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Suzuki Jimny 1.5 Allgrip

Wie klein der Suzuki Jimny auch ist, man kann ihm das Privileg zusprechen, noch ein echter Geländewagen zu sein. Beim OFF ROAD AWARD 2019 hat der Japaner gleich zwei Auszeichnungen für sich beanspruchen können. Robust, funktional, kompakt, offroad-kompetent, authentisch, bezahlbar, all diese Attribute zeichnen den Suzuki Jimny bis heute aus. Und dann diese Optik!

Denn neben der enormen Geländetauglichkeit liegt der größte Trumpf der Neuauflage ganz klar im Design. Kommt der Allrad-Klassiker unglaublich emotional, kantig und kultig daher. Retro und doch modern.

Wir begrüßen den Mut, sich bewusst vom teils überzeichneten, übermodernen oder gar verweichlichten Design der heutigen Crossover bzw. SUV-Modellen distanziert zu haben. Somit ist der Jimny nicht nur in seiner Klasse einzigartig, apropos, direkte Mitbewerber gibt es ohnehin nicht.

Der Suzuki Jimny steht unglaublich stylisch dar. Mit dem Adventure-Zubehör-Angebot den Frontgrill, die Seitenschweller und den Unterfahrschutz betreffend sogar noch eine Spur mehr.

Abgedunkelte hintere Fensterscheiben sind immer Serie, wie die schwarz lackierten Außenspiegel, die 15-Zoll-Alufelgen oder die praktischen Details. Seien es die Ablaufrinnen an den Dächrändern oder die markanten Schutzplankenrundum.

Robust und kantig, nimmt uns dieser urige Charme auch im Innenraum für sich ein und so gibt der Suzuki Jimny ein sehr gelungenes Gesamtbild ab. Zwar wurde reichlich Hartplastik verbaut, doch auch das kann uns hier nicht negativ aufstoßen, es passt einfach. Weniger passen wird Großgewachsenen dagegen die Rückbank, doch ehrlich gesagt, bei diesen Abmessungen darf man auch kein Raumwunder erwarten. Das gilt auch für den Kofferraum. Gibt dieser mit 85 Liter zunächst nicht viel Raum her.

Die Lehnen der Rücksitze sind aber rasch umgelegt (im Verhältnis 50:50) und das Ladevolumen auf 377 Liter bzw. 830 Liter bei dachhoher Beladung vergrößert. Da sowohl die Rückseiten der Fondlehnen wie auch der Gepäckraum mit Kunststoff verkleidet sind und Suzuki serienmäßig eine Laderaumbox verbaut, beweist der Suzuki Jimny auch hier seine Allround-Talente und lässt sich leicht von Schmutz befreien.

Darüber hinaus hält der Zubehörkatalog noch einige praktische Features bereit, vom Gepäckraumtrenngitter, Laderaumwannen, Laderaumauskleidungen, Ladekantenschutz, einen Fahrradheckträger, einen Grundträger fürs Dach sowie verschiedene Module dafür. Außerdem hat Suzuki eine Anhängerkupplung oder sogar ein Zelt für den Anbau am Heck in petto.

Aufs Wesentliche reduziert, wunderbar aufgeräumt und ohnediesen Hightech-Overload, wirkt der kleinste Offroader sehr bodenständig und ist über große Schalter und Drehregler wunderbar einfach zu bedienen und bietet aber dennoch solch moderne Annehmlichkeiten wie einen Touchscreen inklusive Smartphone-Integration und Navigationssystem. Diesen haben die Verantwortlichen übrigens sehr gut integriert, wirkt dieser keineswegs wie ein Fremdkörper.

Ein Geländegänger durch und durch, verfügt er über einen stabilen Leiterrahmen, zuschaltbaren Allradantrieb und eine Geländeuntersetzung. Hinzu kommen die steife Radaufhängung mit Starrachsen und Panhardstab vorne und hinten, zusätzliche Verstrebungen und ein neuer Lenkungsdämpfer in der vorderen Radaufhängung, ein neuer X-Träger und zwei zusätzliche Querträger.

Er verfügt über eine Bodenfreiheit von 210 Millimeter, einen Böschungswinkel vorn von 36 Grad, einen Rampenwinkel von 27 Grad und einen Böschungswinkel hinten von 48 Grad.

Ganz alte Schule wird der zuschaltbare Suzuki Allradantrieb ALLGRIP PRO über einen zweiten kleinen Schalthebel betätigt, so können Sie zwischen Zweirad- und Allradantrieb, sprich 2H und 4H, wechseln oder bei Bedarf die Untersetzung 4L zuschalten. Die ebenfalls serienmäßige Bergan- und -abfahrhilfe lassen sich wiederum durch längeres Treten des Bremspedals aktivieren.

