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Schicki-Micki ohne Allüren – Ford Kuga TDCi 4×4

Er sieht schick aus, besonders, aber nicht nur, mit den Individual-Paketen, die mit silbernem Unterfahrschutz und 19 Zöllern den Kuga mächtig aufwerten. Und im modernen Innenraum sorgen dann ggf. hellbeige Ledersitze und Türverkleidungen für den richtigen Style, auch wenn der dann ziemlich schmutzempfindlich ist. Platz ist zumindest vorne mehr als genug, hinten sorgen vor allem die Tabletts in den Vordersitzlehnen für etwas Enge im Beinraum. Der Kofferraum steckt einiges weg, wie das ausgewogene Fahrwerk, mit dem der Kölner komfortabel und sportlich kann. Die Bremsen sind bärig und der Motor zeigt sich – obwohl nur 100 kW – von seiner kultivierten wie durchzugsstarken Seite, dazu passt dann die Sechsgang-Schaltung bestens. Ganz billig ist das Individual-Vergnügen aber nicht …

Er sieht gut aus, edel und mit einem ordentlichen Schuss Offroad-Touch. Besonders bei der schwarzen Lackierung unseres Testwagens fallen die silbergrauen Applikationen rund um die beiden Kühleröffnungen, um die Nebellampen, an der unteren Seitenfensterlinie, der Dachreling und dem hinteren Unterfahrschutz besonders gut auf.

Vorne geht der untere Kühlerrahmen nahtlos in den vorderen Unterfahrschutz über, man sollte sich davon aber nicht täuschen lassen, selbst als 4×4 ist er für richtig grobes Gelände eher nicht gedacht. Neben den markanten Domen auf der Motorhaube fallen besonders die Lüftungsschlitze unter den Scheinwerfern auf.

Zur bulligen Optik passen die ausgestellten Radläufe sehr gut, nicht nur bei Parkplatzremplern leisten die umlaufenden Rammschutzleisten gute Dienste. Nach hinten steigt die Gürtellinie stark an um in einem kraftvollen Heck zu enden, die markanten Rückleuchten ragen weit in die Seite. Für den sportlichen Abschluss sorgen derDachkantenspoiler und die beiden dicken Auspuffrohre links und rechts im Unterfahrschutz.

Glänzt die Ausstattungslinie Titanium ohnehin schon mit zahlreichen schicken Features, legt der Kuga mit dem Individual-Paket noch eins drauf. Bei unserem Modell war es das Paket III, bei dem die Lederausstattung aus Capretto-Vollleder in Hellbeige mit Einsätzen aus genarbtem Leder und dunklen Bändern sowie Individual-Schriftzug besteht. Das Leder taucht dann auch in den Türverkleidungen und als eine Art Auflage am oberen Türrand wieder auf und lässt den Innenraum regelrecht erstrahlen, der Schriftzug ist dann auch wieder in den Fußleisten zu sehen.

Aber wo Licht ist … da ist auch Schatten, das helle Beige ist sehr schmutzempfindlich und schnell sorgen unschöne dunkle Flecken für Misstöne. Ansonsten können die Sitze aber nur gefallen, sie sind ausreichend groß, straff gepolstert und mit ausreichend Seitenhalt versehen.

Das Platzangebot ist vorne sehr üppig, hinten geht es vor allem im Beinraum durch die an den Vordersitzlehnen montierten Tischchen etwas knapper zu, bei 1,80 m Körpergrößer ist hinter einem großen Fahrer Schluss. Insgesamt sitzt man hinten deutlich erhöht, was der Aussicht zugute kommt, die Kopfstützen sind weit genug ausziehbar, stören aber auch wider Erwarten nicht im Rücken, wenn sie eingefahren bleiben.

Das Rein und Raus gelingt hinten nicht ganz so bequem wie vorne, besonders für große Füße wird es etwas eng. Nicht eng sondern ganz schön weit ist der Weg in den Kofferraum, und wenn man sich so weit hineinbeugen muss, verschmutzt man sich schnell die Hose, und am Griff der Heckklappe verschmutzt man sich schnell die Finger.

Werden alle Sitzplätze gebraucht, bietet der Kofferraum des Kuga immer noch gute 410 Liter Ladevolumen und durch Umklappen der Rückbank imVerhältnis 60:40 schafft man bis zu 1.405 Liter. Dazu erst die Sitze vor- und dann die Lehnen umklappen, die Kopfstützen können dran bleiben, die entstehende Ladefläche ist nahezu eben. Die Stoßstange ist, anders als die Ladekante, nicht gegen Verkratzen geschützt, die Heckklappe schwingt weit auf. Für kleinere Gegenstände kann die Heckscheibe separat geöffnet werden.

