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Kia Soul 1.6 GDI

Er ist noch immer auf den ersten Blick als KIA Soul zu erkennen, die Silhouette wurde weitestgehend vom Vorgänger übernommen. Dennoch präsentiert sich der neue Kia Soul in allen Bereichen moderner und frischer. Vor allem die Zweifarbigkeit mit dem kontrastierenden Schwarz macht sich sehr gut, und KIA hat eine ganze Palette von attraktiven Farben im Angebot. Neben dem schwarzen Dach ist es vor allem der auffällig abgesetzte Teil der Frontschürze mit der großen zusätzlichen Kühlluftöffnung und den markanten Nebellampen, die schwarzen Radläufe, die von einem auffälligen Seitenschweller verbunden werden und am Heck der gleiche Einsatz wie an der Front, statt der Nebellampen tauchen hier – nicht minder markant – rote Leuchten auf.

Die geraden Seitenfensterlinien sorgen für die letzte Portion Eigenständigkeit und kontrastieren mit den geschwungenen Heckleuchten, die dunkel getönten Seiten- und Heckscheiben vervollständigen den Zweifarblook perfekt. Klar, dass bei unserem Testwagen auch die schwarzen Außenspiegel und die zumindest teils in Schwarz gehaltenen Alufelgen nicht fehlen dürfen. Vor allem deren Größe (235/45er im18 Zoll Format) macht was her.

Wenn man den neuen Soul so dastehen sieht, sind die Erwartungen an den Innenraum natürlich groß, dass auch Innen das bunte Treiben munter weitergeht. Doch diese Vorfreude wird schnell etwas getrübt, denn hier herrscht Grau-Schwarz vor, zumindest als Standard und in den Ausstattungen Soul und Attract. Ansonsten kann man auch mit den Farben Rot oder Beige Akzente setzen.

Die Gestaltung ist durchaus flott gemacht und vor allem der sehr große Monitor in der Mitte fällt richtig auf, aber außer einigen reizvollen Applikationen in glänzendem schwarzen Klavierlack und ein paar matt silbernen Verzierungen blieb unser Soul innen doch eher konventionell. Schön gemacht sind die Schalter und Drehregler. Und selbst ganz unten links vom Lenkrad, dort wo normal die meisten Hersteller ihre Uraltschalter aufbrauchen, dort hat der Soul die gleichen schicken chromumrandeten Drehräder und modernen Schalter wie mitten im Armaturenbrett. Sehrlöblich. Leider lenkt die Bedienung dieser Schalter, die recht weit unten positioniert sind und vom Lenkrad verdeckt werden, bei der Bedienung etwas vom Verkehrsgeschehen ab.

Das Navi ist einfach zu bedienen, alles geht intuitiv, der große Touchscreen ist prima, aber die Sprache der Routenführung wirkt etwas gestöpselt. Wenn das Benzin im Tank zur Neige geht – nur noch ein Strich auf der Tankuhr, Reichweite unter 100 km – dann wird man im großen Display sofort darauf hingewiesen und man wird gefragt, ob man nach einer Tankstelle suchen lassen will. Der Monitor zeigt auch das Bild der Rückfahrkamera, das wird aber bei schlechtem Wetter schnell schlecht weil die Kamera schnell verschmutzt.

Der Regensensor wischt bisweilen selbst in der langsamsten Automatikstellung selbst dann noch, wenn die Scheibe völlig trocken ist. Sie reagiert dabei aber auch auf das gefahrene Tempo, bei gleicher Witterung und Einstellung steht der Wischer bei Fahrten im Ort, während er auf der Autobahn noch Trockenwischübungen macht.

Das Gebläse hat bei gelegentlich aufkommenden Nebelabschnitten so seine Probleme die Scheiben komplett frei zu bekommen, da hilft oft nur der Wechsel auf die Klimaanlage und ein Hochdrehen der Lüftung auf die oberste Stufe, und das wird dann auch schnell laut und störend.

