// Fahrbericht / Alfa Romeo Spider 2.4 JTDM

Alfa Romeo

Alfa Romeo Spider 2.4 JTDM

Schick sieht er aus, rassig und unverwechselbar. Ein frischer Materialmix empfängt mich dann auch im Innenraum, nur irgendwie sachlich unterkühlt. Das gilt jedoch nicht für die tollen Sportsitze in feinstem Leder, hier zeigt sich die Liebe zum Detail, allerdings liegen die gut ausgeformten Seitenwangen nur an den Beinen knackig eng an, im Rückenbereich kann man gut was auf den Rippen tragen bevor es eng wird. Der Fahrkomfort ist für einen rassigen Roadster erstaunlich gut, der Dieselmotor leistet je nach Getriebe bis zu 210 PS und 400 Nm Drehmoment, sorgt für einen guten Vortrieb und bleibt doch sparsam. Üppig ist die Sicherheits- wie auch die Grundausstattung. Der Preis beginnt bei 35.900,- Euro.

Es ist ein typischer Alfa, schick, sogar richtig schön mit jeder Menge Emotion und Dynamik. Italienische Leidenschaft wohin man blickt, dabei schaut er einen mit den zu einer Einheit verbundenen jeweils drei runden Frontscheinwerfern grimmig an.

Rassig schon im Stand ragt der Alfa-Grill mit seiner Spitze in die Luftöffnung der sportlichen Frontschürze, in deren äußeren Aussparungen die runden Nebelscheinwerfer stecken.

Und was so gut anfängt, hört auch gut auf. Ohne störenden Heckspoiler läuft die fast geradlinige Seite in einem leicht abfallen Heck aus, dominiert von den markanten Rückleuchten und einer schönen vierflutigen Chrom-Auspuffanlage.

Die Schwünge der kleinen Überrollbügel hinter den Sitzen laufen in den anschließenden Hutzen weiter, eine harmonische Komposition, ein gelungenes Ergebnis der Zusammenarbeit von Centro Stile Alfa Romeo und Pininfarina.

Mit dem altbewährten aber keinesfalls altmodischen Stoff-Verdeck ist der Alfa Spider noch ein echter Roadster durch und durch und öffnet sich ohne dass man einen Hebel lösen müsste mit nur einem Knopfdruck – und das auch noch blitzschnell, allerdings muss das Fahrzeug dabei stehen.

Trotz extrem flacherFrontscheibe sind zwar ein paar Windverwirbelungen spürbar, aber nicht störend. Und wer die ganz unterbinden möchte stellt einfach das Windschott auf.

Leider ist von diesem italienischen Sexappeal, den der Spider zweifelsohne hat, im Interieur nicht mehr ganz so viel zu sehen. Auf mich wirkte das Ganze recht sachlich und nüchtern. Betont sportlich geben sich die beiden großen
Rundinstrumente mit breitem Silberrand.

Dabei sind mit dem unterschiedlichen Material- und Farbmix eigentlich beste Voraussetzungen gegeben. Die dem Fahrer zugewandte Mittelkonsole, die im dunklen Grau gehalten ist, hält neben den Bedienelementen für Radio und Klima, drei weitere Rundinstrumente, die u.a. über den Ladedruck des Turbos informieren, bereit. Darüber drei Lüftungsdüsen, die um jeweils eine neben den Türen ergänzt werden. So ist auch bei geschlossenem Verdeck für reichlich Luftzufuhr gesorgt.

Die neuen Sportsitze sind gerade im Bereich der Beinauflage knackig eng und bieten guten Seitenhalt, die Seitenwangen der Lehne dagegen sind zwar auch gut ausgeformt, aber letztendlich zu weit vom Körper entfernt. Zudem könnte die Beinauflage ein Tick länger sein. Das fein verarbeitete Leder, dieschönen Nähte, wie auch der „Spider“-Schriftzug gefallen sehr. Diese Liebe zum Detail habe ich leider im restlichen Innenraum vermisst.

Mit einer Ladekapazität von 253 Liter geht das Gepäckabteil für ein Fahrzeug dieser Kategorie absolut in Ordnung. Ein weiterer Vorteil des Stoffverdecks: auch im geöffneten Zustand verfügen Sie über den voll nutzbaren Kofferraum.

Der Gesamteindruck des Fahrwerks war überraschend komfortabel für einen so rassigen Roadster. Trotzdem lässt er sich ohne Problem auch mit hohem Tempo durch enge Kurven jagen, im Grenzbereich greift das elektronische Regelsystem VDC sicher ein. Die angenehm leichtgängige Lenkung könnte gerne noch eine Spur direkter sein. Das Sperrdifferential „Electronic Q2“ kommt der Traktion zu gute.

ASR (Anti Slip Regulation), ABS inkl. EBD (Electronic Brake Force Distribution) und HBA (Hydraulic Brake Assistance) sowie die Berganfahrhilfe Hill-Holder runden die Riege der elektronischen Helferlein ab.