Ablagefächer, Getränkehalter etc. für allerlei Kleinkram sind reichlich vorhanden, womit wir wieder im Passagierraum wären. Hier kann ein schicker Materialmix das Auge erfreuen, ein wenig verloren wirkt die kleine schwarze Leiste vor dem Beifahrer. Schick machen sich die silbergrauen Applikationen am Vierspeichenlenkrad, am Handbremsgriff, der Mittelkonsole und rund um den Schalthebel.

Das gesamte Interieur wirkt frisch und modern, die Schalter sind groß und gut zu bedienen, alles wesentliche ist auch schön beleuchtet, das gilt auch für die gut ablesbaren Rundinstrumente. Kleines Manko: für die Schalter im Lenkrad waren leider keine Lämpchen mehr übrig. Schick sehen die Alupedale mit Gumminoppen aus und die im hinteren Bereich abgedunkelten Scheiben machen ihrem Namen mal alle Ehre. Sie sind fast tiefschwarz, von außen sieht einen keiner auf dem Rücksitz.

Richtig gestört hat uns die Start-Stopp-Taste, die Ford in die Mitte der Bedieneinheit oben zwischen die beiden Luftaustrittsöffnungen gepackt hat. Irgendwie hatten wir uns auch nach 14 Tagen nicht daran gewöhnt. Und wenn wir schon beim Meckern sind, das Gepfriemel am und mit dem Schlüssel nur um die Motorhaube zu öffnen ist irgendwie voll daneben.

Mit seinem ausgewogenen Fahrwerk bietet der Kuga einen sehr guten Fahrkomfort, ob auf schlechten oder kurvenreichen Straßen, auch auf der Autobahn liegt er bei höherem Tempo prima auf der Straße. In schnellen Kurvenmacht sich zwar der hohe Aufbau durch etwas mehr Karosserieneigung bemerkbar, aber alles in engen Grenzen.

So ist sein Handling ganz Pkw-like, auch die leichtgängige Lenkung trägt zum einfachen Manövrieren bei, sie wird mit zunehmendem Tempo angenehm straff, gibt eine gute Rückmeldung von der Straße und arbeitet ausreichend direkt. Besonders angenehm macht sich der Allradantrieb unseres Testwagens bemerkbar, in praktisch jeder Situation bietet er eine optimale Traktion, und vor allem bei Schnee und Nässe spielt er seine Vorteile voll aus. Hinzu kommt die Antriebsschlupfregelung inklusive Motordrehmoment-Kontrollsystem und Motorschleppmoment-Kontrolle, so bringt der Kölner seine Kraft optimal auf den Boden und in schnellen engen Kehren gibt er sich richtig sportlich.

Und sogar neben der Straße macht der Kuga 4×4 eine gute Figur, auch wenn er nicht unbedingt für den harten Geländeeinsatz gedacht ist und die geringere Bodenfreiheit dem Bewegungsdrang schnell ein Ende setzt. Aber gröbere Feldwege oder gar feuchte Wiesen machen ihm nichts aus. Bei flotter Kurvenfahrt stabilisiert der Allradantrieb den Wagen sehr gut und die Reaktionen sind fast neutral, ESP hilft im Notfall den Wagen auf der Straße zu halten.

Die ABS-Bremsanlage mit elektronischer Bremskraftverteilung EBD, Kurvenbremskontrolle CBC (Corner Brake Control), Bremsassistent EBA (Emergency Brake Assist) sowie vier Scheibenbremsen spricht schnell an und packt im Ernstfall fest zu. Auch nach der zehnten Vollbremsung aus Tempo 100 heraus stand unser Testwagen nach weniger als 37 Metern, mit Winterreifen. Selbst das ABS-Rubbeln und Reifenquietschen hielt sich erfreulich zurück.

Mit dem 2,0-Liter-Duratorq TDCi-Turbodieselmotor mit serienmäßigem Dieselpartikelfilter, und Common-Rail-Direkteinspritzung ist der Kuga bestens bestückt. Ganzunbemerkt haben sich die ehemals 100 kW, die auch in unserem Testwagen noch zuwerke gingen in auf 103 kW vermehrt. Der neue wird sparsamer sein und weniger CO2 ausstoßen und die Abgas-Norm Euro5 erreichen. Zwar kann man den Selbstzünder noch akustisch erkennen, aber schon beim Kaltstart gibt er sich sehr kultiviert, und das ändert sich dann im gesamten Fahrbetrieb nicht, Motor- und Windgeräusche sind okay.

