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Hyundai

Hyundai Matrix 1,6 Comfort

Er gehört zu den Verkaufsschlagern von Hyundai und wurde jetzt nicht nur optisch etwas aufgefrischt, sondern ist nun serienmäßig auch mit ESP bestückt, das in zu schnellen Kurven das Heck des ansonsten leicht untersteuernden Matrix im Zaum hält. Und statt Trommelbremsen tauchen jetzt auch an der Hinterachse gut zupackende Scheibenbremsen auf. Geblieben sind die guten Platzverhältnisse im Innenraum, dank längsverschiebbarer Rückbank und individueller Lehnenverstellung sitzen auch große Passagiere hinten ganz bequem. Durch die große und weit öffnende Heckklappe mit niedriger Ladekante ist der bis 1.284 Liter fassende Laderaum gut zu beladen.

Schon seit Sommer 2001 rollt der Hyundai Matrix auf unseren Straßen und kein Geringerer als Pininfarina zeichnete für die Gestaltung verantwortlich. Seine ungewöhnliche Kreation kam bei den Käufern gut an, der Matrix zählte stets zu den Favoriten in den Verkaufsstatistiken von Hyundai.

Kein Wunder also, dass man sich nur vorsichtig an die Überarbeitung gewagt und nur eine gewisse Anpassung an die aktuelle Modellpalette vollzogen hat. So wurde vor allem die Front einer optischen Kur unterzogen, die Scheinwerfer reichen nun weit in die Motorhaube, die Dominanz übernimmt die große untere Kühleröffnung, die in der Mitte mit einer breiten Strebe auch das Nummernschild aufnimmt. Insgesamt glattflächiger und runder ist der Matrix gut für die nächste Runde gerüstet.

Mehr Dynamik bringen auch die jetzt stärker ausgestellten vorderen Radläufe ins Bild, zu denen sich neue, sportlicher gestaltete Außenspiegel gesellen. Nach wie vor schützen Rammschutzleisten die empfindlichen Seitenflächen und auch die markanten tiefer herunter gezogenen Seitenscheiben bestimmen nach wie vor die Seitenansicht, eine schwarze Blende am hinteren Seitenfenster kaschiert die Fensterstufe aber nun merklich.

Am Heck nutzte man natürlich die Gelegenheit zu neu gezeichneten Rückleuchten, ansonsten wurde nur die Heckschürze modernisiert und ebenfalls rundlicher gezeichnet und weiter nach untengezogen, vor allem die tief unten integrierten Leuchteinheiten sorgen für mehr Sportlichkeit. Allerdings ging auch der bislang optimale Schutz der Stoßstange vor Ladekratzern etwas verloren.

Geblieben ist die große, weit öffnende Heckklappe mit der niedrigen Ladekante, die das Be- und Entladen des variablen Laderaums einfach macht. Bei voller Bestuhlung und nach hinten gefahrener Rücksitzbank gehen 354 Liter rein. Als nächster Schritt kann das Stauvolumen allein durch das Vorziehen der Rücksitzbank um 19,5 cm vergrößert werden, dann lassen sich die Rücksitze geteilt umlegen (60 : 40) und nach vorne hochklappen. Zurück bleibt eine ebene Ladefläche und bis zu 1.284 Liter Ladevolumen, allerdings nehmen die hochgeklappten Sitze recht viel Platz weg und können nicht ausgebaut werden.

Ein Gepäcknetz und zusätzliche Ablagen erhöhen den Alltagsnutzen im Gepäckraum. Durch die längsverschiebbare Rücksitzbank ist je nach Stellung auch hinter großen Fahrern noch für große Mitfahrer mehr als reichlich Platz vorhanden, die individuelle Lehnenverstellung sorgt auch in der zweiten Reihe für einen guten Sitzkomfort, die Kopfstützen dürften aber etwas länger ausziehbar sein und der Mittelsitz ist nur bedingt zu empfehlen.

Über die großen, weit öffnenden Türen kommen wir auch hinten bequem rein und raus – allerdings nur wenn die Sitze möglichst weit hinten stehen– und so wechseln wir schnell nach vorne, wo auch der hohe Hüftpunkt mit zum bequemen Entern beiträgt. Entsprechend hoch sitzt man auch, was natürlich dem Überblick sehr zugute kommt, man schaut jedoch förmlich auf das Auto herunter, was von Haus aus jeden Gedanken an Sportlichkeit im Keim erstickt.

Nun, der Matrix will ein praktisches Familienauto sein, da ist das problemlose manuelle Verstellen der Sitze bis hin zur Höhen- und Neigungsverstellung wichtiger. Viel Platz, jede Menge Kopffreiheit und ein guter Sitzkomfort sind auf den großen, gut ausgeformten und straff gepolsterten Sitzen garantiert. Etwas Frische bringt das Blau der Mittelsitzbahnen ins Spiel (Extra im Color-Paket), ein Farbton, der auch in der Türverkleidung wieder auftaucht.

Nach wie vor ist die Instrumenteneinheit mit großem Tacho in der Mitte oben auf dem Armaturenbrett platziert, darunter hat sich an der silbergrauen Mittelkonsole mit Radio und den drei runden Bedienelementen für Heizung und Klima nichts geändert. Durchs Lenkrad hindurch blickt man wie gehabt auf die Infozeile mit den ganzen Kontrollleuchten.