DerSuzuki Jimny wühlt sich eindrucksvoll durchs Gelände und während andere 4×4-Fahrzeuge im Gelände manchmal bedingt durch Größe und Gewicht kapitulieren müssen, kommt der Suzuki auch dann noch durch.

Dieser unglaubliche Fahrspaß im Gelände verliert sich leider auf der asphaltierten Straße, denn was das Fahrwerk hier an Komfort und sportlichen Qualitäten vermissen lässt, mangelt es der Lenkung an Gefühl und Direktheit. Es sei ihm verziehen.

In der Stadt sowieso, super handlich, wunderbar übersichtlich, finden wir auch rasch Platz in der kleinsten Lücke, Parkplatzprobleme kommen hier nicht auf und dann diese Wendigkeit, herrlich.
Im Wald und im Großstadtdschungel fühlt man sich mit dem Jimny einfach hervorragend aufgehoben, erst auf der Landstraße machen sich die Fahrwerksschwächen bemerkbar, doch entschleunigt konnte uns der kleine Geländegänger auch hier nicht mehr negativ aufstoßen.

Während im Vorgänger noch ein 1,3-Liter-Aggregat zum Einsatz kam, packt Suzuki unter die Haube des jetzigen Jimny ausschließlich einen 1,5-Liter-Benzinmotor der auf 75 kW, sprich 102 PS kommt. Der Vierzylinder entwickelt ein maximales Drehmoment von 130 Nm bei 4.000 U/min.

Der Vortrieb ist ausreichend, aber besonders flott wird er nie, aber beim Jimny ist das auch nicht von großer Bedeutung, so verzichtetselbst Suzuki darauf einen Messwert von 0 auf 100 km/h zu nennen.

Das Schaltgetriebe ist Serie, alternativ hätten die Japaner für 1.200 Euro Aufpreis auch ein Automatikgetriebe im Angebot, das sich mit seinen vier Gängen aber ebenfalls eher altmodisch präsentiert.

So hakelig wie zu damaligen Zeit lässt sich der Fünfgang-Handschalter zum Glück nicht schalten, aber dennoch reicht das Getriebe in punkto Führung nicht an moderne Fahrzeuge heran. In der Stadt und im Gelände vermissen wir einen sechsten Gang natürlich nicht, doch schon auf der Landstraße hätten wir gerne einen Gang höher geschaltet und auf der Autobahn sowieso, können die hohen Drehzahlen einem akustisch doch wirklich aufstoßen. Aber diese Fahrten haben wir ohnehin vermieden, fühlt er sich hier einfach nicht gut aufgehoben. Maximal wären 145 Stundenkilometer möglich, aber da lässt man es gerne ruhiger eingehen, wenn die Autobahn wirklich unumgänglich war, setzten wir meist den Tempomat bei 120 km/h und drehten das Radio etwas lauter.

Weniger Schönreden können wir dagegen den Verbrauch. 7 ½ bis 8 Liter im Schnitt sind für einen Kleinwagen einfach viel, in der Stadt konnten wir den Verbrauch um einen Liter reduzieren, auf der Autobahn wären es gut und gerne auch mal zehn Liter. Den CO₂-Ausstoß gibt Suzuki mit 154 g/km an, wersich für die Automatikvariante entscheidet, muss 170 g/km in Kauf nehmen.

In punkto Sicherheitsausstattung können Sie sich als Fahrer des kleinsten Offroaders auf unterschiedliche Systeme verlassen, die aktive Bremsunterstützung beispielsweise warnt Sie vor einer Kollision mit anderen Verkehrsteilnehmern, darunter auch Fußgänger, und das sowohl optisch wie auch akustisch. Bei einer ausbleibenden Reaktion wird das Fahrzeug automatisch abgebremst. Ein Aufprall kann somit eventuell verhindert, aber in jedem die Unfallschwere verringert werden.

Eine Müdigkeitserkennung, ein Spurhaltewarnsystem und ein Fernlichtassistent sind ebenfalls in allen Suzuki Jimny verbaut. Das gilt auch für die Verkehrszeichenerkennung, die uns aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote zuverlässig angezeigt hat.

Der Suzuki Jimny sucht seinesgleichen, man muss ihn trotz der Schwächen einfach lieben. Dies kann auch der Preis von 20.900 Euro nicht schmälern. Zumal der Comfort+ mit einer Klimaautomatik, einem Audiosystem mit Smartphone-Anbindung und Navigationssystem, Digitalradio (DAB) und Lenkradbedientasten, elektrischen Fensterheber vorn, einem Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Sitzheizung vorn, einem höhenverstellbaren Lederlenkrad, einer Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrisch einstell- undbeheizbaren Außenspiegel, Lichtsensor und Nebelscheinwerfer, einer Laderaumbox, LED-Scheinwerfern mit automatischer Leuchtweitenregulierung und Scheinwerferreinigungsanlage und noch einigem mehr aufwarten kann.

Stand: Januar 2020; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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