// Fahrbericht / Toyota Urban Cruiser

Toyota

Toyota Urban Cruiser

Der Benziner hat immer Frontantrieb, der Diesel ist mit einem variablen Allradantrieb bestückt. Der sichert Ihnen zumindest in jeder Lage die optimale Traktion, auch bei Schnee und Matsch, ins Gelände will der Kleine mit nur 14 cm Bodenfreiheit aber nicht. Und mit dem Allrad erkauft man sich Nachteile im Innenraum: der Kofferraum wird kleiner und die Rückbank kann nicht in Längsrichtung verschoben werden. Dafür gibt sich der Diesel vor allem auf Landstraßen spritziger, hier wirkt der Benziner etwas zäh. Aktustisch stets präsent sind beide, und beide schaffen nur Euro 4, dafür stoßen sie aber auch nur 129 bzw. 130 g/km CO2 aus. Der Innenraum ist durchaus pfiffig, das viele Hartplastik wirkt aber billig – so gar nicht Toyota.

„Urban Cruiser“, diesen Namen trägt der neueste Toyota-Sprössling zu Recht. Die Kreuzung aus Kompaktklasse und SUV wurde richtig schick umgesetzt und gefällt uns sehr gut. Doch damit hat Toyota keineswegs das Rad neu erfunden, denn bereits Mitbewerber wie Suzuki mit dem SX4 oder Daihatsu mit dem Terios tummeln sich in diesem Segment, Skoda wird noch dieses Jahr mit dem Yeti folgen.

Der neue Toyota vermittelt wahre SUV-Optik, der vorn und hinten jeweils in schwarz ausgeführte Unterfahrschutz untermalt diesen Offroad-Charme nochmals, sollte aber wirklich nur als Designelement gesehen werden. Wem dies noch nicht genug ist, kann das optionale SUV Karosserie-Kit ordern.

Bereits bei der Basisvariante, streckt sich die Front dominant und kraftvoll dem Wind entgegen, der markante Kühler sorgt für einen eigenständigen Auftritt und macht zugleich die Zugehörigkeit zur neuen Toyota-Familie deutlich. Mit den markant ausgestellten und mit Kunststoff ummantelten Radläufen und der hohen Gürtellinie steht er satt da. Diesem Eindruck schließt sich das kompakte und ebenfalls bullig gezeichnete Heck an.

Besonders das flach und breit gezogene Heckfenster betont die Horizontale und schafft eine noch massiver wirkende Basis. Vom recht klein ausgefallenen Heckscheibenwischer sollte man sich keine allzu große Wirkung versprechen. Die schicken 16-Zoll-Leichtmetallräder im Hochglanzfinish (Town+/Trek+-Ausstattung) runden das Gesamtpaket exzellent ab.

Tja, optisch kommt der Urban Cruiser richtig schick daher und macht eine tolle Figur. Das weckt Erwartungen im Innenraum, doch hier enttäuschte er uns leider ein wenig, auch wenn Toyota versucht, mitneuen Ideen zu gefallen.

Als erstes fällt die komplett in mattem Silber ausgeführte Mittelkonsole auf, allerdings wirkt sie ein wenig aufgesetzt. Aber sie sorgt zusammen mit den silbernen Applikationen im Lenkrad, den Türverkleidungen und den Türgriffen für etwas Frische und Hochwertigkeit, ansonsten wirkt das reichlich verwendete Hartplastik etwas billig. Hier waren wir wirklich überrascht, da wir in punkto Materialanmutung und Verarbeitung eigentlich von Toyota besseres gewohnt sind.

Positiv fällt dagegen die pfiffige Instrumenteneinheit richtig gut auf. Hier sind Tacho und Drehzahlmesser in einem Rundinstrument zusammengefasst, drum herum sind markant dreigeteilt und stark abgetrennt die Anzeigen wie z.B. Tankinhalt, Kühlwasser etc. Alle Bedienelemente sind übersichtlich und gut erreichbar angeordnet.

Dank der leicht erhöhten Sitzposition – ganz SUV eben – und der einfachen manuellen Sitzverstellung sowie die in Länge und Neigung verstellbare Lenksäule finden wir schnell die optimale Sitzposition und fühlen uns wohl. Während wir in der ersten Reihe als 1,80 Meter großer Fahrer noch sehr gut sitzen, wird es hinten doch rasch enger.

