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„Hex, Hex? Flex, Flex!“ Opel Zafira Tourer

Mit dem im Jahre 1999 eingeführten Zafira setzte Opel neue Maßstäbe was die Flexibilität betrifft, ein Ausbauen der Sitze war nicht mehr nötig um maximalen Raum zu schaffen. Das sogenannte Flex7-Konzept entwickelten die Rüsselsheimer kontinuierlich weiter und präsentieren jetzt in der neuesten Generation „Zafira Tourer“ das Flex7-Plus-Sitzsystem und bieten dem Kunden zudem das Lounge-Sitzsystem. Was sich dahinter verbirgt, entnehmen Sie unserem Bericht. Doch der neue Zafira Tourer bringt noch einiges mehr mit, als nur bestmögliche Variabilität. Sei es das dynamische Design, ein üppiges Raumgefühl oder aber die zahlreichen innovativen Technologien.

Um in Zukunft bestens aufgestellt zu sein, bietet Opel auch künftig die zweite Generation Zafira an, mit dem Zusatz „Family“ sowie einer aufgewerteten Ausstattung und serienmäßig sieben Sitzen. Damit schließen sie perfekt die Lücke zwischen Meriva und dem neuen spürbar angewachsenen Zafira Tourer, dessen Marktstart am 14. Januar 2012 sein wird.

Dass er ein vernünftig-langweiliges Familiengefährt sei, kann man dem Zafira Tourer nun wirklich nicht nachsagen, im Gegenteil, die neue Generation lässt den Zafira Family regelrecht alt aussehen. Mit einer Mischung von Designelementen aus Meriva, Insignia und Ampera ist dem neuen Tourer ein toller Auftritt garantiert.

Die großen Leuchten im Bumeranglook prägen stark die Front, dessen Schwung sich über die gesamte Seitenlinie zieht. Hier hebt sich insbesondere die markante Sicke hervor. Am Heck präsentieren sich die Lichteinheiten dagegen eher schlank und breit verlaufend, aber ebenso modern, gerade in Verbindung mit der optionalen LED-Technik.

Den sportlichen Typ spricht in jedem Fall das OPC-Line-Paket an, mit Frontspoiler,Heckschürzenlippe, speziellen Seitenschwellern und einem größeren Dachspoiler.
Doch nicht nur das äußere Erscheinungsbild hat sich verändert. Auch im Interieur setzen die Rüsselsheimer auf Neues und ebenso auf bewährte Details aus den erfolgreichen Schwestermodellen.

So ist die erstmals aus dem Astra GTC her bekannte Panorama-Windschutzscheibe auch hier verbaut, dessen luftige Aussicht um ein großes Dach ergänzt wird. Die Rundumsicht perfekt machen schmale Säulen, wobei sich gerade die zweigeteilte A-Säule als ideal erweist.
Ein Opel ohne die preisgekrönten Ergonomie-Sitze scheint undenkbar. Und so stehen diese auch im neuen Zafira Tourer optional zur Verfügung. Aber auch die serienmäßig verbauten Sitze sind großzügig dimensioniert und gut ausgeformt, entsprechen gutem Standard.

Mehr als nur die Regel sind all die vorhandenen Ablagemöglichkeiten bis hin zur innovativen FlexRail-Mittelkonsole. Diese, platziert zwischen den Vordersitzen auf zwei Führungsschienen, kann je nach Bedarf verschoben und fixiert werden. Dabei befindet sich am oberen Teil eine Armlehne inkl. Staufach und darunter eine Ablagemöglichkeit mit Becherhalter. Unter der Konsole finden wir zwei weitere Getränkehalter, Ablagen und die Anschlüsse für AUX, USB sowie eine 12-Volt-Steckdose.

Die enorm hohe und sehr anwenderfreundliche Flexibilität beginnt hier allerdings erst. Im Gegensatz zum „Family“ nicht ausschließlich als Siebensitzer ausgeliefert, ist der fünfsitzige Tourer erst in den höheren Ausstattungsniveaus serienmäßig mit sieben Sitzen bestückt und sonst für 700,- Euro um diese zwei zusätzlichen Plätze, dem sogenannten neuen Flex7Plus-Sitzsystem erweiterbar.

Während sich die dritte Sitzreihe wie bisher im Kofferraumboden versenken lässt, wartet die zweite Sitzreihe mit zahlreichenNeuerungen auf. So nehmen wir hier nicht wie gewohnt auf einer Sitzbank sondern auf drei Einzelsitzen Platz.

Diese wiederum lassen sich einzeln um bis zu 210 Millimeter in Längsrichtung verschieben, sowie in der Lehnenneigung in vier Winkeln justieren oder aber unabhängig voneinander umlegen. Mittels roter Schlaufe lassen sich die Sitze flach auf den Boden klappen und per schwarzem Griff wieder hochklappen, ein entfernen der Kopfstützen ist dabei nicht von Nöten.

Kommen wir nun zum absoluten Highlight, dem „Lounge-Sitzsystem“. Dank eines simplen Klapp- und Drehmechanismus lässt sich die Rückenlehne des mittleren Sitzes in eine komfortable Armlehne umwandeln. Nun noch die beiden äußeren Plätze um bis zu 28 Zentimeter nach hinten und um 5 Zentimeter in Richtung Fahrzeugmitte geschoben und es heißt „Willkommen in der Wohlfühl-Lounge“. Die Bein- und Schulterfreiheit ist nun selbst für Insassen jenseits der 1,90 Meter unglaublich großzügig.

Auf Wunsch kann der Kunde außerdem eine Beifahrersitz-Variante ordern, die sich zum Transport für sperrige, lange Gegenstände zusätzlich nach vorne klappen lässt. So gestaltet sich der Stauraum je nach Sitzkonfiguration von 152 Liter bei sieben genutzten Sitzen über 710 Liter beim Fünfsitzer bis hin zu einem maximalen Ladevolumen von 1.860 Liter. Womit der Zafira Tourer gegenüber dem Family ein Plus von 40 bis 65 Liter Stauvolumen schafft. Wie viel Fassungsvermögen es auch ist, dank weit öffnender, großer Heckklappe sowie einer niedrigen Ladekante gestaltet sich das Be- und Entladen mühelos.

Das FlexOrganizer-Paket ist in jedem Fall eine Erwähnung wert und zeigt sich mittels Schienen und Adaptern, Verzurösen, einem großen und kleinen Gepäcknetz als idealer Befestigungsmechanismus.

Käufer, die gerne auch mit dem Rad auf Tour gehen,interessiert mit Sicherheit der optimierte FlexFix-Fahrradträger. Dieser verschwindet wie gewohnt bei Nichtgebrauch unsichtbar im hinteren Stossfänger und ist mit nur einem Handzug hervorzuholen. Die neueste Generation erlaubt nun aber die Belastung mit 100 Kilogramm und mit einem Adapter verbunden eine Anbringung von zwei zusätzlichen Bikes – somit also insgesamt vier Fahrrädern, die jetzt zudem auch abgeschlossen werden können.

Doch damit nicht genug an Neuerungen. Der gesamte, vollbeladene Fahrradträger lässt sich jetzt auch nach vorn kippen und ermöglicht einen problemlosen Zugang zum Kofferraum. Hier haben die Schöpfer wahrlich bis zu Ende gedacht.

„Flex“ ist Programm, so auch beim Fahrwerk. Für 980,- Euro rüsten Sie Ihren Zafira Tourer um das adaptive Fahrwerk „FlexRide“ auf. Bei einer ersten Ausfahrt konnten wir uns ein Bild davon machen. Während sich die elektronisch geregelten Dämpfer an die jeweilige Fahrbahnbeschaffenheit sowie den Fahrstil automatisch anpassen, ist es dem Fahrer auch möglich, auf drei Fahrmodi zuzugreifen. Von ausgeglichen Normal über den komfortbetonten Tourmodus bis hin zu Sport.

Während die Vorderachskonstruktion auf dem Insignia basiert, adaptierten die Entwickler die Hinterachse mit Wattgestänge aus dem Astra. Stets stabil, lies sich der Wagen trotz seiner Größe und dem höheren Fahrzeugschwerpunkt mühelos und zielgenau durch die Kurven zirkeln. Stets agil, gerade im Sportmodus, bewies der Tourer aber vor allen Dingen auf schlecht ausgebauten Straßen oder längeren Autobahnpassagen, dass er seinem Namenszusatz alle Ehre macht.

Als sehr harmonisch darauf abgestimmt erwies sich die neu entwickelte elektrische Lenkung REPS mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung, die zudem hilft den Spritverbrauch sowie den CO2-Ausstoss zu senken. Alseine weitere Hilfe erweist sich der Parkassistent, der nicht nur eine geeignete Lücke erkennt, sondern zudem dem Fahrer gezielte Lenkanweisungen gibt.

