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Schick, praktisch, sparsam… der Peugeot 508

Der Peugeot 508 tritt, wie Sie richtig vermuten, die direkte Nachfolge des 407 an, doch löst er zugleich auch die Modellreihe 607 ab. Die von uns gewählte Kombivariante soll voraussichtlich ¾ der geplanten Verkäufe einnehmen und befindet sich somit in bester Gesellschaft. Denn, ob es nun die französischen Kollegen sind, mit dem C5 Tourer, Ford mit dem Mondeo Turnier, Opel mit dem Insignia Tourer oder und in jedem Fall nicht zu vergessen, der neue VW Passat Variant – die Konkurrenz ist in diesem Segment wahrlich hart. Doch bereits eine erste, wenn auch kurze Ausfahrt mit dem neuen 508 zeigte uns, Peugeot hat seine Hausaufgaben gemacht und ist bestens gewappnet. Ab dem 12. März geht die Limousine sowie der Kombi ins Rennen.

In letzter Zeit hat Peugeot leider nicht immer ein glückliches Händchen beim Design bewiesen, doch in Anbetracht des neuen 508 sieht das erfreulicherweise ganz anders aus. Beide Karosserievarianten überzeugen mit einer gewissen Raffinesse, schwungvoller Dynamik und einem Hauch von Eleganz.

Auf das überdimensionale Haifischmaul in Form des Kühlergrills wurde nun verzichtet, der wesentlich zierlichere, chrombesetzte Kühlergrill sorgt in Verbindung mit den breiten, schmal verlaufenden Halogenscheinwerfern, die je nach Wahl über Bi-Xenon-Kurvenlicht verfügen, für ein sehr stimmiges Bild. In dieses fügt sich ebenso gut das neue Löwenlogo ein, das auf der kraftvoll geprägten Aluminium-Motorhaube eingepasst wurde.

Die Silhouette kann sowohl bei der Limousine als auch bei der praktischeren Kombiversion sehr gefallen. In der Länge deutlich gewachsen, in der Höhe aber niedriger und mit einem kurzen Überhang vorn sowie einer nach hinten abfallenden Dachlinie und dabei ansteigenden Fensterunterkante strahlt der 508bereits im Stand eine tolle Dynamik aus.

Dieser Schwung zieht sich bis hin zum breit wirkenden Heck, das durch markant gezeichnete, große Rückleuchten bestimmt ist.

Und die Designer haben auch im Innenraum den Spagat zwischen Sportlichkeit und Eleganz wunderbar geschafft. Klare Strukturen in Verbindung mit schicken Akzenten in seidenmattem Chrom und schwarzem Klavierlack, dazu überzeugen die verwendeten Materialien auch mit einer sehr guten Verarbeitung.
Der breite Mitteltunnel beherbergt einen großen Bildschirm und die Bedienelemente für die Audio- sowie die Klimaanlage. Das dicke, unten schön abgeflachte Multifunktionslenkrad liegt dank sportlicher Griffmulden wunderbar in der Hand ist mit zahlreichen weiteren Bedientasten versehen, die in jedem Fall nach einer Eingewöhnungsphase verlangen. Das sportlich-bequeme Gestühl hat uns rundum zugesagt, ebenso die im Chronometer-Look gezeichneten Rundinstrumente.

Je nach Ausstattungslinie wird das Fahrzeug klassisch per Schlüssel gestartet und verfügt über eine konventionelle Handbremse oder sind bei den höheren Versionen mit einem Startknopf und einer elektrischen Parkbremse versehen. Allerdings sind beide Vorrichtungen ungewöhnlich links vom Lenkrad und zudem schlecht einsehbar platziert.

Einen weiteren Hauch von Hightech vermittelt das aufpreispflichtige Head-up-Display, das im Falle des französischen Herstellers jedoch mittels ausfahrbarer Plexiglasscheibe übertragen wird.

Der lange Radstand macht sich im Innenraum deutlich bemerkbar, so bietet der 508 SW rundum ein gutes Platzangebot und hält auch für groß Gewachsene im Fond beste Raumverhältnisse vor. Erfreulicherweise schränkt das tolle serienmäßige Panorama-Glasdach auch die Kopffreiheit nicht ein und sorgt statt dessen für ein schön lichtdurchfluteten Innenraum und einentollen Ausblick nach oben. Weniger gut ist es allerdings um die Sicht nach hinten bestellt.

