxisorientiert ist der VW-Bus auch aufgemacht.

Die Front nimmt sich Anleihen beim Touran der Vorgänger-Generation, der Rest ist glattflächig, geradlinig, fast wie mit dem Lineal gezogen. Große Fensterflächen, große Türen und eine große Heckklappe – Hauptsache praktisch.

Doch beim Multivan Highline Executive ist alles anders. Nicht die Optik, die basiert auf dem „normalen“ T5, mit Bi-Xenon-Scheinwerfern, abgedunkelten Rückleuchten und einemumfangreichen Chrompaket sowie serienmäßiger Privacy-Verglasung versucht er sich schon etwas abzuheben.

Denn er bietet viel Platz auf höchstem Niveau, ist mehr Luxus als Laster, und da spielt die Optik doch wieder eine größere Rolle.

Deutet es das Chrompaket an der Außenhaut schon dezent, lassen Leder, Alcantara, Chrom und auch sonst nur hochwertig anmutende Materialien im Innenraum keinen Zweifel daran, dass man hier nicht einfach nur in irgendeinem Multivan sitzt.

Exklusiv und luxuriös können bis zu sieben Personen im Multivan Highline reisen … die Sitze, bezogen mit feinem Leder-Alcantara, sind ausreichend groß dimensioniert, angenehm straff gepolstert und bieten guten Komfort, der Seitenhalt könnte allerdings noch besser sein.

Die erste und dritte Sitzreihe bietet absoluten Komfort, so lassen sich die Einzelsitze vielfach elektrisch verstellen und sind mit Sitzheizung etc. bestückt. Die zweite Reihe ist eher praktisch veranlagt, doch dazu gleich mehr.

Über zwei elektrisch öffnende Schiebetüren gelangen die Mitreisenden sehr bequem in die beiden hinteren Reihen. Die Platzverhältnisse, die sie dort erwarten, sind ebenfalls optimal wie in Reihe eins.

Über vier Schienen im Fondboden lassen sich die Einzelsitze verschieben und außerdem gibt es hier so einiges zu entdecken: In Reihe 2 wäreda z. B. der Tisch, der auf einem weiteren Schienenpaar in der Fahrzeugmitte platziert ist. Per Knopfdruck fährt dieser nach oben und kann nun als Schwenktisch genutzt werden, außerdem vorhanden, Cup-Holder sowie ein Flaschen- und Zeitschriftenständer.

In der Variante mit Rücksitzbank, lässt sich diese von innen sowie vom Kofferraum aus verschieben. Kann schon z.B. die aufgeklappte Liegesitzbank als Ruhefläche genutzt werden, lassen sich auf Wunsch beim Highline eine Bettverlängerung und ein separates „Gute-Nacht-Paket“ zur Verdunkelung ordern.

Unser Fahrzeug war allerdings mit dem Executive-Paket bestückt, und so kam statt der serienmäßigen Rücksitzbank das Gestühl des exklusiven Business zum Einsatz, das mit den zwei elektrisch verstellbaren Sesseln mit Holzdekor-Verkleidungen und Sitzheizung absoluten Luxus bietet. Zudem hält eine kleine Kühlbox kleine Annehmlichkeiten parat.

Serienmäßig mit an Bord ist die 3-Zonen-Climatronic, die sich über ein zentrales Bedienteil im Dachhimmel regeln lässt. Die Fahrgastraumbelüftung ermöglicht es den Fond-Passagieren über verstellbare Dachlüfter den Luftstrom entweder abzuschalten, direkt auf sich zu lenken oder am Dachhimmel entlang streifen zu lassen. Zudem ermöglicht die Climatronic auch eine beliebige Einstellung für den Beifahrer-Bereich sowie dieKühlung des Handschuhfachs.

Eine nette Spielerei, wenn auch optional, ist das Digital Voice Enhancement (DVE). Dahinter verbergen sich sechs Mikrofone im Dachhimmel die in Verbindung mit den Radiolautsprechern problemlos Gespräche z.B. zwischen den Passagieren in Reihe eins und drei erlauben, Schreien oder sich nach hinten drehen müssen ist damit nicht mehr nötig. In Kombination mit dem ab Werk angebotenen Handy können sich sogar alle Passagiere mit einem Telefonpartner am anderen Ende der Leitung unterhalten.

