// Fahrbericht / Jaguar X-Type Estate 2.2D

Jaguar

Jaguar X-Type Estate 2.2D

Die optischen Retuschen sind dezent ausgefallen, vor allem der neue Kühlergrill fällt auf und sorgt für Anlehnung an die neuen Modelle. Bislang von uns kritisierte Materialien im Innenraum (vor allem an den Lenkradspeichen) sind jetzt hochwertiger, die Rundinstrumente sportlicher … Vor allem ist aber die neue Sechsgang-Automatik zu erwähnen, die ihre Arbeit ausgesprochen sanft und doch schnell verrichtet, sehr harmonisch auf die Motorcharakteristik abgestimmt ist und auch ein manuelles Eingreifen im sequentiellen Modus erlaubt. Mit ihr lässt sich bei Bedarf das maximale Drehmoment von 360 Nm in allen sechs Gängen ausschöpfen, was gefühlsmäßig wie ein Leistungszuwachs wirkt.

Rund 500 Komponenten wurden am X-Type geändert und Jaguar spricht gar von einer Rundumerneuerung. Wer den Neuen sieht, muss aber schon ein gutes visuelles Gedächtnis haben, um die Unterschiede zu entdecken.

Die auffälligste Änderung bezieht sich auf den Kühlergrill. Jetzt einteilig spannt sich ein chromglänzender Maschengittergrill zwischen einem dezenten Chromrand, der jetzt deutlich größere Jaguar-Kopf dominiert das Ganze.

Änderungen durfte sich auch die Frontschürze gefallen lassen, die Zierleisten sind verschwunden, dafür spannt sich jetzt eine größere Strebe über den unteren Lufteinlass und betont stärker die Horizontale und zusammen mit den seitlichen Reflektoren die sportliche Anmutung des X-Type.

Blieb die Seitenlinie praktisch unverändert, kündigt die neue Antenne in Form eines flachen Sockels die weiteren Veränderungen am Heck an. Auch hier muss die Schürze auf ihre Zierleisten verzichten und um die neue Sportlichkeit zu beweisen, wurde auch der angedeutete Diffusor modifiziert, vorne wie hinten kommen die neuen Sensoren der Einparkhilfe zu Einsatz.

Der X-Type ist neben dem großen Bruder XJ der letzte Vertreter der klassischen Jaguar-Generation. Und auch wenn im Innenraum die Grundformen unverändert blieben, konnten einige Feinheiten den Gesamteindruck doch positiv verändern und schon mal ein wenig an die neue Designsprache anlehnen.

Hoher Komfort, Luxus und eine sehr feine Verarbeitung wurden durch neue Oberflächen in Tungsten Metallic gesteigert, die jetzt an den Lenkradspeichen,dem Aschenbecher, den Einfassungen an der Mittelkonsole und am Lichtschalter links neben dem Lenkrad für feinen Glanz sorgen. Ein neues Chromfinish wurde auch den jetzt sportlicheren Rundinstrumenten zuteil, neue Zeiger treten in grüner Hintergrundbeleuchtung auf. Auch wenn es sich „nur“ um den kleinsten Jaguar handelt, kann die gesamte Innenraum-Anmutung bestens gefallen, der feine Materialmix mit üppigen Holzapplikationen und schickem Leder versetzt einen unweigerlich in eine höhere Fahrzeugklasse.

Dazu passen dann auch die großen, bequem und mit feinem Leder bezogenen Sessel, die, wenn auch nicht unbedingt üppige, so aber doch allemal ausreichende Platzverhältnisse bieten und selbstverständlich elektrisch zu verstellen und beheizbar sind. Auch hinten sitzt man ganz bequem, wenn auch nur mit zwei Erwachsenen.

Als edler Luxuskombi fällt vor allem der fein verkleidete Laderaum auf, sein Fassungsvermögen von 445 Litern spielt irgendwie keine so große Rolle, für den harten Transporteinsatz scheint dieser Kombi, der ja auch auf den Namen Estate hört, viel zu schade. Trotzdem kann natürlich die Rücksitzbank im Verhältnis 30 : 70 umgeklappt werden, dann gegen bis zu 1.415 Liter (bis Fensterunterkante) rein.

