// Fahrbericht / Peugeot 4007 Sport

Peugeot

Peugeot 4007 Sport

Seine 176 mm Bodenfreiheit machen früher mit dem Geländeritt Schluss, als es der zuschaltbare Allrad-Antrieb erfordern würde. Aber wie bei den meisten SUV ist auch der 4007 viel zu schade für Matsch und Geröll. Dafür leistet der 4WD auf Schnee und Eis, bei Nässe und vor allem bei flotter Fahrweise sehr gute Dienste, den mit 2WD drehen die Antriebsräder gern mal durch. Dafür zeichnen die 170 PS des Reihenvierzylinders verantwortlich, mit denen man sehr komfortabel unterwegs ist, dazu passt das Fahrwerk ebenso wie die hochwertige Ausstattung. Gut gefallen können die Sitze wie auch der gebotene Platz, außer man will zu siebt reisen, dann schrumpft auch der Kofferraum enorm.

Seine Optik ist typisch Peugeot, obwohl es sich beim 4007 um eine Gemeinschaftsproduktion mit Citroën und Mitsubishi handelt. Das liegt vor allem am mächtigen Kühlergrill in der Frontschürze. Aber auch die spitz zulaufenden Frontscheinwerfer passen gut in die Familienoptik, letzte Zweifel beseitigt schließlich das große Logo, dessen Linie auch die Motorhaube strukturiert.

Besonders mit der schwarzen Lackierung fallen die zahlreichen Chromverzierungen auf, die vom Logo über die Nebelscheinwerfer bis hin zum Kühlergrill reichen. Sie sorgen zusätzlich für einen hochwertigen Auftritt, schade, dass davon an der Seite nichts mehr auftaucht, hier prägen nur die stark ausgestellten Radläufe das Bild.

Am Heck sorgt dann einen breite Chromleiste zwischen den Heckleuchten für den richtigen Glanz, durch die Wölbung und rubinrote, transparente Aufmachung sorgen die Leuchten für Aufmerksamkeit. Ansonsten schließt der 4007 ebenso sportlich ab, wie er begonnen hat. Unter der Heckkappe ist ein angedeuteter Diffusor angesetzt, auf dem Dach vervollständigen eine Reling und der Dachkantenspoiler den dynamischen Auftritt.

Mit der praktischen, weil zweigeteilten Heckklappe lässt sich der 4007 bequem be- und entladen, die Ladekante ist mit 60 cm angenehm niedrig und durch die untere Klappe natürlich auch bestens gegen Ladekratzer geschützt, sie kann mit bis zu 200 kg belastet werden, trägt also auch schwere Gegenstände.

Womit wir dann auch schon im Innenraum angelangt sind, der bei unserem Testwagen schon im Kofferraum als Passagierkabine beginnt. Denn ausdem Boden lassen sich ohne großen Aufwand zwei weitere Sitze ausklappen. Die sollte man aber echt nur als Notsitze betrachten, Erwachsene sitzen hier doch recht unbequem. Und sind die Sitze in Reihe drei aktiviert, schrumpft der nutzbare Stauraum auf 184 Liter, da ist dann nicht mal Platz für eine Getränkekiste und die Gepäckraumabdeckung muss schließlich auch irgendwo hin.

Bleiben die Sitze sechs und sieben in der Versenkung, erhöht sich das Ladevolumen schon auf 510 Liter, und wenn man dann die zweite Sitzreihe umlegt, werden daraus sogar bis zu 1.686 Liter. Das Umklappen funktioniert ebenfalls recht einfach, erst die Lehne vor, dann kann der komplette Sitz (zweigeteilt 60 zu 40) vorgeklappt werden. Der Boden ist eigentlich eben, doch durch die Sitzbefestigungshaken, die in kleinen Vertiefungen sitzen, gerät das Ganze zur kleinen Gebirgslandschaft.

