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Die Mischung machts – Peugeot 3008

 Crossover, die Mischung aus SUV, Van und Limousine liegt derzeit absolut im Trend, und dem möchte nun auch Peugeot in Form des 3008 folgen. Die Doppel-Null steht bei den Franzosen für Fahrzeuge außerhalb der gewohnten Baureihen, dies zeigte bereits der 1007 wie auch der 4007. Man sitzt gut im 3008, auch wenn die B-Säule bei großen Personen im Weg steht, weil der Sitz dann weit hinten parkt. Die breite und hohe Mittelkonsole sorgt für Geborgenheit, die straffe Lenkung, exakte Schaltung, ausgewogene Federung und der vor allem unten rum spritzige Basismotor sorgen für rundum Wohlbefinden, das große Glasdach lässt die Sonne rein. Der Kofferraum ist variabel und die zweigeteilte Heckklappe trägt bis zu 200 kg Last. Echten Allrad gibt es aber nicht.

Eine gewisse SUV-Optik ist nicht zu leugnen, der große Kühlergrill mit dem groben Gitter strahlt Robustheit aus, in die tief heruntergezogene Frontschürze ist eine Lippe fast wie ein Unterfahrschutz in schwarzem Kunststoff eingearbeitet.

Schwarzer Kunststoff dominiert auch den Fortsatz der Frontscheinwerfer nach unten, auf der anderen Seite laufen die Scheinwerfer weit nach hinten über den Radläufen aus, die durch eine ungewöhnliche Linienführung auffallen.

Die seitlichen Schweller und die Rammschutzleisten, beide ebenfalls in Schwarz, lassen den Schwerpunkt tiefer erscheinen als er tatsächlich ist, in flottem Bogen schwingt sich die Dachlinie nach hinten, eine Chromleiste unterstreicht den edlen Anspruch, die Frontscheibe reicht weit ins Dach, was vor allem mit dem großen Glasdach viel Licht ins Innere bringt.

Am Heck schaffen besonders die ungewöhnlich geformten, fast dreieckigen Rückleuchten einen großen Wiedererkennungswert. Auch hier sorgt ein schwarzer Kunststoffeinsatz für den offroadmäßigen Abschluss nach unten hin. Die Silhouette dagegen spiegelt deutlich denVan-Charakter wider.

Auf Anhieb gut gefallen kann der Innenraum des neuen Peugeot 3008. Prima eingebettet sitzt der Fahrer förmlich zwischen der im Ambiente eines Flugzeug-Cockpits aufgemachten Bedieneinheiten von der ungewohnt hohen und sehr breiten Mittelkonsole bis ins Armaturenbrett, wo allein schon die diversen Kippschalter, die glänzenden Applikationen und der Haltegriff für den Beifahrer ganz besonders auffallen.

Ebenso wohl fühlen wir uns in den sportlich ausgeformten und angenehm straff gepolsterten Sitzen, nur die Beinauflage kommt bei großen Fahrern etwas zu kurz. Die Sitzposition ist angenehm hoch, was an sich für einen guten Ein- und Ausstieg spricht. Doch sobald man 1,80 Meter und größer ist, sorgt die Tatsache, dass der Sitz weit hinter die B-Säule reicht, für eher unbequemes Entern.

Zur schicken, in schwarz glänzenden Mittelkonsole gesellen sich zahlreiche silberne Applikationen und auch rund um die Kombi-Instrumente mit weißen Ziffern und roten Zeigern auf schwarzem Hintergrund glänzt es edel in Silber. Das optionale Innovationspaket umfasst das Head-up-Display, den Abstandswarner und einen Reifendrucksensor.

Beim Head-up-Display werden die Anzeigen nicht wie bereits von anderen Herstellern bekannt auf die Frontscheibe sondern auf eine transparente Polycarbonat-Scheibe projiziert, die auf Knopfdruck oder beim Anlassen des Motors aus dem Armaturenbrett herausfährt und dann gut im Blick liegt.

Der damit verbundene Abstandswarner misst mittels Sensor den Abstand zum Vordermann und warnt den Fahrer durch ein Blinken, wenn der Abstand zwischen Tempo 70 und 150 den eingestellten Wert unterschreitet. Dabei handelt es sich aber wie der Name bereits sagt „nur“ um einen Warner, ein automatischer Bremseingriff wird nicht vorgenommen.

Die Platzverhältnisse sind vorne wie hinten in Ordnung. Wer größer ist als 1,80 Meter kommt mit dem Kopf recht nah ans Dach, und das auch aufden vorderen Plätzen. Im Fond stört zudem ein wenig der Wulst im Fußraum.

