// Fahrbericht / Renault Laguna Grandtour

Renault

Renault Laguna Grandtour

Das Auge kauft mit! Und dabei sollte die neue schicke Hülle des Laguna Grandtour einer positiven Kaufentscheidung nicht im Wege stehen. Denn auch innen kommt der Franzose „très élégant“ daher, mit feinem Materialmix und guter Verarbeitung. Komfort wird groß geschrieben, der erscheinen die Sitze im ersten Moment fast zu hart, verhindern aber auch auf langen Strecken Rückenschmerzen. Und lange Strecke sind sein Metier, der Motor ist kraftvoll und sparsam, die 6-Gang-Schaltung komfortabel und exakt und das Fahrwerk bügelt fast alles weg und lässt ihn doch auch mal flott um die Ecken gehen. Mit dem gelungenen Ladeabteil ist er auch noch richtig praktisch und ganz Renault kommt auch die Sicherheit nicht zu kurz.

So schnell kann’s gehen. Kaum überarbeiten die Franzosen ihren Laguna und schon steht ein echter Beau vor uns. Und natürlich hat die von uns gefahrene Kombivariante die glattflächig-elegante Front der Limousine übernommen, mit breitem Lufteinlass in der Frontschürze, markanten Scheinwerfern aus denen sich die Sicken der Motorhaube entwickeln.

Der Knick im Frontspoiler läuft im Seitenschweller weiter nach hinten, dazwischen ist besonders der vordere Radkasten dynamisch ausgestellt. Die Schulterlinie steigt sanft nach hinten an und die serienmäßige Dachreling gibt dem im leichten Schwung abfallenden Dach den letzten Schwung.

Und dann läuft der Grandtour zur Hochform auf. Dieser Rücken kann wahrlich entzücken. Die Heckscheibe steht recht schräg, wodurch dem Renault zwar ein paar Liter an Stauvolumen verloren gehen, er aber in punkto Design ernorm gewinnt. Ein Dachkantenspoiler mit schicker dritter Bremsleuchte (weißes Glas und rote Leuchten)sorgt oben für den sportlichen Abschluss, für den unten zwei dicke Endrohre, jeweils rechts und links, verantwortlich zeichnen.

Dass die Sicht nach schräg hinten etwas eingeschränkt ist kann man nicht zuletzt dank Einparkhilfe leicht verschmerzen, wer schön sein will …

Und auch das Interieur-Design gefällt mit seinenfließenden Linien, seiner schnörkellosen Eleganz, modern und doch behaglich, wofür nicht zuletzt der feine Materialmix sowie die modernen Bedienelementen sorgen. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass auch die Verarbeitung der weichen und angreiffreundlichen Materialien ist sehr hochwertig ausgefallen ist. Dabei glänzen die diversen Ausstattungsvarianten mit unterschiedlichen, großflächigen Dekorleisten, in unserem Fall war es helles Holz.

Die Bedienelemente sind gut erreichbar und intuitiv zu handhaben, nur die Tasten im Lenkrad sind leider nicht beleuchtet und der Tempomat ist etwas umständlich zu betätigen, da er erst per Schalter in der Mittelkonsole aktiviert und dann noch mittels Knopfdruck am Lenkrad bestätigt werden muss. Das Navigationssystem hat uns soweit gut gefallen, zeigt Staus und Sperrungen an, berechnet diese jedoch nicht automatisch zu Umleitungen. Und eine andere Stimme wäre für unseren Geschmack wünschenswert gewesen.

Die groß ausgeführten Sitze sind schön straff und mit ausreichend Seitenhalt bestückt, auf den „ersten Sitz“ ist die Sitzfläche vielleicht sogar etwas zu hart, macht sich aber schnell nur positiv bemerkbar und bietet auch auf langen Strecken guten Komfort. Die Sitzheizung arbeitet schnell, aber zu dezent.

Auch in Reihe Zweierwarten uns feine Sitze mit gutem Komfort, an Kopf- und Beinfreiheit mangelt es dem Grandtour auch nicht, die Füße finden allerdings nicht immer ihren Platz, denn hier wird es schnell eng.

In Reihe Drei sozusagen, also im Kofferraum, sind an und in den Seitenwänden Haken und einige Staufächer platziert, solche befinden sich auch unter dem Ladeboden, wo bei Bedarf auch die Gepäckraumabdeckung ein Platz findet.

Das 400,- Euro teure „Storage“-Paket bringt zusätzlich ein Sicherheitsnetz, eine flexible Gepäckraumunterteilung und eine separat zu öffnende Heckscheibe mit sich.

Das Umklappsystem ist absolut einfach zu bedienen und sehr praktisch. Hier könnten sich einige Mitbewerber was abgucken. Wir müssen nur an zwei kleinen Hebeln ziehen und schon schießen die Rücklehnen förmlich nach vorn und bilden eine nahezu ebene Ladefläche, die maximal zwei Meter in der Länge misst.

Das Zauberwort heißt in diesem Fall „Easybreak”. Es macht das schnelle und problemlose Umlegen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rückbank möglich. Die Tasten für die Entriegelung befinden sich in den Rahmen der hinteren Türen und im Kofferraum, sehr praktisch. Das Ladevolumen reicht von 508 bis 1.593 Liter.