Die beiden Motorvarianten unterscheiden sich wegen des Allradantriebs auch im Sitzkonzept. Während sich beim Benziner mit Vorderradantrieb (314 Liter Fassungsvermögen im Kofferraum) die Sitzbank in Längsrichtung verschieben lässt sowie die Lehnen variabel verstellt werden können, wodurch sich das Ladeabteil auf bis 388 Liter vergrößert, ist beim Allradler (305 Liter) die Bank fixiert.

Bei beiden geht das Umlegen der Rückbank im Verhältnis 60 zu 40 spielerisch von der Hand, dieKopfstützen müssen dabei nicht rausgenommen werden. Allerdings erhält der dann gewonnene Laderaum von 749 bzw. 673 Litern nicht unbedingt Höchstwertungen. Denn zusätzlich ist er nicht eben und beherbergt neben der ansteigenden Ladefläche auch eine hohe Stufe und beim Beladen verlangt er einem zunächst auch noch ab, das Ladegut über die hohe Ladekante und dann auch noch über eine Schwelle zu kommen.

Ablagemöglichkeiten für Kleinkram findet man dagegen wieder zur genüge, wie zum Beispiel im zweigeteilten Handschuhfach, in den Türfächern, dem Ablagefach in der Mittelkonsole oder im Seitenbereich der Armaturentafel. Auch Flaschenhalter sind mehr als ausreichend im gesamten Fahrzeug verteilt.

Beide Varianten sind angenehm straff ausgelegt und gerade im Großstadtdschungel in Verbindung mit der angenehm leichtgängigen und direkt ausgelegten Servolenkung gut zu handeln und damit angenehm wendig. Der Komfort bleibt bei größeren Straßenunebenheiten jedoch schnell auf der Strecke.

Der 1,4-Liter D-4D ist im Gegensatz zum Ottomotor mit einem aktiven Allradantrieb ATC 4WD bestückt, was bei Schnee, Nässe oder rutschiger, schlammiger Fahrbahn optimale Traktion garantiert. Mehr sollte man sich aber vom Allradantrieb nicht versprechen, selbst wenn er könnte, denn im Gelände würde sich der Urban Cruiser mit einer Bodenfreiheit von gerade mal 14 Zentimeter ebenso unwohl fühlen wie ein CrossPolo.

Das System kann aber je nach Fahrsituation und Straßenbeschaffenheit stufenlos
zwischen dem reinen Frontantrieb und der Antriebs-Verteilung 50:50 variieren und stellt somit den Allrad nur zur Verfügung, wenn es für eine ordentlicheTraktion nötig ist, somit wird der Spritverbrauch auch nicht unsinnig in die Höhe getrieben.

An sich arbeitet das Allrad-System vollautomatisch, lässt sich aber bei Bedarf mittels der Lock-Taste auch manuell zuschalten. Bei Überschreitung der Geschwindigkeit von 40 km/h arbeitet wieder das automatische System.

Mit 275 Millimeter großen und innenbelüfteten Scheibenbremsen vorn und Bremsscheiben im Durchmesser von 259 Millimeter beim Fronttriebler oder 279 Millimeter beim 4WD erreicht der Urban Cruiser gute Verzögerungswerte und bringt das Fahrzeug sicher zum Stehen. Im Alltag reagiert die Bremse bereits bei leichtem Tritt aufs Pedal sehr stark.

Der 1,3-Liter-Benziner leistet 74 kW/101 PS und beschleunigt den Urban Cruiser in 12,5 Sekunden auf Tempo 100, seine Höchstgeschwindigkeit ist bei 175 km/h erreicht. Mit 132 Newtonmetern maximalem Drehmoment bei 3.800 U/min geht die Leistung in der Stadt absolut in Ordnung und man fühlt sich nicht untermotorisiert. Auf Landfahrten wirkt das Aggregat dagegen eher zäh und wird dafür ziemlich laut.

Hier gibt sich der Diesel mit 205 Newtonmeter ab 1.800 U/min wesentlich spritziger. Daran tut auch die mit 66 kW/90 PS deutlich niedrigere Leistung keinen Abbruch. Er schafft sogar den Spurt auf Hundert in 11,7 Sekunden, auch seine Spitzengeschwindigkeit liegt bei 175 km/h.

Auch im Verbrauch schlägt der Diesel den Benziner mit 4,9 zu 5,5 Liter, und dabei ist nicht zu vergessen, dass es sich beim D-4D um die Allrad-Variante handelt.

