// Fahrbericht / Opel Astra Sports Tourer 1.4 Turbo Sport

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Opel Astra Sports Tourer 1.4 Turbo Sport

Die Kombi-Version des Opel Astra ist, was die Länge angeht, fast schon kein Kompakter mehr, nachdem der Radstand aber mit dem der Limousine identisch ist, geht es innen entsprechend zu. Vier Erwachsene sitzen prima, vorne vor allem wegen der Ergonomiesitze. Das Fahrwerk ist sportlich mit gutem Komfort, der Motor passt dazu bestens, geht – zumindest in den ersten vier Gängen – sehr gut zur Sache, bleibt zumeist auch ganz kultiviert. Mit bis zu 1.550 Litern steckt er mehr weg, als seine dynamische Optik vermuten lässt, die Ausstattung des Sport ist sehr gut, trotzdem finden sich in der Aufpreisliste noch jede Menge Annehmlichkeiten, auf die man vielleicht nicht verzichten möchte. Der Preis für unsern Testwagen: 24.240,- Euro.

Wie die Limousine, so kann auch der Kombi, der bei Opel auf den Namen Sports Tourer hört, schon allein durch seinen gelungenen optischen Auftritt gefallen. Dabei ist die Front bei beiden identisch, also mit schwungvollen Scheinwerfern, deren Linien in den Nebelscheinwerfern wieder auftauchen und dem mittlerweile typischen Kühlergrill mit der breiten Chromspange, die das Opel-Logo trägt.

Die Unterschiede treten erst in der Seitenansicht auf, wo der Schwung des Daches natürlich sanfter nach hinten ausläuft und nach der zweiten Tür ein größeres Seitenfenster schafft, schick dabei die an unserem Testwagen verwendeten Chromleisten rund um die Seitenfenster. Der Radstand von 2.685 mm ist identisch mit dem der Limousine, aber nach dem hinteren Radhaus zeigt der Kombi nochmals Länge, bringt insgesamt 4.698 mm auf die Straße.

Am Heck sorgen die der Limousine angeglichenen Rückleuchten für die größte Familienzugehörigkeit, der Rest geht kombitypisch eigene Wege. Um der Bezeichnung Sports Tourer zu genügen, schwingt sich über die auch hier schräg stehende Heckscheibe ein Dachkantenspoiler und auch hier sorgt ein angedeuteter Diffusor in der Schürze für den dynamischen Abschluss. Die Heckklappe reicht weitnach unten, an deren Ende schließen sich links und rechts schmale Rückstrahler an, die noch mal die Breite betonen und so steht der Astra stabil auf der Straße.

Die Türen lassen sich mit echten Türgriffen leicht öffnen, beim Schließen fallen sie satt ins Schloss. Auf eine sehr gute Verarbeitung weisen u.a. auch die engen und exakten Spaltmaße hin.

Nimmt man hinter dem Steuer Platz, kann man nach Unterschieden zur Limousine lange suchen. Und warum sollte man bei Opel von der gelungenen optischen Aufmachung abweichen? Ein modernes Ambiente mit schicken Aluapplikationen zeiht sich von den Türgriffen über das griffige und gut ausgeformte Lederlenkrad bis in die große Mittelkonsole, besonders gut gefallen hat uns hier die rote Ambientebeleuchtung unterhalb des Schaltknaufs und als Dämmerlicht im Dach.

Schick macht sich auch die Anzeigeneinheit, die wie bekannt aus zwei kleinen und zwei großen Rundinstrumenten besteht, die mit breiten Chromrändern verziert sind. Von der Limousine übernommen hat man natürlich auch die Bedieneinheit in der Mittelkonsole, entsprechend ist sie auch beim Kombi ziemlich überladen und verlangt eine längere Eingewöhnung und Übung im Stand.

