// Fahrbericht / Das Mercedes E-Klasse Traum-Coupé

Mercedes-Benz

Das Mercedes E-Klasse Traum-Coupé

Es liegt schon ein paar Jahre zurück, als Mercedes mit einem reinrassigen E-Klasse Coupé auf dem Markt vertreten war. Der durchaus erfolgreiche CLK konnte diese Lücke auch nicht so recht schließen und wenn das neue Coupé in punkto Abmessungen auch eher auf der C-Klasse basiert, so haben die Stuttgarter unserer Meinung nach endlich wieder ein Coupé geschaffen, dass nicht nur den richtigen Namen trägt, sondern auch mit stolzer Brust die Nachfolge des W124 antreten kann.

Das Coupé entspringt optisch ganz klar der E-Baureihe, präsentiert sich aber dennoch eigenständig und unverwechselbar, die Reaktion der Passanten während unser Testphase war stets die, dass „dies ein Mercedes sei, so wie ein Mercedes sein muss“ und dem können wir nur zustimmen. Auch wenn das Coupé im Segment der oberen Mittelklasse zu hause ist, so ordnet man den Stuttgarter meist eine Stufe höher ein.

Das eckige Vier-Augen-Gesicht hat sich bereits mit der Limousine durchgesetzt, gefällt uns jedoch in der dynamischeren Ausführung des Coupés noch um einiges besser. Ohnehin, ist die zwar bereits bestens vertraute Front hier wesentlich schnittiger und schärfer gezeichnet. Die Linienführung präsentiert sich leidenschaftlich und reizvoll, sportlich und doch absolut elegant.

Wir konnten uns gar nicht daran satt sehen und immer wieder zauberte uns der Anblick dieses gelungenen Coupés ein Lächeln auf die Lippen. Wenn auch das Cabriolet dieser Baureihe ein wirklicher Hingucker geworden ist, so ist es doch die gewisse Coupé-Sinnlichkeit, die dieses Fahrzeug noch mal auszeichnet.

Wenn es auch leider keine Vollblut-AMG-Variante geben wird, so können wir dem E-Klasse Coupé zumindest dank optionalem AMG-Paket den gewissen Charme verleihen. Es sorgt sowohl innen wie außen für viel sportliche Raffinesse, Exklusivität und noch mehr Luxus. Es ist der perfekte Feinschliff und für uns ganz klar ein Muss.

Der gewisse leidenschaftliche Coupé-Flair geht trotzdem im Interieur leider etwas verloren, wie schon beim Viertürer, steht auch hier Klarheit im Vordergrund.Feinste angreiffreundliche Materialien, Zierteile aus gebürstetem Aluminium (auf Wunsch auch mit edlen Hölzern bestückt) sowie Chromdetails können zwar gut gefallen, stechen aber nur sehr dezent hervor.

Durchwegs überzeugen konnte die mittels weniger Schalter sowie dem Drehcontroller einfache und intuitive Bedienung wie auch die übersichtlichen und groß ausgeführten Instrumente. Wie so oft, wenn man von anderen Marken auf einen Daimler umsteigt haben wir auch beim Coupé des öfteren den Blinkerhebel mit dem vom Tempomat verwechselt – ein Umstand, an den sich der Besitzer des Fahrzeugs aber schnell gewöhnt hat. Eine Eingewöhnung verlangt auch die Arbeitsweise der Park Distance, die zwar optisch schön vorn wie auch hinten Zeichen gibt, aber erst sehr spät auch akustisch tätig wird.

Etwas enttäuscht waren wir allerdings von der Bluetooth-Vorrichtung, die nicht nur einige Zeit benötigt bis das Telefon erkannt wird und dann zwar die Nummern jedoch nicht die Namen aus dem Telefonbuch anzeigt. Zudem ist es für diese Fahrzeugklasse nicht gerade rühmlich, das ein AUX-IN-Anschluss für ein externes Audiogerät sowie eine Medienschnittstelle (Media Interface) für einen externen MP3-Player nur gegen Aufpreis an Bord kommt.

