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Nissan Tiida 1,6 Tekna

Bloß nicht auffallen! Wenn das auch Ihr Motto ist, liegen Sie beim Nissan Tiida genau richtig. Der in Mexiko gebaute Japaner bietet innerhalb der zurückhaltend gestalteten Karosserie richtig viel Platz, selbst hinten kommen 2-Meter-Menschen noch gut unter und der Kofferraum kann von 300 bis 645 Liter fassen. Allerdings ist die Ladekante recht hoch und schmal, dann folgt eine Stufe nach unten und da sich nur die Lehnen umlegen lassen, bleibt auch im Boden eine Stufe zurück. Man kommt ganz bequem rein und raus, ggf. auch ohne den Schlüssel aus der Tasche zu holen, das Starten und auch wieder Ausschalten will aber geübt sein. Schon mit den 110 PS im Basismotor ist man ganz schön flott unterwegs …

Der Tiida basiert auf der Nissan Micra-Plattform, schließt aber die Lücke zwischen Note und Qashqai. Er richtet sich an eine Kundschaft, die ein eher konventionelles Fahrzeug bevorzugt. Zumindest an der Front, wo das Weltauto sich ein wenig an den Murano und den Note anlehnt, sorgt er für ein wenig Aufmerksamkeit, der Rest ist eher unauffällig und geht etwas in der Menge unter. In der Seitenansicht sorgt allenfalls die im sanften Schwung nach hinten abfallende Dachlinie für ein wenig Dynamik, die in Wagenfarbe lackierten Außenspiegel und echten Türgriffe unterstreichen den unauffälligen Auftritt.

Daran ändert sich auch am Heck nicht viel, nur die an beiden Enden spitz auslaufenden Rückleuchten sorgen für etwas Spannung und geben zugleich die Form der Heckklappe vor, die nach unten hin sehr schmal wird, was natürlich direkten Einfluss auf die Öffnung des Kofferraums hat.

So ist die Ladekante nicht nur sehr schmal, sondern auch noch recht hoch und danach geht es gleich mal wieder tief nach unten und dass die Heckklappe nicht weit genug aufschwingt, machtdie Sache nicht besser. Mit einem Stauvolumen von 300 Litern kommt man nicht übermäßig weit, aber wenn man die Rücksitzbank mit einem Handgriff um stolze 24 cm nach vorne schiebt, kann man immerhin bis 425 Liter reinpacken.

Und dann lassen sich bei den Rücksitzen individuell geteilt die Lehnen verstellen oder auch ganz umklappen, und so können dann bis zu 645 Liter Gepäck untergebracht werden. Da aber nur die Lehnen umklappen, bleibt die Ladefläche schräg und eine störende Stufe zurück. Ansonsten sind zahlreiche nützliche Ablagen im Fahrzeug verteilt und allein das Handschuhfach fasst bis zu 11,2 Liter.

Rund um das Handschuhfach gruppiert sich ein klar gezeichnetes Cockpit, bei dem die Farbe Schwarz dominiert. Dazwischen tauchen einige silbergraue Applikationen auf, u.a. auch um die drei Rundinstrumente, alles ist einfach zu bedienen und gut zu erreichen, das nur in der Höhe verstellbare Lederlenkrad liegt gut in der Hand.
Die Sitze sind ausreichend groß dimensioniert und zusammen mit dem Lederbezug straff gepolstert, allerdings ist das Leder recht glatt,trotzdem geht für die Fahrzeugklasse der gebotene Seitenhalt in Ordnung, die Rasterung der mittels Hebel verstellbaren Sitzlehnen ist etwas grob und die Kopfstützen stehen recht weit vom Kopf weg, die Sitzposition ist stets recht hoch, was aber der Übersichtlichkeit und dem bequemen Einstieg zugute kommt.

Denn wie viel Platz der Tiida bietet, merkt man schon beim Einstieg, auch hinten kommt man sehr gut rein und raus und findet selbst als groß gewachsener Passagier hinter einem großen Fahrer noch viel Beinfreiheit, vor allem, wenn die um 24 Zentimeter längsverschiebbare Rücksitzbank nach hinten geschoben wird, und auch am Kopf kommt keine Platzangst auf. Allerdings sind die Rücksitze recht hart gepolstert, wogegen sich der Fahrer über die nicht einsehbare Front und die ziemlich breite C-Säule ärgert.

