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Toyota Aygo “x-wave“

Kaum zu glauben, dass der Toyota Aygo einer der Drillinge aus dem Gemeinschaftsprojekt mit Citroen (C1) und Peugeot (108) sein soll. Da muss man schon genau hinsehen und vor allem die Technischen Daten und die Plattform unter die Lupe nehmen. Aber warum auch nicht. Jedenfalls kommt der Aygo ziemlich aggressiv rüber, was an der Front vor allem am „X“ in Form einer schwarzen Maske liegt, die sich über die Scheinwerfer bis in die Seitenfenster zieht. Auch die Heckschürze und die Heckklappe mit den angewinkelten Rückleuchten unterstreicht diesen Look. Innen geht diese Linienführung dann aber in weichere Rundungen über, der Kontrast von Schwarz und Wagenfarbe setzt sich aber auch hier fort. Ob sich der Kleine auch so aggressiv fährt? Nun zumindest brüllt der kleine Dreizylinder schon mal mächtig auf, wenn man dem Aygo die Sporen gibt. Mehr lesen Sie in unserem Test.

Ganz schön aggressiv blickt er in die Welt, der neue Toyota Aygo, der in der Namensgebung ein „X“ aufweist, z.B. als x-play oder wie bei unserem Testwagen als x-wave. Dabei taucht das „X“ an der Front als schwarze Maske auf, die sich um den großen Kühler legt und dann über die Scheinwerfer weiter nach hinten zu den Seitenfenstern verläuft (kann je nach Ausstattungsvariante auch in Silber sein).

Diese schwingen sich mit stark ansteigender Gürtellinie ins Heck, das den kantigen Look dann geschickt wieder aufnimmt. Sowohl Heckschürze wie auch Heckklappe sorgen mit ihren schwarzen Einsätzen für einen dynamischen und vor allem unverwechselbaren Look. Besonders die markanten Rückleuchten, die im Winkel weit nach außen gerückt sind und die ausgestellten Radläufe lassen den Kleinen ganz schön breit dastehen.

Auch das Dach hüllt sich in Schwarz, aber hier wurde nicht einfach nur Farbe eingesetzt, nein die gesamte Fläche wurde beim x-wave zum Schiebedach, das sich auf Knopfdruck öffnet und schließt. Bis Tempo 100 sind die Windverwirbelungen relativ gering, so kann man schön offen fahren, auch wenn schon bei Tempo 80 die Luft leicht anfängt zuwummern. Ein bisschen Windgeräusche verursacht auch der Windabweiser, hält aber gut die Verwirbelungen zurück.

Im Innenraum kommen dann die Drillinge wieder durch und so wandelt sich der Aygo vom kantigen Gesellen zum sanften Rundling. Die Unterschiede zum C1 und 108 minimieren sich praktisch auf das Logo im Pralltopf des Lenkrads. Das ist zwar ein Bruch zur äußeren Hülle, sieht aber trotzdem gut aus, denn das Kontrastprogramm von schwarzen Anbauteilen und dem Rot des Außenlacks wurde auch innen beibehalten und sorgt so für einen frischen Auftritt.

Zwei große Anzeigen dominieren das Armaturenbrett. Da ist zum Einen das große Rundinstrument hinter dem Lenkrad, das viel mehr als nur den Tacho beinhaltet, dessen Anzeigeskala außen herum läuft und den Drehzahlmesser links außen anlehnt.

Hier erscheint auch das Shift-Symbol für die Schaltempfehlungen rauf und runter, das kann man nicht übersehen, auch nicht wenn man den Blick stur auf die Straße gerichtet hat. Je nach Lichteinfall spiegelt das große Rindinstrument ein wenig. Sehr schön griffig mit guter Ausformung präsentiert sich das Lederlenkrad, es kann aber nur rauf und runter verstellt werden, schwenkt aber den gesamten Instrumentenblock mit.

Zum Anderen fällt der Monitor in der Mittelkonsole auf, er beinhaltet u.a. auch das Navi. Der Touchscreen sorgt für eine einfache Bedienung, alles geht recht schnell, das gewünschte Ziel ist schnell gefunden und das System macht auch alternative Routenvorschläge, die man sich bequem per Touch aussuchen kann. Verlässt man die Route, stellte er sich ganz fix – ohne mehrmaliges „bitte wenden“ – auf die neue Situation ein.

Ein bisschen gebraucht hab ich, um zu finden wo man den Bildschirm heller oder dunkler stellt und auch wie man die gerade laufende Routenführung abbrechen kann erschließt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick. Schaltet man das Fahrzeug vor Erreichen des Ziels aus, geht das Navi beim Neustart nicht einfach von alleine wieder auf diese Ebene, sondern fragt an, ob man die Routenführung fortführen möchte. Wäre okay, wenn man dann nur noch einen Klickbräuchte um dort hin zu kommen … Unten rechts zeigt das Navi an, wie viele Kilometer es noch bis zum Ziel sind, oben rechts ist die Zeit eingeblendet, die man dafür noch braucht, einmal anklicken und es wird angezeigt an, wann man ankommen wird.