Die Bremsanlage setzt sich aus innenbelüfteten Scheibenbremsen im Durchmesser 330 mm vorn und 292 mm hinten, sowie schwimmenden Bremssättel und radial befestigten Monoblock-Aluminium-Festsättel von Brembo mit vier Kolbenan der Vorderachse zusammen und ist ebenfalls eher komfortabel ausgelegt, sorgt aber, wenn es darauf ankommt, für ordentliche Verzögerungswerte.

Der Turbodiesel mit Multijet-Common-Rail-Direkteinspritzung, einem Garrett-Turbolader mit variabler Geometrie und dem wartungsfreien Dieselpartikelfilter bietet in Kombination mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe 154 kW / 210 PS. Der 2.4 JTDM 20V mit dem Sechsstufen-Automatikgetriebe „Q-Tronic“ muss sich dagegen mit 200 PS zufrieden geben. Beide Versionen sorgen mit dem souveränen Drehmoment von 400 Newtonmeter nach einem kleinen Turboloch für gehörigen Vortrieb und Fahrspaß, eine Anfahrschwäche ist nicht vorhanden.

2.387 cm³ Hubraum verteilen sich auf fünf Zylinder, die in Reihe angeordnet sind. Je Zylinder kommen vier Ventile zum Einsatz, dazu zwei obenliegende Nockenwellen. Die Kraft wird an die Vorderräder übertragen.

So spurtet der Italien-Roadster in 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und beschleunigt bis Tempo 231. Die Werte der Q-Tronic liegen bei 8,5 Sekunden aus dem Stand bis Tempo 100 und einer Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Der Mixverbrauch ist mit 6,8 Litern ab Werk angegeben, unser Bordcomputer zeigte beiforscherer Gangart aber auch locker einen Durchschnittsverbrauch von 11 Liter an.

Zudem sollte bei flotterer Fahrweise die Hand stets am Hebel des knackig exakt geführten Sechsgang-Schaltgetriebe bleiben. Auf der anderen Seite lässt sich der 2.4 JTDM aber auch problemlos niedertourig und schaltfaul fahren.

Bei der optionalen Sechsstufen-Automatik „Q-Tronic“ erübrigt sich dies zumindest zum Teil. Die Automatik schaltet sehr sanft und zeitnah, ermöglicht aber auch per Schalthebel oder Paddles am Lenkrad ein manuelles Eingreifen, zudem verfügt die Q-Tronic über drei Fahrprogramme.

Neben zweistufig auslösenden Frontairbags gehören Seitenairbags wie auch ein Knieairbag zum serienmäßigen Lieferumfang. Letzterer ist optional auch für den Beifahrer erhältlich. Des weiteren schützen die Sicherheitspedale vor Verletzungen im Fußbereich.

Doch gerade bei einem Überschlag muss ein Roadster sicher sein, der Alfa Spider kommt aus diesem Grund mit einem verstärkten Windschutzscheibenrahmen und feststehenden Überrollbügeln hinter den Kopfstützen daher. Eine Isofix-Befestigung auf dem Beifahrersitz kommt außerdem den Kleinen zu gute!

Für noch mehr Exklusivität sorgte bei demvon uns gefahrenen Fahrzeug das „Edizione“-Paket. So glänzt der Spider in einer schicken weißen Lackierung „Bianco Ghiaccio“ und außerdem mit Sportsitzen die in feinstes Leder, genannt „FRAUÒFoligno“ in schwarz oder hellbraun, gehüllt sind.

Außerdem im Paket enthalten: Bi-Xenon-Scheinwerfer, eine Brembo-Bremsanlage mit roten Bremssätteln, ein Bose-Soundsystem, elektrische Sitzverstellung, Sitzheizung, das Navigationssystem „Blue&Me NAV™“ inklusive Bluetooth®-Freisprecheinrichtung sowie eine in dunklem Aluminium ausgeführte Mittelkonsole. Sportliche 18-Zoll Leichtmetallräder im „8C-Design“ runden das „Edizione“-Paket ab. Der Komplett-Preis beläuft sich hierbei auf fast 40.000,- Euro.

Aber auch sonst kann sich die serienmäßige Ausstattung sehen lassen. Eine Klimaautomatik, die vollautomatische Verdeckbetätigung inklusive beheizbarer Glas-Heckscheibe, Cruise Control, Bi-Xenon-Scheinwerfer, eine Audioanlage mit CD-Player inkl. sechs Lautsprechern, el. verstell-, beheiz- und anklappbare Außenspiegel, höhenverstellbarer Fahrer- und Beifahrersitz, Lenkrad und Schaltknauf in Lederausführung, die Mittelarmlehne mit gekühltem Ablagefach, dieMultifunktionstasten am Lenkrad sowie die Parksensoren hinten sind nur einige Features, die beim 2.4 JTDM bereits ab einem Grundpreis von 35.900,- Euro mit an Bord sind. Die Q-Tronic verlangt einen Aufschlag von 2.050,- Euro.

Stand: Juli 2008, Fotos: Redaktionsbüro Lind

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