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Das Traumschiff – BMW 740i

Schon allein die Optik flößt Respekt ein, die gebotenen Features in Sachen Komfort lassen keine Wünsche offen, und auch der Fahrkomfort kann da voll mithalten. Für den 3-Liter-Sechszylidner gilt das ebenso wie für die Sechsgang-Automatik, dabei können Fahrwerk, Motor wie auch das Getriebe auch richtig sportlich, dann geht es in 5,9 Sekunden auf Hundert, fast ohne Karosserieneigung um flotte Kurven und auch bei Nässe mit bester Traktion voran. Zahllose Assistenzsystem helfen Ihnen auf Kurs zu bleiben, Unfälle zu vermeiden oder einfach die Fahrt zu genießen. Ganz billig ist dieser Spaß allerdings nicht …

BMW schafft es mal wieder zu provozieren und die Konkurrenz alt aussehen zu lassen. Der neue 7er, länger und breiter als sein Vorgänger, wirkt geschmeidiger und dynamischer denn je. Die Fahrzeugüberhänge wurden gewohnt kurz gehalten, dafür wirkt der Radstand sowie die Motorhaube endlos lang.

Mit der noch nie so groß gezeichneten Niere streckt er seine Nase drohend dem Wind entgegen. Umrahmt ist sie von traditionellen Doppel-Rundscheinwerfern mit eingebautem „bösen Blick“ und der Tagfahr- und Standlichtfunktion in Form der beiden Ringe, auf die kein BMW-Fahrer mehr verzichten möchte.

Und auch das Heck hat sehr gewonnen, erfreulicherweise ist der eher umstrittene Kofferraumaufsatz verschwunden. Nun dominieren die großen roten Rückleuchten und das Heck ist sehr schön anzusehen, für uns die Schokoladenseite des neuen 7er.

Die großen, schweren Türen öffnen auf sanften Zug und ziehen sich mittels Motorkraft ebenso leise selbstständig wieder ins Schloss, wenn die Tür nicht richtig zugeschlagen wurde. Wie wird es wohl im Inneren weitergehen?

Na, genau so wie vermutet, hier übertreffen sich Komfort, Luxus und Wohlfühlatmosphäre gepaart mit einem unglaublich sicheren Gefühl. Das wuchtige Interieur umschließt uns förmlich wie eine Festung, ohne aber einengend zu wirken.

Im Gegenteil, wir werden von einem schönen und hochwertigen Materialmix umschmeichelt, feinstes Leder mit schicken, sichtbaren Nähten, glänzendes Chrom und edle Dekorflächen soweit das Auge reicht.

Auch dasGestühl verwöhnt uns wahrlich königlich, über die in der Tür platzierte elektrische Sitzverstellung lassen sich die komfortablen, groß dimensionierten Sitze vielfach verstellen – bis hin zur ausziehbaren Beinauflage. Sitzheizung ist in dieser Klasse natürlich selbstverständlich, wer möchte kann die um eine Sitzkühlung erweitern.

Ein hoher Komfort ist auch den Passagieren garantiert, die im Fond Platz nehmen, nur auf dem Mittelsitz sollte man nicht lange verweilen, daher lassen wir die breite Armlehne heruntergeklappt und genießen die Reise. Wer möchte, kann sich dank einer Massage-Funktion sowie einer Sitzheizung wie auf Rosen gebettet fühlen, was den Preis allerdings um gute tausend Euro erhöht. Zudem sind elektrisch verstellbare Einzelsitze im Portfolio zu finden, deren Verwöhn-Niveau sich vielleicht noch durch ein hochwertiges Entertainmentsystem abrunden ließe – alles ist möglich.

Doch nehmen wir wieder in Reihe eins Platz, denn schließlich haben wir noch lange nicht alles gesehen. In jedem Fall sehenswert ist die neue Instrumenteneinheit mit einem hochauflösenden Farbdisplay in Black-Panel-Technologie. Ja, auch hier ist man ganz klar im digitalen Zeitalter angekommen.

Zunächst sehen wir ein Display mit vier Chromringen die nach unten hin geöffnet sind, dazu sind die Zeiger, eine Skalenmarkierung und der rote Bereich des Drehzahlmessers sichtbar. Beim Schließen der Türen schließen sich die Chromkreise, und wird nun die Zündung aktiviert erscheinen die restlichen Anzeigen wie z.B. die Ziffern von Tacho und Drehzahlmesser. Aber auch die Darstellung weitere Informationen ist möglich. Je nach Abfragewunsch werden Meldungen, Navigations- oder Funktionshinweise sowie Service-Intervall-Informationen angezeigt.

Das optionale Head-Up-Display lässt den Blick auf die Instrumente allerdings zur Seltenheit werden, die Projezierung der Informationen wie Geschwindigkeit, Navigation oder Speed-Limit-Anzeige an die Frontscheibe liegen optimalen Sichtfeld.

Auch das iDrive-Bediensystem wurde verändert und vor allen Dingen vereinfacht, neben zusätzlichen Bedienelementen für die Klimatisierung wurden auch direkt um den iDrive-Regler Direktwahltasten für Radio, CD,Navigation und das Menü sowie eine „Zurück“-Taste positioniert, was die Handhabung wesentlich leichter macht und zügiger vonstatten gehen lässt. Zudem ist der kleinere Controller jetzt handlicher und lässt sich nun nur noch nach oben, unten, links und rechts bewegen.

Acht frei programmierbare Favoriten-Tasten sind unter der Radioeinheit untergebracht und ermöglichen den schnellen Zugriff auf Sender oder Navigationsziele. Wandert unser Blick ein kleines Stück weiter nach oben, erspähen wir den nun auf 10,2 Zoll vergrößerten Bildschirm, der fast schon Kinofeeling aufkommen lässt.

Wenn sich schon die Türen automatisch zuziehen, ist es ja nur logisch anzunehmen, dass sich auch der Kofferraumdeckel automatisch öffnet und schließt. Und so ist es auch! Das Be- und Entladen des 500 Liter großen Gepäckraums gestaltet sich ohne Probleme, allerdings ist der große Stauraum etwas zerklüftet.

Mit der Einführung des neuen Flaggschiffs konnte BMW einige Weltpremieren feiern, u.a. den Einsatz der Integral-Aktivlenkung. Bei diesem optionalen Feature wird je nach Geschwindigkeit auch der Lenkwinkel der Hinterräder beeinflusst, was ein Fahrzeug dieser Größenordnung wesentlich wendiger und dynamischer macht. Zu einer weiteren Neuheit zählte die Verwendung einer Doppelquerlenker-Vorderachse in Aluminium-Bauweise.

Die serienmäßige dynamische Dämpfer Control stellt dem Fahrer die Set-up-Modi
„Comfort“, „Normal“, „Sport“ – kann persönlich konfiguriert werden – und „Sport+“ bereit. Gerade bei der letzten Einstellung ist ein enormer Unterschied zu spüren, wesentlich agiler, giftiger und straffer, Eigenschaften die sich zwar nicht jeder bei einer Oberklasselimousine wünscht, aber schön, das BMW es möglich macht.

So bietet der bayerische Autokonzern für jeden Fahrstil genau das Richtige und verwöhnt mit bestem Komfort, bietet aber auch sportwagenähnliches Fahrvergnügen. Selbst bei extremer Nässe lässt sich der 7er praktisch neutral um die Pylonen zirkeln, die präzise und leichtgängige Lenkung ermöglicht uns hier leichtes Spiel. Zackig und souverän geht er um schnelle enge Kehren, gerade im Sport-Modus ist das Handling echt beeindruckend. Ein Wankendes Fahrzeugs ist kaum mehr wahrzunehmen, zudem steht auch noch gegen Aufpreis eine Wankstabilisierung zur Verfügung.

