// Fahrbericht / Fiat Doblò Kastenwagen 1.3 JTD 16V

Fiat

Fiat Doblò Kastenwagen 1.3 JTD 16V

Als Fiat Doblò Cargo haben Sie die ganz große Auswahl. Verblecht, verglast, teilverglast, mit Heckklappe oder Hecktüren, mit einer, zwei oder ohne seitliche Schiebetüren, mit 4,39 Meter Länge oder 4,74 Meter, mit flachem oder hohem Dach, ja sogar als Fahrgestell mit Flachboden, mit Pritsche, mit Kühlbox … mit zahlreichem Zubehör vom Dachträger über Laderaum-Verkleidungen bis hin zur Anhängerkupplung und wenn Sie wollen sogar ganz edel mit farbigem Innenraum, auch mit Kunstledersitzen oder schicken 16 Zoll Alufelgen. In Schwarz und Weiß oder vielen Metallic-Farbtönen. Mit kleinem 1,3 l Diesel mit 90 PS, mit 1,9 l Diesel mit 100 PS, als kleiner und großer Benziner, als Erdgasvariante und, und, und. Ab 12.700,- Euro plus MwSt.

Liegt es daran, dass es den Doblò Cargo auch als Kombi mit fünf Sitzen für die ganz normale Familie gibt, oder weil es auch nicht aufwändiger war, ein schickes Nutzfahrzeug zu bauen? Fakt ist, dass der kleine italienische Nützling richtig attraktiv aussieht, auch in der von uns gefahrenen Kastenwagen-Version ohne Fenster am Ladeabteil.

Die großen Frontscheinwerfer ähneln Tropfen, die der Fahrtwind nach hinten weht, dazwischen ein mächtiger Kühler, der bis tief in die Frontschürze reicht, in die Rammschutzflächen integriert sorgen die Nebellampen für einen gelungene Auftritt.
Und auch die Seitenansicht macht auch mit verblechtem Ladeabteil eine gute Figur, die markante Sicke die sich unterhalb der Seitenfenster dynamisch nach hinten ansteigend schwungvoll mit der abfallenden Dachlinie vereint macht den Cargo schon im Stand schnell. Echte Türgriffe auch an der Schiebetür sorgen für einfaches Öffnen und eine gute Angriffsflächefalls es mal zu einer Unfallbergung kommen sollte.

Wie es sich für einen kleinen Transporter gehört, fällt das Heck steil ab um möglichst viel Laderaum zu bieten. Anstelle der beiden asymmetrisch geteilten Flügeltüren können Sie auch eine Heckklappe ordern, die ist dann immer verglast, bei den Türen haben Sie die Wahl. Immer ist das Ganze mit einer niedrigen (545 mm hoch) und gut geschützten Ladekante und einer kunststoffbeschichteten Stoßstange verbunden.

Und so wie wir es von einem Europäer erwarten, ist die kleiner Tür dem Bürgersteig zugewandt, beide Türen lassen sich einfach entsperren und dann praktisch auf 180° öffnen – und damit sind wir auch schon im Innenraum angelangt, der beim Doblò Cargo das Wort Raum auch echt verdient.

Klar, auch bei diesem Transporter ragen die Radkästen etwas in den Laderaum hinein, hier ist die nutzbare Breite 1.230 mm, aber irgendwo müssen die Räder ja schließlich hin. Drumherum reicht die Breite von 1.518 bis 1.714 mm, dazu kommen eine Höhe von 1.305 mm und eine Länge von 1.820 mm, was zu einem nutzbaren Stauraum von 3,4 m³ führt. Dazu gesellt sich eine maximale Zuladung von 750 kg und wenn man den Beifahrersitz umklappt, gehen dank klappbarem Gitter sogar bis zu 3 Meter lange Gegenstände rein.

Wer damit immer noch nicht genug hat, der muss auf den Cargo Maxi aufstiegen, der mit einer Laderaumlänge von 2.170 mm ganze 4,3 m³ Stauraum bietet, oder Sie ordern den „Kurzen“ als Hochdach, dann gehen auch hier 4,0 m³ rein und die nutzbare Höhe wächst auf 1,55 m an.