Für absoluten Ausblick nach oben sorgt das 1,6 Quadratmeter große Panorama-Glasdach (reicht bis über die Fondplätze), das ab der Premium-Variante im Serienumfang enthalten ist. Vor blendender Sonne schützt ein elektrisches Rollo. Mit dem Rundumblick ist es dagegen weniger gut bestellt, die Dachsäulen sind dafür einfach zu breit ausgefallen.

Zahlreiche Ablagen bieten Stauraum von bis zu 50 Liter, wir finden sie z.B. in Form des gekühlten Ablagefaches in der Mittelkonsole – das auch einer 1,5-Liter-Flasche Platz bietet – dem großen Handschuhfach, einem weiteren Fach unterhalb des Lenkrads oder Ablagen in den Türen sowie Gepäcknetze auf der Beifahrerseite und im Fond.

Je nach Ausstattungsniveau bietet der 3008 auch ein Brillenfach oder zwei Staufächer im Fußraum vor der Rücksitzbank. Alle größeren Gegenstände finden wiederum ihren optimalen Platz im flexiblen Kofferraum.

Die zweigeteilte Heckklappe ermöglicht in jedem Fall ein einfaches und problemloses Beladen, der untere Teil befindet sich auf angenehmer Höhe und kann bis zu 200 kg Last tragen. Zu Recht patentieren lassen hat sich Peugeot den modularen Ladeboden und somit das Highlight des Kofferraums. Er bietet absolute Flexibilität und das per Einhandbedienung.

Zum einen kann der 3,5 Kilogramm leichte Ladeboden herausgenommen oder aber als Unterlage verwendet werden, je nach Bedarf lässt er sich dabei in drei Positionen variieren. So unterteilen sich die Einstellungsstufen in die obere, die mit bis zu 50 Kilogramm belastet werden kann, in die mittlere mit 100 Kilogramm Belastung und die untere, die bis zu 150 Kilogramm tragen darf.

Die Rücksitzbank ist im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbar, hierzu muss nur mit einem Handgriff entweder über einen Hebel vom Kofferraum aus oder an den Sitzen selbst die Lehne umgelegt werden, die entstandene Ladeflächeist eben. Ein Ausbauen oder auch ein Längsverschieben der Rücksitze ist jedoch nicht möglich.

So kann das Crossover-Modell zwischen 432 und 1.241 Liter aufnehmen, im Herbst soll eine 7-Sitzer-Variante des 3008 folgen. Zurück zum aktuellen 3008, ab der Variante Premium verfügt er auch über eine herausnehmbare Taschenlampe, die ansonsten als Kofferraumleuchte fungiert. Der Akku reicht für 45 Minuten Erleuchtung und lädt sich in der Halterung automatisch wieder auf.

In dieser Ausstattungsvariante sind ebenfalls Taschenhaken im Kofferraum sowie ein umklappbarer Beifahrersitz, der eine Ladefläche von 2,62 Meter Länge schafft, serienmäßig.

Auch wenn der Peugeot 3008 zwar optisch mit dem Charme eines SUV angibt, unterm Blechkleid ist davon nichts zu sehen. Peugeot entschied sich vorerst gegen einen Allradantrieb und wird diesen voraussichtlich auch erst 2011 in Form der „HYbrid4“-Technologie anbieten. Dahinter verbirgt sich die Kombination aus einem Verbrennungs- und einem Elektromotor, wobei letzterer die Hinterräder und der Verbrennungsmotor die Vorderräder antreibt.

So greift Peugeot im aktuellen 3008 auf das bewährte Fahrwerk des 308 zurück, das sich im Alltag angenehm straff und mit gutem Komfort empfiehlt. Auf Wunsch kann dieses mit zwei Neuheiten kombiniert werden, die zur Verbesserung von Fahrkomfort/–sicherheit und der Traktion dienen, genannt Dynamic Rolling Control und Grip Control.

Leider sind beide Features nicht in Verbindung mit dem Einstiegsmotor und in den beiden stärkeren Motorisierungen auch nur gegen Aufpreis erhältlich, trotzdem wollen wir Ihnen diese Neuheiten nicht vorenthalten.

Bei der Dynamic Rolling Control handelt es sich um einen dynamischen Wankausgleich, der die Seitenneigung weiter reduziert. Aber auch ohne treten die Wankbewegungen des hochgebauten 3008 nicht störend auf.

Eine Erweiterung der Antriebsschlupfregelung stellt die Traktionshilfe Grip Controldar und verbessert gerade bei losem, rutschigem oder nassen Untergrund die Traktion deutlich. Je nach Untergrundbeschaffenheit kann mittels Drehschalter das System angepasst werden, so stehen die Punkte Standard (Straße), Schnee, Sand, Schlamm oder ESP off (bis Tempo 50) zur Wahl.