Budget- und wunschabhängig ist auch die Größe des Farb-Displays, das gut sichtbar in der Mittelkonsole platziert ist. Jeweils im 16:9-Format steht ein 5,8-Zoll oder ein hochauflösender 7,0-Zoll-Bildschirm zur Wahl.

Mehr als umfangreich ist auch die Auswahl bei der Frage nach dem passenden Gestühl, von teilelektrisch bedienbaren und gut ausgeformten serienmäßigen Sitzen über die in unserem Testwagen verbauten wirklich tollen Sportsitze, die sich ganz individuell und vollelektrisch perfekt unserem Körper anpassen und uns förmlich umschmeicheln bis hin zu den Multikontursitzen, die jeglichen Komfort und Luxus bieten, allerdings preislich auch ordentlich zuschlagen. Für welche Variante Sie sich auch entscheiden, der automatische Gurtbringer verhindert ein unangenehm starkes nach hinten Verrenken und ist stets serienmäßig verbaut.

Das Dreispeichen-Sportlenkrad mitMultifunktionstasten war uns für diese Fahrzeugkategorie einen Tick zu groß, aber immerhin unten sportlich leicht abgeflacht und mit solch wunderbar weichem Leder bezogen, dass man es gar nicht mehr aus der Hand geben wollte.

Im Fond nimmt man nur als kleinere Person bequem Platz, bei einer Körpergröße von 1,80 Meter stößt man im Kopf- sowie Beinraum an seine Grenzen und sitzt nur noch auf kürzeren Strecken ausreichend gut. Wenn auch der Ein- und Ausstieg an sich, dank Easy-Entry-System, ohne große Verrenkungen möglich ist.

Wer mit den 450 Liter großen Laderaum nicht hin kommt, kann diese Sitzplätze bequem als zusätzlichen Stauraum nutzen. Über den Kofferraum erreichen Sie die Entriegelung der asymmetrisch geteilten Fondsitzlehnen um diese umzulegen. Vorsorglich fährt hier der vordere Sitz nach vorn und es entsteht nur eine leichte Schwelle. Ein weiteres großes Fach finden wir an Stelle eines Reserverads. Nur die Ladeöffnung ist etwas eng und reicht gerade so für eine Wasserkiste.

Der Kofferraum kann per Fernentriegelung geöffnet werden und schwingt dann ohne Motorunterstützung auf, wer jedoch die Klappe per Hand entriegelt sollte seinen Kopf schnell aus der Schusslinie bringen, da der Deckel mit viel Wucht nach oben schnellt.

Dass es einem Fahrzeug dieser Klasse und dann noch aus dem Hause Mercedes-Benz nicht an vorbildlichem Komfort fehlt, dürfte selbstverständlich sein. Dennoch waren wir positiv überrascht von der gebotenen Agilität. Mit dem wunderbar ausgewogenen Fahrwerk machten wir stets eine gute Figur.

Ob es nun das eher komfortbetonte, serienmäßige Agility Control-Fahrwerk mit neu entwickelter Zahnstangenlenkung ist, das automatisch auf Fahrweise und Fahrbahnbeschaffenheit reagiert, das optionale Sportfahrwerk inkl. Sport-Parameterlenkung oder das ebenfalls aufpreispflichtige Fahrdynamik-Paket das unterschiedliche Fahrzeug-Setups auf Knopfdruck bietet und somit den perfekten Kompromiss darstellt … Mercedes hat für jeden das Richtige im Angebot.

Die Lenkung arbeitet angenehm straff und wunderbar direkt, vermittelt so ein perfektes Gefühl. Das Handling geht hierwahrlich spielerisch von der Hand, selbst bei Nässe lässt sich das Coupé willig um die Pylonen zirkeln. Dem geübten Fahrer ist es stets ein Vergnügen, sich dem Grenzbereich zu nähern und auszukitzeln wie weit er gehen kann. Doch Vorsicht, wenn, dann kommt das Heck giftig und schnell, lässt sich aber auch dann einfach und gutmütig wieder auf Kurs bringen.