Das Motorenportfolio mit drei Benzinmotoren und drei 2.0 CDTI Common-Rail-Turbodiesel von 81 kW bis 121 kW wird kurz nach der Markteinführung um eine effiziente ecoFLEX-Version, die sich mit 4,5 Liter im Schnitt und lediglich 119 g/km CO2-Ausstoß begnügen soll, ergänzt. Zusätzliche Aggregate sowie eine Erdgas- bzw. Autogas-Variante werden im Laufe des Jahres folgen. Hier und heute, haben wir ausschließlich den Topdiesel mit 165 PS erfahren können.

Eine Kombination, die sich während unserer Testfahrt durch die Stadt, über kurvige Landstraßen und Autobahnpassagen als optimal erwies. Mit Fahrwerten von 9,8 Sekunden aus dem Stand heraus auf Tempo 100 und einer Topspeed von 208 km/h kann der Tourer überzeugen. Stets durchzugstark, dank einem maximalen Drehmoment von 350 Nm, das mittels automatischer Overboost-Funktion kurzzeitig sogar auf 380 Nm ansteigen kann, zieht das 1,7 Tonnen schwere Gefährt auch aus unteren Drehzahlen spritzig los. Akustisch bleibt der Motor dabei sehr im Hintergrund.

Mit einem neuen Turbolader mit variabler Turbinengeometrie und einem neuen Mehrfach-Einspritzsystem sowie weiteren Maßnahmen gelang es den Ingenieuren den Verbrauch spürbar zu senken. Kommt nun noch das in Verbindung mit dem manuellem Schaltgetriebe verfügbare Stopp-Start-System hinzu, trägt der Zafira Tourer nicht nur die Bezeichnung ecoFlex, sondern erreicht einen Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern sowie einen CO2-Ausstoß von 137 g/km.

Auf die gut funktionierende Start-Stop-Automatik müssen Sie allerdings verzichten, wenn Sie anstatt des Schaltgetriebes auf die aufpreispflichtige Sechsstufen-Automatik mit Active Select-Funktion zugreifen. Noch einWort zum manuellen Getriebe, dessen sechs Gänge sich präzise schalten lassen, wenn auch deren Wege ein wenig kürzer sein dürften, aber nach Aussagen der Techniker bewusst so lang gehalten wurden um die Effizienz zu steigern.
So viel steht fest: Das Grundgerüst des Zafira Tourer in Sachen Sicherheit steht. Um die Festung bestmöglich aufzurüsten, bietet der Konzern dem Kunden zahlreiche Assistenzsysteme an, wenn auch als Sonderausstattung.

Sei es der Spurhalteassistent, ein Toter-Winkel-Warner, eine verbesserte Verkehrszeichenerkennung, der radargestützte Abstandstempomat sowie ein Abstands- und Kollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung oder das Sicherheitslichtsystem AFL+ nun mit Leuchtweitenregulierung.

Mit einem vernünftig ausgestatten Basismodell ab 22.950,- Euro bietet Opel einen durchaus attraktiven Einstieg. Auf den ersten Blick zumindest, denn gehen wir die Preisliste im Detail durch, fällt auf, dass der Basismotor auf Seiten der Ottomotoren ausschließlich in dieser Ausstattung Selection erhältlich ist.

Zudem sind die von uns beschriebenen Komfortfeatures für diese Basislinie erst gar nicht zu haben, meist nur in der höchsten Ausstattungslinie Innovation Serie oder aber in der Liste der Extras aufzufinden.

Und da gerade solche Highlights wie der FlexFix-Fahrradträger (790,- Euro), das Lounge-Sitzsystem (295,- Euro), die Ergonomiesitze (685,- Euro), die Panorama-Windschutzscheibe inklusive -Dach (1.300,- Euro), das Flex7Plus-Sitzsystem (700,- Euro), der FlexOrganizer (125,- Euro) oder die FlexRail-Mittelkonsole (190,- Euro) gerade die Features sind, die den Zafira Tourer zudem machen, was er sein soll. Darauf verzichten möchte man dann natürlich nicht.

So ist der Preis im Nu nach oben zu korrigieren. Knapp 40.000,- Euro müssten Sie im Falle des von uns gefahrenenTestwagens schon hinlegen, wobei dieses Fahrzeug wirklich über zahlreiche – wenn auch noch längst nicht alle – Annehmlichkeiten verfügte und in Verbindung mit dem stärksten Diesel ab 31.000,- Euro zu haben ist.

Stand: Oktober 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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