Als Fünfsitzer bietet der 4007 auf jeden Fall ein sehr gutes Platzangebot auf tollen Sitzen, die auch optisch echt was hermachen. Zudem sind sie groß dimensioniert, gut ausgeformt und straff gepolstert, die Sitzverstellung wirft keine Fragen auf. Dank 80 mm Längsverschiebbarkeit und individueller Lehnenverstellung sitzt man auch in der zweiten Reihe erster Klasse

Problemlos zu handhaben sind dann auch die restlichen Bedienelemente, die sich auf die Lenkstockhebel und die Mittelkonsole verteilen. Alles ist gut erreichbar und übersichtlich, wie die in sportlichen Röhren sitzenden Instrumente. Mit den silbergrauen Rändern heben sie sich gut ab und harmonieren mit den Alu-Applikationen rund und dieLuftaustrittsöffnungen, um die Hochtöner und am Lenkrad.

Mit der SUV-typischen hohen Sitzposition hat man einen guten Überblick im Verkehr, die recht breiten Dachsäulen (besonders die D-Säule) schränken aber die Sicht nach schräg hinten merklich ein. Vom zweigeteilten Handschuhfach (oben klimatisiert) über zahlreiche Fächer und Getränkehalter reichen die Ablagen bis hin zum Fach in der Mittelkonsole. Verarbeitung und Materialanmutung unterstreichen den hochwertigen Charakter des 4007.

Hochwertig ist auch der gebotene Reisekomfort, den auch das in unserem Testwagen verbaute 170 PS Reihenvierzylinder-Aggregat unterstreicht, das sich auch auf der Autobahn als akustisch sehr angenehm präsentiert. Schnell übersteigen die Wind- und Abrollgeräusche dessen Geräuschpegel.

Und das Fahrwerk ist, typisch Peugeot, ganz auf Komfort ausgelegt ohne den Sport außer Acht zu lassen. So werden dann auch problemlos alle Bodenunebenheiten geschluckt und auch grobe Querrillen lassen nichts poltern oder klappern. Der 4007 will aber lieber in gemäßigtem Galopp bewegt werden, sobald es flotter um die Ecken geht, quittiert er das mit deutlicher Karosserieneigung und starkem Reifenquietschen.

Bewegt man den 4007 mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn, dann wird er merklich unruhiger und man sollte das Lenkrad unbedingt gut festhalten. Schnelle Abhilfe bringt in dem Fall das Zuschalten des Allradantriebs und schon beruhigt sich die Fuhre. Selbiges kann auch notwendig werden, wenn Sie vorhaben, häufiger richtig flott anzufahren.

Dann nämlich zerren die170 PS bei 2WD-Stellung mächtig an den Vorderrädern und der 4007 hat mit Traktionsproblemen zu kämpfen. Auch hier schafft 4WD sofort optimale Abhilfe. Und natürlich kann man mit dem Allradantrieb nicht nur schlechte oder winterliche Straßenzustände überlisten, mit der variablen Kraftübertragung (bis maximal 55% an die Hinterachse) kann der 4007 auch abseits befestigter Wege für adäquates Fortkommen sorgen.

Um auch in schwerem Gelände voran zu kommen, kann ganz bequem am Drehregler von 2WD über 4WD – einem Allrad-On-Demand, der elektronisch gesteuert wird – auf die dritte Stufe (LOCK) geschaltet werden um die Differenzialsperre zu aktivieren und mit niedrigen Geschwindigkeiten zu fahren, der Allrad wurde vom Entwicklungspartner Mitsubishi übernommen.

Mit einer Bodenfreiheit von 176 Millimetern (hierzu wurde extra der Tank zweigeteilt um die Hinterachse gruppiert), einem Böschungswinkel von 22 Grad vorne und 21 Grad hinten sowie einem Rampenwinkel von 19 Grad sind dem Freiheitsdrang des 4007 natürlich Grenzen gesetzt. Also doch wieder zurück auf die Straße und hier zeigt sich der Peugeot jederzeit agil, die Lenkung findet einen guten Kompromiss und ist ausreichend straff, bisweilen aber ein wenig gefühllos.

Zwingt man den Peugeot 4007 in eine Vollbremsung, dann packen die vier Scheibenbremsen (vorne innenbelüftet) fest und auch nach dem 10. Versuch noch konstant zu und bringen den Wagen nach 38 Metern aus Tempo 100 zum Stillstand. Dabei kann man sich auf die spurhaltende Wirkung der elektronischen Bremskraftverteilung, desBremsassistenten und des ABS verlassen, dessen Rubbeln das Quietschen der Reifen begeleitet. Im Alltag spricht die Bremseanlage schnell an und ist fein zu dosieren.