Auch beim DSC stehen Ihnen unterschiedliche Einstellungen zur Wahl, sogar bis hin zur vollständigen Deaktivierung. Der Sondermodus DTC ermöglicht wiederum ein problemloses Anfahren gerade bei Schnee und Nässe.

Das klingt schon alles recht beeindruckend und umfangreich, doch wir haben noch keines der zahlreichen Extras erwähnt. Bei der Personenerkennung angefangen, über die Nachtsichtfunktion inkl. Infrarotkamera mit automatischer Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung oder die Verkehrszeichenerkennung. Wobei man sehr schnell gerade das letzte System nicht mehr missen möchte. Im Gegensatz zu Mitbewerbern wird bei BMW das momentan erlaubte Tempolimit permanent angezeigt und es erkennt auch solche Zusätze wie „bei Nässe“ oder „22 – 6 Uhr“.

Dann hätten wir noch das Abstands-Radar, den Spur-Assistent oder das sogenannte Side View im Angebot. Hierbei handelt es sich um seitlich angebrachte Kameras die gerade in engen Gassen, Garagen o.ä. für den nötigen Durchblick sorgen, für 420,- Euro durchaus eine Überlegung wert. Zum selben Preis erhalten Sie auch die Rückfahrkamera (allerdings nur in Kombination mit der 810,- Euro teuren Einparkhilfe), eine Option auf die Sie nur ungern wieder verzichten wollen, da das recht hohe Heck recht unübersichtlich ist und zudem die breiten C-Säulen den Blick einschränken. Ansonsten ist das doch sehr große Fahrzeug fast spielerisch zu manövrieren und einzuparken.

Ein Spurwechselwarner zeigt mittels rot leuchtendem Dreieck-Symbol Fahrzeuge an, die sich im toten Winkel befinden. Wird trotzdem durch ein Blinkersetzen ein Überholvorgang angekündigt, blinkt das Dreieck hektisch auf und das Lenkrad vibriert.

Die Compound-Bremsanlage wird ergänzt durch zahlreiche Systeme wie das Anti-Blockiersystem (ABS), die Stabilitäts Control (ASC), die Anhänger-Stabilitätskontrolle, eine Kurvenbremsunterstützung Cornering Brake Control (CBC) sowie die dynamische Bremsen Control (DBC) und regelmäßige Trockenbremsungen. So ist jederzeit der optimale Bremsdruck garantiert, die Scheibenbremsen rundum sprechen spontan an, sind fein zudosieren und benötigen bei einer Bremsung aus Tempo 100 nicht einmal 35 Meter bis zum Stillstand.

Gefühlsmäßig wird das kräftige Reinhauen bei einer Vollbremsung durch das abrupte Anziehen der Gurte noch verstärkt, sorgt aber letzten Endes nur für Ihre absolute Sicherheit.

Der 740i setzt sich aus der Kombination Twin Turbo Aufladung und High Precision Injection zusammen, was dem drei Liter großen Reihensechszylinder – wieso eigentlich nicht 730i? – 240 kW / 326 PS beschert.

Diese Leistung entfaltet sich in Kombination mit dem maximalen Drehmoment von 450 Nm bereits bei niedrigen Drehzahlen, jederzeit steht ordentlich Power bereit und der BMW zieht schön und gleichmäßig hoch. Wenn es sein muss dreht er fast bis auf 7.000 Touren aus, bei einem solchen Gasfuß prescht er vehement nach vorn, der Motorensound bleibt dabei stets dezent im Hintergrund, wie es sich für eine Oberklasselimousine gehört.

In nackten Zahlen ausgedrückt heißt das: 5,9 Sekunden vergehen für den Spurt von Null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit findet dank einer elektronischen Sperre bei 250 km/h ein Ende. Der Durchschnittsverbrauch kann bei entsprechender Fahrweise die 10-Liter-Marke unterschreiten (Laut BMW: 9,9 Liter auf 100 Kilometer im Mix) die CO2-Werte liegen dabei um die 232 Gramm je Kilometer, die Abgasnorm EURO 5 erfüllt der Motor selbstverständlich auch. Wir haben auf unserer Normstrecke 9,7 Liter auf 100 km verbraucht, reine Überlandfahrten schafft er sogar mit 7,6 Litern.

Weg vom Lenkstockhebel – zurück zur Mittelkonsole! Diesen Schritt ging BMW und platzierte dort einen futuristisch gezeichneten und gut in der Hand liegenden Joystick. Wie gewohnt stehen die Modi P, D, N und R zur Wahl, doch das Getriebe wird statt wie bisher mechanisch, über elektrische Signale gesteuert. Die Parkposition „P“ wird durch Drücken
der P-Taste am oberen Rand des Hebels oder automatisch beim Abschalten des Motors eingelegt.

Die 6-Stufen-Automatik schaltet je nach Wahl komfortabel weich oder sportlich schnell, aber auch unter Volllast werden Schaltvorgänge sehr sanft ausgeführt. Ein manuelles Eingreifen ist natürlich auch möglich, doch leider übernimmt hier die Automatik zu schnellwieder das Ruder.

Der 7er an sich wirkt schon wie die schützenden Mauern einer Burg, doch das alleine reicht natürlich nicht. Aus diesem Grund wurde er mit Front- und Becken-Thorax-Airbags vorne, Kopfairbags rundum, Dreipunkt-Automatikgurten inkl. Gurtkraftbegrenzer und einer Gurtstrammerfunktion vorn, aktiven Kopfstützen, einer Sicherheitslenksäule, ISOFIX im Fond, ABS, DSC inkl. DBC und DTC, einer Reifenpannenanzeige sowie der Parkbremse mit Autohold-Funktion bestückt.

Optional kommen die genannten Assistenzsysteme ebenfalls Ihrer Sicherheit zu gute. Außerdem gegen einen Aufpreis erhältlich: der Telematikdienst BMW Assist/BMW ConnectedDrive, dank dieser Technik werden Rettungskräfte noch vor dem Eintreffen am Unfallort über diverse wichtige Punkte wie z. B. Art der Kollision und Verletzungsrisiko informiert und sind dementsprechend optimal vorbereitet und schneller handlungsfähig.

An dieser Stelle möchten bzw. können wir Ihnen nur einen Blick in die umfangreiche Preisliste empfehlen, hier im Detail auf alle Möglichkeiten einzugehen ist schier unmöglich und würde jeden Rahmen sprengen. Doch ohne jegliche Information wollen wir Sie natürlich auch nicht zurücklassen.

Der von uns gefahrene 740i startet mit einem Preis von 76.500,- Euro und bringt neben den im Text erwähnten Features eine Klimaautomatik vorn und hinten, 245er Bereifung inkl. 18“ Leichtmetallrädern, eine Stoffpolsterung, Interieurleisten in Edelholzausführung, Veloursfußmatten, elektrische Sitzverstellung vorn inkl. Lenksäule, ein Multifunktions-Lederlenkrad, einen Tempomat, beheiz- und elektrisch verstellbare, automatisch abblendende und mit einer Anklappfunktion versehene asphärische Außenspiegel, einen Regensensor, Bi-Xenon-Licht und auch einen Bordcomputer mit.

Das ist ja schon einiges, doch die möglichen Sonderausstattungen scheinen dagegen grenzenlos. Auch hier haben wir bereits einiges genannt und erinnern jetzt nur noch mal an die umfassenden Fahrassistenzsysteme, die Möglichkeit der Wahl zwischen zahlreichen Leichtmetallrädern, diverse Edelholzausführungen sowie verschiedenste Lederausstattungen. Allein die Sitzmöglichkeiten sind derart umfangreich, von Aktiv- über Komfort- bis hinzu Massagesitzen, und nicht zu vergessen natürlich die Entertainment- und Kommunikationsangebote. 10.000,- oder gar 20.000,- Euro Aufpreis sind, wie Sie wahrscheinlich schon vermuten, nicht ungewöhnlich.

Stand: Oktober 2009, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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