// Fahrbericht / Der Stadtflitzer Splash von Suzuki

Suzuki

Der Stadtflitzer Splash von Suzuki

In der City fühlt er sich am wohlsten, da reicht die Leistung, Überholmanöver auf der Landstraße wollen gut überlegt sein und auf der Autobahn geht im schnell die Puste aus. Dafür kann man mit dem straffen Fahrwerk richtig flott um die Ecken wuseln, die exakte und gefühlvolle Lenkung passt dazu bestens. Die Schaltung ist etwas knochig und die Gänge flutschen nicht immer problemlos rein, dafür sitzt man auf straffen Sitzen mit Seitenhalt und blickt in eine frische, farbige Landschaft, leider waren die Blautöne in unserem Testwagen so unterschiedlich wie die Materialien. Der angenehme Mix mit silbernen Applikationen lässt schnell das viele Hartplastik vergessen. Der Preis ist okay und die Ausstattung so reichlich, dass es nur den Metallic-Lack als Extra gibt.

Mit seiner dynamischen Frontschürze und dem großen Kühlergrill duckt sich der Splash tief auf den Asphalt und macht mit den stark herausgearbeiteten Radläufen eine sportlich peppige Figur, auch wenn ihn die dunkelblaue Lackierung mehr in die konservative Ecke rückt, wer will kann sich mit frischen Farben einen richtigen Eyecatcher vor die Tür stellen.

Kurze Fahrzeugüberhänge und steile Seiten- und Rückwände zeigen, dass man sich bemühthat, bei kleinstmöglichen Außenmaßen so viel Raum in Inneren zu schaffen wie irgend möglich. Trotzdem ist der Splash nicht zu einer Nutzschachtel verkommen sondern kann mit geschwungener Dachlinie, ansteigender Gürtellinie und einem knackigen Heck mit markanten Rückleuchten gut gefallen.

Nicht ganz so gut machen sich die breiten Dachsäulen, vor allem die sehr breite C-Säule schränkt die Sicht nach schräg hinten deutlich ein. Die große Heckklappe sieht praktischer aus als sie ist, mit rund 1,75 m schwingt sie nicht weit genug auf und vor allem die Stoßstange zeigt sich gegen Ladekratzer ungeschützt.

Da geht es hinter der Ladekante in angenehmer Höhe wesentlich praktischer weiter, auch wenn die 178 Liter Ladevolumen kein Rekordwert darstellen. Dafür lässt ein Handgriff die geteilten Rücksitzlehen nach vorne klappen und gleichzeitig senkt sich die Sitzfläche mit ab, so dass nicht nur bis zu 1.050 Liter Laderaum sondern auch eine feine, ebene Ladefläche entstehen. Unter dem Boden befindet sich ein Fach mit 36 Litern Volumen, außerdem nimmt das Fach unterm Beifahrersitz sowie viele kleine Ablagen den ganzen Kleinkram auf. Die Getränkehalter machen auch vor großen 1,5-Liter-Flaschen nicht schlapp.

Über die weit öffnenden Türen mit den echten Türgriffen kommt man ganzbequem rein in den Splash, der hohe Hüftpunkt erhöht diesen Komfort noch. Und im Innenraum werden wir von einer angenehmen farbenfrohen Frische empfangen. Denn nicht nur die Sitze präsentieren sich zweifarbig mit schönen blauen Sitzbahnen, auch am Armaturenbrett und in den Türen taucht wieder der blaue Farbton auf, leider hat man es nicht geschafft, ein einheitliches Blau und auch einheitliche Materialien zu verwenden, so wirden in den Türen Stoff und Plastik verwendet. Dazu gesellen sich reichlich silbergraue Aluapplikationen, was zusammen mit den modern gezeichneten Bedienelementen und dem großen runden Tacho für ein frisches Outfit sorgt, da vergisst man schnell, das weitgehend Hartplastik zur Anwendung kam.

Fast glaubt man sich im smart – der Drehzahlmesser ist rechts vom Tacho auf dem Armaturenbrett aufgesetzt. Das Lenkrad ist ebenfalls mit schicken Applikationen verziert und nicht nur mit Leder bezogen und damit schön griffig, sondern auch multifunktional. Leider hat man es aber versäumt, neben der Höhe auch die Weite verstellbar zu machen, so steht es bisweilen recht weit weg und trotz oder wegen der erhöhten Sitzposition haben wir nicht immer die optimale Position gefunden.

Die Sitze im Splash sind groß dimensioniert, gar nicht Kleinwagen und bieten mit der straffenPolsterung und dem guten Seitenhalt ein bequemes Unterkommen auch für große Fahrer. Und selbst hinter diesen sitzen 1,80 m große Mitfahrer gerade noch bequem, die Kopffreiheit ist vorne wie hinten üppig. Was man selten in solch kleinen Autos findet: der Splash Comfort hat sogar Sitzheizung vorne.

Das Fahrwerk des Splash ist passend zur flotten Optik eher sportlich ausgelegt. So lässt er sich zwar richtig flott um die Kurven räubern, auf schlechten Straßen bleibt aber kein Schlagloch verborgen und es holpert ein wenig. Selbst im Slalomtest bleibt der kleine Suzuki ruhig und trotz des hohen Aufbaus halten sich die Seitenneigungen in Grenzen, allenfalls die quietschenden Reifen mahnen dann zur Mäßigung. Negativ macht sich die hohe Karosserie jedoch bei starkem Seitenwind bemerkbar, hier ist der Japaner etwas empfindlich.

Mit der direkten, geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung lässt sich der Splash zielgenau dirigieren und kinderleicht rangieren, auf der andern Seite ist bei flotter Fahrt die Lenkung angenehm straff und gefühlvoll. ESP war in unserem Testwagen serienmäßig an Bord, hält sich aber so weit zurück, dass es zwar dem Fahrer im Notfall hilfreich zur Seite steht, bevormundet ihn aber nicht.

Klassentypisch ist die Vorderachse mit innenbelüfteten Scheibenbremsenbestückt, während an der Hinterachse Trommelbremsen zum Einsatz kommen. Dazu gesellt sich ABS und eine elektronische Bremskraftverteilung. So gerüstet bremst der Splash bei einer Vollbremsung mit deutlichem ABS-Rubbeln und einem aus Tempo 100 akzeptabeln Bremsweg von 39 Metern. Ein Nachlassen der Bremswirkung war auch nach der zehnten Vollbremsung nicht festzustellen.

Wir hätten gerne die Einstiegsmotorisierung mit 65 PS getestet, aber in Anbetracht des schon recht zähen 86-PS Benziners verstehen wir, warum Suzuki den kleinen Dreizylinder nicht rausrücken wollte. So werkelte der 1,2 Liter Vierzylinder mit 63 kW bei 5.500 Touren und einem maximalen Drehmoment von 114 Nm bei 4.400 Touren unter der Haube unseres Testwagens.

Und solange man mit dem Wagen in der Stadt bleibt und sich Überholmanöver auf der Landstraße gut überlegt, kann man mit dem Vierzylinder ganz gut leben, zumal sich der Benziner auch akustisch angenehm zurückhält. Denn unten rum fährt sich der Splash damit ausreichend quirlig, kommt man jedoch auf die Autobahn geht ihm an so manchem Berg die Luft aus, und dort hilft dann auch kein Schalten mehr.

Das geschieht über einen am Armaturenbrett angeschlagenen und gut erreichbaren Schaltknauf, der auf ausreichend kurzen Wegen aber etwas knochig geführt war und der dieGänge teilweise etwas schwer einlegen ließ. Jagd man die Gänge durch die Kulisse, kommt man in 12,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 – wenn man lange genug übt. Die Topspeed liegt bei 175 km/h und es dauert dank des lang übersetzten fünften Ganges recht lange bis sie erreicht wird, außerdem wird der Motor dann auch richtig laut – wie die Windgeräusche.

Fährt man gleichmäßig und vorausschauend, begnügen sich die 86 PS mit 3,8 Litern Sprit bei Durchschnittstempo 80 – außerorts versteht sich. Bei Tempo 100 sind es bereits 5,0 Liter, Tempo 120 verlangt dann nach 6,3 Litern. Auf unserer Normstrecke haben wir einen Mixverbrauch von 5,4 Litern ermittelt. Sehr erfreulich ist der mit 131 g/km niedrige CO2-Ausstoß.

Unser Testwagen war serienmäßig mit Front- und Seitenairbags vorn sowie durchgehenden Vorhangairbags ausgestattet. Dazu gesellen sich Sicherheitsgurte inkl. Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorn und ISOFIX-Kindersitzbefestigungen hinten.

In der gut ausgestatteten Comfort-Variante kostet der Suzuki Splash 1.2 mit Fünfgang-Schaltgetriebe 14.300,- Euro, mit Vierstufen-Automatik 15.600,- Euro.

Nachdem hier von der Klimaanlage über die elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegel, dem Drehzahlmesser, Lederlenkrad, Schminkspiegel in den Sonnenblenden,CD-Radio mit Lenkradfernbedienung, vier Lautsprechern, Nebelscheinwerfer und 15-Zoll-Alufelgen bis hin zur Zentralverriegelung alles bereits an Bord ist, steht in der Aufpreisliste nur die Metallic-Lackierung für 380,- Euro.

Stand: Juli 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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