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BMW 520i – ein treuer Begleiter

Wer schon mal einen kräftigen Sechszylinder-BMW unterm Hintern hatte, ist von 520i Vierzylinder erst mal enttäuscht, er ist zwar sehr kultiviert, aber auch recht zurückhaltend in seiner Leistungsentfaltung – also für einen BMW. Dafür hält sich aber auch der Verbrauch in Grenzen, und der Komfort, das ausgewogene Fahrwerk mit der gefühlvollen Lenkung, die guten Bremsen, die bequemen Sitze, das moderne Cockpit und die guten Platzverhältnisse sind typisch 5er BMW. Mit 35.900,- Euro ist der Einstieg durchaus noch günstig, wenn da nur nicht die schier endlosen Aufpreislisten mit ach so verlockenden Extras wären.

Mittlerweile hat man sich nicht nur an die Optik des 5er BWM gewöhnt, sie gehört einfach zum Straßenbild, will sagen: An jeder Ecke steht einer.

Und schon im Stand wirkt die Limousine schnell, die dynamische Linienführung blieb seit der Einführung nahezu unverändert, auffälligste Änderung ist die modifizierte Kühleröffnung in der Frontschürze.

Auch die Rückleuchten in LED-Technik können da schon mal wechseln und fast jedes Modell hat seinen eigenen Auspuff, beim 520i ist das ein dickes ovales Edelstahlrohr. Allen 5ern gemein sind die echten Türgriffe und die solide Verarbeitung mit exakten Spaltmaßen.

Allein mit der Farbwahl können Sie aus Ihrem 5er ein Altherrenfahrzeug oder eine Sportlimousine machen.

Innen ist vom Kern her alles wie gehabt, kleinere Veränderungen sind eher ausstattungsbedingt, und so ist die technik-orientierte, moderne Anmutungunverändert. Unter den beiden Schwüngen der Armaturenbrett-Abdeckung stecken die bekannten BMW-Instrumente, bei der die Designer sogar darauf geachtet haben, dass in Ruhestellung die einzelnen Zeiger von Tacho, Tank, Drehzahlmesser etc. schön parallel ausgerichtet sind.

Ein neues Lenkrad begeistert nicht nur mit einer schicken Aluapplikation sondern auch mit einer ausgesprochen schnellen Lenkradheizung. Dank herrlich dicker Polsterung liegt es super in der Hand. Mit dem optionalen Spurassistenten informiert es rubbelnder Weise den Fahrer vom unbeabsichtigten Überfahren (also ohne zu Blinken) der Fahrbahnmarkierung.

Die neuen 5er startet man per Druck auf den Start-Stop-Knopf und komplett verändert zeigte sich das Design der Türverkleidung. Dabei ist leider die schräg stehende Griffleiste mit den Bedienelementen für die elektrischen Fensterheber und die Spiegelverstellung verschwunden, sie sind jetzt wieder ganz traditionell in die Armauflage gewandert.

An den hochwertigen und angreiffreundlichen Materialien hat sich nichts geändert, auch im 520i wirkt der verwendete Kunststoff fast so hochwertig wie Leder.

Leicht modifiziert präsentieren sich die Sitze, der Sitzkomfort, die optimalen Verstellmöglichkeiten per Knopfdruck bis hin zur ausfahrbaren Beinauflage blieben unverändert, auch wenn das feine Ledergestühl natürlich zu den aufpreispflichtigen Extras gehört. Dass die helle Farbe jeden kleinen Dreck sofort offenbart und besonders in der kalten Jahreszeit mit Schneematsch und Co. schnell nach Reinigung und Pflege verlangt, solltejedem, der sich für diese zugegeben optisch sehr attraktive Variante entscheidet klar sein.

Im Zuge von „Efficient Dynamic“ erhielt die Anzeige zwischen den beiden großen Rundinstrumenten auch eine Gangwechselempfehlung. Folgt man dieser, fährt man besonders ökonomisch.

Dass alle Bedienelemente und Anzeigen optimal beleuchtet sind und auch das gesamte Innenlicht nur Lob verdient, eint auch den kleinen 5er mit seinen Brüdern. Identisch sind auch die sehr guten Platzverhältnisse vorne wie hinten. Und auch der Kofferraum entspricht dem 5er Standard mit guten 520 Litern, die durch einfaches Umklappen der Rücksitze, wenn auch mit ansteigendem Ladeboden und einer Stufe, deutlich vergrößert werden können.

Den großen Drehknopf in der Mittelkonsole müssen wir einfach noch mal erwähnen, auch wenn das damit verbundene iDrive mittlerweile fast schon ein alter Hut ist. Man gewöhnt sich an alles und spätestens durch den kleinen Menü-Knopf, mit dem man ratz fatz aus jeder Einstellung wieder raus findet, freunden sich auch die Kritiker mit dieser Steuerung an, die zwar eine gewisse Eingewöhnung verlangt, dann aber selbst die Heizzonen bei der Sitzheizung ganz individuell beeinflussbar macht.

Das Fahrwerk des 5er BMW ist über jeden Zweifel erhaben. Den Entwicklern ist ein feiner Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit gelungen, der sowohl das bequeme Cruisen selbst auf schlechten Straßen wie auch das schnelle Kurvenräubern zum Vergnügen macht.

Hinzu kommt, dass man mit dem prima in der Hand liegenden dicken Lederlenkrad ein optimalesGefühl für die Straße bekommt und den BMW spielerisch dirigieren kann. Geschwindigkeitsabhängig arbeitet sie beim Rangieren angenehm leichtgängig, bei höherem Tempo entsprechend straff.

