// Fahrbericht / Lexus IS 250 C Luxury

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Lexus IS 250 C Luxury

Der nächste Frühling kommt bestimmt … und wenn Sie dann in einem nicht alltäglichen Cabrio unterwegs sein wollen, das schick aussieht, viel Komfort und ausreichend Leistung bietet, das nicht an jeder Ecke steht und auch bei schlechtem Wetter und im Winter voll alltagstauglich ist, dann sollten Sie sich diesen Lexus einmal genauer ansehen. Platz für vier – na ja, besser wenn davon zwei nur Kinder sind – und auch an Gepäck sollten Sie dann nicht viel mitnehmen wollen, eine tolle Lederausstattung, eine prima Audio-Anlage, ein ausgewogenes Fahrwerk, ein kultivierter Motor und eine sanfte Sechsgang-Automatik die nur unter Volllast ruckt bieten sich an.

Wie es die Bezeichnung IS 250C schon verrät, basiert das Cabrio auf der IS Baureihe und kommt optisch entsprechend sportlich mit einem Schuss Eleganz rüber. Die spitz zulaufenden Scheinwerfer, deren Form sich in den Luftöffnungen der dynamischen Frontschürze wiederholt, umspielen den Kühlergrill mit dem großen Logo.

Aus der tief heruntergezogenen und somit kaum einsehbaren Motorhaube entwickelt sich die flach stehende Frontscheibe, die dann im flotten Schwung ins Metall-Klappdach übergeht, das sich auf Knopfdruck im Kofferraum versenken lässt. Dabei macht der Lexus offen wie geschlossen eine sehr gute Figur, auch wenn das Heck bauartbedingt etwas mächtig daher kommt.

Per Knopfdruck wird aus dem schicken Coupé schnell ein noch schickeres Cabriolet, leider gelangt beim Öffnen immer wieder Laub und Dreck aus den Ritzen in den Kofferraum. Und bei unserem Testwagen gab die Verdeck-Elektronik immer wieder eine Störung zum Besten: „Verdeck nicht ganzoffen“, und das obwohl der im Display verfolgbare Vorgang eindeutig vollständig abgeschlossen war.

Mit spitz auslaufenden Rückleuchten und einer bulligen Heckschürze, aus der links und rechts ein dicker Auspuff schauen, findet das Cabrio einen flotten Abschluss, das hohe Heck sorgt aber zusammen mit der eher kleinen Heckscheibe und den im Rückspiegel viel Sicht wegnehmenden hinteren Kopfstützen sowie Überrollbügeln für eine schlechte Übersichtlichkeit. Klappt man die Kopfstützen vor, wird es ein wenig besser, weil man dann durch die Schutzbügel hindurch sehen kann.

Bleibt das Verdeck geschlossen, kann man mit den 420 Litern Kofferraum sehr gut leben, wird das Cabrio offen bewegt, sind die ohnehin mickrigen 165 Liter Stauraum nicht zuletzt durch die sehr schlechte Zugänglichkeit kaum nutzbar. Zudem stößt man sich schnell mal am Kofferraumschloss an und für das Öffnen und Schließen des Kofferraumdeckels ist ganz schön viel Kraft notwendig.

Da packt man dann lieber gleich noch was auf die Rücksitze, denn obwohl als Viersitzer eingetragen, sitzen 1,80 m große Mitfahrer nur dann halbwegs bequem, wenn vorne kleine Personen Platz genommen haben. Bei geschlossenen Verdeck stößt der Kopf dann aber praktisch am Dach an und die Rücksitzlehne steht zudem recht steil. Kommt man auch bei geschlossenem Verdeck noch ganz gut nach hinten, wird der Ausstieg dann doch ziemlich unbequem und eng, daran kann auch das elektrische Vorklappen der Sitzlehnen nichts ändern.