Schade ist aber auch, dass die Kombinationsschiene mit Gepäckraumabdeckung und Trenn-Netz nicht unbedingt ideal zu handeln ist. Vor allem die recht große Lasche am Ende des Gepäckrollos stört häufiger. Denn ist das Rollo zurückgezogen, hängt die Lasche nach unten, man stapelt das Gepäck davor aufund will man dann das Rollo wieder vorziehen, bekommt man die Lasche nicht mehr hinter den Gepäck hervor …

Der X-Type fährt sich, wie ein Fahrzeug von Jaguar fahren muss. Da steht erst mal ganz klar der Komfort im Vordergrund und diese Aufgabe erfüllt auch der Neue mit Bravour. Es ist eine Freude mit dem Wagen zu Cruisen, die meisten Straßenschäden blieben draußen, man gleitet bequem dahin. Grobe Querrillen gibt er jedoch recht straff nach innen weiter.

Aber ein Jaguar hat auch sportliche Gene. Und damit lässt er sich willig um enge Kurven treiben, dank der deutlich eingreifenden Elektronik in Form von Stabilitätskontrolle ESP (bei Jaguar DSC) und Traktionskontrolle ETC bleibt das ansonsten in richtig schnellen Kurven etwas unruhige Heck brav im Zaum, und selbst der Tanz um die Pylonen in der Slalomgasse stellt für den heckgetriebenen Estate kein Problem dar. Für wirklich schnelles Fahren auf kurvigen Landstraßen ist die Lenkung eine Spur zu indirekt, bewegt man den X-Type artgerecht, kann die komfortabel straffe Lenkung nur gefallen.

Komfortabel ist auch die richtige Bezeichnung für die Arbeitsweise der ABS-Bremsanlage mit Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten. Sie lässt sich dabei nicht nur sehr sanft dosieren, sie spricht auch gut an und selbst bei einer Vollbremsung, bei der sie 38 Meter aus Tempo 100 bis zum Stillstand benötigt, arbeitet sie für die Insassen sehr kommod, nur ein leichtes Reifenquietschen ist zu vernehmen.

Auch das ist Komfort: Der X-Type verfügt über einenTempomat, der reagiert für unseren Geschmack aber über das Drehrad recht zäh. Und die Reichweitenanzeige wäre auch eine feine Sache, wenn sie denn nicht nur runterzählen würde. Hat sie nach einem schnellen Autobahnabschnitt erst mal auf eine Reichweite von z.B. 200 km runter gezählt, kann auch fortgesetztes Tempo 100 sie nicht mehr zu einer höheren Reichweite überreden.

Mittlerweile ist der 2,2 Liter Vierzylinder Common-Rail-Diesel ein guter Bekannter, gibt sich am Start und auch im Stand ein wenig brummig und rau, läuft aber bei Betriebstemperatur sehr kultiviert. Selbst bei höherem Autobahntempo bleibt die Maschine angenehm leise, die Umfeldgeräusche dagegen werden dann recht laut.

Die Leistungsdaten des bekannten Turbodiesels mit 16-Ventiltechnik schwanken ein wenig, so liegen beim aktuellen Modell 107 kW / 145 PS bei 3.500 U/min an und dazu mobilisiert der Reihenvierzylinder ein maximales Drehmoment 360 Nm bei 1.800 Touren. Das Erfreuliche bei der Variante mit der 6-Gang-Automatik ist die Tatsache, das dieses Drehmomentmaximum in allen sechs Gängen bereit steht (beim Schalter nur im zweiten Gang).

Hinzu kommt eine harmonische Abstufung, so dass man zumindest das Gefühl einer deutlichen Leistungssteigerung hat. Und so geht der 2,2 Liter Diesel nicht nur in 10,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird bei Bedarf bis zu 201 km/h schnell, er zieht auch in praktisch jeder Situation prima ab. Daran hat natürlich die sehr sanft und dazu auch noch angenehm schnell arbeitende Automatik einen großenAnteil. Sie macht das so gut, dass wir im Alltag nur selten in Versuchung kamen selbst Hand anlegen zu wollen. Was mit der Jaguar-Sequential-Shift durchaus Freude macht. Denn auch im manuellen Modus werden die Schaltbefehle schnell und zugleich sanft ausgeführt.

