// Fahrbericht / Fiat Bravo 1.6 JTD

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Fiat Bravo 1.6 JTD

Der neue Bravo sieht schick und sportlich aus, und auch innen kann er mit einem modernen Ambiente und feinem Materialmix gefallen. Das Fahrwerk ist straff mit ausreichend Komfort, nur die Lenkung vermittelt zu wenig Gefühl. Der 105 PS Turbodiesel ist am Start brummig und kommt schlecht weg, danach läuft er kultiviert und zieht gut durch. Das Platzangebot ist okay, der Kofferraum mit 400 Litern auch, nur die Ladekante ist zu hoch und nach dem Umklappen der Rücksitze bleibt eine Stufe und die Gurtschlösser müssen mühsam zurückgefummelt werden. Sicherheit wird groß geschrieben und die Ausstattung ist umfangreich.

Schon rein optisch ist der neue Bravo gelungen. Sportlichkeit und Dynamik sind ihm ins Gesicht geschrieben, flach steigt die schön geschwungene Motorhaube an, die flach stehende Frontscheibe geht in eine schwungvolle Dachlinie über.

Dazu passen die stark ausgestellten Radhäuser, während die fast gerade und deutlich ansteigende Gürtellinie, markiert durch die Sicke über den echten und verchromten Türgriffen sowie die ebenfalls kerzengerade untere Fensterlinie zusammen mit dem Knick am hinteren Seitenfenster einen schönen Kontrast bilden.

Das Heck nimmt dann wieder komplett den runden Schwung der Front auf, wie vom Wind verwehteTropfen ziehen sich die Rücklichter ins Heck, der angedeutete Diffusor in der Schürze sorgt für zusätzliche Sportlichkeit. Hier zeigt sich aber schon, dass man sich mit der schicken Optik, die mit den exakten, engen Spaltmaßen auch eine hohe Fertigungsqualität verrät, ein paar Nachteile erkauft.

So sorgt die breite C-Säule für eine eingeschränkte Sicht nach schräg hinten und die weit aufschwingende Heckklappe endet sehr früh, wodurch sich eine ziemlich hohe Ladekante ergibt und gleich danach geht es wieder gut 25 cm nach unten.

Mit seinen 400 Litern kann der Kofferraum durchaus genügen, unter dem Boden steckt anstelle eineReserverades ein Reparaturset und weitere Staufächer. Wer mehr Ladekapazität braucht, klappt einfach die Rücksitze um. Dazu wird zuerst die Sitzfläche hochgeklappt – und schwupp sind gleich mal die Gurtschlösser verschwunden und nur mit Gefummel wieder herzubringen. Dann die Lehne umlegen und bis zu 1.175 Liter Stauvolumen stehen zur Verfügung.

Negativ macht sich hier die zurückbleibende rund 3 cm hohe Stufe im Boden bemerkbar und zudem sollte vorne kein ganz Großer sitzen, sonst wird das nichts mit dem Umklappen.

Bis 1,80 m hat man auch hinter großen Fahrern hinten dank der gut ausgehöhlten Sitzlehnen keine Probleme und auch dieKopfstützen reichen dann noch gut aus. Platz und Einstieg gehen voll in Ordnung, nur beim Aussteigen aus dem Fond wird es schnell mal im Fußraum eng.

Die Sitze sind straff gepolstert und ausreichend groß dimensioniert, hinten wie vorne. Der Seitenhalt ist leider nur am Hintern richtig gut, im Rückenbereich fehlt er ein wenig. Das Design mit der hellgrauen Mittelbahn hat uns soweit gut gefallen, in Anbetracht der sportlichen Optik der Karosserie hätten wir uns in Anlehnung an die Außenfarbe auch gut ein kräftiges Rot vorstellen können. Die Variante „Sport“ hat so was in der Art.

Das gesamte Armaturenbrett erfreut mit einemfrischen dynamischen Design und einem schicken Materialmix. Hell- und dunkelgraue Applikationen ziehen sich übers Lenkrad bis in die Türen, die Bedienelemente sind modern gezeichnet, gut zu erreichen und einfach zu bedienen.

Das ergonomisch ausgeformte Lederlenkrad liegt gut in der Hand, ist in der Höhe und Weite zu verstellen und gibt den Blick auf chromumrandete Rundinstrumente frei, die klar gezeichnet prima ablesbar sind.

Wie es die flotte Form vermuten lässt, ist auch das Fahrwerk sportlich straff mit einer ausreichenden Portion Komfort. Und so geht der Bravo dann auch entsprechend flott um die Ecken, lässt sich in schnellen Kurvenaber ganz schön weit raus treiben.

Untersteuernd nimmt er auch die ständigen Richtungswechsel im Slalomtest hin, bleibt dabei sehr gutmütig, verlangt aber nach etwas mehr Lenkarbeit und bleibt insgesamt etwas unverbindlich, sprich das direkte Gefühl für die Straße will sich nicht so recht einstellen.