Passend zum gebotenen guten Fahrkomfort steckte ein 16V Vierzylinder-Motor unter der Haube unseres Testwagens. Der 2,4 Liter-Benziner leistet 125 kW/ 170 PS bei 6.000 U/min und stellt ein maximales Drehmoment von 232 Nm bei 4.100 U/min zur Verfügung. Damit ist der 4007 standesgemäß motorisiert und läuft sehr kultiviert.

Ob im Stand, auf der Landstraße oder beim schnellen Autobahnsprint, stets bleibt der Motor angenehm zurückhaltend. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt in 9,3 Sekunden und die Topspeed von 190 km/h kann ebenfalls vollauf genügen. Allerdings verlangt er um flott voran zu kommen nach Drehzahl, in Sachen Durchzug kann er dem 156 PS starken Vierzylinder-Diesel nicht folgen.

Und treibt man ihn entsprechend an, verbraucht er auch bei flotten Landstraßen- oder Autobahnetappen locker was er auch in der Stadt konsumiert: 12,6 Liter auf 100 km. Mit gezügeltem Gasfuß kann er sich außerorts ansonsten mit 7,6 Liter Super bleifrei zufrieden geben. Im Rahmen unserer Verbrauchsmessfahrt haben wir 9,3 Liter ermittelt. Der kombinierte CO2-Ausstoß liegt bei 225 g/km, der Motor erreicht die Abgasnorm Euro 4.

Wer will, kann den V6 mit einer Sechsgang-Automatik kombinieren, sonst ist der 4007 mit einer Fünfgang-Schaltung bestückt, das ganz harmonisch auf den Wagen abgestimmt ist und zur Verbrauchsoptimierung oben rum recht lang ausgelegt ist. Der lederummantelte Schalthebelgleitet angenehm straff und auf kurzen Wegen durch die Kulisse, aber auch ein wenig hakelig.

Neben der zusätzlichen Sicherheit des möglichen Allrad-Antriebs, des serienmäßigen ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) und ASR (Antriebsschlupfregelung) sowie ABS (Antiblockiersystem) kann man auf die Schutzwirkung von sechs Airbags (Front-, Seiten- und durchgehende Vorhangairbags) vertrauen.

Hinzu kommen Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen mit Gurtkraftbegrenzern, vorne höhenverstellbar und mit Gurtstraffern. Auf den hinteren Außenplätzen sind ISOFIX-Kindersitzhalterungen montiert. Die Kopfstützen in Reihe drei können nur hochgeklappt werden, in Reihe eins und zwei sind sie höhenverstellbar.

Der Peugeot 4007 Sport 170 kostet als 5-Sitzer 30.950,- Euro, als 5 + 2-Sitzer steht er mit 31.550,- Euro in der Liste. Die Grundausstattung ist dann bei beiden recht umfangreich, beginnt bei einer Audioanlage mit Lenkradfernbedienung, 4 x 35 Watt, Radio-/CD und sechs Lautsprechern sowie Dachantenne, el. Fensterhebern rundum, Tempomat, Klimaautomatik, Servolenkung, getönten Scheiben, geteiltes, oben klimatisiertes Handschuhfach, Nebelscheinwerfern, Armaturentafel mit Softlackierung, Dachreling, Lederlenkrad, Alufelgen und reicht bis hin zur Zentralverriegelung.

Es gibt aber auch noch einiges an Extras, die das Leben im 4007 angenehmer machen können, allen voran die Einparkhilfe für 400,- Euro, die Metallic-Lackierung für 540,- Euro, ein DVD-Entertainment-System mit 9“ Monitor für 2.150,- Euro oder ein Navigationssystem mit Radio/CD, 30GB-Festplatte, Rückfahrkamera etc. für 2.490,- Euro.

Ordentlich was auf die Ohren können Sie sich für 850,- Euro mit dem Rockford-Fosgate-Soundsystem geben, hier sind 9 Lautsprecher inkl. einem 25 cm Subwoofer enthalten.

Stand: Juni 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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