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Kleinserie des Volvo C30 Electric rollt an

Um Elektromobilität und Alltagstauglichkeit optimal zu vereinen, startete Volvo mit fünfzig C30 Electric in der jüngsten Vergangenheit sozusagen einen Feldversuch. Nun gehen die Schweden ab Herbst diesen Jahres mit diesem Fahrzeug in Kleinserie und bieten diesen Elektro-Volvo Unternehmen, Flottenkunden sowie Behörden an – die allerdings sehr hohen Leasingraten trüben den ansonsten positiven Eindruck.

Als Basis des Elektroflitzers haben sich die Schweden rein aus Gewichtsgründen für den C30 entschieden, der nach mangelndem Erfolg nächstes Jahr leider eingestellt wird. Doch um wichtige Erfahrungen und Daten zu sammeln, scheint uns dies durchaus die richtige Wahl gewesen zu sein und viel mehr als ein Testobjekt möchte der C30 Electric zunächst auch nicht sein. Was auch die Stückzahl von 250 Einheiten in Europa, und lediglich zehn bis maximal 25 Elektroautos in Deutschland, rechtfertigt.

Das in 2012 auf den Markt kommende Hybridfahrzeug V60 Plug-In bestückt mit einem Diesel- und einem Elektromotor, soll hier dagegen die breite Masse ansprechen und preislich wesentlich attraktiver – gerade für den Privatkunden – gestaltet sein.

Die Elektrovariante des C30 unterscheidet sich optisch vom normalen C30 einzig durch aufgeklebte Grafiken und Schriftzügewie z. B. an den Türen, den Seitenflächen und dem Heck. Und ist dabei ausschließlich in der Karosseriefarbe Cosmic White in Verbindung mit dem R-Design Body Kit in Orinoco Blue erhältlich, dessen Blau sich auch am Spiegelgehäuse, den Nebelleuchten-Einfassungen sowie den Felgen wiederfindet.

Der auf unseren Bildern zu sehende Heckspoiler sowie die -schürze sind ebenso bei den DRIVe-Modellen verbaut. Gegenüber diesen Fahrzeugen sparen beim „electric“ die speziellen 16-Zoll großen Leichtmetallräder zusätzliche elf Kilogramm Gewicht ein.

Volvo verfolgt seit jeher eine schlichte und klare Innenraum-Philosophie, so auch beim „electric“. Der einzigst durch die modifizierte Instrumenteneinheit und dem joystickähnlichen Schaltknauf erkennen lässt, dass wir hier nicht in einem herkömmlichen C30 Platz genommen haben.

Der Automatik-Wählhebel verfügt dabei über die Positionen N = Leerlauf, P = Parken und R für Rückwärtsgang sowie zwei Fahreinstellungen. Neben dem Drive-Modus (D) bei dem die Energie über die Motorbremse gewonnen und für das Wiederaufladen der Batterie verwendet wird, steht der Modus Highway (H) für höhere Geschwindigkeiten zur Wahl. Der jeweils gewählte Fahrmodus wird im Kombi-Instrument angezeigt.

Dieses weist anstelle des gewöhnlichen Drehzahlmessers eine Anzeige auf, die sowohl denLadezustand der Batterien als auch den aktuellen Energieverbrauch anzeigt. Eine weitere Anzeige informiert den Fahrer über den durchschnittlichen oder aktuellen Stromverbrauch in kWh/100 km, die Durchschnittsgeschwindigkeit sowie die verbleibende Reichweite. Sobald diese nur noch 15 Kilometer oder weniger beträgt, leuchtet das Batteriesymbol auf.

Mittels Bordcomputer lassen sich unter anderem die Standheizung programmieren oder die Energiequelle des Klimasystems wie auch die Stromstärke der Batterieaufladung einstellen.

Die Platzverhältnisse entsprechen dagegen wieder ganz der Basis C30, was zur Folge hat, dass größere Insassen im Fond nur wenn nötig Platz nehmen möchten. Die sportlich abfallende Dachlinie fordert hier einfach ihren Tribut und schränkt die Kopffreiheit spürbar ein. Der Ein- und Ausstieg dorthin gelangt coupétypisch etwas beengter, aber durchwegs noch gut machbar.

Da sich der Elektromotor unter der Motorhaube und die Batterien unterhalb des Mitteltunnels befinden, fasst der Kofferraum erfreulicherweise uneingeschränkte 251 Liter. Wahrlich kein Lademeister, aber dank umklappbarer Rücksitzlehnen immerhin auf 894 Liter erweiterbar. Ohnehin ist der C30 nicht auf Flexibilität oder gar Praktikabilität ausgelegt, das verrät bereits der Blick auf die Heckklappe, oder besser gesagt die Glasheckscheibe,die zudem eine hohe Ladekante verbirgt.