In punkto CO2-Emissionen tun sich beide nicht viel und so gibt sich der Diesel mit 130 g/km nur knapp dem Benziner mit 129 g/km geschlagen. Beide erreichennur die Euro4 Norm und gehen recht rau ans Werk, sind akustisch stets präsent. Was wiederum für den Benziner spricht ist die serienmäßige Start-Stopp-Automatik, die leider für den Diesel nicht zu haben ist.

Die Start-Stopp-Automatik wartet mit einer Premiere auf, denn sie verbindet den Anlasser direkt mit der Schwungscheibe, was den Motor tatsächlich schneller, sanfter und leiser abschalten lässt. Hierzu muss beim Anhalten der Leerlauf eingelegt und die Kupplung gelöst werden. Wie auch bei den Mitbewerbern müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein, beispielsweise die gewünschte Innenraum-Temperatur erreicht oder die Batterieladung ausreichend sein.

Eigens für diese beiden Motoren wurde das manuelle 6-Gang-Schaltgetriebe entwickelt, das mit der Länge seiner Schaltwege noch in Ordnung geht, aber gerne genauer geführt sein dürfte. Besonders die Gänge fünf und sechs sind recht lang übersetzt, eine Schaltempfehlungsanzeige unterstützt den Fahrer für einen noch effizienteren Fahrstil.

Nicht nur bei der Karosseriekonstruktion wurde die Sicherheit bedacht, auch unter dem Blech wurde an Features wie Dreipunkt-Sicherheitsgurte inklusive Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, aktive Kopfstützen, Frontairbags, einen Fahrer-Knieairbag, vordere Seitenairbags und Kopfairbags gedacht.

Außerdem kommen Systeme wie ABS, elektronische Bremskraftverteilung EBD, Bremsassistent BA, die Antriebsschlupfregelung TRC und das elektronische Stabilitätsprogramm VSC ausstattungsunabhängig in allen Modellen zum Einsatz.

Die Ausstattungslinien des Toyota Urban Cruiser bauen sich wie folgt auf. Zum einen wäre da die Basisausstattung „UrbanCruiser“ die u.a. mit elektrischen Fensterhebern vorn, einer Zentralverriegelung inkl. Fernbedienung, einem CD-/MP3-Audiosystem mit sechs Lautsprechern, der elektrischen Servolenkung EPS, einer Schalt-Anzeige, einem Dachspoiler sowie Außenspiegeln in Wagenfarbe mit integrierten Blinkern schon einiges mitbringt. Der Preis hierfür liegt mit 16.950,- Euro jedoch auch schon ganz schön hoch, sie ist nur in Kombination mit dem Benziner zu haben.

Für beide Aggregate stehen die Ausstattungsstufen „Town“/„Trek“ und „Town +“/„Trek +“ zur Wahl, wobei sich die Bezeichnung „Town“ auf den frontgetriebenen Benziner und „Trek“ auf den allradgetriebenen Diesel bezieht.

So erstrahlen beide mit 16-Zoll-Leichtmetallrädern mit mattierter Oberfläche und bringen eine manuelle Klimaanlage, ein CD-Audiosystem mit Aux-Input und kabelloser Bluetooth- Schnittstelle, elektrische Fensterheber rundum, Türgriffe in Wagenfarbe, Nebelscheinwerfer, ein lederbezogenes Lenkrad mit integrierten Bedienelementen und einen lederbezogenen Schaltknauf mit sich. Der Benziner schlägt dabei mit 19.200,- Euro zu, der Diesel mit 22.950,- Euro. Wahrlich keine Schnäppchen.

Die „+-Varianten“ stellen mit einer exklusiveren Innenausstattung, hochglanzpolierten Leichtmetallrädern im 16-Zoll-Format, einer Klimatisierungsautomatik, dem Smart-Key-System mit schlüssellosem Zugang sowie Start-/Stop-Taste, Privacy-Glas, einem automatisch abblendenden Innenspiegel wie auch den elektrisch anklappbaren Außenspiegeln die Topausstattung dar und schlagen mit 20.250,- Euro für den Otto-Motor und runden 24.000,- Euro für den D-4D zu.

Diesen Versionen stehtaußerdem das Navigationssystem mit großem Farbdisplay und Touchscreen-Funktion für 950,- Euro zur Verfügung, die Mica-/Metallic-Lackierung verlangt 450,- Euro Aufpreis und ist für alle Ausstattungen zu haben.

Stand: Juni 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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