Die Heckklappe öffnet schön weit und die uns erwartende Ladekante befindetsich in angenehmer Höhe, die Stoßstange ist allerdings nicht gegen Ladekratzer geschützt.

Das Fahrwerk ist stark auf Komfort ausgelegt und mit einer dazu passenden, leichtgängigen, exakten und zielgenauen Lenkung bestückt. Wirklich schlechte Straßen schütteln aber auch hier die Insassen etwas durch.

Bei hohen Geschwindigkeiten wiederum liegt er wunderbar ruhig auf der Straße und um die Pylonen des Slalomtests geht er auch problemlos, auch wenn er dabei die Insassen deutlich hin und her schmeißt.

So fühlt man sich im Laguna Grandtour, ob auf langen Autobahnpassagen, in schnellen Kurven oder auch in der Stadt jederzeit gut aufgehoben.

Die Bremsanlage mit Scheibenbremsen rundum, an den vorderen Rädern innenbelüftet, wurde komplett neu entwickelt. Bei Vollbremsungen aus Tempo 100 heraus ist deren Kraft in der Lenkung spürbar, er bleibt aber stabil in der Spur und konstant in seiner Leistung und kommt nach ca. 36 Meter zum Stehen. Im Alltag arbeitet die Bremse komfortabel und ist gut zu dosieren.

Die Motorenauswahl für den Laguna ist sehr umfangreich, für diesen Test haben wir uns den 2.0 dCi mit 173 PS herausgepickt.

Mit diesem Aggregat ist man sehr gut bedient, es ist vom Motorengeräusch her zwar präsent, wirkt aber nicht störend und ein Dieseln ist ohnehinnicht zu vernehmen.

Der Reihenvierzylinder zieht mit seinen 127 kW / 173 PS richtig gut los, dreht von unten heraus schön hoch und erreicht dank der 380 Nm bei Drehmoment die Tempo 100-Marke in 8,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 215 km/h erreicht.

Dabei liegt sein Mixverbrauch liegt bei 6,6 Liter und der CO2-Ausstoß ist mit 171 g/km ebenso erfreulich niedrig. Auf unserer Normstrecke sind wir mit 6,4 Litern Diesel auf 100 km ausgekommen, reine Landstraßenpartien lassen sich auch mit 5,5 Liter und weniger absolvieren. Ja, dieser Renault bietet großen Fahrspaß mit niedrigem Verbrauch.

Denn auch wenn man sich mit Richtgeschwindigkeit 130 auf der Autobahn bewegt, kommt man mit 6,4 Liter hin, erst jenseits der 160 steigt auch der Dieselkonsum spürbar an.

Serienmäßig ist der frontgetrieben Laguna Grandtour 2.0 dCi nicht nur mit einen Partikelfilter ausgestattet sondern auch mit einer gelungenen Sechsgang-Schaltung kombiniert, die exakt und doch butterweich geführt ist. Die Abstimmung harmoniert gut, ist für flottes Loskommen in den unteren Gängen kurz und in den oberen Gängen lang übersetzt.

Und damit lässt sich der Laguna gerne auch schaltfaul fahren, wer mal nicht so darauf achtet fährt auch mal gut und gern im fünften oder gar sechsten Gang in der Stadtherum. So ist es leicht zu verkraften, dass eine Automatik für diese Motorisierung nicht zur Wahl steht.

Nicht nur weil es mittlerweile bei Renault schon Tradition hat sind sechs Airbags (Front- und Seitenairbags mit Doppelkammersystem sowie Windowbags) und ein doppeltes Gurtstraffersystem für Becken- und Schulter vorn und einfache Gurtstraffer hinten, plus Gurtkraftbegrenzer rundum verbaut.

Hinzu kommen natürlich noch ABS, ESP, ASR, ein Bremsassistent, eine spezielle Untersteuerkontrolle, Energie absorbierende Aufpolsterungen, eine Sicherheitslenksäule und –pedale sowie ISOFIX.

Seitenairbags für die hinteren Plätze und eine Reifendruckkontrolle sind gegen Aufpreis zu haben.

Für den Renault Laguna Grandtour 2.0 dCi FAP stehen von den insgesamt vier Ausstattungen der Dynamique für 30.400,- Euro und der Initiale für 35.250,- Euro zur Auswahl.

Letztere stellt die Topausstattung dar und ist mit Bi-Xenonlicht, einer automatischen Parkbremse, Licht- und Regensensor, Tempomat, Klimaautomatik, Metallic-Lackierung, chromumrandeten Seitenscheiben, dynamischem Kurvenlicht, Einparkhilfe vorn und hinten, Lederpolsterung, beheiz- und elektrisch verstellbaren Vordersitzen, Multimedia-Navigationssystem mit Bluetooth®-Schnittstelle, CD-Radio, MP3-Funktion und Bedienung am Lenkradbestückt.

Zudem gibt es die Option, das Luxe-Paket inkl. Keycard Handsfree, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, Sonnenrollos hinten, einem automatisch abblendenden Innenspiegel und Fußmatten zu ordern.

Stand: November 2008, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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