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Der Citroën C-Zero schwimmt MIT dem Strom!

Völlig unerfahren ist Citroën im Bereich Elektrofahrzeuge nicht, kann stattdessen 5.500 gebaute Elektrofahrzeuge zu denen u.a. ein C15, J5, Berlingo oder Saxo zählen, vorweisen. Während man dies jedoch durchaus noch als Experimentierphase bezeichnen darf, ist diese in Anbetracht des neuen C-Zero ganz klar beendet. Wenn auch preislich gesehen noch nicht massentauglich, so ist dieses Fahrzeug, das aus einem Projekt mit Mitsubishi und Peugeot entstand, absolut alltagstauglich und zudem hundert Prozent umweltbewusst.

Baugleich mit dem i-MiEV und dem iOn ist auch der C-Zero im One-Box-Design gezeichnet und unterscheidet sich optisch nur durch anders gestaltete Rückleuchten und letztendlich durch seinen Doppelwinkel.

Auch im Innenraum ist der Unterschied nur beim Blick aufs Lenkrad zu entdecken, die in schwarzem Klavierlack gehaltene Mittelkonsole sowie Applikationen an Lenkrad und Schaltkulisse sorgen für ein angenehmes und modernes Ambiente und lassen die Hartplastik-Landschaft etwas in den Hintergrund treten.

Mit vier weit öffnenden Türen und vier vollwertigen Sitzplätzen sowie einem Kofferraumvolumen von 166 Litern, das durch ein kinderleichtes Umlegen der Rücksitzlehnen variabel erweiterbar ist, kann der C-Zero bei gerade mal 3,48 Meter Außenlänge mit hohem Alltagsnutzen überraschen und letztendlich auch überzeugen.

Und auch die Bedienung ist kein Hexenwerk, so starten wir das Fahrzeug per Zündschlüssel, warten ein Tonsignal sowie das Aufleuchten der grünen „Ready“-Kontrollleuchte ab und betätigenden Wählhebel, der über jeweils eine einzige Fahrstufe mit starrer Übersetzung für Vorwärts und Rückwärts verfügt. Nun muss nur noch das Gaspedal getreten werden und los geht´s.

Entgegen dem lauten Geschehen, das in einer Stadt nun mal herrscht, kommt der C-Zero jedoch sozusagen auf leisen Sohlen daher. Was den ein oder anderen Passanten zunächst überrascht wenn nicht gar erschreckt. An dieser Problematik sollen hinzugefügte Motorengeräusche künftig etwas ändern, allerdings möchte man hier zunächst eventuelle Gesetzesvorgaben abwarten.

Wer nun denkt, dass der C-Zero behäbig los kommt, der irrt. Mit einem Synchronmotor und Permanentmagnet sowie 49 kW / 67 PS, aber vor allen Dingen einem maximalen Drehmoment von 180 Nm, das bereits aus dem Stand heraus voll zur Verfügung steht, zieht der kleine Elektroflitzer unglaublich spritzig los und lässt die meisten Kleinwagen deutlich hinter sich. Aber gerade bei Ampelsprints müssen sich auch die Großen auf der Nase herum tanzen lassen, zumindest bis Tempo 50. Diese Geschwindigkeit erreicht er nach 5,9 Sekunden, dann lässt der Kleine allerdings spürbar nach und beschleunigt erst nach weiteren zehn Sekunden bis Tempo 100. Legen wir noch 30 km/h drauf, hat er seine Höchstgeschwindigkeit erreicht – für ein Fahrzeug, das sich hauptsächlich im Stadtverkehr bewegen wird/soll ist das jedoch nicht von wirklicher Relevanz.

An die sehr dezent wirkende Motorbremse muss man sich zunächst etwas gewöhnen und stattdessen mehr mit dem gut dosierbaren Bremspedal arbeiten.

