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Toyota iQ 1,0 VVT-i

Er ist keine drei Meter lang, steht aber doch wie ein richtiges Auto vor uns, nix mutet nach Spielzeug oder so an. Bullig und breit, mit extrem kurzen Fahrzeugüberhängen und unverwechselbar. Dazu mit viel Platz in Reihe eins und ausreichend Platz hinter dem Beifahrer, der +1-Sitz hinter dem Fahrer geht eher für Kinder durch, oder als Erweiterung des ansonsten mit 32 Litern minimalen Kofferraums. Schon mit dem 68-PS Einstiegsbenziner mit drei Zylindern geht er quirlig zur Sache, bietet ein sportliches Fahrverhalten ohne unnötige Härte und schützt nicht nur mit 99 g/km CO2 die Umwelt, sondern mit 9 Airbags auch die Insassen, als Weltneuheit kommt ein Heckairbag zum Einsatz. Los geht der Kleine bei 12.700,- Euro.

Trotz seiner knappen Außenmaße (2,98 m lang, 1,68 m breit) steht er wie ein vollwertiges Fahrzeug vor uns, der Eindruck von Spielzeugcharakter kommt hier nicht auf.

Das Zusammenspiel von scharfen Kanten und weichen Rundungen ist Toyota perfekt gelungen. Der Kleine steht kraftvoll da, mit breiter Spur, deutlich ausgestellten Radhäusern und dazu großen Rädern. Die Fahrzeugüberhänge sind, wie sollte es anders sein, ausgesprochen minimalistisch ausgefallen, dafür gibt sich der Radstand mit zwei Metern sehr groß.

Zur bulligen und ganz kurzen Front mit mächtiger Frontschürze und großer Kühlluftöffnung gesellt sich in der Seitenansicht eine schwungvolle Passagierkabine, die fast nur aus Tür zu bestehen scheint.

Dynamisch und kraftvoll gibt sich das Heck, besonders das um die Seiten herumgezogene Heckfenster, dessen Linien in den schicken Heckleuchten auslaufen, gibt dem Japaner sein unverwechselbares Aussehen.

Zu Beginn wird der iQ in den Farben Weiß und Schwarz erhältlich sein, aber keine Angst, weitere peppige Farben werden folgen. Auf den ersten Blick scheint klar, der IQ ist ein Zweisitzer.

Doch weit gefehlt, nicht umsonst hat sich Toyota mit dem iQ den Titel „kleinster Viersitzer“ gesichert. Obwohl, wenn wir ehrlich sind, ist es wohl eher der kleinste Dreisitzer, denn der vierte Platz kann und sollte mehr als Stauraum oder allenfalls von kleinen Kindern genutzt werden, und so kommt die Toyota-Bezeichnung „3+1-Sitzer“ dem ganzen doch erheblich näher.

Das kennen wir schon, kleines Fahrzeug bedeutet zugleich kurze Beinauflage, schlechte Sitze … doch nicht beim iQ! Hier sind die eigens konstruierten Sitze nicht nur leicht und praktisch gefertigt, sondern auch schön groß dimensioniert, komfortabel straff gepolstert und auch noch mit ausreichend Seitenhaltbestückt.

Der Grundton Braun und Purpur ist zwar irgendwie ungewöhnlich, im iQ jedoch nicht nur serienmäßig sondern irgendwie gar nicht schlecht, ob es in Zukunft auch andere Farbtöne geben wird, steht noch nicht fest. Sicher dagegen sollen die Farbalternativen für die momentan noch mattsilbernen Applikationen sein, wie z.B. die V-förmige Mittelkonsole an der asymmetrischen Armaturentafel.

Hier befinden sich nur die großen, übersichtlichen und optimal erreichbaren Bedienelemente für die Klimaanlage, die Schalter für das Radio sowie CD wanderten ans Lenkrad. Dieses ist angenehm klein, unten sportlich abgeflacht, sieht so richtig chic aus und liegt obendrein, dick wie es ist, schön angenehm in der Hand.

So gefällt uns der Ansatz im Innenraum richtig gut, es ist anders, modern und locker … nur die mittlere Armatureneinheit wirkt uns doch ein wenig zu aufgesetzt und das zahlreich verbaute Hartplastik ist ungewohnt für einen Toyota und befindet sich wirklich auf Kleinwagenniveau.

Und wir kommen einfach nicht von der Mittelkonsole los. Hier gibt es auch eine Variante ohne Navigationssystem und die hat uns rein optisch besser gefallen, der Bildschirm und die Tasten wirken irgendwie fehl am Platz, zu groß und zugleich etwas altbacken im Vergleich zum restlichen Interieur.