Die Schalter in der Mittelkonsole sind alle beleuchtet, nicht aber die für die elektrischen Fensterheber in den Türen, die Schalter für z.B. die Telefon- und Radiofernbedienung im Lenkrad nicht und auch nicht die für den Auffahrwarner und die Leuchtweitenverstellung oder das auch noch vom Lenkrad verdeckte und wie zufällig dort unten platzierte Schalterelement für das ESP.

Die Sitze sind ausreichend groß und auch ordentlich ausgeformt, auch wenn die Seitenwangen relativ weich gepolstert sind, bieten sie einen guten Seitenhalt, mit Ausnahme des Schulterbereichs. Die Lehne wird mit feinrastrigem Drehrad verstellt, der Fahrersitz ist auch höhenverstellbar. Das Platzangebot vorne ist für so einen Kleinen richtig gut. Make-up-Spiegel sind in beiden Sonnenblenden verbaut.

Der Toyota Agyo ist ein Viersitzer, 1,80 hinter einem 1,80 m großen Fahrer ist aber fast unmöglich und der Kopf steckt dann ohnehin fast im Dach und auch die Kopfstützen sind dafür nicht weit genug ausziehbar. Auch das Raus geht nur sehr beengt, erst im Fußbereich und dann auch am Oberkörper.

Die Heckklappe öffnet weit genug, dass man sich als 1,80 m Mensch nicht an ihr stößt, ab 1,85 m Körpergröße rücken die Glaskanten an der Hecklappe dem Kopf aber gefährlich nahe. Der Kofferraum selbst ist recht klein, gerade mal 168 Liter passen da rein, und schon bei einem großen Einkaufskorb muss er passen. So wird man die Rücksitze häufiger als Stauraum nutzen. Die Rücksitzlehnen lassen sich bequem vom Kofferraum aus umklappen, allerdings dürfen dann die Vordersitze nicht ganz hinten stehen.

Das Umklappen geht zwar einfach, aber es bleibt eine deutliche Stufe im Boden, über die man schwere Gegenstände erst mal drüber wuchten muss. Immerhin gehen dann 812 Liter in das Aygo-Ladeabteil, recht niedrig ist auch die maximale Zuladung von 350 kg. Recht hoch istjedoch die Ladekante und danach geht es wieder ganz schön tief runter. Ein Reserverad hat er nicht, einen Wagenheber auch nicht.

Nicht nur für einen Kleinstwagen bietet er einen guten Komfort. So öffnet er durch Knopfdruck am Türgriff und wird dann mittels Start-Stopp-Knopf aktiviert – ganz wie die Großen, der Schlüssel kann in der Tasche bleiben.

Das Fahrwerk ist dann erst mal angenehm straff, erlaubt es auch, richtig flott um die Kurven zu räubern und filtert aber trotzdem die meisten Bodenunebenheiten noch ganz gut weg und bleibt auch auf Kopfsteinpflaster ruhig ohne zu klappern und knistern, vibriert aber ein wenig. Dicke Querrillen werden aber hart nach innen durchgegeben, auch die ganz dicken Schlaglöcher.

In schnellen Kurven drückt er ordentlich nach außen, da geht einem auch schon mal die Straße aus. Ansonsten ist er mit dem gutmütigen Untersteuern aber einfach zu beherrschen, die Lenkung arbeitet angenehm straff, auch ausreichend direkt, und gibt so ein ordentliches Gefühl für die Straße, der Wendekreis ist für solch ein kleines Fahrzeug aber doch recht groß. Zur Sicherheit wacht dann auch noch ESP über Ihre Sicherheit. Ausweichmanövern quittiert er mit einem nachschwenkenden Heck, der Geradeauslauf ist gut.

Die Bremsanlage mit ABS, elektronischer Bremskraftverteilung, Bremsassistent und Scheibenbremsen vorne sowie Trommelbremsen an der Hinterachse ist gut zu dosieren und spricht spontan an. Eine Vollbremsung zwingt den Wagen vorne etwas in die Knie, ansonsten bleibt er sauber in der Spur und steht auch nach der zehnten Vollbremsung noch sicher, allerdings auch erst nach über 38 Metern (aus Tempo 100).

Er hat nur einen Frontscheibenwischer, aber der wischt mit Ausnahme des oberen Sichtfeldes des Beifahrers ein schönes großes Feld frei. Auch die Lichtautomatik arbeitet gut, schon im Schatten von Bäumen oder bei strahlendem Sonnenschein in einem Tal macht er das Fahrlicht an. Das Fernlicht ist ein bisschen stark gebündelt, könnte ein wenig mehr streuen.

Hat man das Schiebedach nur 15 bis 20 cm weit geöffnet, ist es praktisch lauter als wenn es ganzgeöffnet ist. Ohne dass wir jetzt groß die Schönwettereinstellung des Gebläses verändern müssten, macht er auch bei Starkregen etc. schnell die Scheiben beschlagfrei, hält aber ausgerechnet auf der Fahrerseite vorne hin zur A-Säule einen relativ großen Streifen beschlagen – genau dort wo unten der Lautsprecher montiert ist – hier wäre vielleicht eine größere Luftaustrittsöffnung sinnvoller.

Der kleine Dreizylinder ist akustisch immer präsent, wenn man ihn richtig flott fahren will geht das laute Brummen schnell in ein richtiges Brüllen über. Er hängt so ganz gut am Gas, ist richtig spritzig, nur aus niedrigen Touren heraus zieht er kaum noch.

Aus 1,0 Litern Hubraum (998 cm³) holt der Aygo 51 kW/ 69 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 95 Nm bei 4.300 U/min zur Verfügung. Damit wird er zwar nicht zum Rennwagen, Tempo 160 sind aber allemal drin, und da kommt er auch recht flott hin, nachdem er den Sprint von Null auf Hundert in 14,2 Sekunden geschafft hat, schließlich wiegt er ja auch nur 980 kg.

In unterschiedlichen Fahrweisen von flott bis zurückhaltend sind wir im Mix immer bei 4,8 bis 5,0 Litern gelandet und damit doch deutlich über der Werksangabe von 4,1 Litern geblieben. Wie bei fast allen Kleinwagen ist es auch hier so, dass sich die Tanknadel erst mal gar nicht bewegt – sechs grobe Anzeigenklötzchen sind vielleicht auch etwas wenig – dann aber, wenn man zur Hälfte gekommen ist, rast sie förmlich nach unten. Auch die Reichweite zeigt bei halbem Tankfüllstand nur noch ein Drittel an. Merkwürdigerweise, obwohl er ja für die Stadt gemacht ist, hat er keine Start-Stopp-Automatik, die gibt es nur gegen Aufpreis und nur für den x-play/x-play-touch.

Tempo 120 quittiert er noch mit 4,9 Litern, bei Schnitt 130 muss man schon 5,8 Liter einkalkulieren. Und er ist auch dann noch spritzig und beschleunigt flott in Richtung Höchstgeschwindigkeit 160 km/h. Die ganze Zeit liegt er gut auf der Straße, der Soundbrei aus Wind-, Abroll- und Motorgeräuschen wird allerdings zunehmend richtig laut.

Die Schaltung arbeitet straff und auf kurzen Wegen, über dieLeerlaufstellung gibt es einen kleinen Holperer. Die Abstimmung harmoniert so weit ganz gut, mit den fünf Gängen heißt es aber nicht nur auf der Autobahn hin und wieder mal „Zurückschalten“. Das weiß auch die Schaltempfehlung und empfiehlt – fast ungewöhnlich – nicht nur bei Tempo 130 und einem kleinen Berg dazu in den vierten Gang zurückzuschalten. Das tut sie auch dort, wo andere unverändert ein Raufschalten fordern.

Die Kupplung verlangt Feingefühl damit die Schaltvorgänge nicht rucken, mehr noch, man muss sich komplett umstellen, was das Wechselspiel von Kupplung und Gas angeht, sonst brüllt der Motor unerwartet auf.

Sechs Airbags (Fahrer, Beifahrer-, Seiten- und Kopfairbags) haben alle Aygo. Außerdem Kopfstützen auf allen vier Plätzen und Dreipunktsicherheitsgurte, vorne mit Gurtkraftbegrenzer, -straffer und -warnsystem. Auch ISOFIX für die optimale Kindersitzbefestigung ist immer dabei.

Den Toyota Aygo x gibt es als Dreitürer ab 9.950,- Euro, der Fünftürer kostet dann 10.300,- Euro, der 1,0 Liter Dreizylinder mit den 69 PS ist immer mit an Bord. Unser Testwagen der Ausstattungslinie x-wave liegt dann bei 13.640,- bzw. 13.990,- Euro. Darüber rangiert dann noch der x-clusiv, der zusammen mit dem Automatikgetriebe bis zu 15.800,- Euro kostet.

In der Grundausstattung rollt er auf 14 Zoll Stahlfelgen, ab, x-play touch sind 15 Zoll Alufelgen aufgezogen. ESP mit Antriebsschlupfregelung, Projektionsscheinwerfer, umlegbare Rücksitzlehnen, Komfortblinker, Bordcomputer, Reifenreparaturset, Servolenkung und Berganfahrhilfe sind ebenfalls immer dabei.

Der x-wave hat dann auch das elektrische Faltdach, Multimedia-Audiosystem mit Rückfahrkamera, Klimaanlage, Lederlenkrad, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, sowie geteilt umklappbare Rücksitzlehnen, Drehzahlmesser und elektrische Fensterheber vorne (hinten immer nur Ausstellfenster) Tempomat und ein Audiosystem mit vier Lautsprechern serienmäßig.

Wie alle Toyota hat auch der kleinste die Drei-Jahres-Garantie bis 100.000 km (im ersten Jahr ohne Kilometerbegrenzung), eine dreijährige Lackgarantie und eine12-jährige Durchrostungsgarantie von innen nach außen zu bieten. Ein Fitness-Check (inkl. Ölwechsel) ist jährlich oder alle 15.000 km fällig , der große Service ist alle 30.000 km bzw. alle 2 Jahre notwendig.

Stand: Februar 2016, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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