// Fahrbericht / Audi A4 Avant 2.0 TDI

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Audi A4 Avant 2.0 TDI

Fein ist seine Verarbeitung, innen wie außen, seine wertigen Materialien auch und besonders im Laderaum, und fein ist, dass die Heckklappe mit zwei Arretierungen arbeitet. Dass man gute Platzverhältnisse vorfindet ist ebenso fein wie der Sitzkomfort in den großen und gut ausgeformten Sitzen und die Klimaautomatik sorgt für ein feines Klima, während das Fahrwerk einen sehr feinen Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort findet. Fein reagiert die Lenkung und der 2-Liter TDI mit 140 Diesel-PS arbeitet kultiviert und harmoniert fein mit der stufenlosen Multitronic, an die man sich aber gewöhnen muss. Und Sie müssen, fein säuberlich, mindestens 32.200,- € auf den Tisch blättern.

Der wuchtige Single-Frame-Kühlergrill dominiert auch die Optik des neuen Audi A4, anders als beim großen Bruder A6 sind dann aber der Frontspoiler eine Spur sportlicher geraten und die Scheinwerfer haben den „bösen Blick“ praktisch serienmäßig.

Schnörkellos und mit großen glatten bzw. leicht gewölbten Flächen zeigt sich die Seitenansicht wie auch die Motorhaube, auf der sich zwei Linien aus Grill und Scheinwerfer nach hinten schwingen und vereinen. Eine in Wagenfarbe lackierte Rammschutzleiste und eine feine Sicke an der Schulter lockern die Flächen etwas auf, den meisten Schwung erhält der A4 Avant von der sanft nach hinten abfallenden Dachlinie und der silbergrauenDachreling.

Kaum Unterschiede zum A6 Avant und selbst zum A3 Sportback sind am Heck auszumachen. Erst im Dunkeln wird die unterschiedliche Gestaltung der Heckleuchten augenfällig. Ansonsten dominiert beim A4 schlichte Eleganz und Zweckmäßigkeit, ein Dachkantenspoiler und der angedeutete Diffusor sorgen für eine sportliche Note.

Wie bei Audi nicht anders zu erwarten, zeigte sich auch der A4 Avant hochwertig verarbeitet mit exakten, engen Spaltmaßen und leider auch ohne echte Türgriffe.

In typischer Audi-Manier geht es auch im Innenraum weiter. Alles ist sehr solide und aus hochwertig anmutenden Materialien gefertigt. Eine breite Aluleiste trennt das obere vom unteren Armaturenbrett und sorgt zugleich für die Verbindung mit den Türen. Sie ist in geriffelter Machart besonders schön anzusehen.

Das Lenkrad mit den vier Speichen greift wie gehabt die Form des Kühlergrills im Pralltopf wieder auf, dahinter präsentieren sich die gut ablesbaren und klar gestalteten Rundinstrument im gewohnten Audi-Look.

In der Mittelkonsole sorgt ein großer Monitor dafür, dass keine Informationen übersehen werden. Ob Radioeinstellungen, Navigationssystem (ist ebenfalls ganz Audi, also intuitiv zu bedienen und bestens dargestellt) oder sonstige Fahrzeugparameter, hier ist alles einfach und schnell erfasst, eingestellt oder verändert.

Vorbildlich, wenn auch vielleicht etwas weit unten, präsentiert sich die Bedieneinheit derKlimaautomatik, natürlich mit getrennter Regelung für rechts und links, darunter die Schalter für die Sitzheizung, die nicht nur schnell heiß, sondern auch ordentlich heiß wird. Auch wenn unser Testwagen mit Stoffsitzen ausgerüstet war, eine sehr angenehme Sache.

Wie die Sitze überhaupt. Groß, mit ausziehbarer Beinauflage, gut ausgeformt und straff gepolstert bieten sie sehr guten Sitzkomfort, die Verstellung erfolgt manuell, einfach und schnell. Kleiner Schönheitsfehler: die klappbare Armlehne vorne kollidiert ein wenig mit dem Handbremshebel. Dass man auf allen Plätzen sehr ordentliche Platzverhältnisse vorfindet muss eigentlich ebenso wenig erwähnt werden wie die Tatsache, dass man sehr bequem rein und raus kommt. Auch mit den Halbschalengriffen außen öffnen die Türen auf ganz sanften Zug.

Wird es draußen dunkel, hüllt sich der Innenraum des Audi in eine sportliche rote Beleuchtung, alle wichtigen Schalter sind mit roten Leuchten bestückt, und öffnen sich die Türen, wird der Innenraum von vorne bis hinten, von unten bis oben schön erhellt.

Mit wenigen Handgriffen ist die geteilte Rücksitzlehne umgeklappt und der Stauraum wächst von 422 auf bis zu 1.354 Liter. Wobei weniger der pure Stauraum im Vordergrund steht, sondern auch hier feinste Verarbeitung und hochwertige Materialauswahl vorherrscht. Da kann man doch leicht über den etwas ansteigenden Ladeboden oder die nur wenig gegen Verkratzen geschützteStoßstange hinwegsehen.

Statt eines Reserverades steckt ein Reparatur-Set und ein zusätzliches Fach unter dem stabilen Boden, und damit sich auch große Menschen nicht an der Heckklappe stoßen, arretiert die in zwei Stellungen.