Mit nun 40 Zentimetern mehr Radstand bietet der neue T5 natürlich auch mehr Raum fürs Gepäck. So kann das Stauvolumen auf über 4.500 Liter erweitert werden und mit einer maximalen Ladefläche von fünf Quadratmetern lassen sich auch wirklich sperrige Güter transportieren.

Die Einzelradaufhängung des Fahrwerks besteht aus McPherson-Federbeinen vorne und einer Schräglenker-Achse mit „Miniblok“-Federn und separaten Stoßdämpfern hinten.

Bei einem Fahrzeug dieser Höhe – der T5 bringt es immerhin auf fast 2 Meter – ist es natürlich nicht verwunderlich, dass man Seitenneigungen deutlicher zu spüren bekommt. Damit der gebotene Luxus und Komfort auch hier keine Einbußen erleidet, reduzieren groß dimensionierte Stabilisatoren das Wanken.

Und so vermittelt der T5 dann auch ein sicheres Gefühlund erlaubt auch in Kurven eine schnellere Gangart, bleibt stets gutmütig und gut zu handeln, nicht zuletzt dank der exakten und leichtgängigen Lenkung. Lastabhängige Dämpfer kommen dem Federungskomfort zu gute, starke Schlaglöcher und Bodenunebenheiten können aber nicht ganz weggefiltert werden.

Die innenbelüfteten Bremsscheiben sorgen für gute Verzögerungswerte und werden über ein Vierkanal-ABS angesteuert, ASR und ESP unterstützen dessen Arbeit und sorgen auch bei einer Vollbremsung auf wechselndem Untergrund oder in Kurven für größtmögliche Spurtreue.

Neben der Ausstattung unseres Testwagens ist auch der Motor absolut „on top“ und macht diesen T5 zu einem absoluten Luxus-Transporter.

3,2 Liter Hubraum verteilt auf sechs Zylinder, 173 kW / 235 PS bei 6.200 U/min und ein maximales Drehmoment von 315 Nm ab 2.950 U/min beschleunigen den T5 in 10,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der sehr zügige Vortrieb, der untermalt ist von einem richtig schönen und kernigen Motorensound, endet bei 205 km/h.

Die Automatik harmoniert dabei sehr gut mit dem Motor, schaltet sanft und ausreichend schnell. Wer will kann im manuellen Modus selbst die Gänge wählen, allerdings greift die Elektronik dann doch wieder ein, wann immer sie das für nötig hält.

Ein dicker Wermutstropfen ergibt sich dann beimVerbrauch, denn wer sich der Illusion hingegeben haben sollte, dass ein großer Hubraum und viele PS, die ein großes und vor allem schweres Fahrzeug möglichst auch noch flott bewegen sollen auch noch sparsam sein kann, muss sich eines Besseren belehren lassen. Wer gemütlich über Land cruist, der kann mit 9,7 Litern noch ganz gut wegkommen, im Mix muss man mit mindestens 12,7 Litern Super Bleifrei auf 100 Kilometer rechnen, in der Stadt sind sogar locker 18 Liter drin. Die CO2 Emissionen liegen ebenfalls weit oben bei 303 g/km.

Volkswagen hält sich mit seinen Angaben zur Sicherheit überraschenderweise stark zurück, daher sei an dieser Stelle auch nur erwähnt, dass der T5 serienmäßig über Fahrer- und Beifahrerairbags inkl. Gurtstraffer sowie Kopf- und Seitenairbags im Fahrerhaus verfügt.

Optional können für 440,30 Euro zusätzliche Kopfairbags für die äußeren Sitzplätze des Fahrgastraums geordert werden.

Der VW Multivan in der Highline-Variante ist, wie sie bisher lesen konnten, sehr gut ausgestattet und verwöhnt seine Insassen mit zahlreichen Features. Dafür verlangt Volkswagen allerdings auch den stolzen Preis von 53.859,40 Euro für den 3,2 l V6, die 4MOTION-Variante steht mit 54.073,60 Euro in der Preisliste.

Wem bei diesem Preis schon schwindlig wird, der sollte sich jetzt besserfesthalten! Es geht noch exklusiver und noch luxuriöser, mit dem Multivan Business. Hier verlangt bereits die Basisversion stolze 130.000,- Euro! Wer will in dem Zusammenhang noch mal das Wort VW-Bus in den Mund nehmen?

Stand: August 2007, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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