// Fahrbericht / Daihatsu Cuore mit Liegewiese

Daihatsu

Daihatsu Cuore mit Liegewiese

Film ab – Film läuft – Coure ab – und der Cuore läuft.
Um in der Filmsprache zu bleiben: Beim Cuore ist die siebte Klappe gefallen, also der knuffige Kleine mit dem großen Platzangebot geht in die siebte Generation, und die lässt anders als Nummer sechs, die mehr als Lehrfilm daher kam, nun auch wieder Emotionen zu. Lach- und Sachgeschichten quasi, praktisch bis in die letzte Ritze, sparsam und mit viel Platz, ja sogar eine Liegewiese kann geschaffen werden. Alles was das Herz begehrt bietet das Herzchen aus Japan (italienisch Cuore) und bleibt dabei auch noch eine Low-Budget-Produktion. Also Vorhang auf für einen etwas anderen Testfilm …

Kurzfilm: „Daihatsu Cuore“ Klappe die Siebte … und Action bitte!
„Cuore“ steht im italienischen für „Herz“ und dem ist Daihatsu nun auch endlich gefolgt. Nicht mehr so nüchtern, nicht nur praktisch, sondern auch darauf bedacht, Emotionen zu zeigen, kann der Cuore nun im Scheinwerfer-Licht glänzen.

Wir gehen in die Totale …
Schwungvoll, modern, in sich schlüssig, einfach freundlich und ansprechend. Die ultrakurzen Überhänge lassen ihn ausgesprochen kompakt dastehen und schaffen Platz für einen möglichst langen Radstand und viel Nutzraum.

Und er scheut auch nicht die Nahaufnahme …
Eine wuchtige Frontschürze mit großem Lufteinlass, dazu die großen Scheinwerfer in Klarglasoptik, mit denen er uns treu anschaut. Die leicht kuppelförmige Dachsilhouette kaschiert geschickt die Höhe, an den Planken ist kein Schnörkel zuviel. Schwungvoll die Außenspiegel in Wagenfarbe, wenn jetzt noch „echte“ Türgriffe im Fundus gewesen wären …

Den Abschluss bilden die hohen vertikalverlaufenden Rückleuchten, dazwischen eine große Heckklappe mit ladefreundlich niedriger Ladekante. Schnitt! Wir schwenken ins Innere des Cuore …

Durch die fast im 90-Grad-Winkel öffnenden Türen fällt der Ein- und Ausstieg nach vorne wie hinten sehr leicht – hier kann sich so mancher Mitbewerber eine Scheibe abschneiden. Auch von dem Talent, auf engstem Raum viel Platz zu bieten.

Die Besetzung …
Ohne Probleme können vier groß gewachsene Personen bequem Platz nehmen und verfügen im Fond je nach Platzierung der verschiebbaren Rückbank über eine Beinfreiheit, die sogar die manch großer Limousine übertrifft. Und auch der Kopfraum wird so schnell nicht knapp, nur vorne rückt man je nach Statur gerne oder notgedrungen mal etwas näher mit seinem Schauspielerkollegen zusammen.

Etwas großzügiger dürften in jedem Fall die Sitze ausgeführt sein, die zudem auch straffer gepolstert und mit mehr Seitenhalt bestückt sein könnten. Fahrersitz und Lenkrad sind in der Höhe verstellbar.

Das Scheinwerferlicht meiden sollten lieber die Materialien an der Türverkleidung, gerade der obere Teil wirkt einfach und hart. Wesentlich besser kommt da das Armaturenbrett weg, wo auch die Verarbeitung stimmt. Wir blicken auf ein Cockpit, das mit reichlich Schrägen und Rundungen sowie silbernen Applikationen einen guten und frischen Ansatz zeigt und durchaus auch mal dem Spotlight ausgesetzt werden kann. Jetzt noch mal kurz in die Maske, von allem noch etwas mehr und vor allen Dingen etwas Farbe und das Interieur wäre on top. Apropos „top“, in dieser Variante verfügt der Cuore über eine zweifarbige Ausstattung, die allerdings in Grau-Anthrazit gehalten trotzdem etwas trist wirkt.