Okay, einige der Komfort-Merkmale gibt es nur gegen Aufpreis, aber dafür kann sich das Gebotene auch sehen lassen. Nicht nur, dass die Geräuschdämmung den Lärmpegel auf ein sehr angenehmes Niveau senkt, das ausgewogene Fahrwerk schluckt die meisten Bodenunebenheiten sehr gut weg.

Und doch kann man mit dem Audi A4 Avant nicht nur komfortabel über die Autobahn fahren, auch auf noch so kurvenreichen Landsträßchen macht der A4 eine gute Figur. Dabei gibt die straffe direkte Lenkung exakte Rückmeldungen an den Fahrer und der muss schon sehr übermütig werden, um das Heck zu provozieren. Ansonsten folgt der Wagen willig jeder Lenkbewegung und geht leicht untersteuernd um die Ecken.

Auch im Slalomtest bewiest der Audi Stärke, wobei das ESP durch spürbares Eingreifen sicher ein Ausbrechen verhindert.

Typisch Audi sind dann auch die wirklich sehr gut zupackenden Bremsen. Die vier Scheibenbremsen (vorn innenbelüftet) packen bei einer Vollbremsung so stark zu, dass der Vorderwagen mächtig eintaucht, die Räder laut quietschen und das ABS hör- aber nicht spürbar rubbelt.

Das Diagonal-Zweikreis-Bremssystem arbeitet mit Bremsassistent, Tandem-Bremskraftverstärker und elektronischerBremskraftverteilung. Bei unseren Dauerbremstests zeigte sich der A4 spurstabil und absolut standfest.

In Verbindung mit dem 2-Liter Vierzylinder TDI Motor mit 103 kW ist der Audi A4 die meistverkaufte Variante – zu recht. Denn auch unser entsprechend motorisierter Testwagen hat uns voll und ganz überzeugt. Okay, wenn man es eilig hat, ist es etwas schwierig, den richtigen Druck aufs Gaspedal auszuüben. Etwas zu wenig und er wirkt auf den ersten fünf Metern etwas zögerlich, etwas zu viel Gas, und die Power zerrt an den Vorderrädern und lässt sie schnell quietschen. Dann greift die Elektronik und es geht nur noch prima ab.

Wo wir gerade bei den Pedalen sind: Im Verhältnis zum Gaspedal steht das Bremspedal recht weit vor, ein Umstand, an den man sich erst gewöhnen muss.

In Verbindung mit der stufenlosen Multitronic schafft der 140 PS starke Audi den Sprint von Null auf Hundert in nur 10,2 Sekunden und wird 201 km/h schnell. Dabei zeigt sich der Pumpe Düse Diesel nur im Stand ein wenig als solcher, läuft ansonsten kultiviert und lässt nur ein dezentes Brummen hören.

Mit einem maximalen Drehmoment von 320 Nm, das schon bei 1.750 U/min zur Verfügung steht, zeigt der 2-Liter TDI einen prächtigen Durchzug, da hat die stufenlose Multitronic leichtes Spiel, auch wenn man sich an sie etwas gewöhnen muss. Zudem arbeitet sie sanft und schnell, wenn man in den manuellen Modus wechselt und durch Drücken und Ziehen amWählhebel selber schalten kann, soweit man schneller als die Elektronik ist.

Wir kamen nur selten in die „Schaltversuchung“ und mit 6,9 Litern Diesel Mixverbrauch auf unserer Teststrecke kann man durchaus noch zufrieden sein, auch wenn die Multitronic hier scheinbar ganz ordentlich hinlangt, sind wir doch den 2-Liter TDI mit 140 PS im Audi A6 und mit Schaltgetriebe mit gut einem Liter weniger gefahren.

Serienmäßig bieten ESP, zweistufig auslösende Frontairbags, Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie das Kopfairbagsystem sideguard guten Insassenschutz.

Optional können dann auch noch Seitenairbags hinten für 340,- Euro oder ISOFIX für 80,- Euro geordert werden.

Der Audi A4 Avant mit dem 2 Liter TDI Motor mit 140 PS steht mit 32.200,- Euro in der Liste, alles was wichtig ist, ist dabei schon mit drin. So gehören el. Fensterheber vorne, ABS, die Multitronic, Zentralverriegelung, Klimaautomatik und Servolenkung zur Serienausstattung.

Dann wartet aber noch vieles in der Aufpreisliste darauf geordert zu werden. So zum Beispiel hochwertigere Stoffpolster für 140,- Euro, Ledersitze ab 1.700,- Euro, Recaro-Sportsitze für 1.850,- Euro, elektrische Fensterheber hinten für 290,- Euro, der automatisch abblendende Innenspiegel für 240,- Euro, die schicke Aluleiste facettiert für 100,- Euro, elektrische Sitzverstellung ab 640,- Euro, Sitzheizung vorne 320,- Euro, vorne und hinten 550,- Euro und die Metallic-Lackierungfür 650,- Euro.

Preiswert zeigt sich der A4 Avant dann wieder in der Versicherung, die mit HPF 15, VK 19 und TK 21 zu Buche schlägt. Der Diesel schafft Euro 4 und kann auch mit einem wartungsfreien Partikelfilter bestellt werden.

Stand: Oktober 2005, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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