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Alfa Romeo

Alfa Romeo Stelvio

An die gigantischen Verkäufe von VW, Audi und BMW wird der Stelvio wohl nicht heranreichen, doch das erste SUV in der hundertjährigen Firmengeschichte ist ein reinrassiger Alfa Romeo und hat definitiv das Zeug dazu, selbst traditionelle Alfisti zum Kauf eines SUV bewegen zu können. Jetzt gilt es Stückzahlen zu machen und warum das Alfa Romeo mit dem Stelvio gelingen sollte, erfahren Sie in unserem Fahrbericht.

Das fängt für uns ja schon beim Design an. Natürlich gibt es nichts was weiter auseinander geht als Geschmäcker und so muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er den Stelvio findet. Doch kann man dem Alfa Romeo Stelvio wirklich Emotionen absprechen?!

Haben es die Designer tatsächlich geschafft, die Formensprache der Alfa Romeo Giulia auch auf ein SUV zu übertragen.

Klar gezeichnet und ohne verspielte Schnörkel kommt der Stelvio auch im Innenraum auf das Design der Giulia zurück. Und so ist das Cockpit nicht nur mit feinen Materialien geschmackvoll ausgekleidet, der Stelvio lädt auch mit seinen großartig ausgeformten Sitzen zum Verweilen ein, solch ein sportliches Gestühl findet man in einem SUV leider nicht immer.

Serienmäßig ist das Infotainmentsystem Alfa™ Connect mit 6,5-Zoll-Farbbildschirm an Bord,gegen Aufpreis können Sie sich aber auch das Infotainmentsystem Alfa™ Connect 3D Nav mit 8,8-Zoll-Display ins Fahrzeug holen.

Wie schon in der Basis können Sie auch hier Ihr Smartphone oder andere Geräte mit Apple iOS- oder Android-basierten Betriebssystemen perfekt in den Stelvio einbinden oder digitales Radio (DAB) empfangen, darüber hinaus ist hier aber auch ein Navigationssystem enthalten und dank Alfa™ Connect haben Sie auch eine Benutzerschnittstelle (Human Machine Interface, HMI) an Bord. Die Systeme werden stets mit dem in der Mittelkonsole integrierten Multifunktionsdrehschalter gesteuert.

Der Alfa Romeo Stelvio hält aber auch großzügige Platzverhältnisse für bis zu fünf großgewachsene Personen bereit, und kann zugleich bis zu 525 Liter Gepäck mit auf die Reise nehmen. Dank der stets serienmäßig verbauten elektrischen Heckklappe gelangen Sie auch zum Kofferraum ohne Hürden und dank niedriger Ladekante auch ganz bequem. Die Heckklappe können Sie nebenbei bemerkt in acht Stufen arretieren.

Warum das Alfa SUV letztlich nach einer Passstraße benannt wurde, wird klar, wenn man den Stelvio durch die Serpentinen jagt. Denn gerade diese Fahrdynamik die der neueste Alfa Spross im aktivierten Dynamic-Modus an den Tag legt, sorgt für Staunen. Schließlich sitzen wir hier in einem SUV!

Es ist dieses D.N.A.-Fahrwerk, dass einen Alfa so besonders macht. Den Dynamic-Modushaben die Verantwortlichen konzipiert, mit dem Anspruch größtmöglichen Fahrspaß zu bieten und eins ist sicher, besser hätte den Italienern ihr Vorhaben nicht gelingen können.

Außerdem stehen Ihnen die Stufen „Natural“ und „Advanced Efficiency“ zur Wahl. Dieser neue Modus (früher handelte es sich bei Alfa hier um einen AllWeather-Modus) setzt seinen Fokus auf bestmögliche Effizienz, der Modus „Dynamic“ dagegen stimmt alle Systeme auf höchste Performance ab. Sei es die ohnehin exakte Lenkung oder auch die Bremsen, beide sprechen noch direkter an und die elektronischen Assistenzsysteme überlassen mir noch mehr Kontrolle.

Aber ob wir den Stelvio nun durch die engen Kehren der Passstraße jagen oder ob wir uns oben auf 2.175 Meter Höhe in den Schnee wagen, auf den Allradantrieb Alfa™ Q4 kann man sich verlassen.

Dieser verteilt die Kraft je nach Situation stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse, während Mitbewerber unter normalen Fahrbedingungen auf Vorderradantrieb setzen, arbeitet das System bei Alfa Romeo wie ein herkömmlicher Hinterradantrieb. Richtig gelesen. Eine Entscheidung, die zu Alfa passt und sportlich Ambitionierten wie uns sehr zusagt. Gerade in Kombination mit dem elektronischen Hinterachsdifferenzial, Torque Vectoring und der großartigen 50:50-Gewichtsverteilung.

Und auch die Bremsen geben sich bei all dieser Performance keine Blöße und verfügenerstmals über ein integriertes Bremssystem. Dieses vernetzt die Wirkungsweise der elektronischen Assistenzsysteme wie beispielsweise der Fahrstabilitätskontrolle mit der mechanischen Bremskraftunterstützung. Womit die Bremsen noch schneller ansprechen und ohne ABS-Pulsieren fest zupacken, 37,5 Meter gibt Alfa Romeo für den Bremsweg von 100 auf 0 an.

