// Fahrbericht / Mazda2 Sport 1.6 MZ-CD

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Mazda2 Sport 1.6 MZ-CD

Drei Ausstattungsversionen bietet Mazda von seinem 2er an, und den Zusatz Sport tragen alle, sobald sie statt mit fünf nur mit drei Türen daher kommen. Und diesen Namen tragen sie nicht zu unrecht, schon rein optisch kann der Kleine echt gefallen, erst recht mit den sportlichen Alufelgen. Und entsprechend sportlich geht es auch innen weiter, vor allem wenn man auf die Rückbank muss. Sportlich straff sind nicht nur die Sitze, auch das Fahrwerk gefällt mit entsprechender Abstimmung, dazu passt die Lenkung ebenso wie die sehr straffe Schaltung, und der neue 1,6-Liter Diesel unter der Haube macht den Mazda2 richtig flott. Und er bleibt dennoch sparsam, im Mix haben wir 4,3 Liter Diesel verbraucht. Los geht der 90 PS-Diesel bei 16.250,- Euro.

Die schicken, dynamischen Schwünge des Mazda6 auf den kleinen 2er zu übertragen war nicht ganz einfach, doch selbst hier klingen die typischen Linien wieder an. Für Familienähnlichkeit sorgen die langgezogenen Scheinwerfer, die bis in die Rundungen der vorne stark ausgestellten Radhäuser reichen.

Dazwischen ein kleiner oberer Kühlergrill, der große untere Lufteinlass trägt auch das Nummernschild, nach außen hin trägt die sportliche Schürze die Nebelscheinwerfer in schwarzen Einsätzen. Die tragen zusammen mit den schwarzen Fenstereinfassungen und den im unteren Bereich schwarzen Außenspiegeln zum sportlichen Erscheinungsbild bei, dasaber vor allem von den schicken dunklen Alufelgen lebt.

Dazwischen sind – zumindest in der Variante Dynamic – markante Seitenschweller montiert, die den Schwung mit ins Heck nehmen, wo neben den auffälligen Rückleuchten vor allem die gepfeilte Heckscheibe, der Dachkantenspoiler und der angedeutete Diffusor in der Heckschürze für den nötigen sportlichen Touch sorgen, schade, dass sich da der Auspuff eher dezent versteckt.

Im Innenraum geht es sportlich weiter, auch wenn sich Mazda leider nicht ganz getraut hat, die pfiffige Optik der Karosserie innen fortzuführen. Statt vielleicht einer frischen Farbe oder der Wiederaufnahme der Außenfarbe taucht sich das Cockpit ziemlich in dunkle Töne, nur die Alu-Applikationen am Lenkrad und an den Türverkleidungen heben sich da ein wenig ab. Erst in der Nacht bringt dann die frische Beleuchtung etwas mehr Licht ins Dunkel, auch wenn nicht alle Schalter beleuchtet wurden.

Die wenigen Bedienelemente werfen im Alltag keine Fragen auf, die ineinander verschachtelten Rundinstrumente sind modern gezeichnet und gut ablesbar. Hin und wieder ganz praktisch, kann das nach oben offene Handschuhfach optisch aber nicht so ganz begeistern, es wirkt irgendwie unfertig. Das am oberen Armaturenbrett und in den Türverkleidungen verwendete Hartplastik findet auch nicht unbedingt unsere ungeteilte Zustimmung, ansonsten kann die solide Verarbeitung aber gefallen. Das Lenkrad ist nur in der Höhe zuverstellen.

Gefallen können auch die Sitze, die ausreichend straff und groß dimensioniert einen guten Sitzkomfort bieten, die Lehne wird leider nur per Hebel und damit etwas grobrastrig verstellt. Fein ist die schnelle Sitzheizung, jedoch wird der Schalter öfter mal unbeabsichtigt betätigt. Kommt man vorne ganz bequem rein und raus, wird es nach hinten etwas enger, vor allem stört es, dass nur auf der Beifahrerseite eine Einstiegshilfe angeboten wird, mit der mit einem Zug der Sitz nach vorne fährt und gleichzeitig die Lehne nach vorne klappt.

Erst mal hinten angeklommen wird es jenseits der 1,80 m Körpergröße langsam eng, schon vorher ist der Kopf recht nahe an der Dachstrebe und früh zeigen sich die Sitzflächen als zu kurz.

Licht und Schatten liegen beim Kofferraum nahe beieinander. Auf der einen Seite können die 250 Liter Ladevolumen gut gefallen, sie lassen sich einfach auf bis zu 787 Liter erweitern. Aber zum Einen ist eine hohe Ladekante zu überwinden und anschließend geht es wieder tief nach unten und zum Anderen bleibt nach dem Umlegen der Rücksitzlehnen (geteilt) im Boden ebenfalls eine gut 10 cm hohe Stufe zurück. Wer größer ist als 1,80 m läuft auch schon mal Gefahr, sich an der geöffneten Heckklappe zu stoßen.

Das Fahrwerk passt bestens zum optischen Auftritt des Mazda2. Mit einer straffen Grundeinstellung die aber noch ausreichend Komfort bereit hält lässt sich der kleine Flitzer richtig flott bewegen.Dabei ging er nicht nur zackig um die Pylonen unseres Slalomtests, sondern auch leicht untersteuernd spritzig um enge Kurven und selbst auf der Autobahn lag er bei hohem Tempo ruhig auf dem Asphalt, einzige Ausnahme: viele kurze Querrillen.

