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Fiat Punto EVOlution statt Revolution

Aus Grande Punto wird Punto Evo. Klingt nach einem völlig neuen Modell, ist es aber nicht. Vielmehr handelt es sich um ein Facelift mit zahlreichen Innovationen, leicht veränderter Optik und neuen Motoren. Der bisherige Grande Punto bleibt sogar als „Sparmodell“ weiterhin im Angebot. Der 77 PS starke 1,4 Liter Benziner soll laut Fiat auch in Zukunft das Volumenmodell bilden, wir sind es im Rahmen der Pressevorstellung für Sie gefahren. Er ist im Alltag okay, für flotteres Fahren aber zu schwach. Auch des Fahrwerk schwächelt etwas und die Lenkung bringt für schnelle Kurven nicht genügend Gefühl mit. Unser Testwagen startet bei 12.150,- Euro, es geht aber noch günstiger …

Die neue Punto-Generation ist um nur wenige Zentimeter gewachsen, wirkt aber dank optischer Retuschen an den Scheinwerfern und Rückleuchten, veränderten Schürzen rundum, einigen Chromakzenten und dem serienmäßigen Tagfahrlicht deutlich erwachsener und edler.

Die Schutzleisten an den Seiten sind je nach Wahl in Schwarz, Titan oder Wagenfarbe ausgeführt. Außerdem unterscheiden sich die Ausstattungsreihen „Linea Sportiva“ und „Style“ in weiteren Details wie z.B. den Stoßfänger und dem Kühlergrill sowie den Scheinwerfern. Für den sportlichen Flair sorgen auf Wunsch ein Dachspoiler sowie die in Wagenfarbe lackierten Seitenschweller.

Apropos Farbe, die umfangreiche Auswahl enthält neben einer Pastell- und zwei Sonderpastellfarben zehn Metallic-Lacke, darunter Farben, die eigens für dieses Fahrzeug kreiert wurden. Ebenfalls speziell für den Punto Evo entworfen und nur für ihn vorgesehen gibt es vier eigene Felgendesigns von insgesamt acht möglichen.

Mit unterschiedlichen Dekorsets lässt sich das Fahrzeug zusätzlich aufwerten und individualisieren. Für alle gleichist die auch weiterhin breite C-Säule, die den Blick nach hinten sehr einschränkt, doch auch das Ende der abfallenden Motorhaube ist für den Fahrer nicht einsehbar.

Im Interieur punktet der neue Punto mit viel mehr Farbe und Pepp, zumindest dann, wenn es der Kunde möchte. Unsere Testwagen waren leider alle noch in schwarz gehalten und auch nicht mit dem schicken Ambiente-Licht ausgestattet. Um Ihnen diesen schönen Anblick jedoch nicht vorzuenthalten, sehen Sie in unserer Bildergalerie ausnahmsweise ein Interieurfoto von Fiat.

Im gesamten Innenraum wurde zwar reichlich Hartplastik verarbeitet, doch dieses wirkt nicht billig und gerade der Material- und Optik-Mix sorgt für ein lebendiges Interieur. Zierteile in Klavierlack-Optik, silberne Applikationen (Weiß in der Ausstattung Sport) sowie glänzende Chromleisten um Radio, Klima und Lüftung runden das Bild harmonisch ab.

Der jeweilige Stoff- oder Lederbezug der Sitze taucht auch wieder in Teilen der Türverkleidung auf. Das Gestühl ist kleinwagentypisch für große Passagiere etwas zu kurz in der Sitzauflage, ansonsten aber mit gutem Seitenhalt bestückt, angenehm straff gepolstert wie auch mit einer sportlichen Optik versehen.

Alles in allem liegen die Anzeigen und Bedienelemente gut im Blick, die Schalter sind zwar an sich recht schmal ausgeführt, aber dank der lockeren Platzierung einfach in der Handhabung. Ebenfalls spielerisch einfach in der Bedienung zeigt sich das Infotainmentsystem Blue&Me, das über eine Bluetooth-basierte Freisprecheinrichtung inklusive SMS-Leser und Fahranalyse-Software eco:Drive verfügt. Dieses System lässt sich mit dem neu entwickelten Blue&Me TomTom ergänzen, dass sich mittels 4,3 Zoll großen Touchscreen-Farbbildschirm, Sprache oder durch Multifunktionstasten im Lenkrad steuern lässt.