Angenehm straff und zu keiner Zeit wirklich unkomfortabel, sagt uns sowohl die Abstimmung des Fahrwerks als auch die der präzisen und leichtgängigen Lenkung sehr zu.
In Bezug auf das veränderte Gewicht gegenüber des klassischen C30 wurden nicht nur Scheibenbremsen aus Aluminium, die eine zusätzliche Gewichtseinsparung mit sich bringen, verbaut. Die elektronische Fahrdynamikregelung DSTC wie auch die Achslastverteilungen wurden dementsprechend angeglichen und modifiziert.

Doch kommen wir zum Kernstück des elektroangetriebenen Volvo C30.

Der geräuscharme Motor leistet 81 Kilowatt / 111 PS, ist nach dem Starten des Motors nur am aufleuchtenden Symbol im Display wahrzunehmen und stellt sein Drehmoment von 220 Newtonmeter sofort zur Verfügung. Und genau das ist es, was die knapp 1,7 Tonnen aus dem Stand heraus unglaublich zügig und richtig spaßbringend nach vorn treibt. So spurtet der Kompaktwagen in rund vier Sekunden bis Tempo 50, in sechs Sekunden auf 70 km/h und für den Sprint von Null auf Hundert gönnt er sich keine elf Sekunden.

Und erst bei diesen Beschleunigungsvorgängen tritt der Elektromotor akustisch etwas pfeifend in Erscheinung. Haben wir diese Geschwindigkeit jedoch erreicht und halten sie, bewegt sich der Elektro-Volvo wieder nahezu geräuschlos fort, sehenwir mal von den Abroll- und den deutlich zunehmenden Windgeräuschen ab.

Die Schwedenkonzeption erreicht dabei eine derzeit ganz auf Elektrofahrzeugniveau gehaltene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h sowie eine Reichweite von 150 Kilometer und ist somit ebenfalls auf den Stadteinsatz sowie seltene und kurze Strecken reduziert und geeignet.

Um die gebotene Reichweite zu realisieren, verfügt der Volvo C30 Electric über Lithium-Ionen-Batterieeinheiten mit einer Kapazität von 24 kWh. Die Batterien lassen sich dabei sowohl an herkömmlichen 230 Volt Steckdosen oder an dafür vorgesehenen öffentlichen Ladestationen aufladen. Je nach Ladezyklus und dem zur Verfügung stehenden Stromanschluss beansprucht dies bis zu zehn Stunden, erst dann ist die Batterie wieder vollständig aufgeladen. In der Regel sollten Sie aber mit einem 16-Ampere-Anschluss zwischen sechs und acht Stunden einplanen.

Der Vorgang geht dabei spielerisch von der Hand, das Stromladekabel muss nur an dem dafür vorgesehen Anschluss im Frontgrill angebracht werden.

Um keine Komforteinbußen einzugehen, verbaute Volvo eine Bio-Ethanol-Heizung mit einem 14,5 Liter großen Tank, die selbst bei kalten Außentemperaturen für angenehme Innentemperaturen sorgt, ohne dass man an Reichweite etwas einbüßen müsste.

Zudem sind drei Klimasysteme untergebracht,eines sorgt für die Temperaturregelung des Innenraums, das andere für die Batterieeinheit. Der Elektromotor und die Antriebselektronik sind dabei wassergekühlt.

Kommen wir noch einmal kurz zurück zu den zwei zur Verfügung stehenden Fahrmodi „Drive“ und „Highway“. Das Eingang-Getriebe ermöglicht nicht nur das sogenannte „segeln“ im Highway-Modus, d. h. das Fahrzeug gleitet mit gleichbleibender Geschwindigkeit dahin, sondern verfügt im Modus „Drive“ über den Motorbremseffekt und lädt zugleich die Batterie.
Die Elektrovariante steht in Sachen Sicherheit den herkömmlich angetriebenen Versionen in nichts nach und verfügt zudem über spezielle Sicherheitsvorkehrungen.

Einen erheblichen Beitrag zu Ihrem Schutze trägt bereits die Platzierung des Elektromotors sowie der Batterie außerhalb der Fahrgastzelle und des Deformationsbereichs bei. Ebenso die verstärkte Vorderstruktur und die am Unterboden integrierte Aluminiumplatte.

Wie bereits erwähnt, geht Volvo zunächst mit 250 Elektrofahrzeugen „C30 Electric“ an den Start, diese stehen ausgesuchten Kunden in Schweden, Norwegen, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und in sehr geringer Stückzahl auch bei uns in Deutschland zur Verfügung.

Und das wortwörtlich, denn nach drei Jahren gezahlter Leasingraten von stolzen 1.600,- Euro im Monat (57.600,- Euro für diegesamte Laufzeit) geht das Fahrzeug wieder an den Hersteller zurück. Ein Kauf ist ausgeschlossen. Mit diesem speziellen Angebot ist der Volvo C30 Electric von vorne herein für den Privatkunden uninteressant.

Stand: August 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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