Ein nicht zu unterschätzender Komfortfaktor ist die sehr gute Geräuschdämmung. Der Motor dringt stets nur wie durch Watte an unser Ohr, und auch Wind- und Abrollgeräusche bleiben weitgehend draußen.

Die Elektronik in Form von DSC hält den Bayern sauber auf Kurs, greift wenig bevormundend ein, mit zunehmendem Schnee oder auch Nässe auf der Fahrbahn hat aber selbst die kleinste Motorisierung mit Traktionsproblemen zu kämpfen.

Keine Probleme bereiten die Bremsen. Sie sprechen schnell an, sind fein zu dosieren und zeigen auch bei Dauerbelastung keine Ermüdungserscheinungen. Auf die innenbelüfteten Scheibenbremsen rundum mit ABS ist stets Verlass und aus Tempo 100 braucht der BMW nur 36 Meter bis zum Stillstand.

BMW – da denkt man doch sofort an agile Fahrmaschinen, an Power ohne Ende, an sanfte aber doch enorme Kraftentfaltung … zumindest wenn man schon mal in einem 3-Liter Diesel oder stärker gesessen ist.

Entsprechend groß waren die Wartungen und vor allem die Neugierde auf den 520i. Immerhin hat er 170 PS .. doch was ist das schon für einen 5er BMW. Schließlich stecken die jetzt beim 520i in einem Vierzylinder-Motor. Also Startknopf gedrückt und mit sanftem Brummen erwacht der Sechszehnventiler zum Leben. Ganz gedämpft dringt er an unser Ohr, dass es „nur“ vier Zylinder sind, hört und spürt man erst mal nicht.

So kultiviert muss eineBMW-Limousine laufen. Klasse. Also Gang rein und los, wer nicht gerade einen Kavaliersstart hinlegt ist noch immer ganz happy, bis dann der erste LKW zur Überholung ansteht. Spätestens jetzt entpuppen sich die 125 kW / 170 PS, die bei hohen 6.700 U/min anliegen und mit 210 Nm Drehmoment bei 4.250 U/min zusammenwirken als zu schwach für die rund 1,5 Tonnen Leergewicht.

Aber jetzt bitte nicht fasch verstehen, der 520i geht nicht schlecht, aber die Erwartungen lagen einfach höher. Zudem haben wir die Werksangaben von 8,7 Sekunden für den Sprint von Null auf Hundert ebenso wenig geschafft wie die 9,1 Sekunden für den Zwischensprint im vierten Gang von 80 auf 120. Wer nicht überall der erste sein will, ist mit dem Vierzylinder bestens bedient und durch die steigenden Dieselpreise wird der kleine Benziner zunehmend interessanter.

Legt man eine ruhigere Gangart an den Tag kann man mit 5,4 Litern außerorts auskommen, reine Stadtfahrten schlagen mit 9,2 Litern zu Buche und auf unserer Normstrecke begnügte sich der 520i mit 6,5 Litern.

Wer flott fahren will, der muss öfter zum Schalthebel greifen und dem Motor die nötige Drehzahl gönnen. Dabei bleibt das Aggregat trotzdem angenehm leise, genehmigt sich aber gleich zwei-drei Liter mehr. Der Griff zum Schalthebel ist eine wahre Freude, die sechs Gänge sind prima auf den Vierzylinder abgestimmt und die Führung geschieht exakt, angenehm straff und auf kurzen Wegen, und weil der Schalhebel gar so butterweich durch die Kulisse gleitet spürt man den Ruckler über die Leerlaufstellung um sostärker.

Ein wenig Aufmerksamkeit sollte man den Schaltvorgängen trotzdem widmen, liegen doch die Gänge sportlich nahe beieinander, besonders Rückwärts- und erster Gang sind da schnell mal verwechselt.

Sicher wie in einer Burg kann man sich im BMW fühlen, Front- und Seitenairbags vorne werden ergänzt durch Kopfairbags vorn und hinten, dazu gesellen sich die aktiven Kopfstützen vorne, Dreipunkt-Automatikgurte auf allen Plätzen mit Gurtstrammern vorne.

An der Batterie sind Sicherheitsklemmen verbaut, die Kraftstoffpumpe wird bei einem Crash automatisch abgeschaltet, die Reifen verfügen über eine Pannenanzeige und für die Kleinen ist ISOFIX an Bord.

Für 35.900,- gehört der BMW 520i mit 170 PS Ihnen, und dann ist alles dabei, was man zum bequemen Fahren unbedingt braucht. Auch Nebellampen, Regensensor, Zentralverriegelung, Sechsgang-Schaltung, DSC, Servotronic, Alufelgen, Stoffsitze mit teilelektrischer Verstellung, Lederlenkrad, Klimaautomatik, Tempomat mit Bremsfunktion, Lichtsensor, LED-Heckleuchten, beheizte Scheibenwaschdüsen, el. Fensterheber und Außenspiegel, BMW-Radio mit CD-Laufwerk, Bordcomputer etc.

Das Unangenehme ist nur, dass all die vielen schönen, angenehmen, nützlichen oder einfach nur begehrenswerten Dinge extra kosten. Und das beginnt bei der Metallic-Lackierung für 930,- Euro und endet bei der exklusiven Nappa-Leder-Ausstattung für 3.910,- Euro. Und dazwischen gibt es praktisch alles, was das Herz begehrt oder der Geldbeutel hergibt.

Vor allem hält BMW neben den Sonderausstattungen auch noch dasSonderzubehör bereit, das nicht ab Werk lieferbar ist, sondern in der Werkstatt nachgerüstet wird, das können dann Carbonaufsätze für das M-Aerodynamik-Paket für 320,- Euro oder Kreuzspeichen-Alufelgen für 4.450,- Euro sein.

Stand: Januar 2008, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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