// Fahrbericht / Kia Soul

Kia

Kia Soul

Mit dem Kia Soul hat nicht nur ein neues Segment das Licht der Welt erblickt … ein Crossover-Modell bestehend aus SUV und Mini-Van, bei dem der Hersteller ganz bewusst mit dem Konzept wie auch mit der Optik klar polarisieren möchte. Doch in diesem Becken schwimmt Kia von Anfang an nicht alleine, Citroën steht mit dem C3 Picasso bereit und Toyota wird mit dem Urban Cruiser folgen. Sicher ist auch, dass der Soul frischen Pepp auf die Straßen bringt, mit neuem Look bis hin zum Dragon-Tattoo. Und das gilt auch innen, ja sogar im Handschuhfach oder den Sitzbezügen mit lumineszierenden Elementen. Es leuchten sogar die Lautsprecher und das im Rhythmus der Musik. Schade, dass es aber nur beim Top-Modell so richtig individuell wird.

Steil und hoch stellt der Kia Soul seine Front in den Wind, in die Frontschürze ist eine Art Unterfahrschutz integriert, die den Bezug zum SUV herstellt. Darüber ein chromumrandeter Kühlergrill, dessen Form von den großen, horizontal unterteilten Scheinwerfern wieder aufgegriffen wird.

Steil und fast geradlinig steigt die Frontscheibe aus der Motorhaube, gerade verlaufen auch die Linien der Seitenfenster, die sich nach hinten verjüngen. Ggf. stecken große Aluräder in den markant ausgestellten Radhäusern, dazwischen deutet ein mit 2,55 Metern langer Radstand schon auf den gebotenen Platz im Innenraum hin.

Steil und fast abrupt fällt das Heck ab, schwarze Dachsäulen und hinten schwarz abgedunkelte Scheiben sorgen für einen tollen Look. Wie die klaren und markanten Linien der Heckklappe zwischen den senkrechten Rückleuchten mit feinem Chromrand.

Der hinten sehr kurze Fahrzeugüberhang wird durch einen analog zur Front aufgesetzten Unterfahrschutz betont. Je nach Ausstattung sorgen chromglänzende oder dunkle Einsätze zwischen den beiden Leuchten in der Heckschürze für zusätzliche optische Reize, wie auch z.B. die auffällige Dachreling.

Ohnehin geizt der Kia Soul nicht mit Extra-Reizen. So wurden nicht nur speziell für ihn elf neue Karosseriefarben kreiert, die Designer haben sich auch noch diverse Aufkleber, vom schicken Dragon-Tattoo bis hin zum Hahnentrittmuster einfallen lassen, die Ihren Soul garantiert nicht wie jeden anderen aussehen lassen.

In diesen verschiedenen Looks ist er ganz klar ein Eyecatcher auf unseren Straßen, und die Aufkleber können auch noch nachträglich aufgetragen werden. Bei Kia hat man sich hier viele Gedanken gemacht um eben ganz bewusst anders zu sein.

Auch im Inneren zeigt sich der Soul pfiffig, je nach Wahl und Ausstattung ist das Interieur in Schwarz, Beige oder Rot gehalten, jeweils kombiniert mitsilbernen Applikationen und der rötlich-orangen Beleuchtung. Ebenfalls Farbe bekennt das Handschuhfach und das geschlossene Ablagefach in der Zentralkonsole, beide sind in feurigem rot gehalten.

Die Sitze müssen ebenfalls nicht unbedingt im schlichten Schwarz daher kommen, hier kann die Rückenlehne und Kopfstütze farblich auf den Innenraum abgestimmt sein. Und in den Ausführungen „Vision“ und „Spirit“ sorgen selbstleuchtende Elemente wie der lumineszierende „Soul“-Schriftzug auf den Sitzrückenlehnen sowie die lumineszierende Kante an den Fußmatten für modernen Chick.

Verbesserung verlangt das Gestühl jedoch im Bereich Seitenhalt, der ist einfach zu wenig, zudem ist es nicht in allen Ausstattungsvarianten höhenverstellbar. Apropos verstellbar, das Lenkrad ist leider auch nur in der Höhe zu variieren.

Platz zu finden fällt selbst Großgewachsenen nicht schwer, vorne wie hinten ist das Raumangebot üppig und selbst bei einer Körpergröße von über 1,85 Metern hat man noch viel Luft im Bein- wie im Kopfraum. Die insgesamt recht hohe Sitzposition ist Geschmacksache, vereinfacht aber ganz klar den Einstieg und sorgt für einen guten Überblick.

Gut im Blick liegen auch die großen Rundinstrumente mit weißer Skalierung auf schwarzem Hintergrund und der bereits erwähnten orange-rötlichen Beleuchtung.

