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SEAT LEON ST CUPRA 290

Mit Einführung des Modelljahres 2016 bekam der ohnehin mit reichlich Power geladene SEAT Leon CUPRA 280 eine zusätzliche Leistungsspritze verpasst. Mit 10 PS mehr im Gepäck ist somit auch die Spreizung zwischen der absoluten Topmotorisierung und der 265 PS CUPRA-Variante etwas deutlicher. Wie geil die gesamte Cupra-Familie ist, davon haben wir bereits berichtet … Doch nun haben wir unseren persönlichen Liebling herausgepickt. Warum das der Kombi ist?

Nun, im Sports Tourer des SEAT Leon CUPRA 290 haben wir für uns die perfekte Symbiose gefunden. Prallt hier das Potential eines beeindruckenden Sportwagens auf praktische Vorzüge wie das vorbildliche Platzangebot und ein vielseitiges Ladevolumen von 587 bis 1.470 Liter. Last but not least packen die Spanier diese beiden Welten in ein absolut gelungenes Blechkleid und positionieren den Performance-Künstler zu einem wirklich fairen Preis.

Wer zunächst nur flüchtig hinsieht, dem mag vielleicht gar nicht auffallen, was hier für ein Leon vor ihm steht. So dezent haben die Designer den leistungsstärksten Leon aufgepeppt. Gut, haben diese auch wirklich ein leichtes Spiel gehabt, steht doch bereits der zivile Leon unglaublich sportlich da.

Doch spätestens auf den zweiten Blick werden die Unterschiede sichtbar. So ist das Performance-Modell an den großen Lufteinlässen mit Gittereinsätzen in Wabenform und vor allen Dingen der veränderten Heckschürze auszumachen.Der optische Diffusor mit den ovalen Endrohren macht sich hier besonders gut.

Zu den weiteren Erkennungszeichen zählen außerdem die großen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen in schicker Titan-Zweifarblackierung, die Bremssättel inklusive CUPRA-Schriftzug, der Dachspoiler und die schwarz lackierten Außenspiegel-Gehäuse.

Beim SEAT Leon CUPRA übrigens ebenfalls serienmäßig, die Voll-LED-Scheinwerfer und die LED-Heckleuchten.

Wem der Look des rassigsten Leon dann aber doch zu dezent ist, kann sein Fahrzeug beispielsweise für 250,- Euro mit Farbe aufpeppen. Stechen mit dem entsprechend georderten Paket sowohl das Gehäuse der Außenspiegel, die Umrandung des Kühlergrills, die Räder und der CUPRA-Schriftzug auf der Heckklappe wahlweise in weiß (White Line), schwarz (Black Line) oder sogar in knalligem orange (Orange Line) hervor.

Noch mehr Individualisierung ermöglichen außerdem die Performance Pakete (zwischen 2.530,- und 3.060,- Euro erhältlich) inklusive einer speziellen Bereifung mit exklusiven 19-Zoll-Felgen hier wahlweise in schwarz oder orange lackiert sowie den seitlichen Schwellerleisten und der Vierkolben-High-Performance-Bremsanlage von Brembo mit lackierten Bremssätteln.

Auch im Innenraum präsentiert sich der CUPRA zunächst zurückhaltend, den sportlichen Charakter unterstreichen dann aber doch die tollen Sportsitze in dunkelgrauem Alcantara (wahlweise auch in schwarzer Vollleder-Ausstattung zu haben) mit den weißen Seitenwagen wie auch Ziernähten.

Auf den weißen Kontrast setzen die Designer außerdem an den Türen, demSchalthebel und dem unten abgeflachten CUPRA-Sportlenkrad. Die Pedale sind wiederum in Aluminium ausgeführt.

Pures Rennsportfeeling kommt in jedem Fall mit den aufpreispflichtigen Schalensitzen auf. Für 1.350 Euro in der Preisliste zu finden, kamen wir auch in unserem Testwagen in den Genuss dieser verlockenden Option. Nicht, dass es dem serienmäßigen Gestühl an Seitenhalt mangelt, doch aus diesem Sattel hebt uns wirklich nichts mehr.

Mit knackig ausgeformten Rücksitzen sind aber auch die Fondpassagiere so schnell nicht aus der Ruhe zu bringen.

Im SEAT Leon CUPRA nimmt man aber nicht nur im schnellsten Modell der Baureihe Platz. Mit zahlreichen serienmäßigen Features, darunter das Media System Plus inklusive 6,5 Zoll Touchscreen, die Climatronic, die Geschwindigkeitsregelanlage oder das spezielle Ambientelicht (im CUPRA-Modus leuchtet diese animierend rot statt weiß) sichert sich dieser Leon auch den Platz des Topmodells.

Dass der CUPRA auch in punkto Flexibilität und Raumnutzung keine Kompromisse eingeht, ist für SEAT nur selbstverständlich. Was der Leon ST aber letzten Endes alles drauf hat, zeigt unser ausführlicher Testbericht auf, sehen Sie selbst.

Was aber doch gerade beim CUPRA viel mehr interessiert, was hat der Sportler denn nun wirklich drauf?

Unabhängig von der Karosserievariante holt der Leon CUPRA aus dem 2.0 TSI-Triebwerk mit Dual-Einspritzung und variablem Ventilhub jetzt sogar kraftvolle 290 PS (213 kW).

Womit der SportsTourer in sechs Sekunden den Standardsprint von 0-100 absolviert. Der vehemente Schub nach vorn macht einfach Freude, doch wirklich beeindruckend ist, wie SEAT diese Kraft rein über die Vorderachse auf die Straße bringt. Die Vorderachs-Differentialsperre VAQ leistet hier hervorragende Arbeit. Doch dazu gleich mehr.