Das große Rundinstrument inkl. Drehzahlmesser dagegen sieht schön aus und liegt gut im Blick, daneben befindet sich ein gut einsehbares Multi-Informations-Display. Die schön geschwungene Abdeckung, ebenfalls in Mattsilber, rundet das Ganze toll ab.

Wirkliche Verbesserung nötig hat aber das Handschuhfach, das gerade mal eine Mappe aufnimmt. Der Gedanke es abnehmbar zu gestalten ist zwar gut, aber die Ausführung lässt zu wünschen übrig. Viel zu schnell hat man es in der Hand, doch um es wieder anzubringenist Geduld gefragt.

Schmunzeln mussten wir beim Anblick des sehr dezenten Innenlichts, ein Glühwürmchen würde den Innenraum wahrscheinlich mehr erleuchten.

Überhaupt nichts zu meckern gibt es in punkto Platzverhältnisse, diese sind gerade in Reihe eins recht üppig und wirklich baff waren wir beim Entern des Fonds, hier muss man sich wirklich noch mal vor Augen halten, dass man in einem 3-Meter-Auto sitzt – also wenn man auf der rechten Seite Platz nehmen darf.

Selbst als 1,80 Meter Mitfahrer sitze ich hier noch richtig gut und der Vordermann bei gleicher Größe kann sich auch nicht beschweren – asymmetrischer Armaturenbrettausführung sei dank. Zudem sitzt man auch hinten bequem, die Lehne steht nicht wie so oft zu steil und selbst im Beinraum hat man noch Spiel, im Kopfbereich ist jenseits der 1,80 m dann aber doch ein Ende erreicht.

Links, also hinter dem Fahrer ist das Platzangebot nicht mehr all zu üppig, aber der Raum kann wunderbar als Staumöglichkeit genutzt werden und darüber werden Sie sich mit Sicherheit freuen, denn ansonsten beträgt das Kofferraumvolumen minimale 32 Liter, hier passt also gerade mal ein Aktenkoffer rein.

Oder aber Sie nehmen die Kopfstützen raus und legen die Sitzfläche um, und fertig ist eine nahezu ebene Ladefläche und ein Ladevolumen von 238 Liter. Unter dem Rücksitz befindet sich zusätzlich noch ein Ablagefach mit weiteren 50 Litern.

Beim Beladen ist aber Vorsicht geboten: Da die Heckklappe öffnet nicht weit genug und so besteht akute Anstoßgefahr.

Für den iQ wurde gerade im Fahrwerksbereich einiges speziell konstruiert, so z.B. die MacPherson Vorderachse, die Torsionslenker-Hinterachse sowie eine elektrische Servolenkung, letztere arbeitet geschwindigkeitsabhängig, leichtgängig sowie exakt.

Um in dem „Kleinen“ aber alleKomponenten unter zu bekommen, war noch einiges mehr an Geschick und Raffinesse gefragt. Klar, dass der Motor vorn platziert wurde, davor fand dann noch das Vorderachsdifferenzial und darüber das Lenkgetriebe Platz. Der Tank bekam eine sehr flache Form und konnte so unter die Vordersitze drapiert werden. Handbremse und Schalthebel wurden nebeneinander angeordnet und auch bei der Klimaanlage wurde an Volumen gespart und somit mehr Platz im Cockpit geschaffen.

Dass der Kleine wendig ist war zu vermuten, dass er jedoch mit 7,8 Metern Wendekreis sogar den kürzeren smart um fast einen Meter unterbietet war eine Überraschung.

Nun, Wendigkeit ist ihm also sicher, doch mit der Übersichtlichkeit ist es nicht all zu gut bestellt, der Blick nach hinten wird durch die sehr breite Dachsäule eingeschränkt und die Front bzw. deren Ende ist trotz aller Kürze nur schwer einzuschätzen.

Seine Geräuschkulisse ist wiederum angenehm niedrig und überraschend gut fühlt man sich auch auf längeren Autobahnetappen. Und für den kurzen Radstand meistert er selbst Bodenwellen und -unebenheiten noch erstaunlich gut. Über wirklich grobe Straßenschäden poltert er allerdings, wenn auch nicht wirklich störend.

Um enge Kurven wieselt er selbst mit hohem Tempo sehr gut und überzeugt mit geringen Wankbewegungen, legt insgesamt ein sportliches Fahrverhalten an den Tag.

Und auch an der Bremse gibt es nichts zu meckern, sie ist leicht zu dosieren, packt bei Bedarf ordentlich zu und bringt den Zwerg sicher zum Stehen.

Zum Verkaufsstart stehen ein 68-PS-Benziner mit drei und ein 90-PS-Diesel mit vier Zylindern zur Verfügung, im Juli 2009 wird ein 1,3-Liter-Benziner mit Start-Stopp-Automatik folgen, ebenfalls in Planung ist eine Hybridvariante.

Den Dreizylinder-Einsteiger haben wir uns heute zur Brust genommenund damit einen guten Griff getan, denn dieses Aggregat passt sehr gut zum iQ und reicht vor allem für die Stadt vollkommen aus.

Mit seinem süßen, etwas rauen Motorknurren, zauberte er uns immer wieder ein Lächeln auf die Lippen und wirkt nicht zuletzt deswegen spritziger, als er letztendlich ist. Trotz der 14,2 Sekunden die für eine Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 vergehen, können wir von einem spritzigen Temperament sprechen, das maximale Drehmoment von 91 Newtonmetern steht bei 4.800 Touren parat. Und selbst auf der Autobahn ist er mit 150 km/h durchaus ordentlich unterwegs.

Den angegeben Stadt-Verbrauch von 4,9 Litern auf 100 km haben wir im Mailänder-Großstadtdschungel allerdings nicht erreicht und lagen gut und gerne über einen Liter darüber. Um diesen Wert zu erreichen hätten wir uns aber wohl auch besser an die serienmäßige Schaltpunktanzeige gehalten ;-) .

Außerorts soll der iQ sogar mit 3,9 Litern auskommen und damit ergibt der nur 32 Liter kleine Tank dann doch auch eine ordentliche Reichweite. Der CO2-Ausstoß liegt bei gerade mal 99 g/km, außerdem ist der 1.0 für die Euro-5-Schadstoffnorm vorbereitet.

Das leichtgängige und präzise zu schaltende Fünfganggetriebe überträgt die Kraft an die Vorderräder und kann alternativ gegen ein stufenloses Multidrive-Getriebe ausgetauscht werden, der Verbrauch (vor allem in der Stadt) sowie die CO2-Emissionen liegen hier höher.

Kleinen mangelt es an der nötigen Sicherheit. Von wegen, vom Sicherheitspaket, das Toyota für den iQ geschnürt hat, kann und sollten sich die Mitbewerber mal eine Scheibe abschneiden.

Serienmäßig trumpft der Kleine mit neun Airbags auf, Front-, Seiten- und Kopfairbags, ein Fahrer-Knieairbag, ein Sitzpolster-Airbag für den Beifahrer und als Weltneuheit ein Heckairbag, dieser schließt denPassagierraum nach hinten komplett ab.

Alles andere als selbstverständlich sind auch die serienmäßigen Systeme wie ABS, die elektronische Bremskraft-Verteilung EBD, der Bremsassistent BA, die Antriebsschlupfregelung TRC und vor allen Dingen das elektronische Stabilitätsprogramm VSC+ mit aktiver Lenkunterstützung.

Außerdem nicht zu vergessen die hochfeste Sicherheits-Fahrgastzelle mit „Multi-load path body structure“, die Dreipunkt-Sicherheitsgurte rundum inkl. Gurtkraftbegrenzer und –straffer vorn, das Schleudertrauma-Schutzsystem WILL und ISOFIX Kindersitzbefestigungen.

Die Erwartungen von Toyota beim EuroNCAP-Crashtest fünf Sterne zu erzielen, dürften somit durchaus realisierbar sein.

12.700,- Euro, das wirkt nun auf den ersten Blick nicht gerade wie ein Schnäppchen, doch berücksichtigt man die umfangreiche Ausstattung sowie die vorbildlichen Sicherheitsfeatures und vergleicht das mit den Mitbewerbern, hat der Toyota iQ doch die Nase vorn.

Denn schon der 1.0-l-VVT-i in der iQ-Variante bringt so einiges mit, u. a. Alufelgen im 15 Zoll-Format, ein CD-Radio, eine manuelle Klimaanlage, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, getönte Seitenscheiben hinten sowie ein Lederlenkrad.

Für 14.100,- Euro gibt es den iQ+ mit einer Klimaautomatik, Smart Entry System, einem Startknopf, Regensensor und Abblendlichtautomatik, automatisch abblendendem Innenspiegel, getönter Klarglas-Abdeckungen, Chrom-Applikation innerhalb der Rückleuchten, Nebelscheinwerfer und auf Hochglanz polierte 15-Zoll Leichtmetallräder.

Beide Varianten können auf Wunsch mit einer Teillederausstattung, dem herausnehmbaren iQ-Pocket als Ersatz für das Handschuhfach und/oder dem Multivisions-, Audio- und Navigationssystem mit Touchscreen-Display und Bluetooth-Schnittstelleerweitert werden, die Preise hierfür liegen erfreulich niedrig.

Unser Herz hatte der Ultra-Kompakte schnell erobert, ab dem 24.01.2009 steht er beim Händler bereit, auch Ihre Herzen im Sturm zu erobern.

Stand: Dezember 2008, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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