Seine 100 kW / 136 PS reichen in Verbindung mit dem maximalen Drehmoment von 320 Nm voll aus, um den Kuga ohne Anfahrschwäche bis zur Topspeed richtig spritzig wirken zu lassen. Dank Overboost-Funktion kann das Drehmoment sogar kurzfristig auf 340 Nm erhöht werden. Und so sprintet der 4×4 in 10,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird bis 184 km/h schnell, bleibt damit nur wenig hinter dem Fronttriebler zurück.

Auch im Verbrauch macht sich der Allrad-Antrieb natürlich bemerkbar, und so muss sich der 4WD (Werksangaben neuer Motor) mit 7,6 Litern in der Stadt und 5,1 Litern außerorts dem 2WD um jeweils 0,1 Liter geschlagen geben, auf unserer Normstrecke flossen 6,2 Liter je 100 km aus dem Tank. Entsprechend pendeln sich die CO2-Emmissionen bei 159 g/km ein.

In Verbindung mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe ist man bestens bedient. Die Abstimmung harmoniert gut mit dem Common-Rail-Diesel und die Führung des Schalthebels ist exakt, auf ausreichend kurzen Wegen und angenehm straff. Damit sind niedertouriges Fahren ebenso möglich wie flotte Sprints, der Durchzug ist praktisch in jedem Bereich prima.

Das intelligente Sicherheits-System IPS beinhaltet Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, Kopf-/Schulter-Airbags vorne und hinten, Sicherheitsgurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer vorn, eine Sicherheitspedalerie sowie 3-Punkt-Sicherheitsgurte auf allen Plätzen, eineSicherheits-Lenksäule, das Notbremslicht sowie ISOFIX-Halterungen auf den äußeren Sitzplätzen der Rückbank.

Unser Testwagen war mal wieder mit fast allem ausgestattet, was das Zubehörlager von Ford hergibt. So steht der Kuga TDCi mit jetzt 103 kW und Allradantrieb in der Ausstattungsvariante Titanium mit 31.000,- Euro in der Preisliste. Neben der Ausstattung, die auch schon der Trend an Bord hat, also elektrische Fensterheber rundum, Ambientebeleuchtung, zweiteilige Heckklappe, Lederlenkrad, Nebellampen, Klimaanlage, Sportsitze und Zentralverriegelung kommen dann noch ein Tempomat, ebenfalls höhenverstellbarer Beifahrersitz, 2-Zonen-Klimaautomatik, automatisch abblendender Innenspiegel, Leder-Stoff-Polsterung, Regensensor, Licht-Assistent, Alufelgen und einiges mehr hinzu.

Und dann war ja auch noch das Individual-Paket III an Bord, in dem die Volllederausstattung, Sitzheizung vorne, Einstiegszierleisten, Alu-Pedale, Tabletts in den Vordersitzlehnen, Dachreling im Alulook, dunkel getönte hintere Seitenscheiben und Heckscheibe sowie große 19 Zoll Alufelgen enthalten sind. Allein dafür sind nochmals 2.500,- Euro auf den Tisch zu blättern.

Und dann gibt es noch das Individual-Styling-Paket für 2.750,- Euro, das u.a. den silberfarbenen Unterfahrschutz, Kühlergrill mit silberfarbener Umrandung, Seitenschweller, extrabreite Radhäuser und ein Park-Pilot-System beinhaltet. Oder Sie nehmen gleich das Individual-Luxus-Paket für 6,750,- Euro, das die beiden vorgenanten Individual-Pakete und Bi-Xenon-Licht, einen größeren Dachspoiler, Key-Free-System, elektrisch anklappbare Außenspiegel, elektrisch verstellbaren Fahrersitz (6-fach) und die beheizbare Frontscheibe umfasst.

Und dann gibt es noch die Alarmanlage für 300,- Euro, die Anhängevorrichtung für 695,- Euro mit Anhängerstabilisierungs-ESP,die Metallic-Lackierung für 580,- Euro, die spezielle Metallic-Lackierung Electric-Weiß für 1.330,- Euro und, und, und. Und damit nicht genug, drum empfehlen wir einen Blick in die Ausstattungs- und Aufpreisliste.

Stand: Mai 2010; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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