Serienmäßig an einen Sechsgang-Handschalter gekoppelt, ist aber gerade das in unserem Testwagen verbaute DSG-Getriebe ein absolutes Sahnestück. Wenn auch mit Schaltpaddles am Lenkrad versehen, ist ein manuelles Eingreifen wirklich nicht nötig, so super schnell und weich vollzieht das Doppelkupplungsgetriebe seine Gangwechsel und holt beim Spurt gegenüber dem Handschalter sogar noch 0,1 Sekunden raus.

Mit der Leistungsoptimierung legen die Verantwortlichen auch das maximale Drehmoment von 350 Newtonmeter über einen noch weiteren Bereich an. Und die Durchzugswerte begeistern. Aus jeder Situation, sogar aus einer gemütlichen Gangart heraus, reagiert der TSI-Motor spontan auf jeden Tritt des Gaspedals und liefert unbändigen Durchzug.

Dass dem Leon CUPRA auch bei Tempo 250 noch nicht die Puste ausgeht, ist absolut zu spüren, doch leider schiebt uns SEAT hier einen elektronischen Riegel vor.

Durch gezielte Optimierungen an der Abgasanlage lassen die Spanier die gesteigerte Leistungsstufe außerdem noch etwas kerniger klingen.

Bei all der Begeisterung verliert man ja schnell mal den Verbrauch aus den Augen und wenn sich der Spanier unter diesen Bedingungen auch VERSTÄNDLICHERWEISE gerne mal die doppelte Spritladung genehmigt, soverblüfft aber der Verbrauch und das gerade im Alltag.

Aktivieren wir dann noch den „Comfort“-Modus nähern wir uns bis auf einen Liter sogar dem von SEAT angegeben Verbrauchswert von 6,6 Litern (der Handschalter liegt bei 6,8 Liter – jeweils Super Plus). Mit dem Effizienzpaket und somit einer Bremsenergie-Rückgewinnung und dem Start & Stop System an Bord entspricht das CO2-Werten von 154 Gramm.

Doch genug Vernunft an den Tag gelegt und den CUPRA-Modus aktiviert. Wenn auch an dieser Stelle eine Empfehlung für die Rennstrecke auszusprechen ist – lässt sich doch nur hier das unendliche Potential des Leon CUPRA wirklich ausschöpfen – lässt SEAT jetzt den wahren Löwen los.

Bereits im Stand fährt ein förmlicher Ruck durch das Fahrzeug, geht es dann endlich los, hängt der Leon CUPRA nun noch spontaner am Gas, ist regelrecht gierig und fordert dieses. Dabei animiert nicht nur das kurze Zwischengas beim Runterschalten. Sowohl das Fahrwerkprofil, das DSG-Getriebe, die Progressivlenkung und die vordere Differenzialsperre sind im aktivierten CUPRA Modus auf puren Sport getrimmt.

Ohne durchdrehende Räder oder gar ein Schieben über die Vorderräder legt der Leon CUPRA eine unglaubliche Performance hin. Die Vorderachs-Differentialsperre VAQ (leitet das Antriebsmoment wenn nötig vollständig an das kurvenäußere Rad) möchte man hier wahrlich nicht mehr missen. Die gebotene Traktion verblüfft und fasziniert immer wieder aufs Neue, selbst ein Zerren an der hervorragend abgestimmten Lenkung bleibt aus.

Absolut spielerisch lässt sich derKombi mit schwindelerregend hohen Geschwindigkeiten durch die Kurven jagen, ob bei Nässe oder als ungeübter Fahrer, hier wird keinem so schnell bang. Das zweistufig abschaltbare ESP lässt uns den Grenzbereich dann sogar noch besser ausreizen, doch selbst dann bewahrt sich der SEAT sein gutmütiges Handling. Hier besteht absolute Suchtgefahr!

Und auch beim Bremsen beweist der SEAT Leon CUPRA sein Können und dabei benötigt es nicht zwingend die optionale Brembo-Bremse. Schon die serienmäßig verbaute Anlage mit vier innenbelüfteten Scheibenbremsen setzt den Befehl in maximale Verzögerung um, der Sports Tourer bleibt auch bei Nässe stets spurtreu und stabil.

Doch SEAT setzt mit dem CUPRA Drive Profile nicht nur auf ein einmaliges Fahrvergnügen und eine unglaubliche Sportlichkeit. Das Topmodell kann im entsprechenden Modus auch sehr komfortbetont, läuft kultiviert und selbst der Abrollkomfort leidet nicht unter den aufgezogen 19 Zöllern. Und dennoch kann auch im Komfort-Modus zu jeder Zeit und ohne Programmwechsel ordentlich Leistung abgerufen werden.

Somit erweist sich der SEAT Leon ST CUPRA 290 als perfekter Begleiter – ob auf der Rennstrecke oder im Alltag, ob mit Kind und Kegel an Bord, ob beim großen Shoppingtrip, ob bei langen Autobahnetappen oder dann doch beim Serpentinen heizen.

Für den perfekten Abschluss sorgt zweifelsohne der Preis, erhältlich ab 34.750 Euro gibt es eigentlich nichts mehr zu überlegen. Gut, wir würden in jedem Fall den Aufpreis von 1.700 Euro für das großartige DSG-Doppelkupplungsgetriebe aufbringen unddie Schalensitze hinzuordern, doch viel mehr ist gar nicht mehr nötig, trumpft der Seat Leon ST CUPRA 290 nicht nur mit einer speziellen sondern vor allen Dingen auch sehr umfangreichen Ausstattung auf.

Stand: Januar 2016; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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