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Chevrolet Orlando – Familie steht an erster Stelle

Chevrolet weitet sein Portfolio aus und steigt mit dem Orlando in das Familien-Van-Segment ein. Die Namensgebung kommt dabei nicht von irgendwoher, die Stadt Orlando in Florida zählt zu einer der familientauglichsten Reiseziele, die viel zu bieten hat. Genau das wollte Chevrolet auf den neuesten Sprössling ummünzen. Das Fahrzeug ist für den europäischen Markt gedacht und hebt sich durch sein eigenständiges und unkonventionelles Van-Design von seinen zahlreichen Mitbewerbern ab. Doch kann er sich auch behaupten, wenn es um die inneren Werte geht? Wie schlagen sich Fahrwerk, Getriebe und Motor, wie der Platz, die Flexibilität …?

Familien-Vans stechen meist mit praktischem und weniger mit unkonventionellem Design hervor, nicht so der neue Orlando. SUV-Attribute sorgen für den gewissen Crossover-Charme und lassen das Fahrzeug muskulös und agil vor uns stehen.

Die Front mit zweigeteiltem Kühlergrill und schickem Chevrolet-Logo, die großen Scheinwerfer und der farblich abgesetzte untere Stoßfänger mit integrierten Nebelscheinwerfern sorgen für einen kraftvollen Auftritt und lassen den Orlando tief auf dem Asphalt kauern.

Dieser Eindruck zieht sich über die dynamisch verlaufende Seitenlinie bis hin zur Heckpartie, die durch eine große markant gezeichnete Leuchteinheit geprägt ist. Für einen schicken Hingucker sorgt auch hier wie an der Front der optische Unterfahrschutz in mattem Chrom.

Aus glänzendem Chrom sorgt die Blende mit dem Markenlogo über dem Nummernschild wie auch am unteren Rand der Seitenfenster für einen edlen Anstrich. Der schwarzeKunststoff rund um die Radläufe findet in den schwarzen Kunststoffschwellern seine Verbindung. Geschickt läuft die Dachreling in den D-Säulen links und rechts des Heckfensters aus.

Wirklich gefallen kann auch der Innenraum, dessen Kern-Design uns bereits aus dem Cruze bekannt ist. Mit fließenden Linien, einer schwungvollen Armatur und einem tollen Materialmix aus schwarzem Klavierlack und silbernen Applikationen schafften die Designer eine schöne Atmosphäre. Je nach Ausstattung variieren hier die Farbausführungen, wirken aber stets solide und alles andere als billig. In den höheren Ausstattungslinien kommt noch eine strahlend blaue Hintergrundbeleuchtung hinzu.

Doch das Cockpit kann nicht nur optisch gefallen, bedienungsfreundlich und praktisch angeordnet präsentieren sich die einzelnen Bedieneinheiten. Die der Audioanlage hält sogar eine Raffinesse in Form eines versteckten Faches bereit. So lässt sich die gesamte Einheit per Tastendruck hochklappen und ein großes Fach kommt zum Vorschein, dass zudem über einen USB- sowie AUX-Anschluss verfügt. Ein bisschen weit unten sind vielleicht die Knöpfe und Drehregler für Heizung und Lüftung angebracht.

Für dieses Segment absolut zufriedenstellend war auch das Gestühl. Angenehm straff gepolstert – ob nun mit Stoff oder Leder bezogen – und mit ausreichend Seitenhalt versehen, nehmen wir dank weit öffnender Türen und angenehm hohem Hüftpunkt dort bequem Platz. Dies gilt auch für die zweite Sitzreihe, die mit drei Plätzen aufwartet.

Des weiteren stehen zwei Sitzmöglichkeiten im Kofferraum zur Verfügung. Da die einzelnen Reihen ansteigend angeordnet sind, fühlt mansich auch bei Nutzung aller Sitze noch wohl und nicht beengt. Auf den Plätzen 6+7 wird für Großgewachsene allerdings die Kopffreiheit etwas knapp.