Statt einer konventionellen Tankanzeige wird man imC-Zero über den Füllstand der Batterie mittels Ladungsanzeige informiert. Ebenso wird die jeweilige momentane Akkunutzung angezeigt. Die derzeit mögliche Reichweite von rund 150 Kilometer ist zwar noch nicht allzu ausgereift und beschränkt das Auto von vorne herein auf den Stadtverkehr, doch mittels Studien konnten die Hersteller belegen, dass durchschnittlich im Stadtverkehr mit dem Auto 38 km pro Tag zurückgelegt werden, womit der momentan erreichbare Rahmen völlig ausreicht.

Natürlich hat auch hier ein forscher Gasfuß bzw. ein sanfter Umgang mit dem Gaspedal wie auch das Radio, die Klimaanlage oder Heizung Einfluss auf die letztendlich zur Verfügung stehende Reichweite. Beim Elektroantrieb kommt natürlich die Bewegungsenergie im Schubbetrieb sowie die Bremsrückgewinnung zum Tragen.

Die Lithiumionen-Batterie lässt sich an jeder haushaltsüblichen 220-Volt-Netzsteckdose innerhalb von sechs Stunden vollständig aufladen. Oder man hat mit Hilfe der Ladersäule (mit 400 V Spannung) auch die Möglichkeit einer Schnellladung, hierzu benötigt es gerade einmal 30 Minuten und die Akkus sind zu 80 Prozent aufgeladen, allerdings sollte darauf verzichtet werden, die Batterie dauerhaft per Schnellladung aufzuladen.

Denn dieser Vorgang würde die nach Angaben des Herstellers auf 1.500 Lade- und Entladezyklen ausgelegte Batterie erheblich verringern. Was nach Ablauf dieser Zeit mit den Batterien geschieht und wie es für den Kunden weitergeht ist zur Zeit leider noch nicht zu beantworten und lässt auf eine baldige Lösung hoffen. Dass Citroën eine fünfjährige Garantie auf denStromspeicher bietet, steht jedoch schon fest.

Ein Fahrzeug mit kurzem Radstand weist gerade bei groben Straßenschäden Schwächen im Federungskomfort auf, so auch beim C-Zero. Ansonsten entspricht das Fahrwerk ganz unseren Erwartungen und das Fahrzeug erweist sich mittels angenehm leichtgängiger und exakter Lenkung als unglaublich handlich und wendig, womit der Elektro-Flitzer in der noch so kleinsten Lücke sein Plätzchen findet.

Größter Schwachpunkt eines Elektroautos ist derzeit leider immer noch der recht hohe Anschaffungspreis und so findet auch der C-Zero zunächst sein größtes Interesse bei Unternehmen und Behörden, statt bei Privatkunden. Im Gegensatz zur Konzernschwester Peugeot bietet Citroën sein Elektrofahrzeug aber nicht nur zu Leasingkonditionen, in diesem Fall wäre es eine monatliche Rate von 459,- Euro bei einer Laufzeit von 36 Monaten und einer jährlichen Laufleistung von 10.000 km sowie einer Anzahlung von 6.681,26 Euro, sondern auch zu einem Festpreis von stolzen 35.164,50 Euro an.

Für einen Kleinwagen nicht selbstverständlich, bei solch einem Preis allerdings zu erwarten, ist das serienmäßige Sicherheits- sowie Ausstattungspaket gut geschnürt und umfasst sechs Airbags, ESP, ABS mit Bremsassistent, Citroën eTouch (das u.a. ein Notruf- und Assistance-System beinhaltet), eine Klimaanlage mit vollautomatischer Regelung, ein CD-Radio, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber rundum, el. einstell-, anklapp- und beheizbare Außenspiegel, ein Lederlenkrad, ja sogar eine Sitzheizung für den Fahrer ist inklusive.

Mit 390,-Euro für die Metalliclackierung und Zubehör wie ein Navigationssystemen, Einparkhilfen und dem Nutzfahrzeuge-Paket, wobei die Rücksitze entfallen, hält sich die Liste der Optionen knackig kurz.

Stand: Februar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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