Mit dem zur Verfügung stehenden Stauraum sieht es dagegen schon wieder wesentlich besser aus. Neben zahlreichen Ablagen für Kleinkram finden größere Gegenstände bequem im 660 Liter großen Kofferraum ihren Platz. Entpuppt sich das Gepäck als etwas sperriger oder noch üppiger, ist das ebenfalls kein Problem. Durch einfache Entriegelungsmöglichkeiten lassen sich die Rücksitzlehnen sowohl vom Innenraum als auch vom Kofferraum aus umlegen, wodurch nicht nur ein wunderbar ebener, großer Ladeboden entsteht, sondern das Volumen auf bis zu 1.865 Liter ansteigt. Zusätzliche Staufächer die weitere 42 Liter Ladevolumen bereithalten sind unter dem stabilen Boden zu finden, ebenso Verankerungspunkte und ein Gepäcknetz im Kofferraum. Die weit öffnende Heckklappe arbeitet auf Wunsch auch elektrisch.

Peugeot bietet zwei verschiedene Fahrwerksabstimmungen an, komfort- oder lieber doch sportbetont? In der Basis ist der 508 mit einer neuen McPherson-Vorderachse basierend auf der Plattform 3 bestückt, beim 508 GT kommt dagegen eine Vorderachse mit zwei Dreiecksquerlenkern und entkoppeltem Achsschenkel zum Einsatz. Allerdings ist die GT-Variante ausschließlich dem 2.2 Liter HDi FAP Motor mit 204 PS vorbehalten. Am Heck wird stets eine Mehrlenkerachse verbaut.

In den Genuss der sportlichen GT-Abstimmung kamen wir im Rahmen unserer Testfahrt leider nicht. Doch auch die „Basis“ kann mit einer dynamischen Auslegung dienen und bietet zudem guten Federungskomfort. Die elektrohydraulische Servolenkung ist angenehm straff und ausreichend direkt, in der GT-Version soll diese dementsprechend sportlicher ausgelegt sein.

ESP der neuesten Generation hält das Fahrzeug nicht nur im Zaum, sondern ist mit zahlreichen weiterenFunktionen wie der Stabilitätskontrolle CDS, dem Notbremsassistenten, einer elektronischen Bremskraftverteilung EBV, einem Berganfahrassistent sowie einer intelligenten Traktionskontrolle kombiniert, die ebenfalls ihren Beitrag zu einem sicheren und guten Fahrverhalten leisten.

Je nach Motorvariante ist die Bremsanlage mit unterschiedlich groß dimensionierten Bremssättel vorn und 290 x 12 mm großen Bremsscheiben am Heck versehen. Das Ansprechverhalten war stets angenehm und direkt, ebenso das Bremsverhalten.

Mit verschiedenen Dieselmotoren kann Peugeot ebenso dienen, wie mit VTi und THP Benzinaggregaten. Und bereits im nächsten Jahr wird der 508 mit der HYbrid4-Technologie eingeführt. Wobei das Fahrzeug dann mit einem HDi-Dieselmotor an der Vorderachse und einem Elektromotor an der Hinterachse bestückt sein wird, ein Leistungspotenzial von 147 kW / 200 PS entfaltet und sich dabei mit 99 Gramm CO2 begnügt. Nicht zu vergessen, der Allradantrieb.

Hier und heute, möchte Peugeot mit dem neuen 1.6 Liter e-HDi FAP mit 82 kW / 112 PS einen wesentlichen Beitrag zur Effizienz leisten. Hinter der e-HDi Technologie verbirgt sich allerdings nicht mehr als ein Stop&Start-System der neusten Generation das nun allerdings bis minus fünf Grad aktiv ist und bereits unterhalb einer Rollgeschwindigkeit von 8 km/h abschaltet – ein wahrer Vorteil gegenüber einigen seiner Mitbewerber!

Mit dem zusätzlich verbauten automatisierten Sechsgang-Getriebe EGS6 erreicht der französische Hersteller einen Verbrauch von gerade mal 4,4 Litern auf 100 Kilometer im kombinierten Fahrzyklus und weist einen CO2-Ausstoß von vorbildlichen 115 Gramm auf, der Kombi liegt mit +0,1 Liter und +1 Gramm nur unwesentlich höher. Diese Werte möchte Peugeot noch in diesem Jahr durch weitere Anpassungen der automatischenLuftklappensteuerung weiter reduzieren.