Die besten Plätze sind ganz klar in Reihe eins, hier stimmt nicht nur das Platzangebot, auch die ausreichend großen und gut ausgeformten Sitze bieten mit ihrer straffen Polsterung ein gutesUnterkommen. Bedingt durch die Lederpolsterung geht der Seitenhalt vor allem im Schulterbereich aber ein wenig verloren. Die Windverwirbelungen halten sich in Grenzen, ist es draußen warm genug, kann man prima auch mit heruntergefahrenen Seitenscheiben offen fahren. Sind die jedoch oben, stört häufig ein unangenehmer Luftzug an den Augen und vor allem durch den Freiraum zwischen den Sitzen kommt viel Wind nach vorne. Ein Windschott sucht man vergebens, es wird nur als Extra angeboten – und es würde auch den letzten Rest Kofferraum vernichten.

Unser Testwagen war mit einer ganz schicken hellen Innenausstattung bestückt (Lexus nennt das Kaschmirweiß), die dem gesamten Innenraum einen edlen, hochwertigen und frischen Ausdruck verpasst, allerdings auch recht schmutzempfindlich ist. Dazu gesellten sich einige feine Aluapplikationen und Einlagen in der Mittelkonsole, dazu modern gezeichnete Schalter und Instrumente, alles in guter Reichweite, einfach zu bedienen und gut abzulesen, ein paar Knöpfe werden aber vom Lenkrad verdeckt.

Vermisst haben wir einen Tipp-Blinker (einmal kurz Drücken – dreimal Blinken), erfreut haben wir uns an der weichen Polsterung des Armaturenbrettes, der hochwertigen Verarbeitung, dem edel dargestellten Kunststoff, der fast wie Leder wirkte, den gelochten Sitzauflagen der Ledersitze für die Sitzkühlung und an der feine Soundanlage. Letztere konnte jedoch im Radiomodus mit ständig lauter bzw. leiser werdender Musik ganz schön nerven.
Komfort definiert sich zu einem großen Teil über das Fahrwerk. Beim IS 250C kommt eine ausgewogene Lösung zu Einsatz, die mit einer sportlich straffen Grundeinstellung den Wagen mit minimaler Seitenneigungauch flott um die Kurven gehen lässt. Dabei konnte es bei unserem Testwagen aber passieren, dass er sicherheitshalber mal den Gurt straff gezogen hat.
Dank der straffen und gefühlvollen Lenkung ließ sich der Lexus auch prima um die Pylonen unseres Slalomtests zirkeln, und trotzdem war genügend Komfort geboten, um auch auf schlecht ausgebauten Straßen bestens voran zu kommen und auch längere Strecken cruisend zu bewältigen.

Bei längeren Autobahnetappen ist dann auch ein Tempomat eine komfortable Sache, besonders wenn er wie im Lexus mit einem Abstandsradar kombiniert ist. Schade nur, dass sich die japanische Elektronik bisweilen von zu überholenden Lkw auf der rechte Spur beeinflussen ließ und eigentlich grundlos in die Eisen stieg. Besonders blöd für alle Drängler, die ein solches Manöver nicht immer ganz gelassen akzeptierten.

Ein ganz großer Komfortfaktor ist auch die sehr sanft arbeitende Automatik, wäre da nicht … doch dazu kommen wir dann gleich. Widmen wir uns zuerst noch der Bremsanlage. Die arbeitet natürlich mit ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent und wirkt auf innenbelüftete Scheibenbremsen vorn und hinten und wurde von unseren Testern zu Beginn stets als sehr straff und viel Druck benötigend empfunden. Ein Umstand, an den man sich nach kurzer Testzeit aber schnell gewöhnt hatte.

Wird eine Vollbremsung nötig, so kann man davon ausgehen, dass der IS 250C aus Tempo 100, wenn auch mit leicht quietschenden Reifen, nach guten 37 Metern zum Stillstand kommt, und auch aus höheren Geschwindigkeiten heraus machte eine Notbremsung keine Probleme.

Klar, Warnsignale sind eine Sache der Sicherheit, der Lexus hat aber soviele davon, die zu allen möglichen und unmöglichen Situationen piepsen, dass es schon wieder mehr nervt als nützt.

Derzeit wird der IS 250C nur mit einer Motorisierung angeboten, einem 2,5 Liter großen V6, der bei 6.400 U/min 153 kW/208 PS mobilisiert und bei 4.800 U/min sein maximales Drehmoment von 252 Nm bereit stellt. Damit ist man zu jeder Zeit ausreichend motorisiert und kann sich an einem kultivierten Lauf erfreuen.

Selbst wenn das Triebwerk voll gefordert wird, erreicht – und auch dann nur ganz kurz – ein schöner kerniger Sound unser Ohren. Dazu passt dann die serienmäßige Sechsstufen-Automatik sehr gut, die schnell und dennoch sanft die Gänge wechselt. Man kann auch selbst die Gänge wählen, jedoch greift die Elektronik wenn auch spät dann doch selbst wieder ein.
Eine ganz feine Sache also, wäre da nicht die Unart bei Fahrten mit Tempomat, selbst für nur 5 km/h Beschleunigung noch mal zurückzuschalten und dann volle Pulle rauf zu beschleunigen und wieder hoch zuschalten um dann das Tempo zu halten. Das mutiert dann schnell zu einem nervigen Reit- und Spring-Turnier, denn unter Volllast sind die Schaltvorgänge deutlich spürbar.

Gibt man dem Sechszylinder-Benzindirekteinspritzer aus dem Stand die Sporen, beschleunigt er in 9,0 Sekunden auf Tempo 100 und wird bei Bedarf 210 km/h schnell, dabei bringt er die Kraft über die Hinterräder und dank ESP, Antriebsschlupfregelung und Fahrzeugstabilisierung gut auf die Straße. Und dann befördert er den Sprit mit der großen Schaufel in sich rein, selbst bei verhaltener Stadtfahrt genehmigt sich der 24-Ventiler 13,1 Liter Super auf 100 Kilometer. Außerorts relativiert sich der hohe Verbrauch auf 7,1Liter, im Mix gibt Lexus 9,3 Liter auf 100 km an, dabei stößt der Euro 4-Motor 167 g/km CO2 aus.

Im Bereich der passiven und aktiven Sicherheit macht dem Lexus IS 250C so schnell keiner was vor. Neben Front-, Seiten- und Knie-Airbags für Fahrer und Beifahrer gibt es natürlich Dreipunktautomatikgurte auf allen Plätzen, hinten mit integrierter Kindersitzfixierung, vorne höhenverstellbar sowie mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern, aktive und höhenverstellbare Kopfstützen vorne sowie klappbare Kopfstützen hinten.

Die Basisversion des Lexus IS 250C startet bei stolzen 49.650,- Euro, ist aber bereits gut ausgestattet. So gehören neben elektrisch einstell-, anklapp- und beheizbaren Außenspiegeln, LED-Blinkleuchten in den Außenspiegeln, Brems- und Rückleuchten in LED-Technik, beheizbarer Schiebenwaschanlage, Einparkhilfe (warnt auch beim Öffnungen und Schließen des Verdecks vor Hindernissen), 18 Zoll Alufelgen, zweifach elektrisch verstellbares Lederlenkrad, Ledersitze, elektrisch verstell- und beheizbar, Klimaautomatik, Geschwindigkeitsregelsystem, Premium-Audiosytem mit CD-Wechsler und acht Lautsprechern, USB, Bluetooth, Alupedale usw. ins Serienpaket.

Für 3.700,- Euro Aufpreis gibt es die Luxury Line mit Applikationen in Edelholz, automatisch abblendende Außenspiegel mit Vorfeldbeleuchtung, Bi-Xenonlicht, Kurvenlicht, Regensensor, Komfortsitze auch mit Sitzbelüftung, Schlüssel im Scheckkartenformat, Memory für Sitz, Lenkrad und Außenspiegel sowie ein automatisch abblendender Innenspiegel.

Als Extras gibt es dann zum Beispiel noch ein Navi für 2.900,- Euro, einen Metallic-Lack für 720,- Euro oder das adaptive Geschwindigkeitsregelsystem ACC für3.500,- Euro. Alle 15.000 km bzw. einmal im Jahr ist ein Werktstattcheck fällig, alle 30.000 km bzw. alle zwei Jahre muss der Lexus zur Inspektion. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 18, VK 25 und TK 24.

Stand: Februar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

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