Die Lichtautomatik ist mit einer Fernlichtautomatik kombiniert, das ganze wird aber recht verzögert eingeschaltet und das Fernlicht schaltet sich auch schon aus, wenn einige Verkehrsschilder das eigene Licht reflektieren, auf der anderen Seite wird bei Gegenverkehr relativ spät auf Abblendlicht umgeschaltet, da hat es im Test immer wieder mal blinkenden Gegenverkehr gegeben. Besonders schlecht erkennt das System den Gegenverkehr in Linkskurven.

Innen ist soweit alles gut beleuchtet, die Schalter sind in rotes Licht getaucht, auch die im Lenkrad. Dazu kommen rote Ambientelichter in den Türfächern vorne. Die könnten aber auch gerne von der Decke herunter scheinen, denn es ist insgesamt innen doch recht dunkel. Die beleuchteten Ringe rund um die großen Lautsprecher in den Türen, die entweder im Rhythmus der Musik oder im bunten Lichtfarbenwechsel flackern,ändern daran nichts. Wer will kann dieses Discolicht auch ganz abschalten. Der neue Soul hat ein schönes helles Innenlicht, so hell, dass damit bei geöffneter Tür auch gleich der Einstiegsbereich gut mit ausgeleuchtet wird.

Die Instrumente sind klar gestaltet und gut ablesbar, weiß beleuchtet mit roten Zeigern. Die Schaltempfehlung im Instrumententräger ist vor allem grafisch schön gelöst, dafür arbeitet sie aber nur hoch und geht vor allem wenn es bergauf geht, ein wenig zu optimistisch ans Werk. Nur runter arbeitet wie immer bei Kia, die Reichweitenanzeige. Die Tempolimitangaben im Navi sind nur einprogrammiert – also nicht immer nur darauf verlassen. Schade ist, dass wenn man das Auto per Druck auf den Start-Stopp-Knopf ausmacht, ist auch gleich das Radio mit aus. Es geht dann zwar auf separaten Knopfdruck auch ohne Zündung wieder an, hätte aber wenigstens solange an bleiben können, bis man die Fahrertür öffnet.

Na ja, geschenkt. Dafür ist das Platzangebot sehr gut, vor allem die Kopffreiheit ist mehr als üppig. Die Sitze vorne sind ausreichend groß, straff gepolstert und auch gut ausgeformt, bieten aber, anders als im Bein- und Pobereich, im Rücken und an der Schulter zu wenig Seitenhalt um flotte Kurvenfahren gut mitmachen zu können. Bei der manuellen Sitzverstellung hätte ich mir für die Rückenlehne lieber ein Drehrad gewünscht, vor allem aber auch eine Lordosenstütze. Am Rest der Verstellmöglichkeiten gibt es nichts zu meckern und auch optisch sind die Sitze schick gemacht, mit einem schön gemusterten Stoff in den Mittelbahnen in den Sitzlehnen sowie schicken gelben Ziernähten.

Der Einstieg gelingt vorne wie hinten nicht zuletzt dank des hohen Hüftpunktes sehr bequem, die Türen öffnen angenehm weit und fallen mit einem satten Plopp zurück ins Schloss. Ganz nebenbei: Die Spaltmaße sind sehr eng und weitestgehend exakt. Auch als 1,80 m Mensch kommt man hinter einem ebenso großen Fahrer ganz bequem unter, Kopf- wie Beinraum ist üppig und auch die Kopfstützen lassen sich für 1,80 m weit genug ausziehen. Und der Platz hinten ist auch in der Breite recht großzügig.

Ordentlich Platz gibt es auch imKofferraum, 354 Liter in der Grundstellung. Brauchen Sie mehr Platz, wird die Sitzlehne ganz einfach umgelegt, eine ganz kleine Stufe und ein leicht nach vorne ansteigender Boden bleiben. Dermaßen umgebaut gehen statt bis zu 1.367 Liter in den neuen Soul.

