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Hyundai i20 1.2

Neuer Name – neues Spiel – neues Glück. Der i20 tritt die Nachfolge des erfolgreichen Getz an und ist ebenfalls als Drei- und Fünftürer zu haben, letzterer trudelt bereits dieser Tage beim Händler ein, feiert aber erst Anfang März seine offizielle Premiere. Der Dreitürer mit einem noch sportlicheren Look folgt gut einen Monat später. Mehr Auto, mehr Platz, mehr Ausstattung und doch im Preis beständig, sportliche Optik und ein sportliches Fahrwerk finden in den sportlichen Sitzen ihre Ergänzung. Die Schaltung hakelt ein wenig, trotzdem bringt schon der neue 1,2-Liter Einstiegsmotor mit 78 PS guten Fahrspaß und die ABS-Scheiben-Bremsen rundum haben den Koreaner gut im Griff.

Der Hyundai i20 zählt zwar immer noch zu den Kleinen ist aber gegenüber dem Getz um ein deutliches Stück gewachsen und erreicht nun die Länge von 3,94 Metern. Aber nicht nur die Ausmaße haben sich erheblich geändert … auch in punkto Optik erinnert nichts mehr an den Vorgänger.

An der Front sorgt ein schmaler Kühlergrill mit Chromleiste für Familienzugehörigkeit, aus dem Logo entwickeln sich markante Sicken, die in die Motorhaube laufen. Eine große Kühlluftöffnung setzt sich darunter in der Frontschürze fort, je nach Ausstattung flankiert von schön eingearbeiteten Nebelscheinwerfern. Die spitz zulaufenden Scheinwerfer ziehen sich lang nach hinten.

Die Radläufe sind eher dezent ausgestellt, sehr markant dagegen die seitlich verlaufende Kante in Höhe der Gürtellinie, die zum Heck hin schwungvoll nach unten verläuft. Genau gegenläufig schwingt sich die Sicke am Schweller nach oben.

Sanft senkt sich die Dachlinie nach hinten ab, die besonders am Heck kurzen Fahrzeugüberhänge sorgen mit dem wuchtigen Stoßfänger für einen bulligen Abschluss, der seinen Schwung vor allem aus den gewölbten, weit in die Seitenlinie reichenden Rückleuchten bezieht. Geschickt hat Hyundai sein Logo in den Heckklappengriff integriert.

Die gewachsenen Außenmaße sind natürlich auch innen spürbar und so fühlt man sich im i20 auch als Großgewachsener wohl. Die Platzverhältnisse sind vorne wie hinten optimal, sogar 1,80 Meter große Mitfahrer haben noch Luft im Bein- und Kopfbereich. Die Türen öffnen schönweit und ermöglichen einen sehr bequemen Ein- und Ausstieg.

Die verwendeten Materialien bestehen zwar weiterhin hauptsächlich aus Hartplastik, wirken aber keineswegs billig und sind solide verarbeitet.

Aluapplikationen an der Mittelkonsole und sogar am Lenkrad sorgen bereits ab der Basisversion für angenehme Auflockerung, mit einer noch schickeren Metalloptik setzt dann die Topvariante Style Akzente.

Rote Nähte an den Sitzen machen sich richtig gut und noch mehr Farbe bekennt das Color-Paket, hier sind die Sitzflächen und Türarmlehnen entweder in knalligem rot oder strahlendem blau gehalten. Beim Style ist dies sogar serienmäßig und für die Comfort-Variante für 650,- Euro zu haben, zugleich ist eine Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierung im Lieferumfang enthalten.

Die angenehm straff gepolsterten Sitze bieten guten Seitenhalt, könnten aber in der Auflagefläche etwas länger sein. Neben den Standardverstellmöglichkeiten ist der Fahrersitz auch in der Höhe variierbar und das Lenkrad ist längs- und neigungsverstellbar.
Man sitzt etwas erhöht und überblickt von hier sehr gut die zwei chromumrandeten Rundinstrumente sowie die optimal erreichbaren Bedienelemente.

