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Mercedes-Benz M-Klasse – Klappe die Dritte

Bei der dritten Generation der Mercedes-Benz M-Klasse handelt es sich nicht nur um ein gelungenes Facelift, auch unter’m Blech hat sich einiges getan. Ob es das erstmals verfügbare Fahrwerk mit Stahlfederung ist, die optionale Wankunterdrückung oder die deutlich angehobenen Sicherheitsstandards sowie die spürbar üppigere Ausstattung. Zudem wurde die Effizienz der Motoren gesteigert und um einen neuen Vierzylinder-Basis-Diesel erweitert.  Wessen Interesse geweckt ist, kann die neue M-Klasse ab 54.978,- Euro bestellen, die ersten Auslieferungen der Fahrzeuge beginnen im November diesen Jahres. Die zur Einführung einer neuen Modellreihe mittlerweile traditionellen Sondermodelle „Edition 1“ stehen natürlich auch der M-Klasse zur Seite.

Wenn auch die schräg nach vorn laufende C-Säule der Generation 2012 erhalten blieb, so hat sich optisch einiges getan. Größer, markanter und schärfer – so präsentiert sich die neue M-Klasse. Die ausdrucksstarke Linienführung zieht sich dabei über die gesamte Karosserie.

Die signifikante Front streckt mit senkrecht stehendem Kühlergrill und dem dort prangenden großen Stern selbstbewusst dem Wind die Nase entgegen. Chrom glänzt sowohl am Grill, dem LED-Tagfahrlicht, wie auch dem Unterfahrschutz der auch am Heck wieder auftaucht.

Auch hier hat sich augenscheinlich was verändert, angefangen von den zweiteiligen nun sehr breit verlaufenden Heckleuchten in LED-Technik, dem abgesenkten Dach mit großem Dachspoiler bis hin zu dem sehr kräftigen Stoßfänger. Die Veränderungen sorgen im Vergleich zum Vorgängermodell für einen wesentlich breiteren Stand.

Die gewisse Extra-Schärfe bringen dann noch die Edition-1-Modelle mit und verfügen dank AMG Sport-Paket Exterieur über eine schicke Front- sowie Heckschürze, Seitenschweller-Verkleidungen in Wagenfarbe undglanzgedrehten AMG 20-Zoll-Leichtmetallrädern im 5-Speichen-Design.

Die Aufwertung im Innenraum ist vielleicht im Vergleich mit den aktuellen Schwestermodellen des Hauses weniger zu erkennen, doch bei direkter Gegenüberstellung der vorherigen und jetzigen ML-Generation ist diese deutliche zu sehen und auch zu spüren.

Mercedes hat wahrlich einen Raum zum Wohlfühlen geschaffen. Die Gestaltung und Anmutung des Innenraums entspricht vorbildlichem Premium-Niveau, elegante sowie moderne Attribute treffen gelungen aufeinander. Dabei hatten die Schöpfer aber auch die Bedienerfreundlichkeit sowie Funktionalität im Auge.

Neben der spielerischen Steuerung per Controller in der Mittelkonsole oder der gut funktionierenden Sprachsteuerung, kann der Fahrer aber auch über große Direkttasten sowohl an der Mittelkonsole wie auch am Lenkrad wählen.

Nur zu oft von uns angemerkt, nun endlich geändert – die Platzierung des Blinker- sowie Tempomathebels, Mercedes hat diese einfach vertauscht und somit eine intuitivere Handhabung ermöglicht. Der eingefleischte „Stern“-Fahrer muss sich jetzt allerdings umgewöhnen.

Hinter dem schicken, neuen 4-Speichen-Multifunktionslenkrad erblicken wir ein großzügiges Kombiinstrument mit zwei Rundinstrumenten und einem dazwischen platzierten Display. Einen weiteren, 11,4 cm großen Bildschirm finden wir in der mittleren Armatureneinheit, hier sind die Lüftungsdüsen im Gegensatz zu den seitlichen Düsen senkrecht ausgeführt.

Die in unserem Testwagen verbauten Sitze entsprechen ganz unseren Erwartungen, doch damit allein geben sich die Stuttgarter nicht zufrieden und bieten dem Kunden insgesamt fünf Sitzvarianten, darunter zwei Sportauslegungen.

Für welches Gestühl Sie sich letzten Endes auch entscheiden, an Platz mangelt es Ihnen in keinem Fall. Das gilt auch für die hintere Sitzbank die selbst Großgewachsenen noch üppige Bein-und Kopffreiheit bietet und nun dank der in der Neigung verstellbaren Lehnen auch den Komfort erhöht.

Der großzügige Innenraum bietet aber nicht nur den Insassen vorbildlichen Raum, auch ihr Gepäck fühlt sich in der M-Klasse bestens aufgehoben. Hier stellt die Durchlademöglichkeit ebenfalls eine Neuerung dar und bietet die Möglichkeit lange Gegenstände problemlos unterzubringen, ohne aber auf zwei vollwertige Sitzplätze im Fond zu verzichten.

Wem die 690 Liter Kofferraumvolumen nicht ausreichen, der kann durch Umlegen der Rücksitzlehnen das Stauvolumen auf bis 2.010 Liter erweitern. Um einen ebenen Ladeboden zu erreichen, muss allerdings zuvor die Sitzfläche hochgeklappt werden.

Die Vorstellung, die uns das neue Sports Utility Vehicle bot, war durch und durch souverän. Ob auf asphaltierter Piste mit der erstmals verfügbaren Stahlfederung inklusive selektiver Dämpfung, die sich stets der momentanen Fahrsituation anpasst oder dem Luftfedersystem AIRMATIC mit dem adaptiven Dämpfersystem.

Dann wäre da noch die neue aktive Wankstabilisierung, genannt das Active Curve System, das wahlweise mit der Luftfederung AIRMATIC mit adaptivem Dämpfungssystem oder mit dem ON&OFFROAD-Paket kombinierbar ist. Allerdings muss der Kunde hierzu ordentlich in die Tasche greifen, während die Luftfederung knapp über zweitausend Euro verschlingt, liegt die Wankstabilisierung bereits bei 3.689,- Euro. Gut zu wissen, dass die M-Klasse auch ohne dieses System den sportlichen Kurvenritt ohne Probleme meistert.

Doch nicht nur auf der Straße konnte die neue M-Klasse zeigen was sie kann, auch im harten Offroad-Parcours fühlte sich das Gefährt pudelwohl. Wenn uns letzten Endes das schicke Blechkleid auch viel zu schade war für den harten Einsatz im Gelände. Doch das soll jetzt nichts zur Sache tun, viel mehr die Möglichkeiten, die uns der Schwabe bietet.

Abgesehen vompermanenten Allradantrieb 4MATIC und der elektronischen Traktionssteuerung 4ETS hält die M-Klasse serienmäßig ein spezielles Offroad-Fahrprogramm bereit. Ist dieses aktiviert, kommt der Anfahr-Assistent inkl. Hold-Funktion unterstützend beim Anfahren am Berg zum Einsatz. Die Bergabfahrhilfe soll an dieser Stelle selbstverständlich auch nicht unerwähnt bleiben, mit der wir auch 80 Grad steile Abhänge bravourös meistern konnten, ohne dabei auch nur im geringsten ins Schwitzen zu kommen.

Empfehlenswert, allerdings auch kein Schnäppchen, ist das On&Offroad-Paket. Dieses stellt insgesamt sechs Fahrprogramme, darunter ein Automatikprogramm, zwei spezielle Offroad- sowie drei Straßen-Programme – Sport, Winter und Anhänger – zur Verfügung. Womit die M-Klasse für die unterschiedlichen Einsatzgebiete gerüstet ist. Die Wahl der einzelnen Programme erfolgt mühelos per Drehschalter in der Mittelkonsole.

Für den Ritt durchs Gelände verfügt das Paket außerdem über eine manuelle Längsdifferenzialsperre, eine elektronische Quersperre an der Hinterachse sowie ein zweistufiges Verteilergetriebe mit Untersetzung. Eine maximale Bodenfreiheit von 285 Millimeter sowie eine Wattiefe von stattlichen 600 Millimeter sprechen an dieser Stelle für sich.

Die neue Elektrolenkung gewährt je nach Fahrsituation die optimale Lenkkraftunterstützung und ermöglicht sowohl im Gelände als auch beim Rangieren z.B. in enge Parklücken spielerisch leichtes Handling. Für ein SUV dieser Größe ist der Wendekreis von nur 11,80 Meter absolut vorbildlich.

Die Lenkung ist aber dennoch zunächst gewöhnungsbedürftig. Unglaublich feinfühlig fehlt uns aber gerade bei flotter Fahrt zunächst die sonst gewohnte Rückmeldung. Hat man sich davon jedoch gelöst, kann die Lenkung mit absolut neuem Komfort- und zugleich Dynamik-Niveau überzeugen.

Ebenso die Bremsanlage mit ADAPTIVE BRAKEinklusive den Funktionen Berganfahrhilfe, Vorfüllen, Trockenbremsen und Hold-Funktion. Der Bremsassistent BAS hat auch bei Gefahren oder kritischen Bremsmanövern alles sicher im Griff.