Das liest sich ja alles sehr gut, doch in der Praxis wird der sparsame Verbrauch rasch zur Nebensache. Denn der Motor enttäuscht nicht nur durch trägen Vortrieb und das trotz eines maximalen Drehmoments von 285 Newtonmetern, sondern entpuppt sich in Verbindung mit dem Getriebe als unharmonisch und nervig. Die mit den Schaltvorgängen verbundenen starken Nickbewegungen können zwar durch ein kurzes Zurücknehmen des Gaspedals etwas minimiert werden, doch ehrlich gesagt kann das ja nicht Sinn der Sache sein. Zum Glück bietet das Getriebe dem Fahrer die Möglichkeit, mittels Schaltpaddles am Lenkrad manuell einzugreifen, eine Variante, auf die wir während unserer Testfahrt nur all zu gern zurückgegriffen haben.

Hier hat uns der 140-PS-Diesel viel mehr zugesagt, gerade in Verbindung mit dem gut geführten Sechsgang-Handschalter. Eine serienmäßige Schaltpunktanzeige möchte an dieser Stelle den Fahrer zu einer effizienteren Fahrweise animieren. Wer diesen Rat befolgt, ist mit rund fünf Liter Diesel auf 100 Kilometer im Mix auch noch sehr sparsam unterwegs und das wesentlich flüssiger als im zuvor genannten eHDi.

Zudem hält der Volumendiesel mit 103 kW und 320 Newtonmeter Drehmoment zu jeder Zeit ausreichend Vortrieb parat und sprintet, wenn gefordert, in 10,1 Sekunden von Null auf Tempo 100. Auch hier beschleunigt die Limo noch ein Tick schneller, zieht aber ebenso bis 210 km/h hoch.

Bereits die Karosseriestruktur weißt ein großes Sicherheitspotential auf, da dies allein jedoch nicht ausreicht, hat Peugeot den neuen 508 serienmäßig mit zwei Frontairbags, Seitenairbags vorn sowie zwei Vorhangairbags, Dreipunkt-Sicherheitsgurten mit pyrotechnischen Gurtstraffern und elektronisch gesteuerten Gurtkraftbegrenzern, Dreipunkt-Isofix-Verankerungen auf denäußeren Sitzen der Rückbank und den Systemen ABS und ESP inklusive ASR bestückt.

Das bekannte Peugeot Connect System bestimmt zum Beispiel im Falle eines Unfalls automatisch den Standort des Fahrzeuges und alarmiert die Rettungskräfte, was eine rasche und optimale Hilfe zur Folge hat.

Access, Active, Allure oder darf es doch der GT sein? Dies sind die vier Ausstattungen, die Peugeot für den 508 im Angebot hat. Hinzu kommen die zuvor erwähnten Motorisierungen sowie die zwei Karosserievarianten. Während die Limousine bei 23.050,- Euro mit dem 120 VTi EGS6 einsteigt, verlangt die Kombivariante 1.050,- Euro mehr. Die Basisausstattung Access ist außerdem mit dem HDi FAP 110 kombinierbar, beginnt dann bei 23.950,- bzw. 25.000,- Euro für den von uns gefahrenen SW. Wer möchte, kann für weitere tausend Euro diese Dieselvariante mit dem EGS6 Getriebe sowie der Stop&Start-Automatik bestücken.

Das Volumenmodell konzentriert sich nach Angaben des Herstellers voraussichtlich auf den Peugeot 508 SW HDi FAP 140. Womit der Kunde zwischen 28.600,- und 31.600,- Euro investieren wird, je nach Ausstattungslinie.

Dafür bekommt der Käufer in jedem Fall einen gelungenen und gut bestückten Kombi. Die Active-Version umfasst unter anderem eine Audioanlage, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, einen Bordcomputer, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, ein Multifunktions-Lederlenkrad, elektrische Fensterheber rundum, einen Geschwindigkeitsregler sowie das schöne Panorama-Glasdach.

Bei der Variante Allure kommen außerdem die automatische Feststellbremse, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, eine Einparkhilfe hinten, das Keyless-System (schlüsselloses Zugangs- und Startsystem) und Komfortsitze hinzu.

Um sich einen genauen Überblick über die diversen zur Verfügung stehenden Optionen zu verschaffen,empfehlen wir an dieser Stelle einen Blick in die Aufpreisliste. Finden werden Sie dort neben einem Head-up-Display, einer Vier-Zonen-Klimaanlage, einem Massagesitz, einem Parkassistenten und dem JBL Soundsystem noch so einiges mehr.

Stand: März 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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