Neben dem klimatisierten Handschuhfach finden sich in den Türen, der Mittelkonsole und zwischen den Sitzen zahlreiche Ablagemöglichkeiten. In den Ausstattungen Comfort und Style sind außerdem ein Ablagefach unter dem Kofferraumboden sowie ein Gepäcknetz untergebracht.

Auch der Kofferraum selbst profitiert von den Veränderungen,denn er fasst nun 295 bis 1.060 Liter. Letzteres erreichen Sie durch ein Hochklappen der Sitzfläche und anschließendes Umlegen der Lehne, die so entstandene Fläche ist allerdings nicht eben. Die Kofferraumklappe öffnet schön weit und die Ladekante ist angenehm niedrig, was das Be- und Entladen vereinfacht.

Das Fahrwerk wurde ganz auf die Wünsche der europäischen Autofahrer ausgerichtet und so ist die Fahrwerksabstimmung (Einzelradaufhängungen mit Schraubenfedern und Gasdruckstoßdämpfern rundum, vorne an McPherson-Federbeinen mit Stabilisator, hinten an Verbundlenkerachse) schön knackig straff, aber dennoch mit ausreichend Komfort versehen.

Und so machen ihm Schlaglöcher, Bodenunebenheiten und Querrillen nicht wirklich zu schaffen. Er liegt stets sicher und angenehm auf der Straße, dass gilt auch bei höheren Geschwindigkeiten. Deutliche Motor- und Windgeräusche muss man jedoch bereits ab Tempo 100 in Kauf nehmen.

In flott gefahrenen Kurven hat die elektronische Stabilitätskontrolle alles gut im Griff, nur die Lenkung verhärtet bei schnellen Richtungswechseln in der Mittellage, ist ansonsten aber ausreichend direkt und angenehm leichtgängig.

Auch die ABS-Bremsanlage mit elektronischer Bremskraftverteilung sowie Scheibenbremsen rundum hat den Kleinen gut im Griff, reagiert ausreichend schnell und ist angenehm zu dosieren.

Die Motorenpalette umfasst zum Marktstart drei Benziner mit 78, 101 und 126 PS sowie einen 1,6-Liter-Diesel mit 116 PS. Ende des Jahres wird ein kleinerer Diesel folgen, derdann als iBlue-Spritsparmodell u. a. mit Start-Stopp-Automatik zu haben sein wird und weniger als vier Liter verbrauchen und unter 100 Gramm CO2 ausstoßen soll.

Die derzeitigen Motoren sind mit Ausnahme des Einstiegsmotors soweit aus dem Hyundai-Sortiment bekannt, der 1,2 Liter Vierzylinder-Einsteiger mit 78 PS ist dagegen eine Neuentwicklung, mit dem der i20, anders als erwartet, richtig gut motorisiert ist. Für einen zügigen Vortrieb will er natürlich bei Drehzahllaune gehalten werden, macht dann aber eine ebenso gute Figur wie im Stadtverkehr, wo der Kleine optimal zuhause ist.

Und hier werden dann auch die Beschleunigung von Null auf 100 in 12,9 Sekunden ebenso nebensächlich wie die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h, die er aber in jedem Fall mühelos erreicht. Seine 57 kW / 78 PS werkeln nicht unbedingt laut aber doch akustisch stets präsent vor sich hin, wer das maximale Drehmoment von 119 Nm (bei 4.000 U/min) rauskitzelt und den Motor bis an die Drehzahlgrenze von 6.000 Touren hochjubelt, wird von einem kernig-lauten Motorbrummen begleitet.

Der 1,2 Liter im Hyundai i20 steht aber vor allen Dingen für Sparsamkeit, laut Hersteller begnügt er sich mit 5,2 Liter Super Bleifrei auf 100 Kilometer im Mix. Bei eher flotter Fahrweise im Rahmen unserer Testfahrt genehmigte sich der Kleine aber gut einen Liter mehr, reine Überlandfahrten sollen aber auch mit 4,5 Litern pro 100 km möglich sein. Der CO2-Ausstoß liegt bei 124 Gramm, doch leider erfüllen momentan alle Hyundai-Aggregate nur die Abgasnorm Euro4.