Dabei arbeitet die Lenkung durchaus angenehm straff. Also zumindest so lange, bis man den City-Mode wählt, dann lässt sich das Lenkrad spielend leicht mit dem kleinen Finger drehen und der Bravo in der Stadt und besonders beim Einparken problemlos dirigieren.

ESP ist ebenso serienmäßig an Bord wie die Antriebsschlupf- undMotorschleppmomentregelung. Durchdrehende Räder auf nasser Straße lassen sich trotzdem schnell mal provozieren, im Alltag hat das ESP den Bravo sicher im Griff, greift aber nicht störend ein.

Die Bremsanlage mit ABS, elektronischer Bremskraftverteilung, Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten hat den Bravo bestens im Griff, lässt sich fein dosieren und spricht gut an. Sehr gut sogar, wenn eine Vollbremsung nötig werden sollte. Dann taucht der Wagen vorne tief ein und nach 38,5 m steht er aus Tempo 100 heraus. Und das auch noch nach dem zehnten Bremsversuch, allerdings stinkt dann der Bremsabrieb ganz gewaltig.

Aus der breitenMotorenpalette hatten wir uns für den kleinen Diesel entschieden, der aus 1,6 Litern Hubraum 77 kW/ 105 PS mobilisiert und dazu bei 1.500 Touren sein maximales Drehmoment von 290 Nm bereit stellt.

Der vorn quer eingebaute Reihenvierzylinder arbeitet mit der elektronisch gesteuerten Direkteinspritzung MULTIJET mit Turbolader und Ladeluftkühlung. Am Start, besonders bei niedrigen Temperaturen, dieselt der Common-Rail ganz schön, danach läuft er angenehm zurückhaltend.

Zurückhaltend gibt sich der Turbo leider auch beim Anfahren, und erst nach einer kleinen Gedenksekunde zeigt sich der Durchzug, dann aber praktisch in jedem Bereich, ganzokay. Und so vergehen 11,3 Sekunden bis aus dem Stand die Tempo 100 erreicht sind, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 187 km/h.

Beim Zwischensprint geht er auch ganz gut ab, 6,3 Sekunden braucht der 1.6 16V im dritten Gang für 60 auf 100 und 10,2 Sekunden für 80 auf 120 im fünften Gang. Wem das nicht reicht, der greift einfach zum lederummantelten Schalthebel des Sechsganggetriebes. Und das macht nicht nur mit seiner harmonischen Abstufung Freude, sondern auch die knackig-kurze und exakte Führung geben keinen Grund zur Klage. Allerdings waren beim Schalten immer wieder laute Klack-Geräusche zu hören.

Die gute Übersetzung desSechsgang-Getriebes, das die Kraft an die Vorderachse leitet, lässt auch niedertouriges Fahren zu und so kann der Verbrauch von 6,3 Litern in der Stadt und 4,1 Litern außerorts auch noch unterboten werden. Auf unserer Normstrecke haben wir einen Mix von 4,8 Litern ermittelt und mit dem CO2-Ausstoß von 129 g/km ist der künftige Grenzwert kein Problem, der Motor erreicht derzeit die Abgasnorm Euro 4 und ist „5 ready“, ein Rußpartikelfilter ist Serie.

Auch bei der serienmäßigen Sicherheitsausstattung kann man nicht meckern, neben den schon erwähnten Fahr- und Bremshilfen ist auch eine Berganfahrhilfe an Bord und bei einem Crash wirdautomatisch die Kraftstoffzufuhr unterbrochen.

Und tritt dieser (Un-)Fall mal ein, können sich die Insassen auf Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie durchgehende Kopfairbags auch für die hinteren Passagiere verlassen. Für den Fahrer steht außerdem noch ein Knieairbag zur Verfügung.

Zudem gibt es Dreipunktsicherheitsgurte auf allen Plätzen, die Gurtstraffer und –kraftbegrenzer können für 50,- Euro auch für die hinteren Sitze geordert werden.

Als Motorjournalist wird man zumeist verwöhnt, und so durften wir uns über die gehobene Ausstattungsversion „Emotion“ freuen. Mit einem Kundenvorteil von 870,- Eurobietet sie bei einem Einstiegspreis von 21.800,- Euro für den Bravo 1,6 JTD mit 105 PS eine ganz schön umfangreiche Grundausstattung.

So gehören neben einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik auch Alufelgen im 16“-Format, elektrische Fensterheber rundum, Mittelarmlehnen vorn und hinten, aktive Kopfstützen vorne, Mittelkonsole mit Kühlbox, Staufach unterm Fahrersitz, ein Radio mit CD-Player, Nebelscheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion, höhenverstellbarer Fahrersitz, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Bordcomputer und verchromte Türgriffe mit dazu.

Wer will, kann dann noch mit einem Licht- und Regensensor für 220,- Euro, einem elektrischenPanorama-Glasschiebedach für 1.150,- Euro, einer Lederausstattung für 1.550,- Euro, getönten Scheiben hinten für 190,- Euro und einer Metallic-Lackierung für 520,- Euro – um nur einige der Extras zu nennen – seinen Bravo individuell verfeinern.

Stand: Januar 2009, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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