Insgesamt geht die Verarbeitung in Ordnung, allerdings wirkt das verwendete Material bisweilen recht einfach, vor allem blieben hier und da Gießgrade stehen, was nicht eben hochwertig aussieht.

Picknicktische, die an der Rückseite der Vordersitze montiert sind, ein Staufach unter demBeifahrersitz sowie ein Brillenfach im Dach werden von einer Reihe weiterer Ablagen ergänzt.

Wie es sich für ein Familienauto gehört, bietet der Matrix einen ausgewogenen Gesamtkomfort, zu dem auch die leichtgängige Lenkung gut passt, sie zeigt sich aber im gesamten etwas gefühllos, was nicht nur bei sportlicheren Fahrweisen negativ auffällt.

Wer will, kann auch mit dem Matrix recht flott um die Ecken wuseln, leicht untersteuernd bleibt der Koreaner lange Zeit recht gutmütig, seine eher weiche Grundabstimmung lässt aber die Karosserie in schnellen Kurven stark schwanken, ein Eindruck, der durch die erhöhe Sitzposition natürlich noch verstärkt wird. Im Grenzbereich kann sich dann schnell mal das Heck bemerkbar machen, aber hier hat Hyundai mittlerweile vorgesorgt und baut serienmäßig das Stabilitätsprogramm ESP ein, das schlimmeres verhindert.

Mit recht langem Radstand und breiter Spur liegt der Matrix ansonsten auch bei höherem Autobahntempo recht ruhig und bietet einen guten Geradeauslauf. Die Geräuschdämmung ist okay, auch bei flotter Fahrt halten sich Wind- und Abrollgeräusche angenehm zurück.

Das Bremspedal fühlt sich etwas weich an, trotzdem lassen sich die ABS-Bremsen gut dosieren. Dabei kommen jetzt Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten zum Einsatz, die mit elektronischer Bremskraftverteilung für spurtreues und konstantes Bremsensorgen.

Mit dem 1,6 Liter Vierzylinder-Basis-Benzinmotor ist der Matrix zwar nicht untermotorisiert, aber für mehr als Mitschwimmen reicht es nicht. Dabei zeigt sich das Aggregat weitgehend laufruhig, wird aber nur flott, wenn man ihn hoch ausdreht und dann zeigt er sich bisweilen brummig, ohne jedoch zu laut zu werden.

Bei defensiver Fahrweise und vor allem im Stand läuft der 16-Ventil-Motor mit seinen 76 kW/103 PS angenehm leise. Das maximale Drehmoment von 141 Nm liegt bei 4.500 U/min an und verhilft dem Matrix nur zu dezentem Durchzug. So geht es in 12,6 Sekunden aus dem stand auf Tempo 100 und bei 170 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Serienmäßig ist der Matrix 1.6 mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe ausgestattet, das sich leicht und auch gut geführt auf ausreichend kurzen Wegen bedienen lässt. Die Abstufung harmoniert ganz gut mit dem Motor, ist aber generell auf cruisen ausgelegt, besonders die oberen Gänge sind recht lang übersetzt.

Entsprechend niedrig zeigt sich der Verbrauch, wenn man ihm nicht ständig die Sporen gibt. Dann sind außerorts 6,3 Liter drin, in der Stadt sieht das schon anders aus, hier muss mit 9,1 Litern gerechnet werden. Auf unserer Normstrecke haben wir 7,3 Liter Normalbenzin auf 100 km verbraucht, schnelle Autobahnpassagen schlagen aber leicht mit 10 Litern zu Buche. Der CO2-Ausstoß liegt im Mix bei 174 g/km, das Aggregaterreicht Euro 4.

Neben Frontairbags (Beifahrerairbag nicht abschaltbar) sind auch Seitenairbags vorne serienmäßig an Bord, Windowbags sind aber auch gegen Aufpreis nicht im Angebot.

Dreipunktsicherheitsgurte sind, ebenso wie Kopfstützen, auf allen Plätzen vorhanden, vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern bestückt.

Ab 15.890,- Euro ist der Hyundai Matrix 1.6 Classic zu haben, unser Testwagen in der Ausstattungslinie Comfort steht mit 17.490,- Euro in der Liste und ist dann aber auch schon recht umfangreich ausgestattet. Die Topvariante Style ist dem größeren Benziner und dem Diesel vorbehalten.

Neben ABS und einer Alarmanlage gehören mittlerweile auch ESP, Licht-aus-Automatik, Nebelscheinwerfer, Türgriffe und Außenspiegel in Wagenfarbe lackiert, getönte Scheiben, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Radiovorbereitung mit 4 Lautsprechern, 2 Hochtönern und Dachantenne, längsverschiebbare Rückbank sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung zur Grundausstattung.

Als Extras kann ein Sonnendach für 690,- Euro, ein Color-Paket mit Metallic-Lack, Sitzbezügen mit Blau oder Rot, Lederlenkrad und –schaltknauf, Sitzheizung etc. für 990,- Euro sowie eine Vierstufen-Automatik für 1.190,- Euro geordert werden. Die Metallic-Lackierung alleine kostet 490,- Euro Aufpreis.

Serienmäßig ist die Dreijahres-Fahrzeuggarantie ohne Kilometerbegrenzung,die Versicherungseinstufung lautet HPF 16, TK 15 sowie VK 17. Alle 15.000 km bzw. einmal im Jahr ist ein Ölwechsel fällig, alle 30.000 km oder alle zwei Jahre muss der Hyundai Matrix zur Inspektion.

Stand: Juni 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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