Das Fahrwerk findet einen angenehmen Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit mit leichter Betonung auf Straffheit. So werden die meisten Fahrbahnunebenheiten ganz gut weggebügelt, aber Bodenwellen lassen den Wagen schnell unruhig werden. Schnelle Kurven meisterter ziemlich problemlos indem er gutmütig über die Vorderräder schiebt, bei Annäherung an den Grenzbereich quietscht er aber mächtig mit den Reifen. Bevor das Heck nachdrängen kann, wird es vom ESP eingebremst.

Für eine Familienkutsche ist die Lenkung ausreichend straff bei flotterer Fahrt und angenehm leichtgängig in der Stadt, dazu zeigt sie sich ausreichend exakt, allerdings auch etwas indirekt. Die nicht so gute Übersichtlichkeit wird durch einen Wendekreis von 10,40 Metern wieder relativiert.

Im Alltag spricht die ABS-Bremsanlage mit elektronischer Bremskraftverteilung EBD und Bremsassistent sowie vier Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, schnell an und zeigt sich gut zu dosieren. Bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 braucht der Tiida 39 Meter bis zum Stillstand, untermalt vom lauten Rubbeln.

Unser Testwagen war mit einem schlüssellosen Zugangssystem ausgestattet, um Einzusteigen braucht man den Schlüssel nicht aus der Tasche zu nehmen. Was bis hier hin noch ganz praktisch ist, entpuppt sich dann beim Starten aber als, na sagen wirgewöhnungsbedürftig. Denn werden die notwendigen Schritte nicht exakt eingehalten, springt der Wagen einfach nicht an, und beim Ausmachen und Abschließen ist es nicht viel anders.

Für unseren Testwagen hatten wir uns den Basismotor mit 1,6 Liter Hubraum und 81 kW/110 PS ausgesucht. Bereits damit ist der Tiida gut motorisiert. Er geht vom Start weg gut los und bietet dank passend abgestuftem Getriebe auch ganz ordentliche Durchzugswerte. So schafft er zusammen mit den maximalen Drehmoment von 153 Nm bei 4.400 U/min den Sprint von Null auf Hundert in 11,1 Sekunden und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h.

Zwar ist der Motor akustisch stets präsent, bleibt aber im normalen Fahralltag angenehm leise. Sobald er voll gefordert wird brüllt der Vierzylinder seine Leistungsfreude aber lautstark heraus, auch bei hohem Autobahntempo wird er zunehmend laut. Hier würde sich ein sechster Gang ganz gut machen, neben einer Vierstufen-Automatik ist der 1.6 aber nur mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe zu haben.

Das ist passen abgestimmt und ausreichend exaktgeführt, auch die Länge der Schaltwege geht in Ordnung. Eher durchschnittlich zeigt sich der 16-Ventiler in Sachen Verbrauch. So gibt Nissan für die Stadt 8,9 Liter und außerorts 5,7 Liter an, wir haben auf unserer Normstrecke 6,8 Liter verbraucht. Dabei stößt der Nissan 165 g/km CO2 aus.

Fahrer- und Beifahrerairbag (Beifahrer abschaltbar), Seitenairbags vorne sowie Kopfairbags vorn und hinten sind serienmäßig an Bord.
Ebenso die Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, vorn mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern, aktive Kopfstützen vorn, ISOFIX-Kindersitz-Befestigungspunkte an den Außenplätzen hinten wie auch die Kindersicherung an den hinteren Türen.

Unser Testwagen Nissan Tiida 1.6 war in der gehobenen Ausstattungslinie Tekna ausgeführt und steht dann mit 20.540,- Euro in der Preisliste.

Seine Grundausstattung ist dann aber auch sehr umfangreich, enthält neben el. Fensterhebern und elektrisch verstellbaren Außenspiegeln noch Nebelscheinwerfer, einen Tempomat, Licht- und Regensensor, Klimaautomatik, Alufelgen, ein Glasschiebedach,CD-Wechsler und eine Teillederausstattung.

Wer will kann dann noch auf eine Volllederausstattung (1.400,- Euro) mit Xenonlicht upgraden oder Metallic-Lack (420,- Euro) und ein Navigationssystem (1.500,- Euro) optional ordern.

Stand: Mai 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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