Dazu vermittelt die angenehm straffe und direkte Lenkung ein gutes Gefühl für die Straße, mit einem kleinen Wendekreis von 10,40 Metern lässt sich der Mazda2 gut manövrieren. Das elektronische Stabilitätsprogramm ist der sportlichen Anmutung angepasst und lässt dem Fahrer viel Freiraum.

Dass ABS an Bord ist, merkt man bei einer Vollbremsung nicht nur daran, dass der Japaner auch bei Nässe oder wechselndem Fahrbahnbelag sauber in der Spur bleibt, wird eine Notbremsung eingeleitet, meldet sich das Antiblockiersystem mit starkem Rubbeln. Ansonsten sorgen vor allem die innenbelüfteten Scheibenbremsen an der Vorderachse zusammen mit der elektronischen Bremskraftverteilung und dem Bremsassistenten für gute 37 Meter aus Tempo 100 bis zum Stillstand.

Waren wir im Rahen der Pressevorstellung mit dem 1,5-Liter 103 PS starken Benziner unterwegs, der Drehzahl braucht um richtig flott zu ein und dann laut und durstiger wurde, hatten wir jetzt den brandneuen 1,6 Liter Diesel im Test. Der leistet 66 kW/90 PS bei 4.000 U/min und stellt sein maximales Drehmoment von 212 Nm bereits bei 1.750 U/min zur Verfügung.

Das reicht aus, um in 11,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen und eineHöchstgeschwindigkeit von 173 km/h zu erreichen. Damit bleibt er zwar hinter dem stärkeren Benziner zurück, aber er vermittelt stets das Gefühl, ausreichend motorisiert zu sein. Nur am Start gibt sich der Selbstzünder etwas rau, ansonsten läuft er angenehm leise und wird auch gefordert nicht störend laut, nur etwas kernig. Dafür gefällt in praktisch jedem Bereich der spontane Antritt und gute Durchzug, auch wenn die oberen Gänge etwas länger übersetzt sind.

Damit schafft er aber gute Verbrauchswerte, neben 4,3 Litern Mixverbrauch auf unserer Normstrecke kann er außerorts mit 3,7 Litern Diesel auf 100 km glänzen, in der Stadt sind es laut Mazda 5,1 Liter. Besonders erfreulich ist auch der niedrige CO2-Ausstoß, der bei 112 g/km liegt, ein Dieselpartikelfilter ist serienmäßig an Bord, trotzdem ist der Motor zur Zeit nur in Euro 4 eingestuft.

Ein weiterer Baustein in Sachen Verbrauchsreduzierung kommt in Form von gewichtsreduzierenden Maßnahmen hinzu. Nicht zuletzt dank hochfester Stähle konnte Mazda das Gewicht um rund 100 kg senken, und schließlich wurde die Länge des Fahrzeugs – entgegen dem allgemeinen Trend – um 40 mm auf 3.885 mm gekappt.

Der quer eingebaute Vierzylinder-Turbodiesel überträgt die Kraft an die Vorderräder, wo ein ungestümer Gasfuß vor allem bei Nässe schnell mal für durchdrehende Räder sorgen kann, ansonsten hat die serienmäßige Stabilitätskontrolle mit integrierter Traktionskontrolle denMazda2 ganz gut im Griff. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe, dessen Abstimmung gut mit dem Common-Rail-Diesel harmoniert.

Der Schalthebel ist auf kurzen Wegen gut geführt, arbeitet ausgesprochen straff und kann sich einen Holperer über die Leerlaufstellung nicht verkneifen. Nachdem er an der Mittelkonsole angeflanscht ist, liegt der Schalthebel in guter Reichweite.

Neben Front- und Seitenairbags in Reihe eins sind auch durchgehende Kopf-Schulterairbags serienmäßig an Bord. Dazu gesellen sich Kopfstützen auf allen Plätzen sowie Dreipunkt-Sicherheitsgurte, vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern.

Drei Ausstattungsvarianten sind für den Mazda2 1.6 MZ-CD erhältlich. Als Independence kostet er 16.250,- Euro, als Impression 17.150,- Euro und als Dynamic 17.650,- Euro. Dabei zeichnen sich die beiden gehobeneren Versionen u.a. durch eine Klimaautomatik und einem Energy-Paket mit Sitzheizung vorne, Bordcomputer, Außentemperaturanzeige und Geschwindigkeitsalarm aus, ferner sind dann auch elektrische Fensterheber mit dabei.

Auch das Trend-Paket ist im Impression oder Dynamic bereits drin und bietet neben 16 Zoll Alufelgen Nebelscheinwerfer, Licht- und Regensensor, ein Lederlenkrad und Lederschaltknauf. Serienmäßig beim Dynamic sind dann noch eine sportlichere Frontschürze, Sport-Scheinwerfer, Seitenschweller, Dachkantenspoiler und die dunklen Alufelgen.

Die Metallic-Lackierung steht mit 420,- Euro inder Liste und ist für alle Varianten optional erhältlich, wie die Edelstahleinstiegsleisten für 124,- Euro, der Pedalsatz aus Alu für 107,- Euro, die Einparkhilfe hinten für 255,- Euro oder die Mittelarmlehne für 180,- Euro.

Stand: Dezember 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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