// Fahrbericht / Peugeot 308 SW HDI 110

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Peugeot 308 SW HDI 110

 Der neue 308 SW ersetzt den Peugeot 307 SW und den 307 Break. Als Sport Plus kommt er nicht nur mit großen 17 Zoll Alus sondern auch mit riesigem Panorama-Glasdach daher. Darunter macht sich ein heller Innenraum breit, der nicht nur vorne viel Platz bietet, sondern auch auf den drei Einzelsitzen in Reihe zwei, die sich zudem durch höchste Variabilität auszeichnen, individuell verstell-, umklapp- und ausbaubar sind und auch an verschiedenen Stellen montiert werden können. Neben der Heckklappe kann auch die Heckscheibe separat geöffnet werden. Der HDI 110 ist ausreichend flott, leise und sparsam. Die Ausstattung des Sport Plus ist mehr als umfangreich.

Unser Testwagen kam in der Ausstattungsvariante Sport Plus daher, aber wir kennen das ja schon bei Peugeot, allein vom Namen sollte man sich nicht zuviel versprechen – also was den besonders sportliche Auftritt angeht. Und so ist es auch beim 308 SW.

An der Front ist der Kombi – natürlich ganz 308 – aber doch richtig sportlich, die spitz zulaufenden Scheinwerfer geben der Motorhaube ihre ganz spezielle Form, die über den Kühler hinausläuft und hier das große Logo trägt. Der riesige Kühler mit der massiven Rammschutzlippe ist bei unserer Variante in Aluoptik gehalten.

Die Seitenansicht bezieht ihre Dynamik aus den etwas herausgearbeiteten Schwellern, der sanft ansteigenden Gürtellinie und der schwungvollen Fensterlinie mit sanft abfallendem Dach. Unterstützt wird dasGanze noch von der Dachreling und der bei unserer Version „Sport Plus“ serienmäßig verbauten 17 Zoll Alufelgen. Die restliche Linienführung ist im Vergleich zur aggressiven Front sehr dezent.

Ein wenig pummelig gibt sich das Heck, schwungvoll präsentieren sich das weit in die Seite gezogene Heckfenster und die Rückleuchten, aber auch mit kleinem Dachkantenspoiler kann der Abschluss nicht an das Frontdesign anknüpfen.

Auch beim Sport Plus empfängt uns serienmäßig ein lichtdurchfluteter Innenraum – falls sie das 1,68 m³ große Panorama-Glasdach nicht mit der elektrischen Jalousie geschlossen haben. Sportlicher geben sich hier hinter dem Lederlenkrad die weiß hinterlegten und chromumrandeten Rundinstrumente. Dazu passen auch die runden, ebenfalls mit Chromrand versehenen Luftaustrittsöffnungen sehr gut. Der Chrom unterstreicht den hochwertigen Anspruch des Peugeot-Cockpits, zu dem auch die silbergrauen Applikationen an der Mittelkonsole, rund um den Schalthebel und den Türgriffen beitragen.

Rund ums griffige Lenkrad sind gleich vier mächtige Lenkstockhebel platziert, die im ersten Moment doch ein wenig verwirren können, nach einer kurzen Eingewöhnung aber einfach zu bedienen sind. Das gilt auch für die restlichen Bedienelemente, die allerdings bei der Audioeinheit zum Teil durchaus etwas klein geraten sind.

Seine ausreichend groß und angenehm straff gepolsterten Sitze geben ordentlichen Seitenhalt, sind einfach manuell zu verstellen und machen mit derunterschiedlichen Musterung auch optisch was her. Und auch in Reihe zwei sind drei Einzelsitze verbaut, die sich nicht nur individuell in der Lehnenneigung sondern auch in Längsrichtung verstellen lassen.

Und dann können mit einem Zug an einer der Schlaufen die drei Sitze entweder einzeln zusammengeklappt, hochgeklappt oder ausgebaut werden (Stufe im Boden), wobei der Mittelsitz auch in Reihe drei rutschen kann oder die beiden Außensitze nach innen rutschen … mit einem Gewicht von 19 kg je Sitz ist das vor allem für Frauen aber nicht unbedingt ein Kinderspiel. So entsteht ein Stauvolumen von 573 bis 1.736 Litern, zahlreiche Verzurrösen machen ein Fixieren der Ladung einfach, außerdem gibt es noch ein großes variables Gepäcknetz, zwei Gepäcknetze hinter den Radläufen sowie Befestigungshaken. Als herausnehmbare Taschenlampe kann die Kofferraumbeleuchtung auch weitere gute Dienste leisten.

Serienmäßig ließ sich bei unserem Testwagen in der weit öffnenden Heckklappe auch die Heckscheibe separat öffnen. Und wer auch mal lange Gegenstände zu transportieren hat wird sich über den umklappbaren Beifahrersitz freuen, beim Sport Plus ebenfalls ohne Aufpreis an Bord, was eine Ladelänge von stattlichen 3,10 Metern ergibt.

Traditionell kann auch der 308 SW mit einem guten Komfort aufwarten, die Bezeichnung Sport Plus sollte man hier nicht zu wörtlich nehmen. Und obwohl das Fahrwerk die meisten Straßenschäden sauber wegsteckt, lässt er sich wenn es denn sein muss auch malrichtig flott um die Ecken treiben, leicht untersteuernd zeigt er sich leicht manövrierbar, trotz deutlichem Reifenquietschen bleibt der Wagen selbst leicht untersteuernd angenehm ruhig, zur Not greift das serienmäßige ESP schützend ein. Das tut es allerdings auch, wenn man in Erwartung sportlicher Kurvenritte selbiges per Knopfdruck deaktiviert, jenseits der 50 km/h-Marke schaltet es sich selbstständig wieder zu.

Die Lenkung arbeitet bei flotter Fahrt angenehm straff und präzise, bei Einpark- und Rangiermanövern lässt sich das Volant kinderleicht bewegen. Das ESP ist mit einer Antriebsschlupfregelung und einer dynamischen Stabilitätskontrolle kombiniert.

Einen guten Eindruck hat auch die ABS-Bremsanlage mit elektronischem Bremskraftverteiler und Notbremsassistent hinterlassen. Gut dosierbar sprechen die Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten schnell an und packen bei Bedarf fest zu. So steht der 308 SW bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 nach 38 Metern und das auch nach dem zehnten mal noch konstant.

In unserem Testwagen war der mit 80 kW / 109 PS kleinste Diesel verbaut, der aber für den Alltag vollkommen ausreichen sollte. Er läuft vom Start weg nicht nur leise mit einem unaufdringlichen Dieselbrummen, er verzichtet auch auf eine Anfahrschwäche und kommt mit ausreichendem Durchzug gleich gut zur Sache.

Dabei helfen dem 1.560 cm³ großen Vierzylinder-Turbodiesel – selbstverständlich mit dem FAP Rußpartikelfilter – die 240 Nm Drehmoment, die bereitsbei niedrigen 1.750 U/min anliegen und das harmonisch dazu angepasste Sechsganggetriebe. Mit Hilfe der Overboostfunktion kann durch kurzfristige Erhöhung der Luft- und Kraftstoffzufuhr das Drehmoment sogar auf 260 Nm erhöht werden.

Mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe, einer Eigenentwicklung vom PSA Konzern, waren wir nur bedingt zufrieden, zwar harmonierte die Abstimmung gut mit dem Motor und ließ auch schaltfaules Fahren zu, die Führung des gut in der Hand liegenden Schalthebels zeigte sich aber etwas ungenau und die Wege waren ziemlich lang.

Konzentriert man sich beim Gangwechsel kann der Peugeot 308 SW HDI 110 aus dem Stand in 11,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt werden und ohne Einbruch lässt sich die Topspeed von 185 km/h mühelos erreichen.

Wer sich für die Sport Plus-Variante entscheidet und damit auch gleich die 17-Zöller mitbekommt, erkauft sich damit leider auch einen etwas höheren Verbrauch. So liegt der innerorts bei 6,8, außerorts bei 4,4 Litern, die kleiner bereiften Modelle kommen mit bis zu 0,4 Litern pro 100 km weniger aus. Entsprechend verhält es sich auch mit den CO2-Werten, sie reichen von 129 bis 139 g/km. Immer erreicht der HDI 110 die Abgasnorm Euro 4.

Auf unserer Normstrecke haben wir – wie gewohnt mit ganz unsportlich zurückhaltender Fahrweise – im Mix auf 100 km 5,1 Liter mit dem Common-Rail-Diesel verbraucht.

Mit dem 308 SW ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite. So schützen neben zwei adaptiven Frontairbags, zweiSeitenairbags und durchgehenden Vorhangairbags auch ein Fahrerknie-Airbag die Insassen. Außerdem kommen Dreipunkt-Sicherheitsgurte mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorne und einem Gurtschloss-Warnsystem zum Einsatz, bei den herausnehmbaren Sitzen in Reihe zwei über ein Drahtlosnetzwerk gesteuert.

Außerdem sind Dreipunkt-Isofix-Kindersitzhalterungen auf dem Beifahrersitz sowie drei Halterungen auf den Rücksitzen montiert. Der Spurhalteassistent AFIL (Alarm bei Fahrspurabweichung ohne Blinkerbetätigung durch Infarot-Linienerkennung) gibt es ebenso optional wie die Reifendrucksensoren.

Den Peugeot 308 SW mit dem HDI 110 in der Sport Plus Variante kostet 25.000,- Euro, es kann aber auch schon mit dem Filou bei 19.850,- Euro beginnen.

Für den HDI 110 ist der Sport Plus die Topvariante und entsprechend gut ausgestattet. Angefangen von den Nebelscheinwerfern, dem Lederlenkrad, elektrischen Fensterhebern rundum, hinten dunkler abgetönten Scheiben, Sonnenrollos an den Seitenscheiben, dem Panoramadach, der Einparkhilfe, den 17 Zoll Alufelgen, höhenverstellbarem Fahrer- und Beifahrersitz, 2-Zonen-Klimaautomatik, Außenspiegel elektrisch verstell- und beheizbar,
Tempomat, 3 Einzelsitze in Reihe zwei, Dachreling, separat zu öffnender Heckscheibe und vielem mehr.

Wer es braucht, findet in der Aufpreisliste z.B. noch eine Lederausstattung für 1.540,- bis 2.090,- Euro, das Xenon-Paket mit Kurvenlicht und Scheinwerferreinigungsanlage für 1.360,- Euro oderSoundsysteme, eine Metallic-Lackierung etc.

Die Versicherungseinstufungen für den HDI 110 lauten HPF 17, TK 21 und VK 17. Alle 20.000 km oder alle zwei Jahre müssen die Diesel-Motoren zum Service in die Werkstatt.

Stand: August 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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