Hiermit können die von eco:Drivegesammelten Daten in Echtzeit optisch dargestellt werden und bieten dem Fahrer, u.a. durch Hinweise zum optimalen Schaltzeitpunkt weitere Möglichkeiten, Kraftstoff einzusparen. Des weiteren können bei Bedarf nächstgelegene Tankstellen in die jeweilige Routenführung mit einberechnet werden. Das Blue&Me TomTom ist in jedem Fall zu empfehlen, zudem der Preis, der sich aus 349,- Euro für das Gerät und 60,- Euro für die Vorrichtung zusammensetzt, ein super Angebot ist.

Im Bereich Platzangebot muss sich der Punto Evo jedoch Schwächen eingestehen. Während große Insassen auf dem Fahrersitz noch gut sitzen, treten schon auf der Beifahrerseite Probleme auf. Der Sitz ist nicht in der Höhe verstellbar und so stößt man bei aufrechter Haltung und einer Körpergröße von 1,85 Meter schon an seine Grenzen. Und bereits ab 1,80 Meter ist hinter gleich großen Fahrern die Beinfreiheit im Fond völlig ausgeschöpft.

Wie bisher bietet der Kofferraum ein Stauvolumen von 275 Liter, das sich nach Umklappen der Rücksitze auf bis zu 1.030 Liter vergrößern lässt. Je nach Ausstattungsvariante, lässt sich die Rückbank im Ganzen oder asymmetrisch geteilt umlegen. Als Öffner für die Heckklappe dient das Markenlogo. Die uns dann erwartende Ladekante sowie die darauf folgende Schwelle sind recht hoch und verlangen gerade bei schweren Gegenstände viel Kraft um diese herauszuheben.

Ein Zuwachs erhielt dagegen die Anzahl der Staumöglichkeiten. So finden kleinere Gegenstände in diversen Fächern oder dem großen Türstaufach ihren Platz, die Halterung für Getränke fassen jedoch nur kleine 0,5 Liter-Flaschen.

„Alles beim Alten“, so haben es die Ingenieure beim Fahrwerk und deren Eigenschaften gehalten. Es bleibt somit bei der Fahrwerkskonstruktion mit McPherson-Einzelradaufhängungen vorne und einerVerbundlenker-Hinterachse.

Elektronische Fahrassistenzsysteme sind mittlerweile auch im Kleinwagen-Segment nicht mehr wegzudenken und so kann auch der neue Punto Evo mit einem Anti-Blockier-System (ABS) inkl. elektronischem Bremskraftregler (EBD), dem elektronischen Stabilitäts-Programm (ESP) mit Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) sowie – neu hinzugekommen – einer Berganfahrhilfe (Hill Holder) dienen.

Die elektrisch unterstützte Servolenkung Dualdrive hätte gerne präziser arbeiten dürfen, während es bei Stadtfahrten noch in Ordnung geht, vermittelt die Lenkung in schnell gefahren Kurven ein eher schwammiges, ungenaues Gefühl.

Zudem legt sich das Fahrzeug spürbar in die Kurve und schiebt über die Vorderräder nach außen, gerade bei Nässe. Es bleibt aber dank ESP jederzeit leicht beherrschbar und gutmütig. Eine gewisse Feinabstimmung fehlt im Gesamten, so weist er sowohl beim sportlichen Ritt aber auch beim komfortablen Gleiten spürbare Schwächen auf. Hier dringen Schlaglöcher und Bodenunebenheiten spürbar ins Innere.

Das Hauptaugenmerk der Fiat Ingenieure lag beim neuen Punto eindeutig bei den Motoren. Unter den insgesamt sieben Motorisierungen stechen besonders die neuen MultiAir-Motoren sowie der neue Multijet-Diesel hervor.

Die MultiAir-Sauger sind je nach Wunsch mit 105 PS oder 135 PS Turbo-PS erhältlich, letzterer steht erst Anfang nächsten Jahres zur Verfügung, und die kleinere Variante konnten wir bisher auch schon im Alfa Romeo MiTo erfahren.

Nach eigenen Angaben wird jedoch weiterhin der 77 PS starke 1.4-Benziner das Hauptvolumen bilden. In Anbetracht der enormen Mehrleistung bei geringeren Verbrauchswerten und der minimalen Aufpreise (zwischen 850,- und 2.300,- Euro) sollte die neue MultiAir-Technologie diesen Vorsprung allerdings rasch einholen.

Der von uns gefahrene 1.4 8V erreicht in derBasis nur Euro4, ist jedoch für zusätzliche 350,- Euro mit der Stopp-Start-Automatik ausgerüstet und spart nicht nur zusätzlich Kraftstoff, sondern verfügt dann auch über die Euro-5-Norm.

Das Aggregat leistet 57 kW / 77 PS kombiniert mit einem maximalen Drehmoment von 115 Nm. Im Alltag sorgt das für ausreichend Vortrieb, sobald man es aber eiliger hat wirkt das Triebwerk etwas zäh und wird wenn gefordert auch recht laut. Der Mixverbrauch liegt bei durchschnittlicher Fahrweise um die 5,9 Liter, das Start&Stopp-System reduziert diesen Wert um weitere 0,2 Liter und senkt auch die CO²-Werte von 139g auf 132 g/km.

Das in Zukunft erhältliche halbautomatische Dualogic-Getriebe erreicht hier sogar eine weitere Minimierung. Wer noch mehr sparen möchte sollte sich bis Anfang 2010 gedulden, dann wird eine Natural Power-Variante mit Erdgas-Betrieb folgen.

Ob Start-Stopp-Automatik oder nicht, das Fahrzeug beschleunigt in 13,2 Sekunden von null auf Tempo 100 und erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 165 km/h. Das in unserem Testwagen verbaute Fünfgang-Schaltgetriebe geht insgesamt in Ordnung, die Schaltwege sind ausreichend kurz und sogar störende Hakler sind nicht zu spüren.

Fiat bietet für einen Kleinwagen einen vorbildlich sehr hohen Sicherheitsstandard und lässt die meisten seiner Mitbewerber deutlich hinter sich. Nur der Ford Fiesta bietet ebenfalls den serienmäßigen Knie-Airbag auf der Fahrerseite an. So bietet der Punto Evo insgesamt sieben Airbags: Front- und Seiten-Airbags vorn und durchgehende Kopfairbags.

Desweiteren dienen ein spezieller Seitenaufprallschutz in den Türen, Sitze mit Anti-Submarining-Struktur, Dreipunkt-Sicherheitsgurte inklusive Gurtstraffer und Gurtwarner, Isofix im Fond, das Feuerschutzsystem FPS und die bereits erwähnten Fahrassistenzsysteme
Ihrer Sicherheit. Gegen einen Aufpreisvon 100,- Euro erhalten Sie außerdem aktive Kopfstützen für die Sitzplätze vorn.

Der Fiat Punto Evo wird als Drei- und Fünftürer in jeweils vier Ausstattungsvarianten erhältlich sein, wobei sich diese unter Linea Style und Linea Sportiva eingeordnet aus den Versionen Active, Dynamic, Racing und Sport zusammensetzen.

Der Einsteiger „Active“ startet bei 11.550,- Euro als Dreitürer und in der fünftürigen Version bei 12.350,- Euro, stets in Verbindung mit dem 1.2 8V. Außerdem erhältlich, der 12.150,- bzw. 12.950,- Euro teure 1.4 8V. Letzterer ist bereits als Start-Stopp-Version nicht mehr mit der Basisvariante kombinierbar. Hier gehen die Preise bei 13.950,- Euro los.

Die Dynamic-Variante ist nicht nur für alle Motorisierungen verfügbar, sondern über die Basisausstattung hinaus (Servolenkung, Zentralverriegelung, in der Höhe und axial verstellbares Lenkrad, elektrisch verstellbare Außenspiegel und elektrische Fensterheber vorne) mit Multifunktionstasten am Lenkrad, einem RDS-Highclass-Autoradio mit CD- und MP3-Player, einer asymmetrisch umklappbaren Rücksitzbank, einer Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung, in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel und Türgriffe sowie einer manuellen Klimaanlage versehen.

Die Linie Racing und Sport verfügen zudem über Nebelscheinwerfer mit integrierter Abbiegelicht-Funktion, ein Lederlenkrad, die Bluetooth-Freisprecheinrichtung Blue&Me, beheizbare Außenspiegel, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, spezifische Schürzen rundum, getönte Scheiben hinten, verchromte Einstiegsleisten sowie abgedunkelte Scheinwerfergläser. Oder im Falle „Sport“ über 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, einen Dachspoiler und Seitenschwellern in Wagenfarbe sowie verchromten Außenspiegelgehäusen.

Beide sind jedoch nicht für den 1.4 8V in Verbindung mit der Start-Stopp-Automatik erhältlich, ohnewiederum schon, ebenfalls ist die Linea Sportiva mit den neuen MultiAir- und Multijet-Motoren bestellbar. Eine Vielzahl an optionalem Zubehör für alle Ausstattungsvarianten finden Sie selbstverständlich in der Preisliste.

Stand: November 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind / Fiat

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