// Fahrbericht / Audi A6 2.0 TDI

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Audi A6 2.0 TDI

Audi hat es mit dem neuen A6 mal wieder geschafft, ein hochwertiges Automobil hinzustellen, das einen rein gefühlsmäßig in eine höhere Klasse versetzt. Das unterstreicht auch der Kofferraum mit seinen 546 Litern, auch wenn die Ladeöffnung dafür zu klein ist. Die Verarbeitung ist innen wie außen sehr hochwertig, der gebotene Komfort erstklassig – allerdings lässt sich Audi das auch entsprechend bezahlen. Vom vertretbaren Grundpreis geht es in Windeseile auf bis über 42.700,- Euro, und das mit dem kleinen 2.0 TDI mit „nur“ 140 PS. Seine Fahrleistungen gehen aber bis auf eine gewisse Trägheit unten rum voll in Ordnung.

Der neue Audi A6 zeichnet sich durch eine klare Linienführung aus, die auf klassischen Grundproportionen basiert und mit der coupéhaften Dachlinie den Spagat zwischen Buisness-Class- und Sport-Limousine schafft.

Besonders dynamisch präsentiert sich die Front mit dem neuen Grill, der jetzt alle neuen Modelle aus Ingolstadt ziert, und der von zusätzlichen Lufteinlässen mit integrierten Nebellampen und den Klargasscheinwerfern mit serienmäßigem „bösen Blick“ flankiert wird.

Die Seitenansicht kommt mit ganz wenigen klaren Linien aus und wird vom kühnen Dachschwung beherrscht. Markant auch das Heck mit den Bänder-Rückleuchten, der verbindenden Chromleiste und derklaren Abrisskante am Kofferraumdeckel.

Im angedeuteten Diffusor stecken selbst beim „kleinen“ Diesel links und rechts zwei dicke Auspuffrohre, die die Optik imposant abrunden, auch wenn sie zur Minderung der Selbstbeschmutzung beim Selbstzünder nach unten gebogen sind

Fast ist es müßig zu erwähnen, dass sich die Karosserie durch eine hochwertige Verarbeitung mit exakten Spaltmaßen auszeichnet.

Der Innenraum des A6 ist großzügig bemessen, bietet ausreichend Platz auf allen Plätzen. Material, Farbe und Design sind perfekt aufeinander abgestimmt und vermitteln sofort dieses „Oberklassefeeling“, ohne protzig zu wirken. Chrom, Holz und Leder gepaart mit klarer, teils fast sachlicher Linienführung der Bedienelemente und auch hier hochwertiger Verarbeitung ergeben ein stimmiges Gesamtbild.

Wir wollen hier nicht auf alle Details und Annehmlichkeiten im Einzelnen ausführlich eingehen, aber sowohl die Bedienung am Multifunktionslenkrad wie auch über die restlichen Bedienelemente ist selbsterklärend, die feine Musikanlage kann auch verwöhnte Ohren zufrieden stellen, gleiches gilt für die Komfort-Klimaautomatik, separat regelbar für Fahrer und Beifahrer.

Und auch die komfortablen Ledersitze befriedigen voll auf, über die teils manuelle Verstellung ist man fast ein wenig verwundert. Vom fernentriegelbaren Handschuhfach über viele praktischeAblagefächer und Getränkehalter bis hin zur durchdachte Mittelarmlehne mit integrierten Getränkehaltern und praktisch verstautem Verbandskasten haben die Ingenieure an alles gedacht.

Hervorzuheben ist noch die leichte und unkomplizierte Handhabung des Bordcomputers und des hervorragenden Navigationssystems durch den Multifunktionsdrehknopf, der mittig unterhalb des Schaltknaufes platziert ist. Die durchdachte und einfache Menüführung macht Spaß und verschont sogar Laien vor dem Wälzen dicker Gebrauchsanweisungen. Das Navigationssystem ist ausnahmslos empfehlenswert – es führte uns wie mit Zauberhand sogar in die entlegendsten Dörfer der Provence.

Genug geschwärmt, wie sieht es mit dem Kofferraum aus? Nun, der ist für eine Limousine echt riesig. 546 Liter Fassungsvermögen mit ebener Fläche, niederer Ladekante, Verzurrösen, 12 V Steckdose und Netz. Leider ist die Öffnung zu dieser tiefen Höhle recht klein. Ich musste mich bei meiner Größe von 1,75 m fast hineinlegen um vereinzelte Gegenstände wieder hervor zu holen.

Komfort definiert jeder für sich. Doch im Audi A6 wird auch die längste Reise nicht zur körperlichen Plage, im Gegenteil, man fühlt sich geborgen und gut aufgehoben. Dazu tragen neben individuell einstellbaren, bequemen Sitzen, der nach persönlichen Vorlieben eingestellten Klimaautomatik, dem vorzüglichen Audiosystemund dem erstklassigen Navigationssystem natürlich auch Fahrwerk und Bremsen bei.

Das Fahrwerk ist sehr ausgewogen und vermittelt stets einen ausgezeichneten Kontakt zur Straße. Zuständig dafür ist die Vierlenker-Vorderachse mit Einzelradaufhängung, der Rohr-Querstabilisator, die Zweirohr-Gasdruckstoßdämpfer, die Schraubenfeder und die Zug- und Schlagfedern sowie die elastisch gelagerten Achsträger.

Und hinten klingt die Technik ebenso interessant. Hier sorgt eine Trapezlenker-Hinterachse mit Einzelradaufhängung, Zweirohr-Gasdruckstoßdämpfern, Schraubenfedern und elastisch gelagerten Achsträger für ein angenehmes Fahrgefühl.

Die Servotronic regelt geschwindigkeitsabhängig die Lenkung d.h. präzise Lenkung bei hoher Geschwindigkeit und größtmögliche Unterstützung beim Einparken. Ihr Zusammenspiel verleiht dem A6 seine Gutmütigkeit und die stets gute Beherrschbarkeit. Dass die Reifen bei schneller Kurvenhatz bisweilen jämmerlich wimmern, ist ein kleiner Schönheitsfehler.

Dazu braucht er natürlich auch noch eine verlässliche Bremsanlage – sonst wär’s mit der Entspannung schnell vorbei. Und eine knackige Bremsanlage, die auch bei Dauerbelastung nicht schlapp macht hat der Ingolstädter. Ja, er hat sogar so direkte Bremsen, dass man sich erst an dieses schnelle Ansprechen gewöhnen muss. Da ist Gefühl angesagt – sonst fliegt manvoll in die Gurte.

Wenn man sich die Eckdaten anschaut, wird sofort klar, der Motor ist kein PS-Riese. Aus zwei Litern Hubraum, verteilt auf vier Zylinder, holt der TDI 103 kW / 140 PS bei 4.000 U/min und entwickelt ein maximales Drehmoment von ordentlichen 320 Nm, die schon bei 1.750 bis 2.500 U/min anliegen.

Der Reihenvierzylinder-Turbodiesel-Direkteinspritzer mit Ladeluftkühler ist gerade beim Anfahren etwas langatmig, doch erst mal in Bewegung merkt man davon nichts mehr, dann lässt er sich sogar sehr schaltfaul fahren. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h, wobei der Motor auch unter Volllast angenehm leise bleibt.

Dies liegt neben dem 6-Gang-Getriebe auch an der perfekten Abkapselung des Motors. Die Schaltwege des 6-Gang-Getriebes sind angenehm kurz und der Schalthebel liegt nicht nur gut in der Hand, er gleitet exakt durch die Kulisse.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, der A6 2.0 TDI hält genügend Kraftreserven bereit, um zügig zu überholen. Das strahlt er auch aus, denn bei Autobahnfahrten macht der Vordermann nach einem Blick in den Rückspiegel bereitwillig die linke Spur frei. Ein erhebendes Gefühl.

Fazit: Wenn man die Anfahrschwäche im Griff hat gleitet man dahin wie auf Schienen und es macht nur noch Spaß!

Ein Wagen dieser Klasse vermittelt schon durch seine schiere Größe ein gerüttelt Maßan Sicherheit. Doch was steckt wirklich drin? Front und Heckbereich der verzinkten Karosserie haben definierte Knautschzonen, der Seitenaufprallschutz in den Türen besteht aus biegesteifen Aluminium Aufprallträgern.

Die Gurtanlegekontrolle und 8 Airbags sorgen darüber hinaus für die Sicherheit der Insassen. Auch ESP, ABS und EBV sowie die dritte Bremsleuchte tragen zur Sicherheit bei. Außerdem verfügt der A6 über eine „Notbremsanzeige“, die bei einer Vollbremsung automatisch die Warnblinkanlage aktiviert.

Unser Testwagen – der Audi A6 2.0 TDI – kostet in der Basisversion 28.017,24 Euro. Leider müssen Sie noch ein paar Kleinigkeiten extra bezahlen, wenn Sie sich von der Top Ausstattung unseres Testwagens verwöhnen lassen möchten.

So z.B. 681,- Euro für die Metalliclackierung, 86,- Euro für die Isofix Kindersitzbefestigung, 1.525,- Euro für die Lederausstattung, 2.413,- Euro für das Navigationssystem mit DVD inkl. MMI, 474,- Euro für die Aluminium-Schmiedeleichtbauräder 7,5 J x 16 und der Reifengröße 225/55 R16, 301,- Euro für die Sitzheizung vorne, 190,- Euro für das Multifunktionslenkrad im 4-Speichen-Design, 250,- Euro für die umklappbare Rücksitzlehne, 155,- Euro für die Durchlade-Vorrichtung mit Skisack, 245,- Euro für die Diebstahlwarnanlage, 302,- Euro für das Acoustic-Parking-System hinten, sowie 207,- Euro für denGeschwindigkeitsregler.

Alles zusammen ergibt das eine Gesamtsumme von über 42.700,- Euro – ein stolzer Preis, den der Audi sicher wert ist, aber den sich wohl nicht jeder leisten kann oder will.

Stand: August 2005, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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