Starten konnten wir bei unserer ersten Ausfahrt mit dem Turbobenziner mit zwei Liter Hubraum und 206 kW (280 PS) und dem 2,2-Liter-Turbodiesel der auf 154 kW (210 PS) kommt. Diese Auswahl bauen die Italiener aktuell um eine 200 PS-Variante des Benziners sowie eine 180 PS Leistungsstufe des Turbodiesels weiter aus.

Für welche Motorisierung Sie sich letztlich auch entscheiden, das Achtstufen-Automatikgetriebe sorgt stets für höchsten Schaltgenuss, ob Sie nun komfortabel oder sportlich unterwegs sind, die von Alfa gewählte Getriebelösung ist in jedem Bereich hervorragend abgestimmt. Zwar laden die sehr hochwertigen (wenn auch einen Tick zu groß geratenen, aber dafür am Lenkstockhebel fest montierten) Schaltpaddles ein, die Schaltarbeit selbst zu übernehmen, aber notwendig ist das einfach nicht.

Stellen sich die beiden von uns gefahrenen Aggregate dem Vergleich, würde unsere Wahl wohl auch auf den Diesel entfallen, wird der Verkaufsanteil voraussichtlich und SUV-typisch hier bei 60 bis 70 Prozent liegen.

Zwar muss der Selbstzünder mitstolzen 70 PS weniger auskommen, wirkt aber dank seines Drehmoments von 470 Nm bereits von unten heraus kraftvoller. Wenn auch der Ottomotor den Diesel beim Sprint von null auf 100 km/h hinter sich lassen soll, benötigt der 2,2-Liter-Turbodiesel 6,6 Sekunden und ist somit 0,9 Sekunden langsamer, ist der reale Fahreindruck ein anderer.

Der Diesel spricht gefühlt spontaner an und dreht williger hoch. Nicht, dass der Benziner hier wirklich enttäuscht (gerade im Dynamic-Modus nicht), doch er dreht nur bis knapp 6.000 Touren hoch und lässt auch akustisch nicht zwingend auf einen Benziner schließen. Wir hätten uns bei einem Fahrzeug dieser Größenordnung und nicht zu Letzt bei einem Alfa Romeo einfach einen satteren und animierenderen Motorensound gewünscht.

Bei der Topspeed muss sich der Diesel übrigens mit 215 km/h gegenüber den vom Benziner möglichen 230 km/h ebenfalls geschlagen gegeben. Beim Verbrauch hat er aber natürlich wieder die Nase vorn, hier die Werte des Herstellers:

2,0-Liter-Turbobenziner mit 280 PS: Innerorts 8,9 l/100 km; Außerorts 5,9 l/100 km; Kombiniert 7,0 l/100 km; CO2-Emissionen 161 g/km; Euro6

2,2-Liter-Turbodiesel mit 210 PS: Innerorts 5,5 l/100 km; Außerorts 4,4 l/100 km; Kombiniert 4,8 l/100 km; CO2-Emissionen 127 g/km; Euro6

Allein bei aktiviertem D-Modus sollte man aber schon mal mit mindestens zwei Litern mehr rechnen.

Es gibt Marken, die ihreFahrzeuge mit einer regelrechten Armada an Assistenzsystemen bestücken. Und wenn Alfa Romeo auch nicht dazu gehört, kann der Stelvio bereits in der Basisvariante das Integrierte Bremssystem (IBS), den Spurhalteassistenten (LDW) sowie das Kollisionswarnsystem (FCW) mit automatischer Notbremsfunktion (AEB) und Fußgängererkennung vorweisen.

Während die Serienausstattung außerdem um eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage ergänzt wird, hat der italienische Hersteller zumindest einen Totwinkel-Assistent inklusive hintere Querbewegungserkennung optional im Angebot.

Schlussendlich bleibt aber natürlich die Frage nach dem Preis. Für Schnäppchen-Jäger ist der Stelvio zwar nichts, aber Premium hat nun mal seinen Preis und im Falle des Alfa Romeo Stelvio sind es künftig mindestens 42.200 Euro. Erweitert Alfa Romeo das derzeitige Angebot ab kommender Woche um die neuen Einstiegsmodelle Stelvio 2.0 Turbo mit 200 PS und Allrad und die zusätzliche Diesel-Leistungsstufe „180 PS“. Letzterer ist in der Version Super nicht nur als Allrad, sondern auch rein heckangetrieben erhältlich.

Der von uns bereits gefahrene 2,2-Liter-Diesel mit 210 PS und Allradantrieb startet in dieser Variante bei 47.500 Euro. Der 280-PS-Turbo rangiert mit mindestens 49.000 Euro darüber und ist aktuell nur durch die vorab angebotene Sonderserie Alfa Romeo Stelvio First Edition zu toppen. Wenn diese auch mit 56.000Euro zuschlägt und ausschließlich an den starken Benziner gebunden ist, hat sie Ihnen neben reichlich Ausstattung auch einen Preisvorteil von fünftausend Euro zu bieten.

Stand: April 2017; Test: Redaktionsbüro Lind Fotos: Stephen Reuß/Redaktionsbüro Lind

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