Auf sicherem Kurs hält uns auch die Bremsanlage „Adaptive Brake“, die von zahlreichen Assistenten, wie der HOLD-Funktion, dem Notbremsassistenten, der Trockenbremsfunktion, der Berganfahrhilfe und dem Anti-Blockier-System inkl. Antriebs-Schlupf-Regelung unterstützt wird.

So reagiert das Fahrzeug nicht nur auf sanften Druck angenehm schnell und verzögert optimal, es bringt das Coupé auch aus hohem Tempo heraus kraftvoll und sicher zum Stehen, nur auf den letzten 20 Metern schleudert das Fahrzeug sich und seine Insassen etwas störend hin und her.

Auf Wunsch ist auch für den Zweitürer die schwenkbare Anhängerkupplung inkl. ESP-Gespannstabilisierung erhältlich, die maximale Anhängelast beträgt dabei bis zu 1.800 Kilogramm (gebremst).

Der E 350 CGI BlueEfficiency scheint in perfekter Harmonie mit dem Coupé zu stehen, absolut souverän und ohne aufdringlich zu werden ist diese Kombination absolut Mercedes-Like. Das 215 kW / 292 PS mobilisierende Sechszylinder-Aggregat trägt die zusätzlichen Bezeichnungen CGI und BlueEfficiency, wobei das Kürzel für die weltweit erstmals eingesetzte Benzin-Direkteinspritzung steht, die wiederum zu dem Zusatz BlueEfficiency führt, die Fahrzeuge mit optimiertem Verbrauch und Abgas-Emissionen kennzeichnet.

Daher ist der angegebene Durchschnittsverbrauch von 8,5 Liter und 204 g/km CO2-Ausstoss für solch einen Power-Motor durchaus eine Ansage, wenn auch ganz klar sein sollte, wer die Pferde laufen lässt muss den ein oder anderen Liter Superbenzin (ROZ 95) mehr nachlegen. Dennoch überzeugt der 3,5-Liter-Benziner mit einem angemessenen Sprit-Verbrauch, der sich auch auf unserer Normstrecke mit 8,4 Litern durchaus sehen lassen konnte.

Schließlich sprintet das Coupé unterstützt von einem maximalenDrehmoment von 365 Newtonmetern wenn es sein muss in rasanten 6,5 Sekunden von Null auf Tempo 100 und begeistert stets mit ordentlich Durchzug. Selbst bei 200 km/h zieht es noch mal schön los, dem Vortrieb wird dann bei Tempo 250 elektronisch ein Ende gesetzt.

Der Motor ist auch gefordert absolut unaufdringlich und gibt einem mit seiner Laufruhe das Gefühl wesentlich langsamer unterwegs zu sein, als man es tatsächlich ist. Daher sollte man in jedem Fall stets den Tacho und die Schildererkennung im Blick haben. Gerade diese reagiert schnell und arbeitete während unserer Testphase tadellos. Kleines Manko jedoch: im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern blinkt die erkannte Geschwindigkeitsbeschränkung nur fünf Sekunden lang auf – eine permanente Anzeige wäre hier von Vorteil.

Kombiniert ist das Sechszylinder-Sahnestück mit einem weiteren Sahnestückchen, der 7G-Tronic, die mit wunderbar sanften, kaum spürbaren Schaltvorgängen verwöhnt und das selbst unter Volllast, nur dann lässt sie sich vielleicht einen Wimpernschlag zuviel Zeit mit dem Zurückschalten – geschenkt. Ohnehin zeigt sich die Sieben-Gang-Automatik immer erst mal komfort- und vernunftorientiert durch ihr verbrauchsoptimiertes Schaltprogramm, das stets beim Anlassen des Motors auf „C“ aktiviert ist.