Und das obwohl die Automatik beim Wechsel auf den Manuellen Modus eine Art Sport-Programm aktiviert und richtig dynamisch ans Werk geht. Letztendlich greift aber die Elektronik dann doch ein und übernimmt – nicht zuletzt zum Schutz des Motors – den Schaltvorgang. Selten – eigentlich gar nicht – anzutreffen, schützt beim X-Type eine Ledermanschette die Schaltkulisse der Automatik. Obwohl sich die Automatik alle Mühe gibt und den X-Type bisweilen sogar fast schon untertourig fahren lässt, schafft sie nicht ganz die Verbrauchswerte des Handschalters. Trotzdem kann man mit den von uns ermittelten 6,7 Litern im Mix auf unserer Normstrecke ganz zufrieden sein, reine Stadtfahrten schlagen mit 9,5 Litern zu Buche, außerorts gibt Jaguar 5,4 Liter Diesel auf 100 km an.

Solange man die Autobahn-Richtgeschwindigkeit von 130 km/h nicht überschreitet, kann man locker unter sechs Liter bleiben, erst wenn sich die Tachonadel der 180er-Marke nähert, fließen auch schon mal 11 bis 12 Liter aus dem Tank.
Selbstverständlich ist ein Dieselpartikelfilter serienmäßig an Bord und im Mix stößt der Turbodiesel 184 g CO2 pro Kilometer aus.

Mit zweistufig auslösenden Frontairbags, Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie Windowbags vorne und hinten sowieDreipunktsicherheitsgurten auf allen Plätzen (vorne mit Gurtstraffern) erfüllt der Jaguar die gängigen Standards. Positiv ist noch das bei einem Crash wegklappende Bremspedal zu erwähnen, negativ machen sich die auf den Rücksitzen recht kurzen Kopfstützen bemerkbar.

Der Jaguar X-Type Estate 2.2 D startet in der Ausstattungsvariante „Classic“ bei 33.350,- Euro, der „Executive“ steht mit 39.050,- Euro in der Liste.

Neben Stabilitäts- und Traktionskontrolle, Tempomat, el. verstell- und beheizbaren Außenspiegeln, Dachreling, Nebelscheinwerfern, Regen- und Lichtsensor, Alufelgen, Lederlenkrad, automatisch abblendendem Innenspiegel, el. Fensterhebern rundum, Klimaautomatik, zweifach verstellbarer Lenksäule, beleuchteten Spiegel in beiden Sonnenblenden, Stoff-Leder-Sitzen, Tripcomputer, CD-Player und Jaguar Klangsystem im Classic hat der Executive auch noch eine Einparkhilfe, elektrisch anklappbare Außenspiegel, 17 Zoll Alufelgen, 3 Speicherpositionen für Fahrersitz und Außenspiegel, Paneele aus Walnusswurzelholz, Ledersitze – vorne beheizbar – und eine Bluetooth-Schnittstelle serienmäßig an Bord – um nur die wichtigsten Dinge zu nennen.

Die von uns gefahrene 6-Gang-Automatik schlägt dann noch mit 2.080,- Euro zu Buche, die Metallic-Lackierung kostet 860,- Euro, das Sportfahrwerk 470,- Euro, und dann gibt es auch noch diverse Pakete, vom Sport-Trim-Paket u.a. mit Softgrain-Ledersitzen für 1.130,- Euro bis zum Winter-Xenon-Paket mit beheizbarer Frontscheibe, Xenonlicht, Scheinwerferreinigung etc. für1.280,- Euro. Auch für diesen Jaguar gilt eine Drei-Jahres-Garantie ohne Kilometerbegrenzung, eine dreijährige Garantie auf den Lack, eine Sechs-Jahres-Garantie gegen Durchrosten und eine Drei-Jahres Mobilitätsgarantie.

Stand: Januar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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