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Neuauflage Jeep Wrangler

Im Gelände macht dem Jeep Wrangler nun wirklich keiner was vor, er ist der Inbegriff eines Geländewagens, gekrönt wird dieser Eindruck durch zahlreiche Preise, zuletzt wählten die Leser der 4×4-Fachzeitschrift OFF ROAD den Wrangler zum sechsten Mal in Folge zum Sieger in der Kategorie A „Geländewagen“ und das mit deutlichem Abstand.

Der Wrangler ist zweifelsohne die Ikone der Marke Jeep und steht für das Ur-Jeep-Design. Dieses bewahrt sich der Wrangler erfreulicherweise auch in der neuen Generation, präsentiert sich im Detail aber dennoch modernisiert, ohne seinen Charme zu verlieren.

Und wenn es auch zunächst nicht den Anschein macht, doch hier steht ein völlig neuer Wrangler vor uns, der gerade in punkto Technologie einen mächtigen Satz nach vorn gemacht hat.

Verschiedene Dach- und Tür-Kombinationen erlauben auch bei der Jeep Wrangler Generation JL individuelle Konfigurationen. Der Jeep Wrangler ist wahlweise mit langem Radstand als 5-Türer oder in der kurzen Dreitürer-Variante zu haben. An Dachvarianten hat Jeep in der vierten Generation Wrangler gleich mehrere Auswahlmöglichkeiten.

Unser Testwagen war mit dem Sunrider Soft Top ausgestattet und ist in den Varianten Sahara und Rubicon auch mit durchsichtigen oder abgedunkelten, flexibel per Reißverschluss fixierbaren Seiten- und Heckscheiben erhältlich. Alternativ steht hier das Freedom Hard Top zur Wahl, je nach Ausstattung in Schwarz oder Wagenfarbe ausgeführt. Es besteht aus drei Elementen die sich flexibel und unabhängig voneinander abnehmen lassen. Die Dach-Paneele bringen nun weniger Gewicht auf die Waage und in Verbindung mit dem vereinfachten Verriegelungs-System erlaubt der Wrangler jetzt ein schnelleres Öffnen und Schließen. Verstauen können Sie die beiden vorderen Dachelemente in einer gepolsterten Ablagetasche imGepäckraum.

Entscheiden Sie sich für das fünftürige Unlimited Modell können Sie den Jeep Wrangler darüber hinaus mit dem Dual Top ausrüsten. Hier erhalten Sie den Jeep Wrangler mit einem montierten Hard Top, bekommen aber das Soft Top dazu und können je nach Belieben wechseln.

Neu im Wrangler, das sogenannte Sky One-Touch Power Soft Top: Die Basisvariante mal ausgenommen, können Sie hier das in das Hardtop integrierte Stoffdach ganz bequem elektrisch und auch während der Fahrt fast über die gesamte Länge des Innenraumes mit einem einzigen Knopfdruck öffnen bzw. schließen.

Das Armaturenbrett ist traditionell sehr senkrecht stehend angebracht und verfügt in unserem Fahrzeug über ein großflächige schicke mattrote Dekorblende.

Übrigens, Sie gelangen nun dank Keyless-Go ganz bequem ohne den Schlüssel zu zücken ins Innere und auch hier kann man den Zündschlüssel in der Tasche lassen, in der neuen Generation starten wir den Motor über den Startknopf, der in erwarteter Jeep-Manier allerdings wasserdicht eingebettet ist.

Uns gefällt das Cockpit des Jeep Wrangler JL rundum gut, bedienfreundlich und praktisch auf der einen Seite, auf der anderen Seite mit überraschend wertigen Materialien ausgekleidet und solide verarbeitet und das ganze noch optisch toll in Szene gesetzt.

Echte Schrauben stehen für die Authentizität eines Wranglers und doch weiß Jeep diese mit angenehmen Komfort zu kombinieren, wie beispielsweise einem beheizten Lenkrad und Sitzheizung.

Absolute Premiere, der in der Variante Sport sieben Zoll große und in den Modellen Sahara und Rubicon sogar 8,4 Zoll große Touchscreen. Der sowohl als Anzeige wie auch als Bedienoberfläche für das Uconnect-System dient.

