// Fahrbericht / Audi A3 Sportback 2.0 FSI

Audi

Audi A3 Sportback 2.0 FSI

Ist er jetzt einfach nur A3 mit vier Türen? Sieht er nicht aus wie ein A4 Avant? Also ist er doch mehr ein Kombi? Letzteres wohl er nicht, denn gerade im Ladebereich kann er keine gravierenden Vorteile gegenüber dem Dreitürer vorweisen. Die Vorteile liegen in der gestreckteren, gefälligen Optik und im leichten Erreichen der Rücksitze, wo man auch als großer Mitfahrer noch gut unterkommt. Erste Sahne ist das Fahrwerk, die exakte Lenkung und die sehr feine Sechsgang-Schaltung, der Motor läuft nach etwas rauem Start sehr kultiviert. Entweder gemächlich und sparsam, oder flott und ungemein durstig.

Zwei Türen mehr, eigentlich kein Grund sich darüber große Gedanken zu machen. Ganz anders beim Audi A3 Sportback. Denn der ist bei ansonsten identischen Abmessungen 72 mm länger, was nicht nur dem Laderaum sondern vor allem der Optik zugute kommt.

Denn der Sportback wirkt wesentlich gestreckter und damit eleganter und sportlicher zugleich. Dabei liegt er ansonsten 100% auf der Audi-Linie, mit Single-Frame Kühlergrill, den typischen Audi-Rückleuchten der Kombimodelle …

Den sportlichen Anspruch betonen die bullige Frontschürze, die vor allem vornemarkant ausgestellten Radhäuser, die deutlich heraus gearbeiteten Seitenschweller, die ansteigende Gürtellinie und die abfallende Dachlinie, die zusammen eine sich verjüngende seitliche Fensterfront ergeben.

Besonders das bullige Heck mit dem schräg stehenden Heckfenster und der massiven Heckschürze, aus der beim 2.0 FSI ein Doppelauspuffrohr hervorschaut, wirken sehr sportlich, die schmälere D-Säule verbessert die Rundumsicht.

Von seiner praktischen Seite zeigt sich das Heck durch die hoch aufschwingende Heckklappe, weniger durch die ungeschützte Stoßstange. Solide gibt sich dagegen der Schutz der recht hohen Ladekante – da er dem A4 Avant sehr ähnlich sieht, hat man schon vergessen, dass er ja gar kein richtiger Kombi ist. Solide ist die Verarbeitung und das Material des Ladebodens, aber was ist das? Klappt man die geteilten Rücksitze um, bleibt die Rücksitzlehne schräg nach oben stehen.

Auch wenn der Sportback kein richtiger Lastesel sein will, eine ebene Ladefläche hätten wir uns dann doch gewünscht. Mit 370 Litern Ladevolumen bei voller Bestuhlung hat er dann auch nur wenig mehr als der Dreitürer zu bieten.

Kommen wir also nach vorne und bleiben hinten in der zweiten Reihe. Durch die zweizusätzlichen Türen kommt man ganz bequem rein und auch wieder raus, dann wird es nur für große Füße etwas eng. Der Rest passt, die Kopfstützen sind weit genug ausziehbar, das Gestühl ist bequem und auch als 1,80-m-Mensch hat man hinter einem großen Fahrer noch gut Platz.

Auch vorne kommt man tadellos rein und findet dann große, straff gepolsterte und gut ausgeformte Sitze vor, die sich einfach manuell verstellen lassen. Platz ist reichlich vorhanden, nur große Fahrer kommen beim Aussteigen schon mal mit der weiter vorn stehenden B-Säule in Berührung.

Der Rest ist ganz Audi: hochwertige Materialien mit angreiffreundlichem Kunststoff, der so gar nicht nach Plastik aussieht, dazu schicke geriffelte Aluapplikationen rund um den Schalthebel – davon hätten wir gerne noch mehr gehabt, alles gut erreichbar montiert und einfach zu bedienen, selbstverständlich optimal in sportlichem Rot beleuchtet und auch der Rest der Innenbeleuchtung ist vorbildlich.

Vorbildlich ist auch die Steuerung von Radio, Navi und Co. gelöst. Über den Bildschirm ist alles rein intuitiv zu bedienen, den passenden Sender findet man einfach über Listen – toll. Vier Rundinstrumente mit silbernem Rand sind, auch ganz Audi, bestensablesbar.

Der Audi A3 Sportback liegt prima auf der Straße, straff genug, um damit richtig sportlich unterwegs sein zu können und trotzdem mit so viel Komfort, das die meisten Straßenunebenheiten weggefiltert werden.