Die Mittelkonsole tritt förmlich aus dem Armaturenbrett hervor, hält sämtliche Bedienelemente in optimaler Reichweite bereit und auch an der leichten Handhabung gibt es nichts zu meckern. Das gilt übrigens auch für die Verarbeitung und die Materialauswahl, alles wirkt solide.

Richtig neu präsentiert sich die Variante der Rückfahrkamera, bei der wird das Bild beim Einlegen des Rückwärtsganges im Innenspiegel auf einem 3,5-Zoll großen Display angezeigt. Auch so eine tolle Idee, wenn es auch fraglos einer gewissen Eingewöhnungbedarf.

Das optionale Soundsystem mit der klanggesteuerten Mood-Beleuchtung SSML (Sound Sensitive Mood Lighting) ist ein richtig fetziges Extra, bei dem sich nicht nur der Sound wohltuend hervorhebt, sondern zwei LED-Leuchtringe an den Lautsprechern in den Vordertüren zugleich für die richtige Lichtuntermalung sorgen. Die rötlich-orange Beleuchtung kann so eingestellt werden, dass sie im Rhythmus der Musik pulsiert, die Helligkeit richtet sich nach der Lautstärke.

In seinem Kofferraum kann der Soul von 222 Liter bis 1.140 Liter wegstecken, dazu muss nur die asymmetrisch geteilte Rückbank umgelegt werden. Und das geht kinderleicht, die Sitze lassen sich spielerisch mit einem Handgriff umklappen ohne dass die Kopfstützen abgenommen werden müssen. Und die dann entstehende Ladefläche ist erfreulicherweise eben und auch die weit aufschwingende Heckklappe erleichtert das Beladen, hier dient das Kia-Logo als Griff.

Doch ganz ehrlich hätten wir etwas mehr Flexibilität erwartet, so haben wir eine verschiebbare Rückbank, einen umklappbaren Beifahrersitz oder eine Durchreiche vermisst, nur ein zusätzliches Fach unter dem Ladeboden steht optional zur Verfügung.

Einen richtig guten Eindruck hinterlassen hat das Fahrwerk und uns dabei echt überrascht, denn es ist wunderbar knackig straff und erlaubt einen problemlosen Kurvenritt bei hohem Tempo. Selbst wenn ESP deaktiviert wird bleibt er leicht untersteuernd spielerisch zu handeln, die angenehm straffe und direkte Lenkung tut ein Übriges dazu, und selbst die Wankbewegungen bleiben trotz der Höhe recht dezent.

Nur auf wirklich schlechten Straßen bleibt der Komfort etwas auf der Strecke. Wir sind uns sicher, diese Fahrwerksauslegung mit Tendenz zur Sportlichkeit wird der angepeilten jungen, flippigen Zielgruppe voll und ganz zusagen. Und mit den drei Rad- und Reifengrößen von 15-Zoll-Stahlfelgen und Reifender Größe 195/65 R15 für die Einstiegsvarianten Soul und Attract bis hin zu 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Niederquerschnittsreifen 225/45 R18 für die Topvariante ist für jeden was dabei.

Vier Scheibenbremsen, vorn innenbelüftet, sowie ein Bremsassistent (BAS) und das 4-Kanal-4-Sensoren-ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) haben das Crossover-Modell gut im Griff. Die Bremse reagiert schnell und bringt den Soul mit nur dezentem Quietschen und Rubbeln auch bei einer Vollbremsung sicher zum Stehen.

Zwei Motoren, ein Benziner und ein Diesel mit jeweils 1,6 Litern Hubraum, machen den Anfang, ein kleineres Benzinaggregat wird folgen. Beide Motoren entsprechen jedoch nur der Euro4-Norm, befinden sich aber schon auf Euro5-Niveau.

Der Diesel ist eindeutig die spritzigere Variante, wobei das weniger an den zwei Mehr-PS liegt – 128 PS zu 126 PS beim Benziner – als viel mehr am maximalen Drehmoment von 260 Nm schon ab 1.900 U/min und dem elektronisch gesteuerten Turbolader mit variabler Geometrie (VGT) im Vergleich zu 156 Nm bei 4.200 U/min beim Benziner. Ihm fehlt einfach der Durchzug von unten heraus, trotzdem hat der Benziner mit 11 Sekunden beim Sprint von Null auf Hundert die Nase um 0,3 Sekunden vorn.

Bei der Höchstgeschwindigkeit kann der Diesel mit 182 km/h (Automatik 178 km/h) dem Benziner wieder davonfahren, der bei 177 km/h seine Topspeed findet. Alles eine Frage des Ge…, nein weniger des Geschmacks sondern des Geldbeutels, denn erstens sind die beiden Einstiegsvarianten nur dem Benziner vorbehalten und mit dem Vision kostet der Benziner 17.450,-, der Diesel 19.225,- Euro.