Die Zahnstangen-Servolenkung mit variabler Lenkkraftunterstützung zeigt sich stets von einer angenehm straffen Seite und ist exakt ausgelegt. Scheibenbremsen rundum, vorn innenbelüftet, sind im Alltag gut dosierbar und halten im Ernstfall sozusagen den Reiter fest im Sattel. Im Paket mit inbegriffen: ABS, eine elektronische Bremskraftverteilung EBV sowie ein Notbremsassistent. Ebenfalls in allen 3008 serienmäßig verbaut ist die automatische, elektrische Feststellbremse sowie die Berganfahrhilfe (Hill-Assist).

Peugeot wird den neuen 3008 zunächst mit drei Motoren ins Rennen schicken und erst nach und nach weitere Aggregate einführen, da alle Motoren die Abgasnorm Euro5 erfüllen sollen, was derzeit nicht der Fall wäre.

So stehen zunächst der 1.6 Liter VTi-Benziner, mittlerweile auch der 1.6 Liter THP-Ottomotor und ein 2.0 Liter HDi mit serienmäßigem Rußpartikelfiltersystem FAP zur Wahl.
Wir haben für Sie den Einsteiger 1.6 VTi-Benziner erfahren.

Das 120 PS (88 kW) starke VTi-Triebwerk verfügt über ein maximales Drehmoment von 160 Nm bei 4.250 U/min. 140 Nm stehen bereits ab 2.000 Touren parat. Die Beschleunigung von Null auf Tempo 100 gelingt ihm so in 11,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 185 km/h erreicht. So vermittelt der Einstiegsmotor dem Fahrer stets das Gefühl ausreichend motorisiert zu sein und wirkt gerade in den unteren Gängen angenehm spritzig. Das knackig straffe 5-Gang-Getriebe lässt sich dabei ohne Hakeln oder Rucken angenehm schalten.

Der 3008 120 VTi ist zumindest außerorts kein Spritverschwender und pendelt sich bei einem Mixverbrauch von 7,1 Liter ein, die Stadt verlangt ihmjedoch mit 9,8 Litern recht viel ab, in Sachen CO2-Ausstoß sind 165 Gramm pro Kilometer zu verbuchen. Der Motor läuft schön ruhig und wird, wenn gefordert, angenehm kernig, immer wie durch Watte hindurch.

Es ist nicht verwunderlich, dass der neue 3008 in punkto Sicherheit an den erfolgreichen 308 anknüpft. So kommt auch hier das elektronische Stabilitätsprogramm ESP inklusive der Antriebschlupfregelung ASR (oder optional Grip Control), die Berganfahrhilfe (Hill-Assist), ABS, eine elektronische Bremskraftverteilung EBV sowie ein Notbremsassistent zum Einsatz.

Hoffentlich nicht in Aktion treten müssen dagegen die zwei adaptiven Frontairbags, zwei Seitenairbags vorn und zwei Vorhangairbags für vorn und hinten. Des weiteren sind serienmäßig fünf Dreipunkt-Sicherheitsgurte inkl. akustischer und optischer Warnung falls nicht angelegt, pyrotechnische Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer, Isofix-Verankerungspunkte auf den hinteren äußeren Plätzen sowie eine elektrische Kindersicherung (nicht in allen Versionen Serie) mit dabei.

Tendance, Premium und Platinum, in diesen Ausstattungen ist der neue Peugeot 3008 bei uns erhältlich. In der Kombination mit dem Basismotor 1.6 VTi entfällt die Topausstattung allerdings. So liegen die Preise bei 21.500,- Euro für den Einsteiger Tendance und 23.900,- Euro für die Premium-Variante.

Während die Basis bereits el. einstell- und beheizbare Außenspiegel, die automatische el. Feststellbremse, das belüftete Staufach, den Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn, eine Klimaanlage, den flexiblen Ladeboden, das Lederlenkrad und die zweigeteilte Heckklappe mit sich bringt, ist die Premium-Variante zusätzlich mit el. Fensterhebern hinten, einem Tempomat, Nebelscheinwerfern, dem Panorama-Glasdach, dem MP3fähigen Radio WIP inkl. AUX-Anschluss, Lederschaltknauf, Sichtpaket und der Taschenlampe im Kofferraum bestückt.

Der umklappbare Beifahrersitz ist mit 100,-Euro zu veranschlagen, die Einparkhilfe hinten mit 310,- Euro, eine Klimaautomatik mit 390,- Euro oder z. B. das Innovations-Paket mit 550,- Euro. Diese Features sind allerdings nicht mit der Basisversion kombinierbar.

Stand: Juli 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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