Sechs Verzurrösen sind im Boden integriert, wer eine absolut glatte Fläche braucht, kann gegen Aufpreis eine Verkleidung der Ladefläche und der Seitenwände ordern. Ansonsten kann beim Schieben derGegenstände über den Serienboden an den Erhöhungen schon mal was hängen bleiben. Als nützlich kann sich auch die ausziehbare Laderampe für die seitlichen Schiebetüren erweisen, die optionale Heckladerampe kann bis zu 250 kg tragen.

Als Kastenwagen ist der Doblò Cargo vorne mit zwei Sitzen ausgestattet, die ausreichend groß dimensioniert sind, wenn auch in der Breite etwas schmal ausgefallen, dafür aber angenehm straff gepolstert. Auch der Seitenhalt ist ausreichend für einen Transporter, obwohl man die sportlichen Ambitionen des Doblò nicht unterschätzen sollte. Der Ein- und Ausstieg gelingt ganz bequem, die Sitzposition ist etwas erhöht, was auch der Übersicht zugute kommt. Die ist naturgemäß bei einem Kastenwagen ohne Verglasung im Ladebereich ziemlich eingeschränkt, schon der Blick nach schräg hinten endet an der B-Säule, ein Umstand, der stets eine gewisse Eingewöhnung erfordert.

Da fördert der Blick nach vorne doch nur besseres zutage, und das nicht nur wenn er aus dem Fenster fällt. Die großen, klassischen Rundinstrumente sind gut ablesbar, das Lenkrad ist griffgünstig und auch optisch schön geformt, aber besonders auf längeren Strecken wünscht man sich schnell ein Lederlenkrad – wegen der klebrigen Hände.

Sowohl die optische Aufmachung des Armaturenbrettes wie auch die verwendeten Materialien können gefallen, nicht nur für einen Transporter. Ob sich alles in dunklem Schwarz/Grau erstreckt, oder ob Sie sich für eine Farbe entscheiden, die dann über weite Teile des Armaturenbrettes, die Türverkleidungen bis hin zu den Sitzen reicht, können Sie selbst entscheiden. Mit den durchaus hochwertigen Materialien hat uns Fiat wahrlich überrascht, anstatt hartem Plastik wurde angreiffreundlicher Kunststoffverbaut. Ohnehin gefällt die frische Interieurgestaltung mit den farblich abgesetzten Sitzen, Armaturen und Türverkleidungen.

Fiat lässt im Doblò alles andere als Nutzfahrzeugcharakter aufkommen und sorgt stattdessen für absolute Wohlfühlatmosphäre gepaart mit großem Nutzwert. Zahlreiche Ablagemöglichkeiten bis hin zu Fächern im Dachhimmel über der Frontscheibe runden das üppige Kofferraumvolumen ab.

Einzelradaufhängung rundum sorgen für einen guten Fahrkomfort, unbeladen ist die Grundtendenz aber durchaus straff, schließlich soll der kleine Laster ja auch einiges wegstecken, 675 kg sind es maximal für die kurze Version, der Lange darf sogar 925 kg zuladen.

Wind und Abrollgeräusche halten sich in Grenzen, und auch der Motor bliebt angenehm zurückhaltend, zumindest solange man nicht schneller als 130 fährt, dann wird er laut und lauter. Den Wind bekommt man natürlich besonders zu spüren, wenn er von der Seite kommt. Die hohen Aufbauten bieten aber auch gute Angriffsflächen.

Das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP mit ASR (Antriebsschlupfregelung) ist gegen Aufpreis von 490,- Euro an Bord, der Schalter dafür zwischen den Sitzen eher unglücklich platziert, zumindest solange bis man ihn mal dringen gebraucht hätte und dank vollgepacktem Lade- und Innenraum nicht auf Anhieb findet.

Bei flotter Kurvenfahrt, bei der sich auch beladen die Karosserieneigung noch in erträglichen Grenzen hält und auch bei Nässe leistet die elektronische Fahrhilfe gute Dienste, bei schneebedeckten Bergaufpassagen bleibt aber oft nur dessen Deaktivierung, um überhaupt noch vorwärts zu kommen. Dann aber zeigt der Fronttriebler stets gute Traktion und auch die integrierte Berganfahrhilfe kann dazu beitragen, dass man beimAnfahren auch beladen eine gute Figur macht.

Ist unbeladen die Tendenz zum Untersteuern dominierend, kann mit vollem Heck auch ein Übersteuern auftreten, insgesamt war der Doblò aber recht gutmütig in seinem Fahrverhalten. Nicht nur wenn er als Lieferfahrzeug eingesetzt wird und viel in Städten unterwegs ist, erfreut der Doblò mit seiner Wendigkeit und einem Wendekreis von 11,20 Metern.

ABS mit Elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent wirkt auf Schiebenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten. Haben die den leeren Kastenwagen noch sehr gut im Griff, muss man bei vollen Beladung doch einen deutlich längeren Bremsweg als die guten 37,5 Meter mit Winterreifen einkalkulieren. Ansonsten sind die Bremsen gut dosierbar und sprechen schnell an.

Wir sind den Fiat Doblò Cargo Kastenwagen mit dem kleinen 1,3 Liter Multijet JTD Diesel mit 66 kW / 90 PS bei 4.000 U/min gefahren. Zusammen mit dem maximalen Drehmoment von 200 Nm bei 1.500 U/min ist der kleine Laster vor allem für die Stadt und die Landstraße gut geeignet. Hier geht er flott mit dem Verkehrt mit und fällt auch akustisch nicht aus dem Rahmen.

Sobald es auf die Autobahn geht, und hier mehr als 130 km/h gefordert werden, wird der Common-Rail-Direkteinspritzer mit Turbolader recht laut und wirkt dann, vor allem beladen, doch etwas gequält. Und vor allem dann vermisst man beim angenehm leichtgängig geführten Schaltgetriebe den sechsten Gang.

Mit dem Start-Stopp-System schafft der 1.3 JTD 156 km/h Spitze und braucht rund 15 Sekunden um auf Tempo 100 zu kommen, nutzt man die Energiesparpotentiale aus, lässt sich der Kleine in der Stadt mit 5,9 Litern und außerorts mit 4,5 Litern bewegen, im Mix ergibt das 4,8 Liter Diesel auf 100 km und das ergibt einenCO2-Ausstoß von 126 g/km. Ein Partikelfilter ist serienmäßig, Start-Stopp gibt es auf Wunsch ohne Aufpreis, dann schafft der Doblò auch Euro 5 – die Homologation kostet aber 750,- Euro extra.

Wer dem 1.3 JTD ständig die Sporen gibt und auf der Autobahn vor allem mit schwerer Last stets mit Vollgas unterwegs ist, der muss aber leicht mit drei – fünf Litern mehr rechnen. Dann ist auch die ansonsten sehr gute Reichweite von 1.250 km nicht mehr drin. Der 1.248 cm³ kleine Motor leistet sich keine Anfahrschwäche und hängt gut am Gas.

ABS ist Serie, ESP gibt es gegen Aufpreis, und auch bei den Airbags zeigt der Doblò Cargo Kastenwagen sein Nutzfahrzeuggesicht, denn serienmäßig ist erst mal nur ein Fahrer-Airbag an Bord. Den deaktivierbaren Beifahrerairbag gibt es für 160,- Euro Aufpreis. Auch Seitenairbags im Kopf- und Brustbereich oder ein Schleudertrauma-Schutz in den Kopfstützen integriert ist nur über die Zubehörliste zu bekommen.

Alle Preise aller verfügbaren Karosserie- und Motorvarianten hier aufzählen zu wollen, würde den Rahmen sprengen, darum beschränken wir uns auf den von uns gefahrenen Fiat Doblò Cargo Kastenwagen mit dem 1.3 JTD Motor, und der steht als Basis mit 13.900,- Euro (16.541,- Euro inkl. MwSt.) und als SX mit 14.500,- Euro (17.255,- Euro inkl. MwSt.) in der Liste.

Für die Klimaanlage sind nochmals 950,- Euro zu berappen, die elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegel kosten 150,- Euro, das geteilt drehbare Trenngitter 90,- Euro, ESP 490,- Euro, RDS Radio mit CD/MP3 350,- Euro, Anpassung Homologation Euro 5 inkl. Dieselpartikelfilter 750,- Euro, Einparkhilfe hinten 160,- Euro und der ebenerdig umklappbare Beifahrersitz 140,- Euro, um nur einige der möglichen Extras (Preise ohne MwSt.) zunennen.
Ganz Nutzfahrzeug ist der Doblò dann auch bei den langen Wartungsintervallen, nur alle 35.000 km muss der kleine Italiener in die Werkstatt. Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 15, TK 20 und VK 18.

Stand: April 2011; Test: Redaktionsbüro Lind; Fotos: Fiat

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