Das Uconnect-System der aktuellen Generation ist einfach zu bedienen, wirft keine großen Fragen auf und arbeitet nun noch schneller. Alle Wrangler-Modelle bietenmittels Apple CarPlay und Android Auto die einfache Integration des Smartphones mit dem Fahrzeug, spiegeln Sie die Benutzer-Oberfläche des Mobiltelefons auf das Display im Wrangler. Ob Navigation, Sprachsteuerung oder das Senden von Textnachrichten, alles funktionierte tadellos. Mit Uconnect 8.4NAV ist auch Jeep UconnectTM LIVE Services verfügbar. Die UconnectTM LIVE App steht im Apple App Store oder auf Google Play zur Installation auf dem Smartphone zur Verfügung. Die Connected Navigation verfügt auch über TomTom Live und bietet Offroad-Fans auch im Gelände relevante Werte und Anzeigen.

Last but not least hat der Jeep Wrangler gleich zwei USB-Ports vorne und zwei weitere im Fond zu bieten und ebenfalls serienmäßig an Bord, die 12 Volt Gleichstrom- und 230 Volt Wechselstrom-Steckdosen.

Natürlich ist der Zugang zur Rückbank bei einem Dreitürer beschwerlicher, aber auch dort angekommen, kann der kurze Wrangler nicht mit dem Platzangebot der Unlimited-Modelle mithalten. Ausschlaggebendes Argument gegen den Dreitürer ist für uns aber der Kofferraum. Zunächst ist der Zugang mittels kleiner Hecktür recht übersichtlich, will ich diesen vergrößern muss ich die Plastikscheibe entfernen, dies geht im JL nicht mehr über Reißverschlüsse, sondern einfach über Gummilamellen. Trotzdem. Und wirklich viel Stauraum erwartet uns hier nicht. Ohne Umklappen der Rücksitze passen gerade mal 203 Liter rein, der Fünftürer hat da mit 508 Liter doch einiges mehr zu bieten, schon das Standardvolumen übertrifft die 508 Liter des Dreitürers bei umgelegten Fondsitzen. Sind diese im Unlimited umgeklappt, fasst der Jeep Wrangler maximal 1.059 Liter. Wer auf Alltagstauglichkeit Wert legt, kommt nicht umhin den Fünftürer zu wählen.

Der Jeep Wrangler wurde von Grund auf neu aufgelegt und so konnten die Verantwortlichen die ohnehin beeindruckenden Geländeeigenschaften nochmalsverbessern. Je nach gewählter Variante ist der Wrangler mit dem 4×4-System Command-Trac oder Rock-Trac ausgestattet.

Letzteres kommt exklusiv im Rubicon zum Einsatz und setzt mit einem Untersetzungsverhältnis von 4:1 im Gelände nochmal eins drauf. Die Sahara-Modelle verfügen über eine Geländeuntersetzung im Verhältnis 2,72:1, ein zweistufiges Verteiler-Getriebe kommt erstmals in beiden Wrangler-Varianten zum Einsatz.

Über den zweiten Schalthebel lässt sich die Kraftverteilung des Antriebs steuern, im alltäglichen Fahrbetrieb ist man ganz entspannt im 4H Auto Modus unterwegs, werden hier zunächst die Hinterräder angetrieben und die Vorderräder schalten sich nur bei mangelnder Traktion zu. Wenn gewünscht, kann man mit 2H aber auch festlegen, dass ausschließlich die hinteren beiden Rädern angetrieben werden. In 4H wechseln wir in die permanente 50:50 Auslegung, während andere Hersteller hier auf die Bezeichnung 4H Lock setzen, heißt es bei Jeep nun 4H part time und in schwerem Gelände wählen wir natürlich die Geländeuntersetzung 4L.

Das in den beiden anderen Versionen verbaute und weiterentwickelte Command-Trac Allradsystem verfügt jetzt übrigens über einen neuen vollautomatischen Permanentmodus, ist es erforderlich, schaltet das System jetzt automatisch zwischen Zwei- und Vierradantrieb um.

Der Rubicon bringt allerdings noch mehr Geländekompetenz mit und das nicht nur wegen der grobstolligen Reifen, der Wrangler Rubicon verfügt zudem über die individuell steuerbaren Tru-Lok Differenzialsperren an der Vorder- und Hinterachse. Mittels einfachem Tastendruck können Sie die Differenziale einzeln sperren. Die Fähigkeiten sich zu Verschränken und im rauen Gelände zu federn konnten mit elektrisch entkoppelbarem Querstabilisator an der Vorderachse ebenfalls weiter verbessert werden.

Sich am Griff vor dem Beifahrersitz festhalten zu können lerntihr Co-Pilot schnell zu schätzen, denn bei diesen Qualitäten die der Jeep Wrangler im Gelände an den Tag legt, geht es gerne mal etwas turbulenter zu, da reicht auch der gute Seitenhalt der Sitze nicht mehr aus.

So grandios der Auftritt im Gelände auch schon in der Vergangenheit war, so musste man hinnehmen, diese Qualitäten gehen zu Lasten des Straßenkomforts. Nun hat sich Jeep von der mechanischen Mittelsperre verabschiedet, in die vierte Generation verbaut Jeep eine Lamellenkupplung.

Ein tadelloser Pkw-Komfort darf aber auch jetzt nicht erwartet werden und doch ist eine deutliche Verbesserung spürbar und bei gelassener Fahrweise fühlt man sich durchaus wohl. Es scheint zu einem Jeep Wrangler einfach dazuzugehören, die schwammige und ungenaue Lenkung, aber auch diese verzeihen wir ihm.

Jeep hat für den Wrangler in der vierten Generation wieder einen Benziner in petto, während der Wrangler in den USA auch künftig von einem 3,6 Liter V6 befeuert wird, setzt man hierzulande allerdings auf die Downsizing-Strategie. Nichts desto trotz, die Leistungswerte können sich durchaus sehen lassen, legt Jeep 200 kW / 272 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment bei 3.000 Umdrehungen obendrauf, sowie eine Benzin-Direkteinspritzung und Turboaufladung und eine gekühlte Abgas-Rückführung. Start-Stopp-Technologie fehlt ebenso nicht, doch bevor ich zum Verbrauch komme, ein Wort zur Kraftentfaltung und zum Fahreindruck.

Und dieser fällt im 2.0 T-GDI Vierzylinder rundum positiv aus. Geht es nicht nur unerwartet druckvoll nach vorn, auch der Motorsound und die entsprechende Laufkultur überrascht. In 7,3 Sekunden geht es bestenfalls von 0 auf 100 km/h, der Rubicon genehmigt sich 1,3 Sekunden mehr und während wir den Jeep Wrangler durchaus gerne agil bewegen, so haben wir es auf der Autobahn meist bei Tempo 130 gut sein lassen, wenn auch maximal eine Topspeed von 180 möglichgewesen wäre, bzw. 159 km/h beim Rubicon. Doch allein bedingt durch das Stoffverdeck und der entstehenden Windgeräusche habe wir uns mit weniger zufrieden gegeben.

Richtgeschwindigkeit kommt natürlich auch dem Verbrauch zu gute. Und wer es entspannt angehen lässt, kommt auch den von Jeep angegeben 9 bis 10 Liter auf hundert Liter sehr nah. Während diese Werte noch nach NEFZ gemessen sind, variiert der CO²-Ausstoß laut WLTP je nach Ausstattung zwischen 244 und 264 g/km. Euro6d-Temp erfüllen alle.

Ob Diesel oder Benziner, Jeep setzt beim Wrangler serienmäßig auf ein Achtgang-Wandlerautomatik-Getriebe von ZF, gemeinsam entwickelt mit Jeep und auf die Bedürfnisse eines Wranglers zugeschnitten. Und ob nun in rauen Gefilden oder im alltäglichen Fahrbetrieb, die sanften und raschen Schaltvorgänge sorgen für gute Laune.

In der Wildnis, fernab der Zivilisation, sind Fahrassistenten wie ein Totwinkel-Warner und die hintere Querbewegungs-Erkennung mit Sicherheit nicht von Nöten, auch die verfügbare Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsautomatik und Stopp & Go-Funktion sowie die Aufprallvermeidung mit Fußgänger-Notbremsassistent nicht, doch im offiziellen Straßenverkehr freuen wir uns sehr darüber, dass diese Systeme nun auch im Jeep Wrangler gegen Aufpreis Einzug gehalten haben.

Unbestritten, die neue Generation JL fährt mit zahlreichen Verbesserungen vor, die sich Jeep leider jedoch mit einem deutlichen Aufpreis gegenüber dem Vorgängermodell bezahlen lässt.

Stolze 58.000 Euro werden mittlerweile für den Jeep Wrangler Unlimited Rubicon fällig, ob Diesel oder Benziner ist dabei egal, macht Jeep hier keinen Unterschied. Reicht Ihnen die dreitürige Version aus, sind mindestens 47.000 Euro hinzulegen. Ob Sahara oder Rubicon, für beide Motorisierungen werden in der Zweitürer-Version 54.000 Euro fällig, in der Unlimited Variante verlangt Jeepmindestens 58.000 Euro ab.

Neben den in der Preisliste aufgeführten Sonderausstattungen hat der Offroad-Spezialist darüber hinaus 180 von Mopar eigens für den neuen Wrangler entwickelten Original-Zubehörteile im Gepäck.

Stand: Februar 2020; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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