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Fiat Freemont – Man nehme Chrysler’s Dodge Journey…

Die Symbiose zwischen Fiat und Chrysler bringt ihren ersten Sprössling hervor – den Fiat Freemont. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug, basierend auf dem Van Dodge Journey. Doch die Italiener haben mehr als nur ein neues Markenlogo angebracht. Die auf Familien zugeschnittene und mit mehr als 30 möglichen Sitzkonfigurationen sehr variable Großraumlimousine ist ein wahrer Italo-Ami. Während bereits die Namensgebung für einen Fiat ungewöhnlich amerikanisch ist, lässt auch die äußere Hülle diese Wurzeln deutlich erkennen. Die Abstimmung des Fahrwerks sowie die Motoren entsprechen dagegen ganz den europäischen Bedürfnissen. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch üppig bestückte Ausstattungsniveaus zu attraktiven Preisen.

Dass der neue Freemont auf dem Dodge Journey basiert, daraus machen die Italiener wahrlich kein Hehl. Fiat hat darauf verzichtet, dem Freemont seinen typischen Markenstempel aufzudrücken und so nur leichte Retuschen vorgenommen, die vor allem den Kühlergrill und die LED-Rückleuchten betreffen.

So ist der Freemont zwar noch immer eine imposante Erscheinung, musste aber ein wenig vom bulligen Dodge-Gesicht abgeben. Für einen Hauch von Abenteuer sorgt die mächtige Frontschürze mit angedeutetem Unterfahrschutz, Kraft demonstrieren die stark ausgestellten Radhäuser.

Sachlicher gibt sich die gesamte Seitenansicht mit klaren Linen und Flächen, und so tritt auch das Heck an, dass mit dem angedeuteten Diffusor und dem Dachkantenspoiler dem Familienauto einensportlichen Stempel aufdrückt.

Im Innenraum setzt sich der italienische Freemont spürbar von der amerikanischen Basis ab. Das beginnt bereits beim Sitzkonzept. Während der Ami serienmäßig über fünf Sitze verfügte und um zwei zusätzliche Sitzmöglichkeiten optional erweiterbar war, verlangt Fiat für den von vorne herein mit drei Sitzreihen bestückten Freemont einen Aufpreis von 500,- Euro, um diesen als Fünfsitzer ausgeliefert zu bekommen.

Bevor wir jedoch auf die diversen einzelnen Konfigurationsmöglichkeiten eingehen, sehen wir uns zunächst die rundum neu gestaltete Armatureneinheit an. Diese wirkt in sich stimmiger, aufgeräumter und im Ganzen moderner und zeigt sich intuitiv in der Bedienung und im direkten Vergleich anmutiger.

Schwungvoll zieht sich eine breite, silberfarbene Applikation über das gesamte Armaturenbrett, des weiteren finden wir diese Elemente am Multifunktionslenkrad, den Türen und dem Kombiinstrument mit zwei großen Rundinstrumenten im klassischen Look.

Die Sitze entsprechen gutem Klassenniveau und bieten je nach Ausstattungslinie einen sechsfach elektrisch verstellbaren Fahrersitz inklusive vierfach justierbarer Lordosenstütze und einen umlegbaren Beifahrersitz. Wer möchte, kann diese um eine Teillederausstattung wie auch eine Sitzheizung erweitern.

Die einzelnen Sitzreihen sind stufenweise erhöht montiert und garantieren stets eine gute Aussicht. Selbst als Großgewachsener nehmen wir sowohl auf dem vorderen Gestühl als auch in der mittleren Reihe sehr bequem Platz. Nicht untypisch für einenSiebensitzer ist die spürbar engere dritte Sitzreihe, die wir zwar an sich, dank der Tip ‚N Slide-Entriegelung ohne große Verrenkungen erreichen, aber dann doch nur auf kürzeren Strecken dort verweilen wollen. Allerdings lässt sich auch hier die Neigung der Lehne um bis zu sechs Grad verstellen.

Um auch in der letzten Reihe angenehm temperiert zu reisen, stattet der italienische Konzern den Freemont serienmäßig mit einer Drei-Zonen-Klimaautomatik aus, die sich hier über Drehknöpfe im Dachhimmel problemlos steuern lässt.

Die Plätze der zweiten Sitzreihe lassen sich zudem um insgesamt zehn Zentimeter in Längsrichtung verschieben und verfügen über das pfiffige Child Booster-System. Die aus den Sitzflächen herausklappbaren Polster bieten mit der daraus resultierenden Erhöhung eine problemlose und ideale Anschnallmöglichkeit für die kleineren Passagiere. Des weiteren lassen sich die Sitze asymmetrisch im Verhältnis 60/40 – wie auch die Plätze 6+7 – teilen und umklappen, wodurch eine ebene Ladefläche geschaffen wird.

Der gut zu beladende Kofferraum umfasst nun 1.461 Liter, über 10 mal mehr als bei voller Bestuhlung. Unzählige Verstaumöglichkeiten wie z.B. die zwei verschließbaren Fächer im Boden der zweiten Sitzreihe nehmen diversen Kleinkram praktisch auf.

Die Flexibilität perfekt macht der optional bestellbare Beifahrersitz mit einem in der Sitzfläche integrierten Staufach, dessen Lehne sich zusätzlich nach vorn klappen lässt, um auch sperrige und vor allen Dingen lange Gepäckstücke mühelos zutransportieren.

Weniger Ami – mehr Europäer! Das gilt auch für das Fahrwerk. Mit einer McPherson-Einzelradaufhängung und Schraubenfedern, Gasdruck-Stoßdämpfern und Stabilisator sowie einer Mehrlenker-Hinterachs-Konstruktion bestückt, kommt der Freemont überraschend straff daher. So wankt und schaukelt die Karosserie nur sehr gering und das selbst bei flotterer Kurvenfahrt – wenn er sich aber auch zweifelsohne beim gemütlichen Dahincruisen wohler fühlt. Während Wind- und Abrollgeräusche durchaus im Rahmen liegen, ist das Dieselbrummen hauptsächlich unter Volllast deutlich zu vernehmen.

Dem europäischen Standard entspricht auch die Lenkung, die ein präzises Einlenkverhalten bietet und sich stets ohne großen Aufwand handeln lässt. Während wir im Rahmen unserer ersten Ausfahrt die rein frontangetriebenen Varianten erfahren durften, legt Fiat in naher Zukunft auch eine Allradversion nach.

Und auch diese wird, wie die Fronttriebler, mit diversen elektronischen Fahrhilfen an den Start gehen. Zu denen zählen nicht nur das Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung, das elektronische Stabilitätsprogramm in das die Motorschleppmomentregelung integriert ist, sowie die Traktionskontrolle, das Überrollschutzsystem und die intelligente Anhängerpendelstabilisierung.

Die Bremsen sind ohne großen Kraftaufwand angenehm zu dosieren und verzögerten stets zuverlässig. Mit einem Bremsassistenten sowie einer Berganfahr-Hilfe wartet die Bremsanlage zudem auf.

Die Auswahl der Motoren wirkt zur Markteinführung zunächst etwasmager, mit nur zwei 2.0-Liter-Multijet-Dieseltriebwerken, die in den Leistungsstufen 103 kW (140 PS) und 125 kW (170 PS) erhältlich sind, verzichten die Italiener auf eine Benzineralternative wie auch auf ein Start-Stopp-System. Dennoch überzeugen die Multijet-II-Motoren durch Effizienz und sind schon heute auf die 2014 geltenden Abgaswerte vorbereitet.

Während die beiden Motorisierungen in punkto Verbrauch mit 6,4 Liter im Schnitt und 169 g/km CO2-Emissionen sowie einem maximalen Drehmoment von 350 Newtonmeter gleichauf liegen, differieren sie in der Beschleunigung wie auch in der Topspeed wie folgt:

Das 170 PS-Triebwerk schafft den Spurt von Null auf Hundert in elf Sekunden und lässt damit den kleineren Diesel 1,3 Sekunden hinter sich. Bei der Höchstgeschwindigkeit sind es zwölf Stundenkilometer und somit zieht der Topdiesel bis 197 km/h durch. Trotz der nihct gerade gewaltigen Abweichungen, entpuppte sich der größere Diesel als angenehmer und souveräner, was zudem an dem länger zur Verfügung stehenden maximalen Drehmoment liegt.

Beide Aggregate sind an ein angenehmes und exakt zu schaltendes Sechsgang-Getriebe gekoppelt. Eine Automatik mit ebenfalls sechs Schaltstufen folgt im November und wird sich dann auch in den 4×4-Versionen wiederfinden.

Seien es die zweistufig auslösenden Frontairbags, die Seiten- und Window-Airbags, wobei diese auch die hinteren Passagiere schützen, oder die Dreipunkt-Sicherheitsgurte auf allen Sitzplätzen sowie die aktiven Kopfstützen vorn, im Freemont zählen diese Features zum serienmäßigenLieferumfang.

Die Kindersicherheit hält neben den drei ISOFIX-Befestigungsmöglichkeiten in Reihe zwei zudem das praktische Child Booster-System bereit. Dabei handelt es sich um ausklappbare Kindersitze, die eine Sitzerhöhung von rund zehn Zentimeter zur Folge haben.

Während sich die vorläufige Auswahl an Motoren und Ausstattungslinien sehr übersichtlich gestaltet, so umfangreich präsentieren sich die einzelnen Ausstattungsreihen.

Bereits die Basis ab 25.990,- Euro, ausschließlich mit der 140 PS Motorisierung verfügbar, weist Ausstattungsdetails wie die Drei-Zonen-Klimaautomatik, einen Tempomat, das schlüssellose Zugangs- und Startsystem „Keyless Entry&Go“, elektrische Fensterheber rundum, ein längs- und höhenverstellbares Lenkrad, das Entertainment-System mit Bedientasten am Lenkrad, MP3-fähigem CD-Player, 4,3-Zoll-Touchscreen und sechs Lautsprechern auf.

Die Ausstattungsvariante Urban für 27.290,- bzw. 28.790,- Euro in Verbindung mit dem Topdiesel verwöhnt zudem mit einer Bluetooth-Freisprechanlage, einer Lichtautomatik, Lenkrad und Schaltknauf in Leder, Einparksensoren hinten, einem elektrisch verstellbaren Fahrersitz, einem umklappbaren Beifahrersitz mit integriertem Staufach, abgedunkelten hinteren Scheiben und so einigem mehr.

Trotz dieser Menge an Annehmlichkeiten ist es dem Kunden möglich, seinen Freemont optional um Ledersitze, eine Sitzheizung, 19 Zoll große Leichtmetallräder, ein Entertainment-System für die hinteren Sitzreihen mit DVD-Player, Fernbedienung und zwei Kopfhörern oder aber einem praktischenDachträgersystem zu ergänzen.

Zu einem späteren Zeitpunkt folgt außerdem die Option auf ein Navigations- und Entertainment-System mit 8,4 Zoll großem Display sowie die Möglichkeit, den Freemont mit einer Rückfahrkamera auszurüsten.

Stand: Oktober 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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