Wer ihn richtig schnell durch die Kurven zirkelt, wird dabei spürbar vom ESP eingebremst, dafür bleibt der Sportback sauber in der Spur, schaltet man das ESP aus, wird das Heck – aber wirklich nur wenn man ordentlich Stoff gibt – etwas unruhiger und kommt eher mal etwas quer, auch quietschen die Reifen recht ordentlich in schnellen Kurven.

Die Lenkung findet die ideale Mischung aus sportlicher Straffheit und komfortabler Leichtgängigkeit, passt sich dem steigenden Tempo an und sorgt für einen guten Kontakt zur Fahrbahn.

Der bleibt auch bei einer Vollbremsung bestehen, mit leichtem ABS-Rubbeln und Reifenquietschen packen die Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten fest zu und bringen den A3 Sportback auch nach der zehnten Vollbremsung aus Tempo 100 sicher und standfest nach rund 38 Metern zum Stehen. Im Alltag arbeiten die Bremsen sanft und doch wirkungsvoll und sind gut zu dosieren.

Durch eine gute Geräuschdämmung bekommt man von Wind- und Abrollgeräuschen recht wenig mit, und auchder Motor läuft schnell sehr ruhig.

Beim Kaltstart brummt der 2 Liter FSI kurz wie ein guter Diesel, doch dann geht er in einen sehr ruhigen Lauf über und wird allenfalls gefordert etwas kerniger.

Mit seinen 110 kW/150 PS bei 6.000 U/min und einem maximalen Drehmoment von 200 Nm bei 3.500 U/min bietet der Sportback ausreichende Fahrleistungen, geht in 9,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 (nur 0,2 Sekunden langsamer als der Dreitürer) und rennt identische 214 km/h Spitze.

Dabei trägt der Reihenvierzylinder mit Benzindirekteinspritzung zwei Seelen in sich. Die eine lässt ihn mit ordentlichem, wenn auch unspektakulärem Durchzug locker im Verkehr mitschwimmen und durchaus genügsam mit sechs bis acht Litern auskommen.

Neben dem Engelchen gibt es auch ein kleines Teufelchen im A3 Sportback. Der will Drehzahl und kommt dann nicht nur akustisch, sondern auch was den Vortrieb angeht richtig gut zur Sache. Er dreht dann flink bis an den Drehzahlbegrenzer und macht richtig Laune – bis man an die Tankstelle kommt. Denn voll gefordert und bei häufiger Topspeed lässt der Sechszehnventiler 11 und auch mehr Liter je 100 km aus dem Tank laufen, und das vom besonders teuren Super Plus. Laut Aufdruck im Tankdeckel kamunser Testwagen aber auch mit normalem Super aus.

Ob Sie es lieber niedertourig und gemächlicher oder „volle Kanne“ mögen, immer ist das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe die ideale Kombination. Auf kurzen und exakt geführten Schaltwegen gleitet der Schalthebel durch die Gänge, die Abstimmung harmoniert immer und so macht Cruisen ebenso viel Spaß wie sportliches Fahren.

In Sachen Sicherheitsausstattung reiht sich der Sportback nahtlos in die Reihe seiner A3-Kollegen ein. Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer werden ergänzt durch das Kopfairbagsystem sidequard, zu dem auch aktive Kopfstützen vorne gehören.

Dazu kommen Dreipunkt-Automatikgurte auf allen Plätzen, vorne mit Höhenverstellung und pyrotechnischen Gurtstraffern, an den Außensitzen auch mit Gurtkraftbegrenzern sowie ISOFIX Kindersitzbefestigung hinten.

Ab 23.400,- geht es los, als Audi A3 2.0 FSI Sportback in der Ausstattungslinie Attraktion. Ihr folgen noch „Ambition“ und „Ambiente“. Im Einstiegsmodell ist vom 6-Gang-Schaltgetriebe, den el. Fensterhebern, ESP, Servolenkung und Zentralverriegelung alles an Bord, was man zum Fahren braucht.

Alles, was richtig Spaß macht, ob Ledersitze, Klimaautomatik, Xenonlicht, Navi und,und, und kostet extra und dann sind schnell noch mal 10.000,- Euro mehr drin. Außer Frage steht dabei, dass Sie ein hochwertig verarbeitetes Fahrzeug bekommen das sich auch durch einen hohen Werterhalt auszeichnet.

Stand: August 2006, Text und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Audi A3 Sportback 2.0 FSI”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner