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Alfa Romeo

Alfa Romeo MiTo MultiAir

Mit der neuen MultiAir-Technologie hat Alfa Romeo einen weiteren Meilenstein gesetzt, wie es einst Fiat mit den Commen-Rail-Diesel-Motoren gelungen ist. Diese neue Ventilsteuerung sorgt in Verbindung mit den 1,4-Liter-Vierzylindermotoren für mehr Leistung und Drehmoment und senkt zugleich den Verbrauch wie auch die Emissionen. Besonders in Verbindung mit dem D.N.A.-Fahrwerk wird der MiTo damit zu einem heißen Flitzer, mit dem man das flotte Fahren aber schnell mal vor das Spritsparen setzt. Denn nicht nur optisch ist er ein Renner, auch im Innenraum sorgen nicht nur die feinen Sitze für Sportlichkeit, Lenkung, Schaltung und auch die Bremsen geben sich keine Blöße. Die zahllosen Individualisierungsmöglichkeiten machen ihn zusätzlich attraktiv, der Preis sowieso.

Emotional, rassig und sportlich … Attribute, die auf einen Sportwagen schließen lassen oder eben auf den Alfa MiTo, und das, obwohl der ja eigentlich unter den Kleinwagen zu hause ist. Doch in ihm stecken zahlreiche Gene des wunderschönen Supersportwagen Alfa Romeo 8C Competizione, die ihn in jedem Fall zu einem der sportlichsten seiner Art machen.

Alfa Romeo birgt Faszination und Leidenschaft wie kaum ein anderer Hersteller, der dreitürige MiTo macht dies ein weiteres Mal deutlich. Schon die Front ist ein absoluter Hingucker, typisch Alfa und mit hohem Wiedererkennungswert, vor allem die dynamische Frontschürze lässt keinen Zweifel an den sportlichen Ambitionen der kleinen Italieners, landestypischen Chic demonstrieren die Chromringe um die runden Scheinwerfer.

Ein massiver Body, darüber eine schwungvolle Dachlinie, markante ausgestellte Radhäuser, darin schicke Alus – und auch am Heck finden die runden Rückleuchten in einem feinen Chromrand ihren Abschluss. Und sportlich beschließt ein Diffusor die massive Heckschürze des MiTo.

Mit zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten können Sie den Kleinen ganz nach Ihrem Geschmack gestalten, neben diversen Karosserie-Designaufklebern, Scheinwerfer- sowie Rückleuchten-Rahmen (lassen sich zu jeder Zeit auswechseln), können das Dach schwarz lackiert und/oder die Spiegelkappen in verschieden Variationen und Farben ausgeführt werden.

Ebenso individuell können Sie auch den Innenraum gestalten, hier sind die zweigeteilten Armaturen je nach Geschmack in den Farben Rot, Blau oder klassischemSchwarz gehalten und in der Ausstattung Turismo zusätzlich in schicker Carbon-Optik ausgeführt.

Die Auswahlmöglichkeiten gehen dann beim Gestühl weiter, die ausreichend groß dimensionierten und optimal ausgeformten Sitze lassen sich mit unterschiedlichen Lederpolsterungen beziehen. Die Höhenverstellung sowie Lordosenstütze ist ebenso Serie wie das in Höhe und Weite verstellbare Lenkrad, eine gute Sitzposition ist somit schnell gefunden.

Sportliche Dynamik ist immer garantiert, angefangen bei den Rundinstrumenten geht es weiter über die großen runden Luftaustrittsöffnungen, einem griffgünstig ausgeformten Lederlenkrad bis hin zu den Alupedalen und der Fußstütze aus Alu. Der italienische Charme ist selbst im kleinsten Detail zu entdecken, so wurde die Beschriftung der Rundinstrumente in der Landessprache von Alfa Romeo gehalten. Für den zusätzlichen sportlichen Flair sorgt die ausstattungsbedingte rote oder weiße Beleuchtung sowie das Hochschnellen der Zeiger beim Anlassen.

Der kleine MiTo stellt wahrlich kein Raumwunder dar, bietet jedoch für einen Dreitürer sehr ordentliche Platzverhältnisse und das auch im Fond. Die 270 Liter Kofferraumvolumen gehen ebenfalls in Ordnung und lassen sich dank umlegbarer Rücksitzlehnen, je nach Ausstattung im Ganzen oder im Verhältnis 60:40 auf bis zu 950 Liter vergrößern, die entstandene Ladefläche steigt jedoch an.

