// Fahrbericht / Chevrolet Spark LT 1.2

Chevrolet

Chevrolet Spark LT 1.2

Kleiner Chevi ganz groß. Das gilt aber nicht für den Kofferraum und die Spritzigkeit. Nur 170 Liter packen gerade mal so einen großen Einkaufskorb und nach dem Umlegen der Rücksitze bleibt eine Stufe. Der Motor leistet 82 PS, das reicht für die Stadt, außerhalb wirkt der kleine eher zäh. Groß raus kommt der Spark in Sachen Optik, das gilt auch für den durchgestalteten Innenraum, der vorne sehr gute und hinten für einen Kleinwagen durchaus gute Platzverhältnisse bietet. Das Fahrwerk wirkt etwas trocken, die Schaltung durfte exakter geführt sein. Euro 5 und 119 g CO2 pro Kilometer sind nicht schlecht, auch die 5,1 Liter Mixverbrauch gehen in Ordnung. Schon bei 8.990,- Euro geht es los, unser Testwagen war aber fast 4.000 Euro teurer.

Ist er ein kleiner Van? Oder ein Dreitürer? Ein Kleinwagen auf alle Fälle, aber bei Leibe keiner von der Stange. Wie hochgezogene Augenbrauen wirken die Sicken der Motorhaube über den riesigen Scheinwerfern, dazwischen der typische Chevrolet-Grill.

Darunter ein Frontschürze, die sportlich gezeichnet vor allem mit den Nebelscheinwerfern für einen richtig grimmigen Auftritt sorgt. Aus ihr entwickelt sich der schwungvolle Radlauf, an den sich dann der sanfte Aufwärtsschwung der Seitenlinie anschließt. Durch die bei unserem Fahrzeug angesetzten Seitenschweller wirkt die ansteigende Sicke in den Türen aber etwas unmotiviert.

Eine ganz eigene Liniefindet auch die seitliche Fensterlinie mit dunklen Ecken vorne wie hinten. Letztere nehmen geschickt die Türgriffe der hinteren Türen auf, so dass man durchaus einen Dreitürer vermuten könnte. Auf der anderen Seite läuft der Dachschwung in einem recht steilen Heck aus, was die Vermutung „Van“ ebenso möglich macht.

Der große Dachkantenspoiler, der seinem Namen alle Ehre macht, unterstützt diese Optik noch und sorgt vor allem in Verbindung mit dem angedeuteten Diffusor in der Heckschürze für den nötigen sportlichen Touch. Besonders der bei unserer Version richtig dicke Auspuff unterstreicht das noch.

Auf jeden Fall sorgt auch das Heck für einen absolut individuellen Auftritt, bis hin zu den Heckleuchten bleibt der kleine Chevrolet absolut unverwechselbar. Anders als bei den meisten Autos ist bei ihm die Stoßstange gut gegen Ladekratzer geschützt, die innere Ladekante dagegen eher weniger.

Bleiben wir gleich am Heck und beginnen den Innenraum mit der Begutachtung des Ladeabteils. Um die Heckklappe zu öffnen, braucht man den Schlüssel oder man hat vorher von innen entriegelt. Mit einem Stauvolumen von gerade mal 170 Litern ist man ohnehin schnell fertig, zudem ist der Zuschnitt so gewählt, dass ein gewöhnlicher Einkaufskorb nur gerade so hineinpasst.

Wer mehr verstauen möchte, kann durch Umlegen der Rücksitze bis zu 994 Liter Ladevolumen schaffen, dazu müssen erst die Sitzflächen hochgeklappt, dann die Kopfstützen herausgenommen undschließlich die Lehnen umgelegt werden. Dabei bleibt im Boden eine kleine Stufe zurück.

Rutschen wir eins nach vorne, stellen die Sitze wieder auf und nehmen wir in der zweiten Reihe Platz. Das gelingt auch als 1,80 m großer Mitfahrer hinter einem ebenso großen Fahrer, lediglich im Fußraum wird es etwas eng und nebeneinander sitzen nur zwei Erwachsene wirklich bequem, es handelt sich eben doch um einen Kleinwagen, auch wenn er nicht danach aussieht.

Kommen wir also nach vorne, hier ist naturgemäß das Platzangebot am besten, Kleinwagenatmosphäre kommt hier nicht auf, auch wenn die Sitze schon ein wenig darauf hindeuten, für größere Passagiere sind vor allem die Sitzflächen zu kurz geraten. Das der Haupteinsatzbereich in der Stadt liegen dürfte deutet auch der mangelnde Seitenhalt bereits an. Nur der Fahrersitz ist in der Höhe verstellbar, das Lenkrad auch, dadurch wiederum sitzen manche Fahrer mit dem Knie zu nahe am Armaturenbrett. Eine Lordosenstütze hat uns übrigens auch gefehlt.

Mut zum Anders sein wie auch zur Farbe beweist Chevrolet mit dem Spark allemal. Im Falle unseres Testwagen in knalligem Rot des Außenlacks tauchen zahlreiche Applikationen am Armaturenbrett und in den Türen – hier bis hin zu den Ablagefächern – im entsprechenden Farbglanz auf, und auch die Sitze sorgen mit farbigem Stoff für einen richtig frischen Innenraum. Kleinwagenmief sucht man hier vergebens.

Die Frage, ob einem der runde Analogtacho mit demangesetzten eckigen Digitaldrehzahlmesser gefällt, ist reine Geschmacksache, dass das alles recht nah am Lenkrad steht ebenso wenig wie der fehlende rote Bereich bei der Drehzahlleiste.

