// Fahrbericht / VW Eos BlueMotion 1.4 TSI

Volkswagen

VW Eos BlueMotion 1.4 TSI

Wer spart gewinnt? Es gibt den 1.4 TSi auch ohne „BlueMotion“ und das spart erst mal einige Hundert Euro, vor allem in der Stadt kann der umweltfreundlichere Direkteinspritzer dann einen Liter Sprit auf 100 km sparen, außerorts sind es aber nur noch 0,1 Liter. Ihre Fahrleistung und Ihr Einsatzgebiet entscheiden also, ob sich das rechnet. Die Umwelt dank es Ihnen auf jeden Fall. Was noch? Der Kofferraum ist bei offenem Dach recht eingeschränkt, der Platz hinten wie die Sicht nach schräg hinten auch. Richtig viel Ausstattung kostet richtig viel. Sonst ist alles prima, die Sportsitze zum Beispiel, die tadellose 6-Gang-Schaltung, die Leistungsentfaltung, die Bremsen, das Offenfahren, die Bedienung. Nur der Motorsound ist vor allem beim Losfahren fast schon peinlich.

Seit wir Ihnen den VW Eos zum ersten Mal vorgestellt haben, hat er sich was die Optik angeht nicht verändert. Und auch wenn das Coupé-Cabrio aus Wolfsburg noch immer schick aussieht, merkt man ihm etwas an, dass es einem Facelift entgegenfiebert, tragen doch Golf, Polo, Touran und Co. längst das neue Familiengesicht.

Wie alle Coupé-Cabrios trägt auch der Eos ein festes Dach, hat aber zugleich auch ein Schiebedach, und sogar eines aus Glas. Das lässt auch geschlossen viel Licht ins Innere und gestattet bei nicht so tollem Wetter zumindest ein klein wenig Offenfahren. So ganz geschlossen ist der Eos abernie, denn in der Waschanlage kommt Wasser rein, und bei Regen auch. Dann stört ganz besonders, dass beim Öffnen der Türen die Seitenscheiben etwas nach unten fahren und schwupps tropft reichlich Wasser auf den Sitz.

Das elektrisch betriebene Dach funktioniert natürlich nur im Stand, warum es beim Zumachen aber so lange dauert, bis überhaupt mal was passiert ist fraglich. Vielleicht braucht die Elektronik einfach so lange, bis sie das Umfeld gecheckt hat, was sie stets tut und nur wenn der benötigte Raum auch zur Verfügung steht, wird der Öffnungs- oder Schließvorgang initiiert. Die dann exakt aufeinander abgestimmten Bewegungsabläufe vollziehen sich aber ausreichend schnell. Und selbst wenn alles unten ist, also auch die Seitenscheiben, halten sich die Windverwirbelungen in Grenzen, zudem gibt es ja auch noch ein – für meinen Geschmack etwas großes – Windschott.

Offen wie geschlossen macht der Eos eine gute Figur, das Heck ist nicht zu groß geraten, die Linienführung ist stets stimmig. Dass der Eos im geschlossenen Zustand nach schräg hinten recht unübersichtlich ist, sei hier nur am Rande erwähnt. Dass der Eos bei offenem Verdeck kaum noch nutzbaren Kofferraum bietet, fällt da schon eher negativ ins Gewicht.

Womit wir auch schon beim gravierendsten Nachteil wären. Zwar stehen bei geöffnetem Verdeck immerhin noch 205 Liter zur Verfügung, diese sind aber recht unhandlich,da tröstet es wenig, dass es hier selbst bei größeren Konkurrenten noch schlechter aussieht. Bleibt das Verdeck oben, verfügt der Eos über gute 380 Liter, auch wenn dann die gut 20 cm hohe Stufe etwas stört. Positiv ist die Durchlade zu den Rücksitzen und die elektrische Zuziehhilfe zu vermerken.

Rutschen wir eins nach vorne, und kommen wir zu den Rücksitzen. Immerhin will der Eos ein viersitziges Cabrio sein. Ist er auch, doch schon der Weg nach hinten mit der manuell vorzuklappenden Lehne und dem dann elektrisch auf Knopfdruck vorfahrenden Sitz ist zumindest nicht die schnellste Lösung. Erst mal hinten angelangt, sitzt man nur bis zu einer Körpergröße von 1,70 m bequem, wer größer ist hat echte Platzprobleme, muss sogar den Kopf etwas einziehen. Zudem drückt die Schulter an die Bordwand, steht die Lehne zu steil und ist die Sitzauflage zu kurz. Für Kinder aber ganz okay.

Ganz anders auf den beiden Vordersitzen. Die sind ausreichend groß mit viel Platz drum herum, sind als optionale Sportsitze bestens ausgeformt mit viel Seitenhalt und dazu straff gepolstert. Und mit dem roten Lederbezug sieht das Ganze auch noch richtig gut aus, zumal auch in der Türverkleidung das rote Leder wieder auftaucht.

Ach ja, ehe ich es vergesse, unser Lenkrad hatte einen neuen Pralltopf und in der dritten Speiche unten eine schöne silbergraue Applikation mit Öffnung. Der Rest ist so wie gehabt,alles sehr solide und VW-typisch eher zurückhaltend. Dafür glänzt der Wolfsburger natürlich wieder mit einer absolut problemlosen und einfachen Bedienung.

Beim Fahrwerk macht dem Eos keiner was vor. Es ist ausgewogen und findet einen feinen Kompromiss zwischen gutem Komfort und ausreichend Sportlichkeit. Und so ist es egal, ob Sie mit Richtgeschwindigkeit 130 oder mit Vollgas über die Autobahn fahren, gemütlich durch die Lande cruisen oder flott durch die Kurven eines Alpenpasses jagen – der Eos macht alles mit, das ESP greift nur dezent ein, kann, wenn man es übertreibt, das Ausbrechen des Hecks aber nicht vermeiden.

Leicht untersteuernd reagiert er prima auf die komfortabel straffe Lenkung, die dem Fahrer ein sehr gutes Gefühl für die Straße vermittelt, hinzu kommt ein sehr guter Geradeauslauf. Neben ESP sind auch eine Antriebsschlupfregelung und eine elektronische Differentialsperre an Bord. Auch die Verwindungssteifigkeit gibt offen wie geschlossen keinen Grund zur Klage. Ja sogar die Klimaanlage berücksichtigt, ob das Fahrzeug offen oder geschlossen ist.

Gut dosierbar und schnell ansprechend geht die Bremsanlage ans Werk. ABS und elektronische Bremskraftverteilung sind ebenso selbstverständlich wie der Bremsassistent und die Scheibenbremsen vorn (innenbelüftet) und hinten.

Bei einer Vollbremsung hauen die prima rein und so steht der Eos aus Tempo 100, wenn auch lautquietschend, schon früh nach rund 37 Metern.

Aus der breiten Motorenpalette haben wir uns für unseren Test für den Direkteinspritzer mit Turbocharger als 1,4 Liter TSi mit 90 kW/122 PS entschieden. Ein Aggregat, das gut zum Eos passt und mit dem man stets ausreichend motorisiert ist. Schade nur, dass die Sounddesigner bei der Zusammenstellung dieser Motor-Fahrzeug-Kombination in Urlaub waren. Der Klang, der da aus dem versteckten Auspuff kommt ist – vor allem wenn man draußen steht – fast schon peinlich. Erst ab 4.000 Touren entwickelt der Vierzylinder einen angenehm kernigen Sound.

Zusammen mit dem maximalen Drehmoment von 200 Nm bei 1.500 bis 4.000 U/min geht der Wagen gut los, erreicht nach 10,9 Sek. Tempo 100 und wird 196 km/h schnell. Besonders erfreulich ist die Kombination mit der Sechsgang-Schaltung. Nicht nur dass die Gänge schön abgestuft sind, der Schalthebel flutsch butterweich durch die Kulisse, es ist immer wieder eine Freude, hier die Gänge zu wechseln.

Damit man das stets zum optimalen Zeitpunkt macht, um auch den Spritverbrauch so niedrig wie möglich zu halten, verfügt der BlueMotion über eine Schaltpunktanzeige. Außerdem hilft die Start-Stopp-Automatik vor allem in der Stadt Kraftstoff zu sparen. Und so gibt VW 7,6 Liter innerorts und 5,3 Liter außerorts für den 1.4 TSi BlueMotion an, als normaler 1.4 TSi sind es 8,6 bzw. 5,4 Liter. Auf unserer Normstrecke habenwir 6,1 Liter Super notiert. Der CO2-Ausstoß liegt im Mix bei 144 g/km, der Motor erreicht die Schadstoffnorm Euro 5.

Neben Frontairbags kommen vorne kombinierte Kopf-Seiten-Airbags zum Einsatz, dazu Dreipunktgurte auf allen Plätzen, vorne mit Gurtstraffern, Kopfstützen und ISOFIX hinten. Dazu noch das Überroll-Schutzsystem, bei dem hinter den Kopfstützen der Rücksitze Schutzbügel ausfahren.

Mit 27.825,- Euro sind Sie beim VW Eos 1.4 TSi BlueMotion dabei. Die serienmäßige Ausstattungsliste ist dabei schon recht lang, enthält aber neben Klimaanlage, Zentralverriegelung, el. Außenspiegeln, 16 Zoll Alufegen, Nebelscheinwerfern, Colorglas und höhenverstellbaren Vordersitzen hauptsächlich viele ohnehin selbstverständliche Dinge.

Daneben gibt es eine ellenlange Liste mit Sonderausstattungen, zu denen z.B. ein Tempomat für 205,- Euro, ein Parkpilot mit Beifahreraußenspiegelabsenkung und Hinderniserkennung bei Dachbetätigung für 438,- Euro, ein Licht- und Sicht-Paket u.a. mit Regensensor für 365,- Euro oder eine Klimaautomatik für 420,- Euro gehören. Die wirklich schicken Komfort-Pakete u.a. mit Lederausstattung kosten ab 3.150,- Euro, Lederausstattungen alleine sind ab 2.105,- Euro zu haben. Die Metallic-Lackierung schlägt mit 500,- Euro zu Buche und sogar für die Sonderfarbe Schwarz sind 225,- Euro hinzublättern.

Der Hersteller gibt bei der flexiblen Wartung an, das könnesogar erst nach rund 60.000 km bzw. vier Jahren der Fall sein, je nach dem wie Ihre Fahrweise hier zuschlägt. Aber selbst ein realistisch angenommenes Intervall von 30.000 km bzw. zwei Jahren wäre sehr gut.

Stand: September 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

Werbung: Automarkt auto24.de

Diesen Artikel weiterempfehlen:

ähnliche Beiträge

Kommentare

Keine Kommentare for “VW Eos BlueMotion 1.4 TSI”

Kommentar schreiben

XHTML: Folgende HTML-Elemente sind erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Archive

banner