Der brandneue 1,2-Liter-Motor wird für den i20 Classic und den i20 Comfort angeboten, den größten Absatz erwarten die Koreaner aber mit dem 1,4 Liter-Vierzylinder, der wiederum für die Ausstattungslinien Comfort und Style angeboten wird. Dieser Motor leistet 74 kW / 101 PS, ein maximales Drehmoment von 137 Newtonmetern, schafft er den Spurt von Null auf 100 km/h in 11,6 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h. Mit sechs Litern Durchschnittsverbrauch und CO2-Emission von 142 Gramm pro Kilometer macht aber auch dieses Aggregat einen guten Eindruck.

Optional steht für diesen Motor eine Vierstufen-Automatik zur Verfügung, ansonsten werden die Benziner allesamt mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe bestückt, das leider nur etwas hakelig geführt ist. Für den Diesel steht dagegen ein Sechsgang-Schaltgetriebe bereit.

Alles andere als selbstverständlich ist die sehr gute Sicherheitsausstattung des i20. Im Gegensatz zu zahlreichen Mitbewerbern ist der Hyundai serienmäßig mit Front- und Seitenairbags vorn, Vorhangairbags über die gesamte Länge, Dreipunkt-Sicherheitsgurten rundum, vorne höhenverstellbar sowie mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, aktiven Kopfstützen auf den vorderen Plätzen, Isofix-Kindersitzbefestigungen auf den äußeren Sitzplätzen im Fond, dem elektronischen Stabilitätsprogramm ESP inklusive Traktionskontrolle TCS und einem Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung sowie Scheibenbremsen rundum bestückt.

Mit dem Preis hat sich Hyundai nichtnur sehr am Erfolgshit Getz orientiert, je nach Motorisierung und Ausstattung ist für den Kunden sogar eine Preisersparnis drin. Die Ausstattungslinien unterteilen sich wie gehabt in Classic, Comfort und Style, die Preise erstrecken sich dabei von 11.250,- Euro (i20 1.2 Classic) über 14.280,- Euro (i20 1.4 Comfort) bis hin zu 17.240,- Euro (i20 1.6 CRDi Style). Diese Preise gelten jeweils für die Dreitürervarianten, zwei weitere Türen verlangen einen Mehrpreis von je 750,- Euro.

Um nicht zu sehr auszuschweifen, sei hier nur ein kurzer Auszug der serienmäßigen Features erwähnt:
i20 Classic – Scheinwerfer mit Licht-aus-Automatik, Zentralverriegelung, höhenverstellbarer Fahrersitz, Drehzahlmesser, ein Audiosystem mit RDS-Radio, CD-Player inklusive MP3-Abspielfunktion, AUX-Zusatzanschluss und vier Lautsprechern.

i20 Comfort – in Wagenfarbe lackierte Türgriffe, elektrisch verstellbare Außenspiegel, getönte Verglasung, 15-Zoll-Bereifung, Klimaanlage mit gekühltem Handschuhfach, elektrische Fensterheber vorn, schlüsselintegrierte Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, Audioanlage mit USB-Zusatzanschluss sowie zwei Kartenleselampen vorne.

i20 Style – Nebelscheinwerfer, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, serienmäßige Color-Sitze, Metall-Dekor, Klimaautomatik, eine Audioanlage mit sechs Lautsprechern und Lenkradfernbedienung, Bordcomputer, beim Fünftürer elektrische Fensterheber rundum, Leder-Lenkrad sowie -Schalthebel, Alarmanlage und ein Gepäcknetz.

Zahlreiche Extra-Pakete stehen noch zurbeliebigen Individualisierung parat. Ebenso die Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierung für 400,- Euro oder ein elektrisch betätigtes Hub-/Schiebedach für 750,- Euro für die Versionen Comfort und Style.

Stand: Februar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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