// Fahrbericht / VW Passat Variant BlueMotion

Volkswagen

VW Passat Variant BlueMotion

Mit seinen 77 kW / 105 PS wird er natürlich nicht zum Sportwagen, auch wenn das Fahrwerk, die exakte Lenkung, die knackige Schaltung und die gut ausgeformten Sitze das mitmachen würden. Aber er will Sprit sparen und mit 5,2 Litern Diesel im Mix tut er das auch. Dazu wurde die Getriebeübersetzung verlängert, der Luftwiderstand optimiert und die Motorsteuerung überarbeitet. Zudem wird dem Fahrer der optimale Gang angezeigt. Rollwiderstandsreduzierte Reifen helfen weiter Diesel zu sparen. Der Rest ist ganz Passat so wie er an praktisch an jeder Ecke steht. Mit 27.675,- Euro kostet er so viel wie ein 77 kW TDI Comfortline, aber der hat nicht mal einen Partikelfilter.

Etwas über die Optik des VW Passat Variant sagen zu wollen ist etwa so wie Bier mit nach München zu nehmen. Jeder kennt ihn mittlerweile, er trägt das typische VW-Gesicht mit der markanten Chromblende am Kühlergrill. Hier an der BlueMotion-Front fanden auch dezente Retuschen statt, die aber weniger der Optik denn der Reduzierung des Luftwiderstands dienten und zusammen mit dem geänderten Unterboden einen cW-von 0,275 ergaben.

Eine weitere Veränderung ist in der Tieferlegung der Karosserie zu finden, die aber selbst das geschulte Auge nur im direkten Vergleich erkennt. So wurde der Blue-Motion vorne um 15 und hinten um acht Millimeter tiefer gelegt.

Auffällig aber auch wieder typisch die Gestaltung der Scheinwerfer und Rückleuchten, dazwischen schlichte Eleganz, in Blech gestanzte Zweckmäßigkeit, garniert mit Silber glänzenden Zierleistenim unteren Teil der Türen, rund um die Seitenfenster und an der Heckklappe, auch unsere Dachreling schmückte sich in silbernem Gewand.

Damit wird der Wolfsburger zwar nicht zum Lifestyle-Kombi, verpackt seinen unbestrittenen Alltagsnutzen aber ganz gefällig, auffallen kann er schon allein damit, dass er einem fast an jeder Ecke über den Weg läuft.

Die tadellose Verarbeitung außen setzt sich innen nahtlos fort, optisch gibt er sich zurückhaltend gediegen, dabei zeigen die bei unserem Testwagen leider nur an der Mittelkonsole und der Instrumententafel verarbeiteten silbergrauen Applikationen was möglich wäre.

Nichts mehr tun muss man an der Handhabung der Bedienelemente, bis hin zum Navi funktioniert alles einfach und selbsterklärend, die klar gezeichneten Rundinstrumente sind gut ablesbar, bei Dunkelheit ist alles Wichtige gut beleuchtet – Instrumente blau, Schalter rot.

Noch einen drauf legen die Sitze. Ausreichend groß dimensioniert und straff gepolstert bieten sie mit ihrer sehr guten Ausformung optimalen Seitenhalt, die manuelle Verstellung ist auch okay, ein Teil ließ sich für den Fahrersitz sogar elektrisch verstellen. Einziges Manko ist die fehlende Neigungsverstellung der Kopfstützen.

Und auch hinten sitzt man sehr bequem und hat wie vorne gute Platzverhältnisse zur Verfügung, einzig der Mittelsitz ist hart und eher beengt. Rein und raus kommt man vorne wie hinten ganz bequem und auch wenn es um den Gepäckraum geht, kann der Passat Variant die in ihn gesetzten Erwartungen voll erfüllen, einziger Minuspunkt ist die gegen Ladekratzer ungeschützteStoßstange.

