// Fahrbericht / Toyota Avensis 2.2 D-4D

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Toyota Avensis 2.2 D-4D

Er geht nunmehr in die dritte Generation, bleibt auch weiterhin das Flaggschiff des Konzerns und wird auf einer neuen, größeren Plattform gebaut. Der Neue wird als viertürige Stufenhecklimousine und als Kombi erhältlich sein, eine Schrägheckvariante wird es aber nicht mehr geben, die Nachfrage hierfür war einfach zu gering. Er seiht deutlich sportlicher aus, bleibt aber unterm Strich die komfortable, praktische und eher etwas brave Familienlimousine. Viel Platz, gute Bedienbarkeit, problemloses Handling und eine gute Ausstattung sind garantiert. Der 150 PS Diesel schafft Euro 5, bleibt mit der komfortablen Automatik eher verhalten, wird aber gefordert gerne laut.

Optisch kam der Avensis bislang eher unauffällig daher, rundliche Formen, stark gewölbte Fahrgastkuppel, alles in allem gediegen und unsportlich.

Der neue Avensis beschreitet hier neue Wege, mischt scharfe Kanten und schwungvolle Rundungen zu einem fast schon aggressiven Auftritt. Aus der ungewöhnlich abgerundeten Motorhaube entwickelt sich die dynamische Front mit markantem Grill, spitz auslaufenden Scheinwerfern und sportlicher Schürze, daran schließen sich deutlich ausgestellte Radläufe an.

Die Seitenansicht mit fast waagerechter Gürtellinie gewinnt ihre Dynamik durch die schwungvolle und coupéhaft abfallende Dachlinie mit flacher Frontscheibe.

Das Heck erinnert jetzt ein wenig an den Konzernbruder Lexus IS, die Heckscheinwerfer betonen die Waagerechte und reichen weit in die Seite, hier nehmen sie den Schwung mit in die Heckschürze, die ihre Dynamik vor allem aus den unten integrierten Reflektoren bezieht.

Toyota ist für hohe Qualität bekannt und unterstreicht dies mit dem neuen Avensis ein weiteres mal, außen ebenso wie innen. Weiche, angreiffreundliche Kunststoffe und eine feine Verarbeitung können gefallen, alles ist aufgeräumt, gut strukturiert und sehr einfach in der Handhabung,

Die großen Bedienelemente sind optimal platziert, nur der Schalter für die elektronische Parkbremse befindet sich etwas versteckt hinter dem Lenkrad, allerdings löst sich die Bremse automatisch und so muss man nicht so oft danach greifen. Die von Chromringen eingefassten und orange hinterleuchtetenOptitron-Instrumente liegen wiederum sehr gut im Blick und gewährleisten eine problemlose Ablesbarkeit.

Doch alles in allem wirkt das Armaturenbrett des Avensis etwas nüchtern, da können auch die Applikationen in Bambusholzoptik, schwarzer Metallic-Lackierung oder im Titan-Look, sowie die strukturierten Materialien an Armaturen und den Türen nicht wirklich viel ändern.

Auch nur unter „durchschnittlich“ verbuchen können wir die Bestuhlung, sie ist zwar groß dimensioniert und komfortabel gepolstert, vor allem vorne haben wir aber den richtigen Seitenhalt vermisst. Hier gibt sich also auch der neue Avensis wieder wie gehabt als brave, wenn auch gut verarbeitete und durchdachte sowie praktische Familienlimousine. Weder an der manuellen noch an der elektrischen Bedienung der Sitze gab es etwas auszusetzen.

So gar nichts zu meckern gibt es auch in punkto Geräumigkeit und Platzverhältnisse, hier bietet er selbst im Fond großengewachsenen Passagieren viel Platz sowohl im Bein- wie auch im Kopfbereich und insgesamt einen sehr guten Reisekomfort.

Diese Rücksitzlehnen lassen sich auch bei der Limousine mittels Griff einfach und schnell im Verhältnis 60 : 40 umlegen, der 509 Liter große Gepäckraum vergrößert sich somit erheblich. Der Kofferraum ist gut zugänglich und die Ladekante angenehm niedrig.

Der Avensis 2009 wurde mit verbreiterter Spur, größer dimensionierten Felgen und Reifen, einem größeren Nachlaufwinkel der Vorderachse für stabileren Geradeauslauf, einer Hinterachse mit höhererTorsionssteifigkeit und Querkraft-Abstützung weiter optimiert.

Auch hier sollte man sich aber nicht von der sportlicheren Optik des Blechkleides täuschen lassen, das Fahrwerk bleibt weiterhin komfortabel. Gleichzeitig gibt es sich aber doch angenehm straff und so ist der Fronttriebler mit Leichtigkeit zu handeln und bleibt stets gutmütig im Fahrverhalten.

Die elektrische Servolenkung arbeitet exakt und ist angenehm leichtgängig ausgelegt, bietet ein gutes Einlenkverhalten. Schnelle Kurven meistert er mit geringer Karosserieneigung problemlos, VSC+ hat ihn im Grenzbereich sicher im Griff. Querfugen mag er allerdings weniger, auch grobe Schlaglöcher dringen ins Innere.

Mit Scheibenbremsen rundum (vorn innenbelüftet), ABS, Elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent ist er auch in diesem Punkt gut bestückt. Die Bremse spricht schnell an und bringt den Wagen auch bei Vollbremsungen auf wechselndem Straßenbelag sicher zum Stehen.

In Sachen Motorisierung haben sicher einige ein Hybrid-Modell erwartet, das bleibt aber vorerst weiterhin dem Prius vorbehalten. Dafür können Sie zwischen drei Benzinern, die allerdings nur der Euro-4-Norm entsprechen, und drei Dieselaggregaten mit Euro 5 Einstufung wählen. Überraschenderweise ist zur Zeit auch nicht mal eine Start-Stopp-Automatik angedacht.

Der von uns gefahrene 2,2-Liter-Diesel mit 150 PS hat die neueste Common-Rail-Einspritzgeneration mit Piezoventilen an Bord und ist mit einem serienmäßigen Partikelfilter sowie dem bewährten manuellen6-Gang-Getriebe (nicht die Neuentwicklung der Benziner) oder einer neuen 6-Stufen-Automatik bestückt.

Der 2,2-Liter D-4D wie auch der kleinere 2,0-Liter D-4D erhielt anstelle der bisher verwendeten Magnetventile die gleichen neuen piezoelektrischen Einspritzventile wie der 2,2-Liter D-CAT. Sie gestatten eine noch präzisere Regulierung des eingespritzten Kraftstoffvolumens sowie des Einspritzzeitpunkts. Zugleich ermöglicht der höhere Einspritzdruck des Common-Rail-Systems schnellere Einspritzvorgänge.

So erzeugt der Toyota mit 2.000 bar einen der höchsten Einspritzdrücke aller Systeme dieser Art. Damit zählen die neuen Dieselmodelle bei niedrigem Kraftstoffverbrauch zu den leistungs- und drehmomentstärksten Aggregaten ihrer Klasse.

Der Leistung von 150 PS/110 kW steht ein maximales Drehmoment von 340 Nm zwischen 2.000 und 2.800 U/min zur Seite. Vor allem mit der Automatik ist sein Auftritt insgesamt dezent zurückhaltend, wenn er auch in 9,5 Sekunden (Schalter 8,9 Sek.) die Tempo 100 Marke erreicht. Ein Ende der Beschleunigung ist bei 205 km/h in Sicht (Schalter 210 km/h).

Vor allem das neue Automatikgetriebe, das sehr komfortabel arbeitet, also sanft und nahezu ruckfrei und doch schnell, lässt die wahren Durchzugskräfte ein wenig verwischen, dabei gibt der meist etwas raue Motor gerne lautstark zu erkennen, wenn er voll gefordert wird.