Mercedes-Benz zählt ganz klar zu einer der Vorreiter bei der Entwicklung von Sicherheits- und Assistenzsystemen, ob serienmäßig verbaut oder gegen einen Aufpreis erhältlich, die Möglichkeiten sind enorm.

Ohne Mehrkosten verfügt das Coupé bereits über ABS, ESP, einen Bremsassistent, die Müdigkeitserkennung Attention Assist, den Fahrlicht-Assistenten, das adaptive Bremslicht, die aktive Motorhaube, die den Deformationsraum vergrößert sowie die Unfall-Früherkennung Pre-Safe, die aktive wie passive Sicherheitselemente sinnvoll miteinander vernetzt und das Risiko eines Unfalls stark verringert.

Sieben Airbags u. a. ein Kneebag (patentierter Name für den Knieairbag) für den Fahrer, Dreipunkt-Automatikgurte inkl. vier Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer sowie crashaktive Neck-Pro-Kopfstützen runden das „sicher“ geschnürtePaket ab.

Auf Wunsch können Sie dieses noch um Sidebags für die Fondpassagiere, den adaptiven Fernlicht-Assistenten, das Intelligent Light System mit fünf Lichtfunktionen und Bi-Xenon-Scheinwerfern, einen Geschwindigkeitslimit-Assistent, den Abstandsregel-Tempomat Distronic Plus, der auch den Bremsassistent Plus beinhaltet oder aber auch die Pre-Safe-Bremse erweitern.

Die Bezeichnung „Traumauto“ kommt meist nicht von ungefähr, zahlreiche Fahrzeuge dieser Liga sind für die Mehrheit absolut unbezahlbar und somit bleibt uns nur noch davon zu träumen. Wenn auch nicht gerade ein Schnäppchen, so ist das E-Klasse Coupé mit 44.684,- Euro Einstiegspreis bzw. 51.408,- Euro für den von uns gefahrenen 350 CGI doch zumindest ein Traum, der sich für einige doch erfüllen lässt.

Ist dieser Traum dann wahr geworden, können Sie sich zudem über zahlreiche serienmäßige Features freuen, zu denen u.a. die elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel, das Autoradio Audio 20 CD mit Doppeltuner, CD-Spieler und acht Lautsprechern, eine Easy-Entry-Funktion für die Vordersitze, das Fahrwerk Direct Control mit adaptiver Stoßdämpferregelung, asymmetrisch geteilt und umklappbare Rücksitzlehnen, den automatischen Gurtbringer, eine Klima-Automatik Thermatic mit Kombi-Aktivkohlefilter, ein klimatisiertes Handschuhfach, die Heckdeckel-Fernentriegelung, die Müdigkeitserkennung Attention Assist, ein Multifunktionslenkrad mit Lederbezug, Scheibenwischer mit Intervall-Regelung und Regensensor, Sitzbezüge in der Kombination Stoff/Ledernachbildung Artico, Tagfahrlicht, eine Telefonfreisprecheinrichtung über Bluetooth, ein Tempomat sowie eine elektrische Höhen- und Lehneneinstellung für die vorderen Sitze zählen.

Ebenfalls im Basispreis enthalten: zwei Interieurkonzepte, die je nach Geschmack mit dem Elegance eher komfortbetont oder aber in Form der Avantgarde-Variante sportlich ausgelegt sind.

Damit bietet Mercedes-Benz dem Kunden schon einiges, doch noch wesentlich umfangreicher ist das Angebot der zahlreichen kostspieligen Extras, von denen wir bereits im Verlauf des Berichtes einige erwähnt haben. Von denMultikontursitzen angefangen über das Sport-Fahrwerk bis hin zu der Armada an Sicherheits-Features. Doch unser Favorit der aufpreispflichtigen Ausstattungen ist ganz klar das zu Anfangs erwähnte Sport-Paket AMG.

Stand: Auguts 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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