Der neue MultiAir-Motoren war in Rahmen der Pressevorstellung wahrlich das Sahnestück, doch mit der Fahrdynamikregelung D.N.A. hatte Alfa Romeo ein weiteres Highlight zu bieten. Hiermit zauberten uns die Italiener immer und immer wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Das aus dem Ferrari F430 stammende System lässt sich per schickem Schalter in der Mittelkonsole spielerisch steuern, über eine Anzeige im Multifunktionsdisplay werden wir ständig über den aktuellen Modus informiert. Wir haben die Wahl zwischen dem Dynamic-, Normal- und All-Wether-Modus.

Rollen wir das Feld von hinten auf … im All-Wetter-Modus sind die Fahrsicherheitssysteme in ständiger Bereitschaft und reagieren so wenn nötig noch schneller. Die Lenkung und Gasannahme sind dagegen sanfter bzw. zurückhaltender.

Im Normal-Modus ist der Name Programm, da jedoch der Alfa MiTo von Haus aus eher sportlich daher kommt, sind auch in diesem Modus Schlaglöcher und Bodenunebenheiten im Inneren gut zu spüren, was mich persönlich jedoch nicht gestört hat.

Dochloggen wir endlich den Dynamik-Modus ein, der Unterschied ist sofort zu spüren und das vehement. Der Overboost ist jetzt aktiviert, die Lenkung noch direkter und straffer, das Fahrzeug ist nun unglaublich agil, reagiert spontaner, die elektronischen Helfer halten sich zurück und lassen einem so mehr Freiheit und im gesamten holt der Modus spürbar mehr aus dem MulitAir-Motor raus. Wer allerdings auf den Verbrauch bedacht ist, sollte zügig wieder in „N“ wechseln. Im Dynamikmodus animiert das Fahrzeug einfach ungemein zum Schnellfahren und Kurvenräubern.

Zudem verfügt das Fahrzeug über ein „Electronic Q2“-Sperrdifferential, dass die Traktionseigenschaften und die Fahrdynamik weiter optimiert und mittels Sensoren des VDC, ein einzelnes Antriebsrad über aktiven Bremseingriff vor dem Durchdrehen bewahrt.

Auch die Lenkung denkt mit und reagiert dementsprechend. Dank DST – Dynamic Steering Torque – merkt die Lenkung, wenn das Fahrzeug beginnt zu übersteuern, verhärtet sich und drückt sanft, aber spürbar das Fahrzeug wieder in die richtige Richtung.

Die Bremsen mit Scheibenbremsen rundum (vorn innenbelüftet) und ABS, einem Bremskraftverstärker sowie einer elektronischen Bremskraftverteilung und einem Bremsassistent packen fest zu, reagieren schnell und bereits auf sanften Tritt.

Der 1.4 TB 16V mit 135 PS bestückt, stellt einen der drei MultiAir-Motoren dar, die für den MiTo europaweit geplant sind. Hierzulande wird man jedoch auf den Einsteiger mit 105 PS verzichten und die Topmotorisierung mit 170 PS wird kommen, wenn auch etwas später und den Namen MiTo Quadrifoglio Verde tragen.

Das erste MultiAir-Modell beschleunigt mit 99 kW in 8,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Topspeed liegt bei guten 207 km/h und das bei geringem Verbrauch und einem CO2-Wert von gerade mal 129 g/km.

Das Downsizing-Konzept begeistert rundum, die 180 Newtonmeter stehen dank Turbolader bereits von unten heraus spritzig bereit. Noch eins drauf setzt der Sport-Modus, der das maximale Drehmoment auf 206 Nm anhebt. Nur der Sound hätte gerne noch kerniger sein können.

Entwickelt wurde die MultiAir-Technologie von Fiat Powertrain Technologies (FPT). Hinter dem Quantensprung in Sachen Antriebstechnik verbirgt sich konzeptionell eine elektrohydraulische Ventilsteuerung. Sie ersetzt die übliche Einlass-Nockenwelle durch ein komplexes und robustes Hightech-System. Dieses System kann das Profil derVentilhübe dem tatsächlichen Luftverbrauch des Motors anpassen. Im Detail bedeutet das nichts anderes, als dass sich die Einlassventile zylinderindividuell steuern lassen und im selben Zyklus sogar zweimal öffnen – ein absolutes Novum. Jeder Zylinder verfügt dazu über ein eigenes Hydrauliksystem mit einer separaten Hydraulikkammer. Die systembedingten Einschränkungen einer konventionellen, mechanischen Nockenwelle werden so überwunden.

Um die Verbrennungseffizienz zu optimieren, werden in Abhängigkeit von der jeweiligen Fahrsituation in erster Linie vier unterschiedliche MultiAir-Steuermodi gefahren. 1: LIVO (Late Intake Vale Opening) mit verzögerter Ventilöffnung beim Motorstart oder auch im Leerlauf. 2: EIVC (Early Intake Valve Closing) mit vorgezogener variabler Ventilschließung im Teillastbereich. 3: MULTI LIFT mit zweifacher Öffnung im selben Zyklus für maximale Agilität zum Beispiel bei Stop-and-go in der Stadt. 4: FULL LIFT mit vollständiger Ventilöffnung bei maximaler Leistungsanforderung etwa auf der Autobahn. Hier gilt: Durch das Management der Last über die Ansaugventile lässt sich die Verbrennung auch bei Fahrten auf der Autobahn optimieren. MultiAir ermöglicht dabei eine Begrenzung des Bereichs, in dem ein fettes Gemisch gefahren wird. Selbst bei 150 km/h ist das Kraftstoff-Luft-Verhältnis deshalb noch stöchiometrisch und garantiert somit einen besonders sparsamen und sauberen Betrieb.

MultiAir übernimmt die Ventilsteuerung auf der Einlass-Seite und macht so die entsprechende Nockenwelle überflüssig. Jeder Zylinder verfügt dabei wie skizziert über ein eigenes Hydrauliksystem mit einer separaten Hydraulikkammer. Eine zusätzliche Kommandonocke mit Hochleistungsprofil treibt mechanisch eine Hydraulikpumpe an und überträgt so die Grundöffnungszeit an das MultiAir-System. Ist das elektronisch gesteuerte Magnetventil an der Hydraulikkammer geschlossen, ist kein Ölfluss möglich und die Hydraulikkammer verhält sich wie ein starres Bauteil. In diesem Fall verläuft das Ventilspiel vergleichbar einem konventionellen System.

Ist hingegen das Magnetventil an der Hydraulikkammer geöffnet, sind Nocken und Ventile voneinander entkoppelt. Die Einlassventile folgen nun nicht mehr dem Rhythmus der Nocke, sondern schließen durch Federkraft. In diesem Fall steuert eine ausgefeilte Mechatronik über Magnetventile die Einlassventile, abgestimmt auf die spezifischeFahrsituation. Damit wird die Luftzufuhr in die Zylinder optimal an die tatsächlichen Anforderungen angepasst, was insbesondere im Teillastbereich die Effizienz des Verbrennungsmotors nachhaltig steigert.

Hintergrund: Da sich die Öffnungs- und Schließzeiten der Einlassventile individuell für jeden Zylinder variabel ansteuern lassen, kann die Zylinderbefüllung jedem Lastzustand optimal angepasst werden. Dies beinhaltet sowohl die Länge der Öffnungs- und Schließzeiten, den Zeitpunkt der Öffnungs- und Schließzeiten (EIVC / LIVO) als auch die Häufigkeit der Öffnung der Ventile während eines Ansaugtaktes (MULTI LIFT). Ein Steuergerät managt dabei die komplexe Mechatronik, das Zusammenspiel von Mechanik und Elektronik – in Sekundenbruchteilen wird so die Ventilstellung angepasst. Weiterer Vorteil: Weil MultiAir das Management der dem Motor zugeführten Luftmengen steuert, eliminiert es die bei konventionellen Systemen störenden Drosselverluste weitgehend und optimiert damit den Wirkungsgrad des Triebwerks.

Was bedeutet das unterm Strich? Die Leistung wurde um 15 PS gesteigert, das Drehmoment um 15 Prozent angehoben und der Verbrauch um zehn Prozent reduziert, was in Verbindung mit der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik einen Mixverbrauch von 5,6 Litern zur Folge hat. Ein Wert, mit dem er seinen direkten Vorgänger mit 120-Turbo-PS sowie die Mitbewerber in den Schatten stellt.

