// Fahrbericht / Daihatsu Terios TOP S 4WD

Daihatsu

Daihatsu Terios TOP S 4WD

Er zählt zu den kleinsten seiner Art, ist sicher mehr City-Roader denn wilder Geländegänger, obwohl er, vor allem mit dem Allrad-Antrieb, deutlich mehr kann als ihm die meisten zutrauen – oder sich selbst. Ein paar kleine Retuschen an der Optik wie an den Instrumenten sowie dem Lenkrad untermalen die nicht sichtbaren Veränderungen im konstruktiven Bereich, die aber eine enorme Kraftstoffeinsparung von teils über einem halben Liter zufolge haben und damit auch die CO2-Emissionen deutlich reduzieren. Geblieben ist das angenehme Fahrwerk, die gute Alltagstauglichkeit, die guten Platzverhältnisse und die üppige Ausstattung, die zumindest beim Topmodell TOP S 4WD zum Preis von 22.990,- Euro kaum noch Wünsche offen lässt.

Alles nur eine Frage der Ausstattung? Zumindest steht dem aktuellen Modell die Dachreling gut, und wenn es dann doch mal ins Gelände soll, können die breiten Kunststoffaufsätze über den Radläufen (Serie beim TOP S) das glänzende Blech echt schützen. Und auch in der Stadt kommen damit die Radhäuser noch breiter raus, was durch den Seitenschweller noch verstärkt wird.

Im Zuge der dezenten Modellpflege wurde der Terios um vier Zentimeter länger und vor allem der Kühlergrill modifiziert und mit einer breiten Chromleiste verziert. Bulliger und kerniger kommt die neue Frontschürze rüber, die einen größeren Lufteinlass aufnimmt und auch neue Nebelscheinwerferaufnahmen bereithält.

Ob es nun diese Veränderungen unbedingt gebraucht hat sei mal dahingestellt, an der Seite bleib er auf jeden Fall mal unverändert – sieht man malvon den neuen Alufelgen ab – und auch am Heck fallen die Modifikationen eher marginal aus. So wurde die Heckschürze markanter gezeichnet, macht den Eindruck als solle sie den Terios zum derben Offroader machen, aus diesem Grund wurde wohl auch die Reserverad-Abdeckung neu strukturiert.

Den umgekehrten Weg beschreiten die geänderten Rückleuchten, die jetzt mehr Schick und modischen Pfiff ans Heck des Terios bringen. Die für deutsche Verhältnisses an der falschen Seite angeschlagene Hecktür hat man leider nicht geändert, an der unübersichtlichen Einheit der C- und D-Säule leider auch nichts.

Kommen wir in den Innenraum, und auch hier halten sich die Veränderungen in Grenzen. Als erstes fällt das neue Lederlenkrad auf, das aber leider noch immer nur in der Höhe verstellbar ist. Vor allem die breitern Speichen mit ihren silbergrauen Applikationen können gefallen, die Radiofernbedienungstasten sind sogar beleuchtet, allerdings in einem dunkleren Orange als der Rest der Schalter.

Davon hatte unsere aktueller Testwagen einige wenige mehr als früher, und u.a. einen, wenn auch recht rustikalen, für die Sitzheizung in den beiden Vordersitzen. Aber immerhin, nicht jedes Fahrzeug dieser Preisklasse hat so was und sie arbeitet noch dazu gar nicht mal schlecht.

Was man von der Heckscheibenheizung nicht behaupten kann, sie geht ausgesprochen langsam ans Werk und schafft auf Strecken von weniger als 20 km bei ordentlicher Vereisung keine freie Scheibe.

Komplett neu wurden die drei ineinander verschachtelten Rundinstrumente jetzt unter einer gemeinsamen Haube und Glasabdeckung neu gestaltet und mit einem silbernen Randverziert. Geblieben sind die schön gestalteten Türverkleidungen, vor allem die auffälligen Griffleisten. Und unverändert ziert eine große Aluapplikation die Mittelkonsole, die selbstverständlich aus Kunststoff ist, wie am gesamten Armaturenbrett Plastik vorherrscht, aber es ist ordentlich verarbeitet und sieht durchaus wertig aus.

Vom Vorgänger übernommen wurden auch die Sitze, und dementsprechend sind sie im neuen Zustand recht straff gepolstert, mit zunehmender Betriebsdauer lassen sie aber stark nach. Und das hat direkten Einfluss auf den Seitenhalt, die eher neuen Sitze unseres Testwagen waren noch straff gepolstert und dadurch der Seitenhalt nur begrenzt tauglich. Wer einen kranken Rücken hat wünscht sich hier eine deutlich stärkere Abstützung.

Am ordentlichen Platzangebot und dem guten Ein- und Ausstieg, an den echten Türgriffen und dem sanften Zug, mit dem sich die Türen öffnen lassen hat sich nichts geändert. Dank vier weit öffnender Türen und dem nicht zu hohen Hüftpunkt gelingen der Ein- und Ausstieg sehr bequem.

Auch das Umlegen der Rücksitze geht nach wie vor leicht von der Hand, erst die Sitzfläche vor, dann den kompletten Sitz hochklappen und schon wachsen die 380 Liter Kofferraum mächtig an, der Ladeboden bleibt weitgehend eben und die Ladekante in einer für die Bauart ausreichend niedrigen Höhe, schade nur, dass die Stoßstange so ungeschützt ist und die Hecktür zur falschen Seite hin öffnet.

Am angenehm straff abgestimmten Fahrwerk hat Daihatsu nicht gerührt, wozu auch, war der Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort doch schon bisher in Ordnung. Und so bietet der Terios auf Stadt-und Landstraßen guten Komfort und liegt zugleich auf der Autobahn sicher und ruhig. Wobei sich das ruhig nur auf die Straßenlage beschränkt, der Motor wirkt hier schnell gequält und vor allem laut.

Mit der ebenfalls angenehm straffen und ausreichend direkten Lenkung lässt sich der Stadtroader gut dirigieren, der kleine Wendekreis von nur 10 Metern (gilt nur für den TOP S, alles anderen Modelle kommen sogar mit 9,80 Metern rund) tut ein Übriges dazu. Und wen es mal zu flott in die Kurven treibt, der wird vom elektronischen Stabilitätsprogramm behutsam eingefangen. Wobei der Terios mit dem permanenten Allradantrieb mit Zentraldifferenzial in jeder Lage mit guter Traktion und optimalem Vortrieb glänzt. Entsprechend ist auch im Slalomtest das Fahrverhalten nahezu neutral, die geringe Seitenneigung der Karosserie lässt einen schnell mal flotter durch enge Kurven eilen, doch ein nerviger Warnton bremst zu ungestüme Fahrer ebenso ein wie die zunehmend strenger werdende Lenkung.

Seine Stabilitätskontrolle VSC ist mit einer Antriebsschlupfregelung TRC gekoppelt, die zudem die Funktion der Hinterachsdifferenzialsperre übernimmt und dem Terios eine gute Geländegängigkeit beschert. Der kurze Radstand sorgt zudem dafür, dass man gut über steile Kuppen kommt und mit vorne 34° und hinten 38° Böschungswinkel geht schon einiges, die Bodenfreiheit von nur 190 mm ist da schon eher hinderlich, zudem haben sich Bodenfreiheit und Böschungswinkel vorne im Vergleich zum Vorgänger reduziert. Mit den normalen Straßenreifen ist aber kein echt verschlammtes Gelände zu empfehlen, da hilft dann auch die zuschaltbare Differentialsperrenicht viel.

Noch immer hat der Terios an der Vorderachse große, innenbelüftete Scheibenbremsen und an der Hinterachse Trommelbremsen. Angesteuert wird das Ganze über ABS mit Bremskraftverstärker, elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent. Sie lassen sich fein dosieren und sprechen schnell an, eine Vollbremsung aus Tempo 100 absolviert der Kleine mit lautem ABS-Rubbeln und stark eintauchender Front nach 38 Metern, Fading ist ein Fremdwort für den Terios.

Daihatsu siedelt seinen Terios – obwohl ein SUV – in der Stadt an, und auch was die Motorleistung angeht, können wir dem eigentlich nur zustimmen. Denn der 1,5 Liter Vierzylinder Benzinmotor leistet 77 kW/105 PS bei 6.000 U/min und stellt dazu ein maximales Drehmoment von 140 Nm bei 4.000 Touren zur Verfügung. Damit ist der Terios vor allem unten rum richtig quirlig, um oben rum flott zu sein braucht er Drehzahl, und dann wird er schnell laut.

Vor allem haben wir einen sechsten Gang vermisst, so dreht der Vierzylinder schon bei Tempo 100 über 3.000 Touren und auf der Autobahn wirkt er bereits bei Tempo 130 gequält und vor allem laut. Aber es gibt nur eine Fünfgang-Handschaltung, die zwar ganz okay arbeitet und auf ausreichend kurzen Wegen auch ganz exakt zu Werke geht, aber es fehlt der sechste Gang.

So vergehen 12,4 Sekunden, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen und es dauert ein wenig, bis die Topspseed von 160 km/h erreicht ist. Wer den Terios häufig an diese Grenze bringt, muss mit einem ziemlichen Spritverbrauch rechnen, der noch deutlich über den 9,5 Litern in der Stadt liegt, Außerorts lässt sich der Wagen auch mit 6,6 Liternbewegen, im Mix haben wir 7,5 Liter ermittelt, der CO2-Ausstoß des Euro 4-Motors liegt dann bei 179 g/km. Um diese Kraftstoffeinsparung – immerhin über einen halben Liter – zu realisieren wurden weitreichende technische Verbesserungen und aerodynamische Verfeinerungen an der Karosserie durchgeführt, außerdem mechanische Reibwerte reduziert und eine elektrische Servolenkung eingebaut.

Die Sicherheitsausstattung entspricht dem Stand der Dinge, Fahrer- und Beifahrerairbag, Seitenairbags vorne und Kopfairbags vorne und hinten sind ebenso an Bord wie höhenverstellbare Kopfstützen auf allen Plätzen sowie Dreipunkt-Automatikgurte, vorne höhenverstellbar und mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzer bestückt. Hinzu kommen noch ISOFIX-Kindersitzbefestigungen an den Außensitzen hinten.

Recht klein macht sich der Daihatsu Terios auch im Preis, der 1,5 Liter Vierzylinder mit 105 PS kostet in der von uns gefahrenen Top-Ausstattung TOP S 4WD 22.990,- Euro und dann ist eine ausgesprochen üppige Grundausstattung mit dabei, die eigentlich nur noch Platz für eine Sonderlackierung für 410,- Euro in der Preisliste lässt.

So sind neben den Kotflügelverbreiterungen und Seitenschwellern auch eine Klimaautomatik, Sitzheizung vorne, ein abschließbares und beleuchtetes Handschuhfach, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, el. Fensterheber vorn und hinten, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, RDS-Radio mit CD-Player und Lenkradfernbedienung im Lederlenkrad, Colorverglasung, Intervall-Heckwischer, Chromgrill, Nebel- und Projektionsscheinwerfer, ABS, VSC und TRC sowie Alufelgen mit 235er Breitreifen bereits serienmäßig anBord.

Wer will, kann statt der Fünfgang-Schaltung auch eine Vierstufenautomatik ordern, immer ist eine Dreijahres-Fahrzeuggarantie, eine dreijährige Lackgarantie und acht Jahre gegen Durchrostung mit dabei.

Stand: April 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “Daihatsu Terios TOP S 4WD”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner