// / Opel Adam Rocks 1.0 ECOTEC

Autohersteller

Opel Adam Rocks 1.0 ECOTEC

Er soll vor allem die Männer stärker ansprechen. Und auf was fahren die so ab? Auf eine pfiffige Optik und einen frischen Innenraum? Sicher, und das hat er. Auf einen starken Motor, ein sportliches Fahrwerk und eine knackige Schaltung? Unbedingt, und das hat er auch alles. Auf sportliche Sitze, die einen auch gut festhalten und ein griffiges Lederlenkrad? Ja und ja. Auf Sitz- und Lenkradheizung? Männer frieren doch nicht, aber auch das hat er. Auf viel Platz auch hinten und einen großen Kofferraum? Männer sitzen vorne und wollen Fahren, nicht laden. Prima, hier muss der Adam nämlich passen. Einen niedrigen Verbrauch? Wenn ein Mann fahren will … aber gut zu wissen, dass der flotte Adam Rocks auch durchaus sparsam kann. Und gut zu wissen, dass Männer, wenn es um ihr Spielzeug geht, beim Preis auch mal ein Auge zudrücken, denn ganz billig ist der Kleine nicht.

Schon der „ganz normale“ Adam ist ein optischer Appetithappen, und der Rocks kann da echt noch einen drauf legen. Vor allem Männer sollen stärker auf diesen Kleinen fliegen.

Dazu wurden dem Adam kurzerhand ein paar Kappen aus Kunststoff auf die Radläufe gesetzt, entsprechende Schweller montiert und eine Front- und Heckschürze angebaut, die auch noch einen angedeuteten silbergrauen Unterfahrschutz erhielten, zudem wurde die Karosserie um 15 mm angehoben.

Diese Optik wirkt natürlich vor allem mit hellen oder bunten Lacken, und davon hat Opel ja jede Menge im Angebot, die Individualisierungsmöglichkeiten sind ganz enorm, serienmäßig gibt es das große Swing Top Stoff-Faltdach. Das lässt es dank des großen Windabweisers sogar zu, dass man an sonnigen Wintertagen problemlos „offen“ fahren kann, selbst bei Tempo 100 und Minusgraden draußen ist es nicht störend.

Zur knackig frischen Optikpasst auch der ebenso frische Innenraum, angefangen von der Dekoreinlage im Armaturenbrett über die schicken Einlagen im Alulook und schwarzen Klavierlack, ganz sportlich sind auch die Pedale aus Alu.

Das kleine griffige Lederlenkrad wird besonders toll durch die Lenkradheizung, macht aber auch optisch was her, der untere Teil des Lederkranzes ist Cognacfarben abgesetzt, dazu entsprechende Ziernähte, die dann auch am Schaltknauf und rund um die Fußmatten als Einfassung wieder auftauchen. Und neben den Türverkleidungen hüllen sich auch die Sitze unseres Testwagens in diesen warmen Cognacton.

Sie sind gut ausgeformt, und so groß ausgeführt, wie es in einem Kleinstwagen grad noch so möglich ist, die Kombination aus Stoff und Ledernachbildung macht sich auch optisch sehr gut, dazu tauchen helle Bänder und ein hellblauer Faden auf. Der Seitenhalt ist prima und auch der Rücken wird ganz gut abgestützt, wir hätten dennoch gerne eine verstellbare Lordosenstütze gehabt. Die Sitze werden manuell verstellt, aber alles ganz bequem und mit großem Hebel für die Höhenverstellung und mit Drehrad für die Lehne, prima. Die Schalter für Sitz- und Lenkradheizung, Citymode und Eco sind links vom großen Monitor platziert und leider vom Lenkrad verdeckt.

Rein kommt man auch hinten ganz gut, durch die großen Türen und den weit nach vorne fahrenden Sitz und man sitzt auch hinten gar nicht mal schlecht, vorausgesetzt man ist nicht groß. Denn man stößt als 1,80 m Mensch beim aufrechten Sitzen mit dem Kopf ans Dach, auch die Kopfstützen sind dann am Ende. Und selbst wennn die Vordersitze nur auf kleine Personen eingestellt sind, stößt man mit den Knien in die stark ausgehölten Sitzlehnen.

Unser Adam ist ein reiner Viersitzer, die beiden hinteren Sitze sind ebenfalls gut ausgeformt und sehr straff gepolstert, gutist, dass sich die Vordersitze die urspüngliche Stellung merken. Will man die Sitze vorklappen, braucht man einfach nur hinten links und rechts an den Schlaufen ziehen. So vergrößert sich der nicht eben riesige Kofferaum von 170 auf bis zu 663 Liter.

Dabei hat man aber eine dicke Stufe im Boden, über die man dann das Gepäck drüber heben muss, das passt dann zur sehr hohen Ladekante und den gut 30 Zentimetern, die es anschließend wieder nach unten geht. Und schon bei kleinerem Gepäck ist die Abdeckung im weg, sie muss zudem stets von Hand rauf und runter geklappt werden. Beim Zurückklappen der Rücksitze muss man auf die Gurte achten. Auf leichten Druck auf das Logo an der Heckklappe öffnet sich diese.

Kommen wir noch mal zurück in die erste Reihe. Die Ambientebeleuchtung, die in den Türen über die Fächer streift und auch in der Mittelkonsole das Fach unten abdeckt, kann ganz nach Ihrem Geschmack in verschiedenen Farbtönen gewählt werden. Die restliche Instrumentierung ist schön in rot beleuchtet und übersichtlich gestaltet.

Der Schalter fürs Licht sitzt ein klein wenig weit unten, wer dort die Nebelschlussleuchte aktivieren will muss sich schon etwas vorbeugen. Das Handy ist echt schnell über Bluetooth angeschlossen und für einen Kleinwagen hat er eine richtig geile Hupe.

In der Mitte zwischen den beiden großen Rundinstrumenten mit Drehzahlmesser und Tacho, die beide gut ablesbar und modern gestaltet sind, steckt ein Display, mit dem man z.B. auch die gefahrene Geschwindigkeit, den Momentanverbrauch und die Reichweite ablesen kann, hier kann man auch Trip und Durchschnittsverbrauch sowie Durchschnittsgeschwindigkeit einstellen, leider kann man sich aber nicht sein ganz persönliches Menü konfigurieren.

Ganz pfiffig können Sie gegen Aufpreis das IntelliLink-Infotainment-System ordern, das dasSmartphone mit Ihrem Adam verbindet und Ihnen sogar eingehende SMS vorliest. Sie können auch SMS oder eMails diktieren und, und, und.

Ganz pfiffig gelöst ist das Fach in der Mittelkonsole, man kann es entweder in seiner vollen Größe nutzen oder man kann eine Gummilasche in einer Ecke rausklappen und hat dann einen Getränkehalter.

Zweitürer-typisch sind die Gurte recht weit hinten, man muss sich da schon ganz schön recken um dran zu kommen. Schade, dass das Handschuhfach nicht beleuchtet ist. Der Frontscheibenwischer spritzt aus sechs Düsen das Wasser auf die Scheibe und auch an der Heckscheibe hält ein Wischer ein großes Feld frei. Das ist besonders wichtig, da sich das Heck wegen dem kurzen Fahrzeugüberhang sehr schnell sehr stark verschmutzt.

Auch mit der angeblich weicheren Fahrwerksauslegung geht der Opel Adam Rocks sportlich straff ans Werk, fast schon ein bisschen zu straff, denn wenn die Straße schlecht ist und grobe Querrillen und Schlaglöcher aufweist, dann poltern die doch ziemlich ungefiltert nach innen – fast schon ein wenig unkomfortabel, vor allem weil auch der kurze Radstand ihn schon mal etwas unruhig werden lässt. Ansonsten liegt der Kleine aber richtig gut auf der Straße und geht flott auch durch engste Kurven.

Dazu passt dann auch die angenehm straffe Servolenkung, die dank Citymode richtig leichtgängig wird und das Manövrieren in der Stadt zum Kinderspiel macht. Die C-Säule ist aber ziemlich dick, trotzdem ist der Kleine relativ gut einzuparken, weil dort wo das Heckfenster aufhört, auch das ganze Auto zu Ende ist. Noch leichter wird es, wenn Sie sich für den optionalen Einparkassistenten entscheiden. Der erkennt nicht nur die passende Lücke, er bringt Sie, oder besser gesagt Ihren Adam auch sicher hinein, Sie bedienen nur Gas und Bremse – und müssen natürlich (zumindestderzeit) auch wieder alleine rauskommen. Spätestens dann fällt auf, dass auch die A-Säule recht breit ist, vor allem nach unten hin. Die auch recht dicke B-Säule stört eher weniger, sie sitzt weit hinten.

Der Parkassistent ist im Paket mit dem Toter-Winkel-Warner erhältlich, auf der Autobahn arbeitet letzterer einwandfrei, im Landstraßenverkehr gibt es laufend Fehlalarme. Fährt man schneller als 140, dann schaltet sich das Teil ab und bringt ständig die orange Warnleuchte im Außenspiegel. Das ist nicht sonderlich hilfreich und stört bei Nacht auch noch.

Um das ESP zu deaktivieren, was bei steilen, schneebedeckten Passagen zum Beispiel durchaus mal notwendig werden könnte, hab ich keinen Schalter gefunden. Schnell sorgt die Lenkradheizung für wohlig warme Finger, die Sitzheizung ist noch einen Tick schneller.

Schnell ist der Adam Rocks auch wenn es ums Bremsen geht. Bei einer Vollbremsung legt er sich mächtig ins Zeug, steht aus Tempo 100 nach guten 36 Metern. Dank ABS, elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent bleibt er auch bei nasser Fahrbahn und auf Schnee und Matsch sauber in der Spur.

Aller guten Dinge sind drei? Auf jeden Fall trifft das auf die Anzahl der Zylinder beim neuen Motor zu. Nicht nur für einen Dreizylinder läuft das Aggregat ausgesprochen kultiviert und leise, für das Auto fast schon zu leise, denn nur wenn man ihn voll fordert werden die kräftigen 115 PS schön kernig. Oder aber es geht auf der Autobahn über Tempo 160, denn wird neben den Wind- und Abrollgeräuschen auch der Motorsound richtig laut und eine Unterhaltung zunehmend anstrengender, auch spürt man dann leichte Vibrationen vom Motor.

Ansonsten kann man aber über den 1-Liter-Dreizylinder Turbo nicht meckern. Denn er kann nicht nur schön niedertourig, sondern dreht auch flott hoch, schon ab 1.000 Tourengeht er schnell zur Sache, beschleunigt in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird 196 km/h schnell. Das maximale Drehmoment von 170 Nm liegt schon ab 1.800 U/min an.

Der Hersteller gibt einen Mixverbrauch von 5,1 Litern Super an, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 119 g/km, und so erfült der Motor auch schon die Euro 6 Norm. Unser Verbrauch lag bei normaler Fahrweise um die 5,7 Liter, drunter ist ein sehr zurückhaltender Gasfuß nötig. Reine Überlandfahrten mit ganz wenig Ortsdurchfahrten haben wir mit 4,6 Litern geschafft. Bei Autobahn-Richtgeschwindigkeit 130 haben wir 7,3 Liter verbraucht, bereits 10 km/h weniger und es flossen nur noch 6,3 Liter auf 100 km aus dem Tank.

Kombiniert ist der kleine Turbomotor mit einer feinen Sechsgang-Handschaltung. Sie arbeitet auf sportlich kurzen Wegen angenehm straff und exakt. Die Gänge sind passend abgestuft, die Anschlüsse passen.

Die mittlerweile üblichen sechs Airbags, ein adaptives Bremslicht, ein Berg-Anfahr-Assistent, ESP, Dreipunkt-Sicherheitsgurte, Gurtkraftbegrenzer und Gurtstraffer vorn, die Sicherheitslenksäule, Traktionskontrolle, Tagfahrlicht und die Vorrüstung für ISOFIX Kindersitzbefestigungen sind serienmäßig an Bord.

Der Einparkautomat mit dem Toter-Winkel-Warner ist optional für 580,- Euro erhältlich.

Und damit sind wir auch schon beim Preis. Der Opel Adam Rocks startet mit 70 PS bei 15.990,- Euro, unser 1.0 ECOTEC Turbo mit 115 PS kostet 18.790,- Euro und ist das derzeitige Topmodell.

Seine Ausstattung ist u.a. mit Klimaanlage, Tempomat, CD-Radio, Lederlenkrad, 17 Zoll Alufelgen, Bordcomputer und dem gesamten Offroad-Look sowie dem Swing Top Stoff-Faltdach schon ganz ordentlich, die möglichen Extras sorgen aber schnell für einen deutlich höheren Preis.

So gibt es eine Lederausstattung für 850,- Euro, Metallic- oderPerleffekt-Lackierungen für 460,- Euro, ein Sound-System für 400,- Euro, die Klimaautomatik für 320,- Euro und zahllose Kleinigkeiten wie Außenspiegelkappen, Grillspangen, Fußraumteppiche, Innenspiegel uvm.

Stand: Mai 2015, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Opel Adam Rocks 1.0 ECOTEC”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner