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Volkswagen

Spätlese aus Wolfsburg – VW Golf Variant

VW hat sich diesmal viel Zeit mit dem neuen Variant, also dem Kombi gelassen. Auf den Erfolg scheint das keinen negativen Einfluss zu haben, liegen doch schon vor der offiziellen Markteinführung bereits einige Tausend Bestellungen vor. „Golf“ ist halt einfach auf Erfolg abonniert. Seit 1993 wurden allein 1,2 Millionen Golf Variant weltweit verkauft, und heute präsentiert sich uns die 3. Generation. Mit mehr Platz für Mensch und Gepäck, mehr Variabilität, mehr Sicherheit, mehr Komfort, einfach mehr Auto für mehr Geld. Von den fünf angebotenen Motoren sind wir die beiden Diesel für Sie gefahren. In unserem Test erfahren Sie mehr …

Die Front des neuen Variant ist klar Golf oder besser Jetta, der mächtige Chromgrill mit dem großen VW-Logo, die typischen Scheinwerfer, auf den ersten Blick ein VW.

In gleichem Maße gilt das für die dynamische Seitenansicht mit der sanft abfallenden Dachlinie und der sich sportlich verjüngenden Seitenfensterlinie. Das spitze Eck der weit in die Seite umlaufenden Rückleuchten ist ein erstes ungewohntes Element, das nicht nach VW aussieht.

Am Heck steigert sich der ungewohnte Anblick noch, besonders unterhalb der schwungvollen Heckscheibe mit dem dynamischen Dachkantenspoiler sieht der Golf Varinat irgendwie gar nicht wie ein VW aus, zudem wirken die seitlich abfallendenRückleuchten wie nach unten gezogene Mundwinkel und die Linien zu der Mulde mit dem Nummernschild lässt ihn grimmig erscheinen. Na ja, man wird sich dran gewöhnen und alles ist schließlich eine Frage des Geschmacks.

Im Golf Variant Sportline serienmäßig und für alle anderen optional für 1.130,- Euro erhältlich ist das schöne Panorama-Schiebedach, dass sich fast über das gesamte Dach erstreckt und für viel Licht und viel frische Luft sorgt. Vor zuviel störender Sonne schützt die hochwertige Jalousie. Das ganze besteht aus zwei Hälften, und so kann entweder das vordere Teil hochgestellt oder alles komplett geöffnet werden. Nachdem das Dach nach außen auffährt, verfügen die Passagiere im Innenraum jederzeit über ausreichend Kopffreiheit.

Im Fahrgastraum ist der Variant wieder ganz klar Golf und gibt somit praktisch keinen Anlaß zur Kritik, im Gegenteil. Einzig das nach unserem Geschmack recht schlichte und dunkel gehaltene Interieur wirkt eher langweilig, aber das ist hauptsächlich eine Ausstattungsfrage, denn mit der unteren Hälfte in frischem Beige sieht das Cockpit gleich viel besser aus. Auch wieder Geschmacksache.

Geschmacksunabhängig präsentieren sich die groß dimensionierten Sitze angenehm straff gepolstert und bieten guten Seitenhalt und besten Reisekomfort. Eine Frage des G…, nein, des Geldbeutels ist es, ob Sie mit Stoffsitzen vorlieb nehmenmüssen oder aber sich mit tollen Ledersitzen in bester Ausformung verwöhnen können.

Wie auch immer, der neue Variant hat in den Ausmaßen deutlich zugelegt und bietet optimale Platzverhältnisse vorne wie hinten und natürlich auch im Kofferraum, der Punkt der uns beim Variant klarer weise am meisten interessiert!

Von 505 bis 1.550 Liter gestaltet sich das Ladevolumen des VW Golf Variant sehr flexibel und bietet ganze 80 Liter mehr als sein Vorgänger. Dank angenehm niedriger Ladekante und weit aufschwingender Heckklappe lässt sich das Gepäckabteil problemlos beladen.

Wird die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank mittels Entriegelungstasten neben den äußeren Kopfstützen umgeklappt, entsteht eine 1,70 Meter lange und ebene Ladefläche, darunter und in den Seitenverkleidungen des Kofferraums stecken zusätzliche Ablagemöglichkeiten.

Vor dem Umklappen der Rücksitzlehne kann auch die Sitzauflage mit nur einem Handgriff hochgeklappt werden, die Ladefläche fällt dann aber nach vorne hin ab und die Kopfstützen müssen vorher entfernt werden. Als Sonderausstattung kann auch die Beifahrersitzlehne nach vorn geklappt werden, sodass eine durchgehende Ladefläche entsteht.

Um das Fach unter dem Gepäckraumboden zu beladen, lässt sich dieser aufstellen und in dafür vorgesehenen Aussparungen sicher verankern. Spezielle Taschenhaken, die aus der Seitenverkleidung desGepäckraums ausgeklappt werden können, sorgen ebenso für sicheren Halt der Einkäufe wie die Verzurrösen, die bei Nichtgebrauch einfach weggeklappt werden und so nicht störend in den Laderaum hineinragen.

Wie bei den Golf Limousinen kommt auch im Variant vorne eine Federbeinachse und hinten eine Mehrlenker-Hinterachse zum Einsatz. Im Vergleich zur Limousine büßt er in Sachen Komfort ein wenig ein, bleibt aber dennoch ausreichend komfortabel mit einer ebenfalls guten Portion Sportlichkeit.

Ganz nach unserem Geschmack ist er in Kombination mit der elektromechanischen Servolenkung die präzise und leichtgängig zugleich arbeitet, spielerisch zu handeln, erlaubt hohe Kurvengeschwindigkeiten und ist praktisch nicht aus der Ruhe zu bringen, reagiert leicht untersteuernd sehr gutmütig – typisch VW eben.

Mit der neuesten Generation des ESP und dem „Dual Brake Assist“ sowie einer neu konzipierten Bremsanlage mit optimierter Kühlung macht der Golf Variant auch in dieser Disziplin eine sehr gute Figur. Dazu kommen rundum Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, ein Bremsassistent und eine elektronische Bremskraftverteilung zum Einsatz, die serienmäßig über ABS gesteuert werden.

Mit zwei Diesel- und drei Benzin-Motoren hat VW auch für den Golf Variant mit Sicherheit für jeden Geschmack die passende Motorisierung im Angebot. Los geht es beim 4-Zylinder-Benziner mit 75 kW/102PS, ihm folgt der 103 kW/140 PS starke Vierzylinder-16V-Twincharger TSI und dessen großer Bruder mit ebenfalls 1,4 Liter Hubraum und 125 kW/170 PS. Im Gegensatz zum Basis-Benziner können beide TSI-Motoren mit sehr guten Fahrleistungen glänzen.

Im Rahmen der Presse-Vorstellung haben wir die beiden Diesel mit 105 PS bzw. 140 PS mal etwas näher unter die Lupe genommen, beide sind mit einem serienmäßigen Dieselpartikelfilter ausgestattet. Der 140 PS TDI wird allerdings erst ab dem dritten Quartal erhältlich sein, ebenso wie das neue DSG-Doppelkupplungsgetriebe, das mit beiden Varianten kombinierbar sein wird.

Als Einstiegsdiesel kommt der 1.9 TDI mit 77 kW / 105 PS zum Einsatz, dessen maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter schon ab 1.900 U/min anliegt. Mit diesem Pumpe-Düse-Diesel wird der VW zwar nicht zum Rennwagen, er zeigt aber im Gesamten einen ganz passablen Durchzug, ist nach 12,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 187 km/h. Erfreulich niedrig liegt sein Mixverbrauch bei 5,2 Liter auf 100 Kilometer und sein CO2-Ausstoß liegt bei günstigen 137 g/km.

Der stärkere 2.0 TDI mit 103 kW / 140 PS bei 4.000 U/min und 320 Newtonmeter Drehmoment zwischen 1.750 und 2.500 U/min kann da schon die eine oder andere Schippe Kohlen mehr nachlegen und sorgt stets für einen flotten Vortrieb und ermöglicht den Sprint aus dem Standauf Tempo 100 in 9,8 Sekunden. Auch er arbeitet nach dem Pumpe-Düse-Prinzip und überschreitet die 200er-Marke, schafft eine Topspeed von 205 km/h. Sein Mixverbrauch liegt mit 5,6 Liter nicht viel höher und mit dem CO2-Ausstoß von 148 g/km wird auch die Umwelt nicht über die Maßen strapaziert.

Während der 1,9 TDI mit einer Fünfgangschaltung ausgestattet ist, wird im 2.0 TDI ein Sechsgang-Schaltgetriebe verbaut. Beide glänzen mit kurzen und leichtgängigen Schaltwegen und einem exakt geführten Schalthebel.

Wie es sich für einen Volkswagen gehört verfügt auch der Variant über sechs serienmäßige Airbags (Frontairbags, Seitenairbags und Kopfairbags) – optional sind auch zwei Seitenairbags für hinten erhältlich – sowie crashoptimierte Kopfstützen, pyrotechnische Gurtstraffer mit integrierten Gurtkraftbegrenzern, Dreipunktgurte rundum und ISOFIX für die optimale Kindersitzbefestigung.

Golftypisch ist auch der Variant in den Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Sportline erhältlich. Das Basismodell Trendline mit dem 105 PS Diesel liegt bei 21.565,- Euro und ist mit einem durchschnittlichen Ausstattungsumfang gesegnet.

So haben Sie aus einer langen Liste an Extra-Ausstattungen noch die Qual der Wahl. Ab dem 1. Juni 2007 wird die dritte Generation des VW Golf Variant bei den Händler stehen. Leider erhält dann auch der kleine TDI den typischenDieselzuschlag bei den Versicherungseinstufungen. Hier müssen Sie mit TK 21, VK 17 und HPF 16 leben (2-Liter TDI TK 23, VK 19 und HPF 16), der Einstiegebenziner kommt da mit TK 16, VK 15 und HPF 13 merklich besser weg.

Stand: Mai 2007, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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