Seine Heckklappe schwingt so weit auf, dass man sich erst ab 1,85 m an ihr stoßen kann, die Gepäckraumabdeckung schwingt aber leider nicht mit nach oben, dadurch ist die Ladeöffnung erst mal klein. Man muss die Abdeckung von Hand hoch und vor allem auch wieder runter klappen, damit sie nicht den Blick durchs Heckfenster stört.

Die Ladekante ist recht hoch aber gut gegen Ladekratzer geschützt, die Stoßstange nicht. Danach kommt ein stabiler Klappboden, den man auch ganz raus nehmen kann, darunter ist ein großes Fach aus Styropor mit drei Unterteilungen, ebenfalls herausnehmbar, links und rechts sind Verzurrösen, auf der rechten Seite ist eine eher schwache Kofferraumleuchte, links steckt auch hier eine weiß strahlende Gepäckraumleuchte, die man als Taschenlampe benutzen kann.

So wie der Soul von außen aussieht, erwartet man keine Sänfte. Und in der Tat ist das Fahrwerk angenehm straff, speziell für Europa wird der Wagen mit Sportdämpfern ausgestattet. Vor allem grobe Straßenschäden werden deutlich nach innen weitergereicht, den Rest federt der Wagen gut weg. Nur durch die erhöhte Sitzposition werden die Karosserieneigungen etwas stärker empfunden.

Und dazu hat der Soul auch immer wieder mal allen Grund, denn es macht Laune, mit ihm auch mal richtig flott um die Kurven zu räubern. Und dafür hat auch der Soul diese drei Modi in Sachen Lenkungseinstellung, und ich will es gerne gestehen, ich habe mich im Dynamik-Modus eindeutig am wohlsten gefühlt. Außer in der Stadt, wo der Komfort-Modus eine sehr gute Wahl ist und die dann leichtgängige Lenkung den Wagen einfach zu handeln macht. Außerorts vermittelt diese Einstellung aber zu wenig Gefühl und Rückmeldung.

Nur gut, dass sich die Einstellungen vom Lenkrad aus mit einem einfachen Tastendruck verstellen lassen. Und im Dynamik-Modus arbeitet die Lenkung nicht nur schön straff sondern auch sportlich direkt. Mit leichtemUntersteuern nimmt der Soul gelassen jede Ecke und auch bei höherem Autobahntempo liegt der Koreaner ruhig auf der Straße.

Mit dieser Ruhe ist es schlagartig vorbei, wenn man zu einer Notbremsung ansetzen muss. Denn der Kia schmeißt sich vehement in die Eisen und taucht dabei vorne ganz ordentlich ein, kommt aber mit leichtem Quietschen und ABS-Rubbeln schnell, sicher und spurtreu zum Stehen, auch wenn die Straße eher in einem schlechten Zustand ist, und das aus Tempo 100 heraus nach sehr guten 35 Metern.

Dosierbarkeit und Ansprechverhalten sind tadellos und auch nach der zehnten Vollbremsung konnten wir kein Nachlassen der Scheibenbremsen rundum feststellen, elektronische Bremskraftverteilung und Notbremsassistent sind natürlich ebenfalls serienmäßig an Bord.

Wann schaut man sich schon mal den Motor an? Allenfalls bei der Kontrolle des Ölstandes. So merkt man auch erst spät, dass die Motorhaube gleich von zwei Stoßdämpfern gehalten wird, würde man eigentlich gar nicht erwarten.

Der Benziner unter dieser Haube leistet 97 kW / 132 PS, läuft angenehm ruhig und macht den Wagen ausreichend flott, aber schon dann muss man ihm genügend Drehzahl zukommen lassen. Tut man das nicht, z.B. am Berg, muss man häufig und schnell zurückschalten, will man nicht hoffnungslos verhungern.

Wenn man ihn voll fordert, und das muss man wenn man richtig flott vorankommen will, dann wird er nicht nur schnell laut sondern wirkt auch schnell etwas gequält. Das maximale Drehmoment von 161 Nm bei 4.850 Umdrehungen kann natürlich auch nicht zaubern.

Lässt man die Zügel etwas schleifen, kann man den Soul mit 6,4 Litern im Mix bewegen, bei ganz normalem Tempo sind wir auf unserer Normstrecke mit 6,7 Litern auf 100 km hingekommen. Dabei hat es uns schon etwas verwundert, dass der Soul ohne Start-Stopp-Automatik auskommen muss.

Auf der Autobahn kann der Verbrauch bei so um die 130 km/h mit 8,5 Liter auch noch vollauf zufrieden stellen, die Lärmentwicklung ist dabei noch recht zurückhaltend, Windgeräusche kommen ein wenig von den Seitenfenstern vorne, der Motor bleibt dezent im Hintergrund. Lässt man die Tachonadel auf 160 und darüber klettern undforciert die Beschleunigungen, dann kann der Verbrauch auch schon mal auf deutlich über 10 Liter klettern.

Unser Testwagen war mit einer 6-Gang-Schaltung kombiniert, sie ist angenehm straff und exakt sowie auf ausreichend kurzen Wegen geführt, nur über die Leerlaufstellung haben wir einen kleinen Holperer festgestellt.

Nimmt man den Soul nicht allzu sehr ran, passt die Abstufung mit dem Motor gut zusammen, bei flotter Fahrt ist vermehrt Schaltarbeit angesagt, die oberen Gänge sind doch recht lang übersetzt.

Rückfahrkamera und ein Reifendruckkontrollsystem sind optional für die Top-Ausstattung Spirit verfügbar. Alle Modelle besitzen zur sicheren Befestigung von Kindersitzen auf den beiden äußeren Rücksitzen ISOFIX-Halterungen und Befestigungspunkte für Top-Tether-Gurte.

Im integrierten Rückhaltesystem SRS sind neben Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer auch Windowbags vorne und hinten sowie Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer an den höhenverstellbaren Sicherheitsgurten vorn enthalten. Ebenfalls serienmäßig sind bei allen Soul-Modellen aktive Kopfstützen für Fahrer und Beifahrer sowie höhenverstellbare Kopfstützen und Dreipunkt-Sicherheitsgurte an allen drei Rücksitzen.

Unser Testwagen war in der Ausstattung Spirit ausgeführt, also die Top-Ausstattung, und das kann man wörtlich nehmen. Es ist praktisch alles an Bord was man so braucht, auch so Dinge wie ein beheizbares Lederlenkrad. Wer das mal erlebt hat will diesen Komfort nie mehr missen. Aber auch elektrische Außenspiegel, Bordcomputer, Licht- und Regensensor, Parksensoren vorn und hinten, Nebelscheinwerfer, Klimaanlage, LED-Tagfahrlicht, Zentralverriegelung mit schlüssellosem Zugang und, und, und sind im Preis von 22.790,- Euro enthalten.

Als Extras gibt es da nicht mehr viel aufzuzählen: Das Paket P1 mit digitalem Radioempfang, Navi und Co sowie Soundsystem mit Subwoofer für 1.290,- Euro, das Paket P2 mit u.a. Teilledersitzen und elektrischer Lendenwirbelstütze für 990,- Euro sowie das Paket P3 für 1.890,- Euro mit Teilledersitzen, Sitzheizung auch hinten und dem großen Panoramadach.

Dann gibt es noch die Metallic-Lackierung für 530,-Euro und die Zweiton-Lackierung für 730,- Euro, Dekorfolien und eine Standheizung. Gratis gibt es wie bei allen KIA-Modellen die 7-Jahres-Garantie, alle 15.000 km bzw. alle 12 Monate muss der Wagen zum Service.

Stand: Dezember 2014; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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