// Fahrbericht / Mitsubsihi Lancer DI-D

Mitsubishi

Mitsubsihi Lancer DI-D

Vor allem die Front erfüllt den sportlichen Anspruch des Lancer perfekt, aber auch das Fahrwerk kann da gut mithalten, wie auch die knackige Sechsgang-Schaltung, die den wenn auch etwas kernigen Turbodiesel-Motor in seinem sportlichen Tun prima unterstützt. Ohne Anfahrschwäche geht er sehr ordentlich zur Sache und bleibt dabei dennoch sparsam. Die Lenkung hat uns nicht so begeistert, etwas gefühllos und mit viel Lenkarbeit bei gleichzeitiger Verhärtung im Slalomtest, und auch die Bremse dürfte bei Vollbremsungen den Wagen früher zum Stehen bringen. Die Sicherheitsausstattung ist vorbildlich mit sieben Airbags und auch der Preis von 22.990,- Euro für den Invite geht zusammen mit der Ausstattung in Ordnung.

Damit in Zukunft niemand mehr Zweifel an der Zusatzbezeichnung „Sportlimousine“ beim Lancer bekommt, hat Mitsubishi dem Neuen eine ausgesprochen aggressive Front verpasst.

„Jetfighter“ nennt das Mitsubishi und vom markanten Kühlergrill und den flachen Scheinwerfern mit serienmäßigem „bösen Blick“ über die dynamische Frontschürze mit der großen Kühlluftöffnung bis hin zur stark konturierten Motorhaube ist ihnen das auch prima gelungen.

Die Seitenansicht mit der ansteigenden Gürtellinie ist dann fast schon unscheinbar, das geschwungene Dach läuft in einem recht kurzen, hohen Heck aus. Die flachen Rückleuchten sehen aus, als würde der Lancer die Augenbrauen zusammenziehen.

Typisch Mitsubishi kommt das Heck des neuen Lancer ohne viel Zierrat aus, klare Formen bestimmen das Bild, nicht mal ein Griff am Kofferraumdeckel ist zu sehen. Öffnen lässt sich der nur durch zweimaliges Anklicken der Fernbedienung oder per Hebel vom Fahrersitz aus.

Und dann öffnet der Deckel auch nur ganz minimal, es entsteht ein schmaler Schlitz und schwupps hat man sich schmutzige Finger geholt.

Bleiben wir gleich beim Kofferraum, er ist mit 400 Litern ausreichend groß, wenn auch recht zerklüftet, seine Ladekante ist gut, die Stoßstangeleider weniger gegen Ladekratzer geschützt. Auf Ihren Kopf müssen Sie selbst aufpassen, am Kofferraumschloss haut man sich schnell mal an.

Muss der Stauraum vergrößert werden, kann an den Rücksitzen die Lehne vorgeklappt werden, es bleibt aber eine große Stufe zurück und neben der recht schmalen Durchladeöffnung hat uns der Abdeckungswirrwarr gestört.

Beim Schließen muss man schon einen ordentlichen Bums draufgeben, damit er auch wirklich ins Schloss fällt. Und das gilt im gleichen Maße für die Türen, die im Gegensatz dazu auf ganz sanften Zug an den echten Türgriffen öffnen.

Rein und raus kommt man vorne wie hinten ganz bequem, auch als 1,80 m Mensch sitzt man hinten noch gut, die Rückbank ist deutlich weicher gepolstert als die Vordersitze, die nicht nur straff, sondern fast schon richtig hart ausgefallen sind. Sie sind ausreichend groß dimensioniert und bieten – für eine Sportlimousine – nur durchschnittlichen Seitenhalt.

Haben wir bloß den Hebel nicht gefunden, oder hat der Lancer keine Lordosenstütze? Hat er nicht, und die Lehne wird auch nur per Hebel und das recht grobrastrig verstellt. Die wenigen Bedienelement am mit ziemlich viel hartem Plastik bestückten Armaturenbrett sind modern gezeichnet und übersichtlichplatziert, auch wenn die drei Drehregler für Heizung und Lüftung recht weit unten sitzen.

Weit unten schien mir auch der Temperaturfühler der Lancer-Heizung justiert zu sein, bei normalen Gradeinstellungen so um die 22 bis 25° wurde es nicht warm im Auto. Neben einem breiten Band am Armaturenbrett schmückten silbergraue Applikationen auch das Lenkrad, die darin integrierten Schalter waren wie der Rest gut beleuchtet, über dem Aschenbecher war sogar ein Dämmerlicht in orange montiert.

Dafür ist man bei Mitsubishi scheinbar davon überzeugt, das Fahrer/innen der Sportlimousine keinesfalls eitel sind, auf der Fahrerseite hat die Sonnenblende zumindest keinen Spiegel. Eher unsportlich ist die Tatsache, dass sich das Lenkrad nur in der Neigung verstellen lässt. Dafür können Sie, auch wenn Sie schon den Zündschlüssel abgezogen haben, noch nach 30 Sekunden die elektrischen Fensterheber bedienen und ein offengelassenes Fenster schließen.

Bei aller angestrebten Sportlichkeit bliebt die Lenkung doch eine Spur zu gefühllos und im Slalomtest verlangt der Lancer recht viel Lenkarbeit, zudem verhärtet sich die Lenkung in der Mittellage stark. Fährt man dann auch noch mit eingeschaltetem ESP, stört man sich als sportlicher Fahrer an dessen deutlichenEingriffen. Dabei wären die gar nicht nötig, auch wenn sich die Karosserie ganz schön mit einschwingt bleibt der Lancer mit deaktiviertem ESP gutmütig und prima beherrschbar.

Auch enge Kurven meistert er leicht untersteuernd selbst mit flottem Tempo problemlos. Kein Wunder, ist das Fahrwerk der sportlichen Optik angepasst und angenehm straff ausgefallen, ohne unnötige Härte zu zeigen. Und auch bei hohem Autobahntempo liegt der Lancer ruhig auf der Straße.

Die Leistung der ABS-Bremsanlage ist der Sportlimousine nur bedingt angepasst, lässt sich sauber dosieren und hat den Lancer soweit gut im Griff. Im Ernstfall wird der regelrecht zum Würgegriff, denn bei einer Vollbremsung springt der Wagen förmlich nach vorn in die Eisen und entschleunig mit vielen Rucklern und lautem Rubbeln, besonders bei Nässe.

Und so schaffen auch die Scheibenbremsen rundum mit elektronischer Bremskraftverteilung zwar konstante Bremsleistungen, aus Tempo 100 brauchte unser Testwagen aber lange 40 Meter bis zum Stilstand.

Neben dem 1,8 Liter Benziner hat Mitsubishi für den Lancer auch den 2-Liter DI-D Turbodiesel mit Direkteinspritzung im Angebot, der auch unter der Haube unseres Testwagens steckte.

Das hört man schon beim Anlassen, er gibt sich recht kernig unddas nicht nur am Start, auch wenn er die Betriebstemperatur erreicht hat ist der Motor stets gut und kernig zu vernehmen, wirklich störend ist das aber nicht.

Vor allem, weil der Vierzylinder-Diesel stets gut am Gas hängt und ohne Anfahrschwäche gleich zur Sache kommt und nach 9,6 Sekunden die Tempo 100 erreicht. Dabei ist ein gefühlvoller Gasfuß nötig, die Kraft der 103 kW/140 PS und des maximalen Drehmoments von 310 Nm bei niedrigen 1.750 U/min ist deutlich in der Lenkung spürbar und durchdrehende Räder sind leicht zu provozieren.

Die Topspeed liegt bei 207 km/h, die der Japaner ohne nennenswerten Einbruch schnell erreicht. Dabei hilft die serienmäßige Sechsgang-Schaltung, deren Schalthebel nicht nur sportlich straff sondern auch auf kurzen Wegen exakt geführt ist. Allerdings wirkt sie ein wenig hölzern.

Die kurz übersetzten unteren Gänge verhelfen dem Mitsubishi mit zu den guten Beschleunigungswerten, zeigen sich in der Stadt mit Tempo-30-Zonen aber nicht ganz glücklich, denn bei 30 km/h wird er im zweiten Gang eher zu laut und im dritten Gang läuft er fast zu untertourig.

Im Rahmen unserer Testfahrt haben wir für den 2.0 DI-D einen Mixverbrauch von 6 Litern gemessen, ohne Autobahn kann man im Stadt-Land-Mix auch mit 5,6 Liternhinkommen, Sobald man auf der Autobahn die 130 km/h überschreitet muss man mit 8 bis 10 Litern rechnen. Ein Dieselpartikelfilter ist serienmäßig und der CO2-Ausstoß liegt bei 160 g/km.

Bei der serienmäßigen Sicherheitsausstattung kann man nicht meckern. Neben Fahrer- und deaktivierbarem Beifahrer-Airbag kommen Seitenairbags vorn und Kopfairbags vorn und hinten zum Einsatz, und sogar ein Fahrer-Knieairbag gehört dazu.

Klar, dass alle Sitze mit Dreipunktautomatikgurten (vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern) und höhenverstellbaren Kopfstützen bestückt sind und dass auch eine ISOFIX-Kindersitzbefestigung (Außensitze hinten) montiert ist.

Im Preis macht sich der Mitsubishi Lancer recht klein, für den 2,0 DI-D in der Ausstattungslinie Invite müssen Sie 22.990,- Euro hinblättern, eine umfangreiche Serienausstattung ist dann auch schon mit an Bord.

So gehören zur Serie u.a. elektronische Stabilitäts- (MASC) und Traktionskontrolle (MATC), Klimaautomatik inkl. kühlbarem Handschuhfach, Tempomat, Multifunktions-Leder-Lenkrad, Alufelgen, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, CD-Radio mit vier Lautsprechern etc.

So schöne Dinge wie Nebellampen, Regen- und Lichtsensor, Lederausstattung,Festplatten-Navigationssystem, Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht etc. sind den beiden höheren Ausstattungen Intense und Instyle vorbehalten. Für die Metallic-Lackierung müssen Sie in jedem Fall 450,- Euro hinlegen.

Stand: Januar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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