„AI-SHIFT Control“ (Artificial Intelligence Shift Control) ist für die Schaltsteuerung der 6-Gang-Automatik verantwortlich und lässt dem Fahrer neben demSport-Modus auch die Wahl selbst einzugreifen und mittels sequenziellem manuellen Schaltmodus am Wählhebel oder über die Schaltwippen am Lenkrad die Gänge zu bestimmen.

In Sachen Verbrauch schließlich hinkt die von uns gefahrene Automatik-Version auch deutlich hinter dem Schalter her. Innerstädtisch sind es hier 8,2 Liter (7,0), außerstädtisch 5,2 (4,7) und im Mix 6,4 (Schalter 5,5) Liter je 100 km. Die CO2-Emissionen liegen bei 169 g/km im Mix (Schalter 147).

Wie schon in der Vergangenheit möchte der natürlich auch der neue Avensis beim Euro NCAP Test erfolgreich abschneiden. Daher geht er serienmäßig mit verbesserten und erweiterten Knautschzonen, ABS, EBD, Bremsassistent BA, dem neu entwickelten elektronischen Stabilitätsprogramm VSC+ mit aktiver Lenkunterstützung sowie der Antriebsschlupfregelung TRC und sieben Airbags an den Start. Zu den Frontairbags, vorderen Seitenairbags und Curtain Shield-Kopfairbags vorn und hinten gesellt sich auch ein Fahrer-Knieairbag.

Aber das ist noch nicht alles, außerdem sind aktive Kopfstützen vorn, ISOFIX Kindersitzbefestigungen und das Kinder-Rückhaltesystem CRS (Child Restraint System), LED-Rückleuchten mit einem dynamischen Bremslicht und das sich bei einem Aufprall zurückziehende Brems- und Kupplungspedal zu erwähnen.

Bi-Xenon-Scheinwerfer, das adaptive Kurvenlicht AFS sowie die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage ACC sind gegen Aufpreis erhältlich, das Pre-Crash Safety System PCS ist jedoch nur der höchsten Ausstattungsstufe vorbehalten.

DiePreise für die Avensis-Limousine reichen von 22.700,- bis 36.950,- Euro. Die Grundausstattung bringt mit einer manuellen Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern vorn, einem CD-/MP3-Audiosystem mit sechs Lautsprechern, einem Multifunktions-Lenkrad und der elektronischen Feststellbremse schon ein paar schicke Features mit.

Noch umfangreicher fällt die Ausstattung in der Variante „Sol“ aus: Zweizonen-Klimaautomatik, Bluetooth-Schnittstelle, Lederlenkrad, Titan-Design, elektrisch einstellbare Lendenwirbel-Stütze, elektrische Fensterheber rundum, Nebelscheinwerfer und Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer.

Die Ausstattungsstufe „Executive“ ist zudem mit einem Audiosystem mit elf Lautsprechern und 6-fach-CD-Wechsler, Sitzheizung, einer beheizbaren Scheibenwischer-Ablage, Lederausstattung, Smart Entry System mit Startknopf, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln und einem automatisch abblendenden Innenspiegel und noch so einigem mehr bestückt.

Mit der Ausstattungsstufe „TEC-Edition“ werden noch mehr Wünsche erfüllt, hier sind zum einen eine hochwertige Lederausstattung mit elektrisch einstell- und beheizbaren Sitzen vorn sowie eine elektrisch in Neigung und Länge einstellbare Lenksäule, die in Kombination mit den Sitzen über zwei Memory-Einstellungen verfügt, mit an Bord. Außerdem Bi-Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht AFS, eine akustische Einparkhilfe hinten und Leichtmetallräder im 18-Zoll Format.

Darüber hinaus, stehen auch individuelle Sonderausstattungen zurWahl, wie z.B. die akustische Einparkhilfe vorn und hinten, die Digitalradio-Funktion (DAB), USB-Multimedia-Anschluss, eine Anhängezugvorrichtung und Leichtmetallräder oder maßgeschneiderte Pakete wie dem „Chrompaket“.

Stand: Januar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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