Wir zoomen mal mit der Kamera näher ran …
InsVisier geraten die orange leuchtenden Instrumente mit breitem Chromrand die uns vom Ansatz her ebenfalls gut gefallen, auch hier wäre noch etwas mehr Pfiff wünschenswert, ansonsten sind sie angenehm groß ausgeführt und liegen gut im Blick.

Nun ein kleiner Schwenk …
über die wenigen Bedienelemente die optimal erreichbar und übersichtlich platziert sind, nur die Schalter für TRC und die Leuchtweitenregulierung befinden sich etwas versteckt weit unten.

Schnitt!
Und wir wechseln rüber in den Kofferraum … zuvor seien jedoch noch einige Screenshots einkopiert, die zahlreiche Ablagemöglichkeiten, Getränkehalter und ein großes Handschuhfach sowie Ablagefächer im Gepäckraum zeigen, in denen mehr als nur das Drehbuch Platz finden. Wozu allerdings das senkrechte Verlegenheitsfach in der Mittelkonsole gut sein soll bleibt uns verborgen?

Überblendung in den Kofferraum …
Auch hier ist der Kleine ganz groß, er bietet ausreichend Platz für vier Passagiere und deren Gepäck, zudem ist er super flexibel. Mit nur einem Handgriff lässt sich die Rückbank um fast 26 Zentimeter verschieben und der Kofferraum zwischen 160 und 215 Liter variieren. Durch komplettes Umlegen der Rücksitzbank im Verhältnis 60 : 40 entsteht sogar ein Ladevolumen von 414 Liter oder 600 Litern, eine Klappe verdeckt die dadurch entstehenden Schlitze und fährt je nach Einstellung der Rücksitze mit nach vorn und hinten, die entstehende Ladefläche ist allerdings etwas schräg.

Kleines Manko: Die Sitze lassen sich nicht auch vom Kofferraum aus umklappen. Ansonsten lässt dieser sich bequem Be- und Entladen, die Heckklappe öffnet weit und die Ladekante ist niedrig platziert. Unter dem Boden befindet sich das sauber verstauteWerkzeug.

Ein pfiffiges Highlight und durchaus eine „Großaufnahme“ wert ist die mögliche Liegewiese-Funktion, die wir bereits aus dem Materia kennen, sie kann leicht die Besetzungscouch ersetzen.
CUT … und weiter bitte – wir sind beim Fahrwerk angelangt!

Für große Actionszenen ist der Cuore natürlich nicht gemacht, aber seine Aufgabe als Cityflitzer meistert er mit Bravour. Mit dem nötigen Schuss Komfort und Sportlichkeit stellt er sowohl den komfortbewußten wie auch den sportlich ambitionierten Fahrer zufrieden, lässt einen wieselflink durch unsere Städte flitzen und vermittelt einem stets ein sicheres Gefühl dabei. Darum sei es ihm auch verziehen, dass er gerne mal die eine oder andere Bodenwelle nach innen weitergibt und sich in engen Kurven deutlich zur Seite neigt.

Das TRC als Regie-Assistent wacht ständig über unser Herzchen, gerade im Slalomtest greift es spürbar ein und bremst uns teilweise heftig ein. Der Cuore lässt sich aber sehr zielgenau einlenken und geht willig und ohne zu murren um die Pylonen. Gut gemacht, Kleiner!

Bei einer Fahraufnahme …
stellt er seine Wendigkeit (Wendekreis gerade mal 8,40 m) unter Beweis und zeigt wie leicht sich der Cuore doch mit der geschwindigkeitsabhängigen elektrischen und angenehm direkten Servolenkung durch den Großstadtdschungel manövrieren lässt.

Und noch ein kleines Intro …
Der Stuntman beschleunigt unseren Cuore auf 100 km/h und zwingt ihn dann brutal in eine Vollbremsung. Doch es ist kein Bild des Grauens das sich vor laufender Kamera abspielt … ohne spürbares ABS-Rubbeln und nur leicht quietschend malt der Kleine zarte schwarze Striche auf den Asphalt, bereitet aber keine Probleme, diesen Stunt kann jeder selbst hinlegen. Wennes sein muss auch 10 mal hintereinander.

Die 2-Kreis-Bremsanlage, vorn mit Scheiben- und hinten mit Trommelbremsen, inkl. 4-Kanal-ABS und elektronischer Bremskraftverteilung EBD lässt sich schön dosieren und spricht bei Bedarf schnell an.

Bitte Ruhe wir drehen … Die Detailaufnahme zeigt
ein 3-Zylinder-Aggregat, das mit ganz schön Power daher kommt und mit seinen 70 PS / 51 kW für ordentlich Vortrieb sorgt.

Wir machen noch einen kleinen Mitzieher …
In 11,1 Sekunden beschleunigt er aus dem Stand bis Tempo 100, das minimale Gewicht von gerade mal 765 Kilo lässt ihn nur so losflitzen, bereits von unten heraus zieht er gut, verlangt dann aber nach ordentlich Drehzahl, denn das maximale Drehmoment liegt bei 94 Nm ab 3.600 U/min.

Es folgt ein Horizontalschwenk und Zoom auf …
Doch hier geht ihm dann allerdings die Puste aus, was aber durchaus verständlich ist – schließlich ist er für die Stadt gemacht. Trotzdem schafft er es, wenn auch schleppend, bis auf 160 km/h und bleibt – mit Ausnahme von Vollgasfahrten – auch angenehm ruhig.

Kurze Rückblende, Ton ab … und zurück in die Stadt.
Hier begeistert der quirlige 3-Zylinder immer wieder, hinzu kommt der niedliche Motorensound, der für den einen bisweilen etwas laut sein mag, für den anderen einfach nur herrlich kernig rüber kommt, tatsächlich aber nicht wirklich stört.

Der minimale Mix-Verbrauch von gerade mal 4,4 Litern Normalbenzin auf hundert Kilometer und die geringen CO²-Emissionen von 104 g/km zaubert den Zuschauern nicht nur ein Lächeln auf die Lippen sondern verlangt nach stürmischem Beifall.

Und auch der Regisseur nickt – alles zu seiner Zufriedenheit …
Nicht ganz, denn weniger zufriedendürfte er mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe sein, das zwar auf kurzen Wegen, aber dann doch etwas hakelig geführt ist. Die kurz übersetzten unteren Gänge helfen mit, die Spritzigkeit in der Stadt zu erreichen, die längeren oberen Gänge halten den Außerortsverbrauch bei niedrigen 3,8 Litern.

Alles nach Drehbuch …
Mit bis zu sieben möglichen Airbags, also einem Fahrer- und einem abschaltbaren Beifahrerairbag, SRS-Seitenairbags vorn sowie einem SRS-Knieairbag für den Fahrer sidn die Requisiten schon serienmäßig gut drapiert, optional sind für die „Top“-Variante SRS-Kopfairbags erhältlich.

Die Pedale, die nach einem Aufprall an der Spritzwand festgehalten werden und nicht zurückschlagen, das stoßabsorbierende Lenkrad, die Sicherheitsgurte mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern vorn, die aufprallabsorbierenden Träger, die optimierte Karosseriestruktur inkl. Seitenaufprallschutz und die ISOFIX-Befestigungspunkte sind außerdem serienmäßig an Bord.

Es folgt der Abspann …
Der Cuore Top macht seinem Namen alle Ehre und verwöhnt mit vielen serienmäßigen Ausstattungsdetails, wie z. B. den elektrisch einstellbaren Spiegeln, elektrischen Fensterhebern rundum, einer Zentralverriegelung mit Fernbedienung, dem CD-Radio, einer Klimaanlage, der verschiebbaren Rückbank, dem Multiinformationsdisplay, dem Drehzahlmesser und dem Colourpaket mit lackierten Außenspiegeln und lackierten Außentürgriffen.

Preislich liegt der flotte Daihatsu Cuore dann bei 11.290,- Euro.

Noch ein letzter Schnitt – der berühmte „Final Cut“
Optional können Sie dann noch Ihren Cuore Top ganz individuell mit einem Automatikgetriebe für runde Tausend Euro sowie dem VSC (nur in Verbindung mit den Alu-Rädern) für 750,-Euro, den Kopf-Airbags für 450,- Euro oder der Perleffekt-Lackierung für 350,- Euro ausstatten.

Drehschluss. Alles ist im Kasten … durchaus ein gelungener Film, der „Daihatsu Cuore“.

Stand: Januar 2008, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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