Dafür muss eine alte Frau lange stricken, oder besser gesagt eine junge Frau oder junger Mann lange für fahren, auch wenn der Diesel im Verbrauch um 1,1 bis satte 1,6 Liter günstiger fährt. So soll der Verbrauch laut Kia beim Diesel im Mix bei 5,2 Litern auf 100Kilometer liegen, der Otto-Motor benötigt hier 6,5 Liter, in der Stadt sind es beim Benziner 7,9 und 6,3 Liter beim Diesel.

Leider hatten wir über die aktuellen Verbräuche so gar keinen Überblick, da man für uns absolut schleierhaft beim Soul auf einen Bordcomputer verzichtet hat. Natürlich schlägt das Dieselaggregat (CRDi) mit serienmäßigem Dieselpartikelfilter den 1.6 CVVT auch bei den CO2-Emission: 137 g/km zu 154 g/km.

Im kalten Zustand läuft der CRDi noch etwas rau, hält sich dann aber angenehm zurück. Anders hier der Benziner, gerade wenn er voll gefordert wird macht er doch recht laut auf sich aufmerksam.

Beide sind serienmäßig mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe bestückt, das mit angenehmen Wegen gutem Durchschnitt entspricht. Für die Dieselversion steht optional eine Vierstufen-Automatik zur Verfügung.

Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, die Traktionskontrolle TCS, ein Bremsassistent BAS, ABS sowie die elektronische Bremskraftverteilung EBD – alles Dinge die heutzutage nicht mehr fehlen dürfen und auch beim Soul serienmäßig verbaut Ihrer Sicherheit dienen.

Ebenso wie das integrierte Rückhaltesystem SRS, das Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie Kopfairbags, die bis nach hinten reichen, umfasst und auch Dreipunkt-Sicherheitsgurte inkl. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer beinhaltet.

Auch aktive Kopfstützen vorn, ISOFIX-Halterungen an den hinteren äußeren Sitzplätzen und Befestigungspunkte für Top-Tether-Gurte sind im Lieferumfang inbegriffen.

Die Qual der Wahl reicht von der Basisversion „Soul“ über „Attract“ und „Vision“ bis hin zur Topvariante „Spirit“. Doch wer wirklich individuell sein möchte muss sich für letztere entscheiden, warum? Dazu gleich mehr, gehen wir zunächst die einzelnen Stationen durch.

Der Umfang der Serienausstattung geht beim Basismodell für14.980,- Euro (nur in Verbindung mit 1.6 CVVT) in Ordnung, neben diversen Kleinigkeiten sind auch ein Audiosystem mit CD-Player, AUX- und USB-Eingang, 112-Watt-PowerBass-System und sechs Lautsprechern, die elektrischen Fensterheber rundum sowie die Zentralverriegelung mit dabei.

In der nächst höheren Ausstattung Attract (ebenfalls nur für den Benziner, 15.900,- Euro) ist zudem eine Klimaanlage, ein Staufach im Gepäckraumboden sowie ein iPod-Verbindungskabel an Bord.

Sehen lassen kann sich die Ausstattung Vision, die auf 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und mit Nebelscheinwerfern daherkommt und außerdem über elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, ins Lenkrad integrierte Steuerung des Audiosystems, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, Sitzbezüge mit „Soul“-Schriftzug (lumineszierend), selbstdimmende Innenbeleuchtung und noch so einiges mehr verfügt.

Absolut Top, die Variante Spirit: 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Niederquerschnittsreifen (225/45 R18), Dachreling, abgedunkelte Scheiben hinten (Privacy Glass), Parksensoren hinten, elektrisch anklappbare Außenspiegel, Sitzheizung vorn, Lederlenkrad, Lederschaltknauf sowie Aluminium-Optik an Lenkrad, Armaturenbrettkonsole und Innentürgriffen.

Wie bereits angedeutet, stehen jedoch nur dieser Version die zahlreichen Sonderausstattungs-Pakete zur Verfügung. Wer seinen Kia Soul also gerne mit einem Dachheckspoiler, einem elektrischen Glasschiebedach, der Rückfahrkamera, einem erweiterten Soundsystem mit 315 Watt Leistung, Subwoofer und klanggesteuerter Mood-Beleuchtung oder dem Reifendruckkontrollsystem bestücken will, muss schon mal mindestens 18.950,- Euro für den 1.6 CVVT bzw. 20.725,- Euro für den CRDi hinlegen. Plus die diversen Pakete, die sich zwischen 560,- Euro und 1.640,- Euro bewegen. Wirklich schade, dass nur der Individuell sein kann, derauch das nötige Kleingeld hinblättert.

In Anbetracht dessen ist die Fünf-Jahres-Fahrzeug-, Mobilitäts- und Lackgarantie sowie zehn Jahre Garantie gegen Durchrostung irgendwie nur noch ein kleines Schmankerl.

Stand: März 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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