Die drei zum Marktstart angebotenen Motorisierungen umfassen zwei BlueTEC-Dieselaggregate, sowie einen Direkteinspritzer-Benziner, die allesamt schon jetzt die Abgasnorm Euro 6 erfüllen. 2012 wird das Portfolio um einen Achtzylinder sowie ein AMG-Modell erweitert.

Während die beiden Sechszylinder-Motoren überarbeitet und in punkto Effizienz gesteigert wurden, stellt der Vierzylinder 250 BlueTEC 4MATIC im ML die neueste Kombination dar. Eine Verbindung, die sich während unserer ersten Ausfahrt als souverän und zugleich sparsam erwiesen hat.

Trotz der 2,2 Tonnen, die der ML mit sich bringt, schafft es der „kleine“ Dieselmotor mit 150 kW / 204 PS und einem üppigen Drehmoment von maximal 500 Newtonmeter bereits ab 1.600 U/min für zügigen Vortrieb zu Sorgen. In guten neun Sekunden passiert das SUV die Tempo 100 Marke und zieht bis 210 Stundenkilometer ordentlich weiter.

Dabei soll sich der Offroader bei ziviler Fahrweise laut Hersteller-Angaben mit 6,8 Liter im Schnitt begnügen. Womit Mercedes-Benz die Messlatte für die Mitbewerber ein weiteres Stückchen nach oben geschraubt hat. Um dies zu erreichen, geht der ML nicht nur mit einer serienmäßigen Start-Stopp-Automatik ans Werk, sondern rollt auf widerstandsreduzierten Reifen und verfügt über eine optimierte Steuerung sowie die beschriebene Elektrolenkung.

Ebenfalls dem Verbrauch entgegenkommend ist auch das neue siebenstufige Automatikgetriebe 7G-Tronic Plus, das stets serienmäßig seinen Einsatz in der M-Klasse findet. Die gewohnten Schalt-Modi „Komfort“ oder „Sport“ haben wir in der dritten ML-Generation allerdings nicht mehr angetroffen, und so besteht ausschließlich die Möglichkeit per Schaltpaddles amLenkrad manuell einzugreifen. Letztlich hat aber dann doch die Automatik die Oberhand und greift ein, wenn sie es für nötig hält.

Was die Sicherheit anbelangt, ist die neue M-Klasse in die Riege der S- und E-Klasse aufgestiegen und verfügt nun – serienmäßig oder optional – ebenfalls über die von dort bekannten Assistenzsysteme wie zum Beispiel die Müdigkeitserkennung (Attention Assist), den Geschwindigkeitslimit-Assistenten (Verkehrszeichenerkennung), das Intelligent Light System, den Nachtsicht-Assistent mit Personendetektierung, den aktiven Spurhalte-Assistent und den aktiven Totwinkel-Assistent.

Das Sicherheitskonzept PRE-SAFE arbeitet vorausschauend und minimiert das Unfallrisiko. Ist ein Crash jedoch unausweichlich, kommen diverse andere Systeme zum Einsatz, wie zum einen das automatische Warnblinklicht, die Türentriegelung, partielle Öffnung der Seitenscheiben oder die Abstellung des Kraftstoffsystems. Erstmals wurde bei einem SUV auch die bewährte Aktiv-Motorhaube verbaut.

Für einen „Sternträger“ gehören selbstverständlich auch adaptive, zweistufige Airbags für Fahrer und Beifahrer, ein Kneebag für den Fahrer, kombinierte Thorax-/Pelvisbags vorn (Sidebags für hinten auf Wunsch erhältlich), Windowbags über beide Sitzreihen und noch so einiges mehr zum guten Ton.

Im Vergleich zum Vorgänger bietet die dritte Generation des ML eine deutlich umfangreichere Serienausstattung und das bei nahezu gleichbleibenden Preisen.

Die neue Einstiegsvariante ML 250 BlueTec 4Matic beginnt ab 54.978,- Euro, der größere Diesel folgt mit 58.727,- Euro und der Sechszylinder Benziner BlueEFFICIENCY startet bei 56.763 Euro. Um sich ein Bild von der umfangreichen Serienausstattung sowie dem sehr üppigen Sonderangebot zu machen, raten wir Ihnen einen Blick in die umfangreiche Preisliste zu werfen.

Das mittlerweile traditionelle und limitierteEinführungssondermodell Edition 1 inklusive AMG-Sport-Paket „Exterieur“, exklusivem Interieur und reichlich Ausstattung, ist mit allen verfügbaren Motoren kombinierbar und erstreckt sich von 66.283,- Euro bis 70.031,50 Euro.

Stand: Oktober 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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