Aber schon die Ladekante ist gut geschützt, die Heckklappe schwingt weit auf und beherbergt das Warndreieck – auch voll beladen immer gut erreichbar. Weiter geht es durch die große Ladeöffnung in einen großen Laderaum, der schon in der Grundstellung 603 Liter Gepäck aufnimmt. Unter dem soliden Boden ist nicht nur das Werkzeug sauber verstaut, statt eines Reserverades stellt der Passat hier einen weiteren großen Stauraum zur Verfügung.

Um die volle Ladekapazität nutzen zu können, müssen bei der geteilten Rücksitzbank erst die Sitzflächen hoch- und dann die Lehnen vorgeklappt werden. Dazwischen sind die Kopfstützen zu entfernen, Aufnahmepunkte für deren Zwischenlagerung sind vorhanden. Zurück bleibt ein stabiler, ebener Ladeboden und bis zu maximal 1.731 Liter Stauraum.

Auch in diesem Kapitel zeigt sich der Passat als typischer VW. Was das heißt? Ein ausgewogenes Fahrwerk bietet einen sehr guten Komfort, der durch den bei Betriebstemperatur sehr kultiviert laufenden Motor noch verstärkt wird. Auch Wind- und Abrollgeräusche bleiben dezent im Hintergrund.

So kommt man dann auch auf schlechten Straßen sehr kommod voran, kann aber jederzeit übergangslos in eine bei Bedarf auch sehr sportliche Fahrweise wechseln. Mit wenig Karosserieneigung schmeißt sich der Kombi auch in schnellste Kurven und in unserem Slalomtest zeigte er Sportwagen-Qualitäten, geht ausgesprochen willig und nur wenig untersteuernd um die Pylonen. Das serienmäßige ESP sorgt lautstark dafür, dass man dem Grenzbereich nicht zu nahe kommt.

Sportliche Naturen können mitausgeschaltetem ESP aber ebenso problemlos ihre eigenen Grenzen erkunden, das Fahrzeug zeigt sich ausgesprochen gutmütig. Ein weiterer Pluspunkt ist die angenehm straffe und direkte Lenkung, mit der sich der Passat Variant prima dirigieren lässt.

Das gilt auch für eventuelle Notbremsungen. Fast ist nur ein leichtes Reifenquietschen zu vernehmen, der Rest läuft trotz guten Verzögerungswerten (38 Meter aus Tempo 100) sehr komfortabel ab. Dank Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten, ABS, Elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent ist es fast müßig zu erwähnen, dass der VW auch bei wechselnden Straßenverhältnissen sauber in der Spur bleibt, auch nach der zehnten Vollbremsung noch eine konstante Bremsleistung bietet, die sich im Alltag fein dosierbar und schnell ansprechend gibt.

Schon in der Vergangenheit zeigten sich vor allem die TDI-Motoren aus dem Hause VW als sparsam, in unserem Testwagen werkelte aber nicht irgendein Diesel, sondern hier hat mit dem neuen BlueMotion bereits etwas Zukunft begonnen.

Es handelt sich um einen 1,9 Liter TDI mit 77 kW / 105, der zwar am Start noch etwas rau klingt, mit zunehmender Betriebstemperatur aber sehr kultiviert arbeitet. Besonders aus dem Stand geht er aber auch etwas verhalten zur Sache.

Dafür kann er mit den Durchzugswerten dann aber wieder ganz zufrieden stellen, was wiederum ein Verdienst der 250 Nm maximalen Drehmoments bei 1.900 Touren ist, die dem BlueMotion ganz ordentlich Beine machen. Dabei ist der Motor „nur“ mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe bestückt, doch anders als sonst haben wir im Testden sechsten Gang nicht vermisst.

Die Übersetzung harmoniert gut mit dem Vierzylinder TDI PDE, auch wenn die Gänge drei bis fünf im Vergleich zum Grundmodell länger übersetzt wurden und sich vor allem der fünfte Gang als sehr lang übersetzt zeigt, ein Zwischensprint von 80 auf 120 im höchsten Gang erfordert Geduld und schlappe 16,1 Sekunden. Aber die Schaltung ist so exakt und auf kurzen Wegen geführt, dass man dann gerne mal zurückschaltet. Bevor wir es aber völlig vergessen, dieser BlueMotion hat sich Energiesparen und Umweltschonen auf seine Fahnen geschrieben, und da stehen schnelle Spurts nicht unbedingt an erster Stelle des Pflichtenhefts.

Kommen wir zurück zum Motor, der im Kern natürlich ein ganz gewöhnlicher TDI mit 77 kW ist, aber dank einer ganzen Reihe von Modifikationen zum BlueMotion mutiert, der im Mix mit 5,2 Litern Diesel auf 100 km auskommt und damit etwa 0,7 Liter weniger verbraucht als jener „gewöhnliche“ TDI. So wurde z.B. die Software der Motorsteuerung angepasst und damit die Leerlaufdrehzahl von 830 auf 730 U/min. gesenkt. Außerdem werden dem Fahrer Schaltempfehlungen im Display angezeigt. Ein Dieselpartikelfilter ist bei diesem Modell natürlich serienmäßig an Bord.

Und weniger Verbrauch bedeutet natürlich auch niedrigere CO2-Emissionen. Auch hier konnte VW bis zu 12 Prozent einsparen, was für den Kombi 137 g/km bedeutet. Und so sparen Sie klarer Weise auch an der Tankstelle, die Sie bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 km und einer Reichweite von bis zu 1.370 km nur einmal pro Monat ansteuern müssten.

Geben Sie Ihrem PassatBlueMotion jedoch häufiger die Sporen, müssen Sie 7 bis 8 Liter einplanen, mitschwimmende Überlandfahrten können Sie als Sparmeister auch mit weniger als 4,4 Litern zurücklegen. In dem Fall interessiert der Wert von 12,4 Sekunden für den Sprint von Null auf Hundert ebenso wenig wie die mögliche Topspeed von 190 km/h.

Und schließlich sollen auch die Energiesparreifen von Continental mit einem geringeren Rollwiderstand nicht unerwähnt bleiben. Die 205/55er Breitreifen werden zudem mit einem um 0,4 bar erhöhten Luftdruck gefahren.

Frontairbags und ein Kopfairbagsystem inkl. Seitenairbags werden unterstützt von Kopfstützen und Dreipunktgurten auf allen Plätzen, vorne sind Gurtstraffer und Gurthöhenverstellung dabei.

ISOFIX für die Kindersitzbefestigung ist ebenso an Bord wie Kindersicherung in den hinteren Türen und Verzurrösen fürs Gepäck.

27.675,- Euro müssen Sie für einen VW Passat Variant BlueMotion hinblättern. Und alles was man zum Fahren braucht, ist dann auch schon mit an Bord, so auch die Klimaanlage „Climatic“, ein Tempomat, eine schwarze Dachreling, getönte Scheiben, el. Fensterheber vorne, ein zweifach verstellbares Lenkrad, el. verstell- und beheizbare Außenspiegel sowie eine elektronische Parkbremse – die hat bei unserem Testwagen aber immer wieder mal gebockt.

Angefangen von der silbernen Dachreling über eine automatische Distanzregelung, speziellen Fahrwerken, Lederausstattungen, Radio- und Navigationssystemen, Schiebedächern und vielem mehr können Sie aber noch locker viele Tausend Euro investieren.

Sparen hilft der Passat VariantBlueMotion dann wieder mit einer guten Versicherungseinstufung von HPF 17, VK 17 und TK 22. Außerdem ist nur alle 30.000 km ein Ölwechsel fällig und zur Inspektion muss der VW nur alle vier Jahre bzw. nach 60.000 km.

Stand: Mai 2008, Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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