Trotz reichlich verarbeitetem Hartplastik kommt keine Billigatmosphäre auf und bei der Wahl der Hupe hat Chevrolet Größe bewiesen und zum Glück auf die ansonsten üblichen Kleinwagenpiepser verzichtet und dem Spark einen richtig guten Sound verpasst. Das kann man wegen des zumeist recht schlechten Empfangs vom Radio nicht behaupten.

Das Lenkrad liegt dank guter Ausformung gut in der Hand, eine Lederhaut können wir hier aber nur unbedingt empfehlen, die silbernen Streben machen sich optisch sehr gut. Ablagen für allerlei Kleinkram sind ausreichend vorhanden, die Anzeigen und Bedienelemente in der Mittelkonsole sind allesamt gut ables- und erreichbar, die Handhabung wirft keine Fragen auf.

Das Fahrwerk des Chevrolet Spark ist im Kern sportlich straff geraten, zeigt sich bisweilen aber eine Spur zu trocken, in Verbindung mit dem kurzen Radstand steckt er somit Querrillen nicht immer gut weg. Für die Stadt ist der Spark dennoch ganz gut gerüstet.

Außerhalb der Stadt macht sich der hohe Karosserieaufbau mit deutlichen Neigungen bemerkbar, insgesamt aber geht der Spark leicht untersteuernd recht gutmütig um die Ecken, das ESP hilft zudem, den Wagen sauber auf Kurz zu halten. Aber auch mit ausgeschaltetem ESP kommt er erst spät mit dem Heck, viel früher mahnenlaut quietschende Reifen den Fahrer zur Mäßigung. Wer ihn so richtig her nimmt, muss mit einem eher schwammigen und unsicheren Verhalten rechnen.

Geht es dann in eine Vollbremsung, taucht das Fahrzeug vorne tief ein und ein Flattern wird in der Lenkung spürbar. Aus Tempo 100 steht der Spark nach rund 39 Metern, Scheibenbremsen vorne und Trommelbremsen hinten werden über ABS angesteuert. Ist man aus höheren Geschwindigkeiten zur Vollbremsung gezwungen, wird der Spark ziemlich weich und es beschleicht einen ein ungutes Gefühl.
Seine Lenkung arbeitet leichtgängig und lässt ein zielgenaues Rangieren zu, dabei zeigt sich die Karosserie vor allem mit der breiten C-Säule als nicht gerade übersichtlich, aber mit den beiden Außenspiegeln lässt sich der Spark gut einparken.

Unter der hochgezogenen Motorhaube arbeitete bei unserem Testwagen ein 1,2 Liter Vierzylinder Benzinmotor mit 60 kW/82 PS, dazu gesellt sich ein maximales Drehmoment von 111 Nm bei 4.600 U/min. Die Beschleunigung von Null auf Hundert gelingt ihm damit in 12,1 Sekunden, das ist zwar durchaus okay, aber insgesamt macht das Aggregat vor allem außerhalb der Stadt einen eher zähen Eindruck.

Der Durchzug ist recht schwach und auch die Topspeed liegt bei nur 164 km/h, ist dann das Fahrzeug auch noch schlecht eingefahren wie unser Testwagen, ist von Spritzigkeit keine Spur, seine Werte ließen eher den kleineren 1-Liter Motor unter der Haube vermuten. In der Stadt ist das alles aber keinThema, hier kann er bequem mitschwimmen und da stört dann auch weder der recht lang übersetzte fünfte Gang noch die recht langen Schaltwege und die etwas holprige Führung.

Angenehm ist die Tatsache, dass der Benziner in den meisten Fällen akustisch eher zurückhaltend agiert, erst auf der Autobahn jenseits der 120 km/h wird er dann sehr laut. Der Motor erfüllt die Abgasnorm Euro 5 und stößt nur 119 g/km CO2 aus, auch der Mixverbrauch von 5,1 Litern Super auf 100 km im Mix kann sich noch sehen lassen. In der Stadt sind es 6,6 Liter, außerorts 4,2.

ABS ist bei allen Modellen Serie, für das ESP muss man aber stets 300,- Euro extra bezahlen. Höhenverstellbare Sicherheitsgurte gibt es nur in der Topvariante LT, ebenso die Parksensoren hinten.
Für alle Varianten sind Front- und Seitenfenster-Airbags, sowie im Sitz integrierte Airbags für Brust und Bauch, 3-Punkt-Sicherheitsgurte rundum inkl. Gurtstraffer vorn, Sicherheitspedalerie, ISOFIX-Befestigungspunkte hinten und ein integriertes Fußgängerschutzsystem serienmäßig.

Schon bei 8.990,- Euro geht es los, dann aber nur mit dem kleinen Benziner, der 1.2 startet als LS+ bei 11.690,- Euro, der LT schlägt dann mit 12.690,- Euro zu Buche, dann ist auch die Ausstattung nahezu komplett.

Selbst die Dachreling, Alufelgen im 15 Zoll Format, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber rundum, automatische Klimaanlage, getönte Scheiben und ein CD-Radio gehören dazu.In der Aufpreisliste bleiben dann auch nur die Metallic-Lackierung für 390,- Euro, ESP und eine Anschlussgarantie übrig.

Die Versicherungseinstufungen lauten HPF 17, Teilkasko 19 und Vollkasko 14.

Stand: Januar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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