Ganz klar sollte jedoch sein, dass dieser Wert nur mit Disziplin zu erreichen ist. Der Alfa MiTo reizt aber einfach zu sehr und wie bereits erwähnt, ist man gerade in Verbindung mit dem DNA- Fahrwerk gerne der Versuchung unterlegen und tritt einmal mehr aufs Gas. Die serienmäßige Schaltempfehlung „Gear Shift Indicator“ (GSI) ist – verständlicherweise – nicht im Dynamik-Modus aktiv.

Wenn wir auch gerne einen sechsten Gang gehabt hätten, hat Alfa Romeo nach eigenen Aussagen bewusst darauf verzichtet. Aber auch ohne diesen ist das 5-Gang-Schaltgetriebe knackig sportlich und auf kurzen Wegen geführt und harmoniert gut mit dem sportlichen Aggregat.

Der MiTo hat bereits im Euro NCAP mit seiner 5-Sterne-Bewertung bewiesen, dass er nicht nur sportlich sondern auch sicher ist.

Dies hat er u.a. den sieben Airbags inklusive serienmäßigem Knieairbag, den aktiven Kopfstützen, 3-Punkt-Sicherheitsgurten rundum (an den Vordersitzen mit Gurtstraffern und –kraftbegrenzern), dem „Seat Belt Reminder“ (SBR –signalisiert über ein Display, ob alle Passagiere an Bord auch angeschnallt sind), dem SAHR-System an den Vordersitzen (Self Aligning Head Restraint – beugt dem Schleudertrauma vor) und der ISOFIX Kindersitzbefestigung zu verdanken.

Elektronische Helferlein wie z. B. die Vehicle Dynamic Control (VDC), Anti-Blockiersystem (ABS), Antriebsschlupfregelung (ASR), Bremsassistent (HBA), Cornering Brake Control (CBC), Dynamic Steering Torque (DST), die elektronische Bremskraftverteilung (EBD) und die elektronische Differentialsperre „Electronic Q2“ sind ebenso an Bord wie eine Berganfahrhilfe „Hill-Holder“ und die Motorschleppmoment-Regelung (MSR).

Betrachten wir den Preis im Vergleich zu seinen Mitbewerbern geht dieser absolut in Ordnung und unterbietet diese angesichts Ausstattung und Leistung sogar spürbar. So steht der Alfa MiTo MultiAir in der Basisvariante ab 17.300,- Euro im Schaufenster, die Turismo-Version ist für 18.800,- Euro erhältlich.

Abgesehen von der umfangreichen Sicherheitsausstattung kann der Einsteiger mit dem D.N.A.-System, einer Audioanlage mit CD/MP3-Player, Easy-Entry-Funktion der Sitze, el. Fensterheber, elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, dem Start-Stopp-System, einer Schaltpunktanzeige, in Höhe und Länge verstellbarem Lenkrad und Tagfahrlicht punkten.

Eine Klimaanlage haben wir hier jedoch vermisst, die ist wiederum für einen Aufpreis von 850,- Euro erhältlich. Stattdessen würden wir jedoch gleich die Turismo-Ausstattung empfehlen, die jeweils 1.500,- Euro Aufpreis gegenüber des Basis-Alfa verlangt aber neben den Alurädern auch die optischen Highlights und Möglichkeiten mit sich bringt.

Zahlreiche weitere Individualisierungsmöglichkeiten bieten die gut geschnürten optionalen Pakete, wie zum Beispiel das „Sport I“-Paket (800,- Euro) mit einem Heckspoiler, 17-Zoll-Leichtmetallräder mit 215er Breitreifen, Nebelscheinwerfern, Sport-Heckstoßfänger, einer weißen Instrumentenbeleuchtung sowie sportlichen Sitzbezügen. „Sport II“ (1.000,- Euro) ist stattdessen mit speziellen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen bestückt.

Doch es geht auch in die andere Richtung, und zwar mit dem „Komfort-Paket“ (800,- Euro). Hier verwöhnen Sie eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, eine Mittelarmlehne, Cruise Control, Lordosenverstellung auch für den Beifahrersitz sowie Parksensoren hinten.

Diese sind jedoch allesamt nur inVerbindung mit der Turismo-Variante kombinierbar. Immer zur Verfügung steht das 180,- Euro teure Sichtpaket inkl. automatisch abblendendem Innenspiegel, Licht- und Regensensor sowie beheizbaren Scheibenwaschdüsen.

Stand: November 2009, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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