So bietet der Orlando verschiedenste Möglichkeiten und richtet sich nach dem persönlichen Bedarf. Ob man nun die sieben Sitze nutzt oder über reichlich Stauraum verfügen möchte, der neue Chevrolet-Van bietet spielerisch einfach und schnell jegliche Konfiguration. Verzichten wir auf die dritte Sitzreihe, stehen statt minimalen 89 Litern im Handumdrehen 454 Liter bereit. Klappt man nun noch die zweite Reihe um, dessen äußeres Gestühl auch zweifach umgelegt werden kann und somit der Zugang zu den hinteren Plätzen erleichtert wird, steigt das Ladevolumen auf bis zu 1.487 Liter an. Dabei ergibt sich eine ebene, gut nutzbare Ladefläche. In Zukunft soll diese Flexibilität sogar noch um einen klappbaren Beifahrersitz erweitert werden.

Beim Anblick des neuen Chevrolet Orlando könnte man meinen, es handle sich um einen waschechten Ami. Doch genau genommen ist der Orlando ein koreanischer Europäer und das spiegelt sich erfreulicherweise auch beim Fahrwerk wider. Es baut auf den Komponenten der Kompaktlimousine Cruze auf und ist wunderbar auf die Anforderungen eines Familien-/Reisefahrzeuges ausgelegt.

Schön komfortabel ohne aber amerikanisch weich zu sein, vermittelt das Fahrwerk auf wirklich schlecht ausgebauten Straßen einen guten Eindruck und beweist andererseits aber auch beim flotteren Kurvenritt genügend Biss. Die Lenkung zeigt sich dabei von ihrer angenehm direkten Seite, im Stadtverkehr ist sie dagegen spielerisch leichtgängig und so ist der Orlando mit 11,30 MeterWendekreis alles andere als störrisch.

Auch die Scheibenbremsen rundum, vorn innenbelüftet, zeigten sich von ihrer zuverlässigen Seite und sorgten mittels elektronischem ABS, einer elektronischen Bremskraftverteilung und dem hydraulischen Bremsassistenten für gute Verzögerungswerte im Laufe unserer Testfahrt.

Wenn das Fahrzeug an sich auch komplett neu ist, so trägt es Motoren unter dem Blechkleid, die aus dem Hause Opel bereits bestens bekannt sind. So stehen dem Kunden vorerst ein 141 PS starker Benzinmotor und zwei Diesel in den Leistungsstufen 131 sowie 163 PS zur Auswahl. Eine weitere Dieselvariante, die dann auch über ein Start-Stop-System verfügen wird, soll noch im Laufe des Jahres folgen.

Gehen wir die einzelnen Motorisierungen im Detail durch. Der Ottomotor kann im Alltag mit gutem Vortrieb und angenehmer Laufkultur überzeugen. Fordern wir allerdings die 104 kW/141 PS und 176 Nm Drehmoment, die bei 3.800 U/min zur Verfügung stehen, geht dem 1,8 Liter Hubraum großen Triebwerk etwas die Luft aus und es tritt dafür akustisch mehr in Erscheinung. So auch beim Sprint aus dem Stand auf Tempo 100, hier gönnt sich der Van 11,6 Sekunden, die Topspeed ist bei 185 km/h erreicht. Nach Angaben des Herstellers liegt der Mixverbrauch bei 7,3 Liter Super Bleifrei auf 100 Kilometern, was dem guten Durchschnitt entsprechen würde. Diese Reduzierung, wie auch die der CO2-Werte auf 172 g/km werden durch die variable Ventilsteuerung und eine verbesserte Abgasrückführung erreicht.

Der kleinere Diesel mit 96 kW / 130 PS bei 3.800 U/min und einem maximalen Drehmoment von 315 Nm wirkt hier schon wesentlich spritziger und spurtet in10,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 180 km/h fast gleich auf.

Die 360 Newtonmeter Drehmoment und 163 PS der zweiten Dieselvariante setzen hier natürlich noch mal eins drauf und so stellt diese Version mit 195 km/h Topspeed und runden zehn Sekunden für den schnellen Sprint die Spitze dar. Dennoch begnügt sich dieser Motor mit sechs Litern, was auch genau dem Wert des schwächeren Dieselaggregates entspricht wie auch die 159 g/km CO2 Ausstoß.

Während der Benzinmotor leider nur über ein 5-Gang-Schaltgetriebe verfügt, sind die beiden Dieselmotoren mit einem gut geführten Sechsgang Handschalter bestückt. Die 163 PS Dieselvariante ist zudem gegen 1.400,- Euro Aufpreis mit einem 6-Gang-Automatikgetriebe mit manueller Tippschaltung kombinierbar. Hier liegt der Durchschnittsverbrauch rund einen Liter über dem des Handschalters und die CO2-Emissionen bei 186 g/km.

Mit dem BFI-System (Body Frame Integral) und Crashboxen aus Aluminium ist die Karosserie im Ernstfall schon mal gut gerüstet. Da dies allein jedoch nicht genug ist, enthält der Familien-Van noch so einiges mehr, was stets im Preis inbegriffen ist.

So sind nicht nur sechs Airbags – zwei Front-, zwei Seiten- und zwei Fensterairbags – sondern auch höhenverstellbare vordere Sitzgurte mit Gurtkraftbegrenzern und Gurtstraffern an Bord, außerdem Kopfstützen auf allen sieben Plätzen, ein Pedal Release System das bei einem Unfall dafür sorgt, dass die Pedale wegklappen, ISOFIX-Befestigungen und Crash-Sensoren die bei einem Unfall die Türen automatisch entriegeln.

Neben diesen Sicherheitselementen verfügt das Fahrzeug zudem überfolgende Systeme: Anti-Blockiersystem (ABS), eine Antriebsschlupfregelung (TCS), eine elektronische Bremskraftverteilung (EBD), ein hydraulischer Bremsassistent (HBA) sowie eine elektronische Stabilitätskontrolle (ESC).

Ein paar Tage dauert es noch, bis der Orlando zum Verkauf bereit steht. Die dann zur Verfügung stehenden Ausstattungsvarianten LS, LT und LTZ liegen preislich zwischen 18.990,- und 22.890,- Euro, je nach gewählter Motorisierung. Womit der neueste Zuwachs im Familien-Van-Segment zumindest preislich absolut nicht zu schlagen ist.

Neben sieben möglichen Sitzgelegenheiten, üppigem und gut nutzbarem Stauraum, pfiffigem Design … bieten die einzelnen Varianten eine vorbildliche Serienausstattung. Bereits die Basis ist mit den erwähnten Sicherheitsfeatures, elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, einer Dachreling, einem MP3-fähigen CD-Radio, elektrischen Fensterhebern vorn und einer Zentralverriegelung mit Fernbedienung bestückt.

Ein nicht nur in der Höhe sondern auch in der Weite verstellbares Lenkrad ist dann ab der nächsthöheren Ausstattung LT inbegriffen, ebenso eine manuelle Klimaanlage, eine Einparkhilfe, elektrische Fensterheber rundum, Audio-Fernbedienung am Lenkrad, das wie auch der Schaltknauf mit Leder bezogen ist.

Eine Klimaautomatik und Nebelscheinwerfer sind in der Version LT+ zu finden. Mit 17″ Alufelgen, einem Regensensor, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln und sogar einem Navigationssystem – das in der LT/LT+-Version 800,- Euro Aufpreis verlangt – wartet die Topvariante LTZ auf.

Dieser Ausstattungsstufe stehen dann zudem zwei verschiedene Exclusive-Pakete zur Wahl, die miteiner Lederausstattung, 18″-Leichtmetallfelgen, Sitzheizung vorn und einem elektrischen Glas-Hub-Schiebedach verwöhnen. Eine Metallic-Lackierung für 490,- Euro steht wiederum allen Ausstattungslinien zur Verfügung.

Stand: Februar 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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