Genießen kann man den Astra im Sitzen, und das auch auf ganz langen Strecken, denn unser Testwagen war mit dem Ergonomiesitz mit Gütesiegel AGR (Aktion Gesunder Rücken) für den Fahrer ausgestattet, und der kann vollauf überzeugen. Groß dimensioniert und mit ausziehbarer Beinauflage, prima ausgeformt und angenehm straff gepolstert, will man hier gar nicht wieder aussteigen. Auch die vielseitige manuelle Sitzverstellung ist voll okay und zusammen mit dem in Höhe und Weite verstellbaren Lenkrad findet wirklich jeder seine optimale Sitzposition.

Die gebotenen Platzverhältnisse sind für einen Kompakten sehr gut, auch der Ein- und Ausstieg gelingt problemlos. Und das gilt auch für die zweite Reihe, hier steht nur beim Raus die B-Säule ein wenig im Weg. Ansonsten sitzt man auch im Fond sehr gut, die beiden Außensitze sindsogar richtig gut ausgeformt, nur der Mittelsitz ist allenfalls als Notlösung zu gebrauchen. Zwei Erwachsene sitzen auch hinten sehr bequem, dank starker Aushöhlung der Sitzlehnen auch als 1,80 m Mensch hinter einem ebenso großen Fahrer. Selbst der Kopfraum reicht trotz des abfallenden Daches bei 1,85 m Körpergröße noch aus, die Kopfstützen sind aber schon vorher zu kurz.

Für alle Kleinigkeiten, die Sie vielleicht so ins Auto schleppen, sind zahlreiche Ablagen vorhanden, sogar für große Getränkeflaschen. Für alle größeren Gegenstände ist dann der 500 Liter große Kofferraum da, der durch eine weit öffnende Heckklappe mit dahinter liegender niedriger Ladekante gut zu erreichen ist. Unter dem soliden Boden steckt statt eines Reserverades ein weiteres Fach, klappbare Verzurrösen, ein Trenn-Netz und das FlexOrganizer System mit seitlichen Schienen in zwei Höhen hilft im Ladealltag, u.a. um eine wasserdichte Box aufzunehmen.

Sind die Vordersitze nicht ganz nach hinten gefahren – was beim Astra sehr weit geht – dann lassen sich einfach die Sitzflächen hoch und anschließend die Lehnen vorklappen. Es entsteht ein nahezu ebener Ladeboden mit einer kleinen, 1 cm hohen Stufe und ein Stauvolumen von 1.550 Litern. Die Rücksitzlehnen sind übrigens auch vom Kofferraum aus vorklappbar. Das einzige Manko haben wir in Form von spitzen Ecken an der Heckklappe entdeckt, an denen man sich bei seitlicher Annäherung böse Stoßen kann. Na ja, dass die Stoßstange auch gegen Ladekratzer ungeschützt ist, macht sich nicht ganz so gut, die Ladekante selbst ist gut abgedeckt.

Blicken wir uns also noch einmal um – dabei bemerken wir die breiten Dachsäulen, vor allem die sehr dick ausgefallene D-Säule schränkt die Rundumsicht deutlich ein. Auch die A-Säule fällt recht breit aus, da kann man schon mal ein ganzes Fahrzeug übersehen.

Wenn man schon Sports Tourer heißt, muss man auch entsprechend fahren. Und das kann der Astra Kombi perfekt. Die sportliche Grundabstimmung lässt den Rüsselsheimer richtigschnell durch Kurven eilen und auch in unserem Slalomtest gab sich der dynamische Lastesel keine Blöße, mit ganz wenig Untersteuern ist er stets sehr gutmütig – spätestens jetzt weiß man die sportlichen Sitze sehr zu schätzen.

Auch auf schlechten Straßen liegt der Astra Kombi sehr gut, auf der Autobahn zeigt er sein Talent als Langstreckenfahrzeug, überzeugt mit gutem Geradeauslauf und auch wenn man es gemütlicher angehen lässt braucht man Schlaglöcher und Co. nicht fürchten, der Opel bügelt die meisten Straßenunebenheiten sauber weg. Hinzu kommt ein normalerweise sehr zurückhaltender Motorsound, wenig Wind- und Abrollgeräusche.

Bei allen Aktionen folgt der Wagen willig der geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung, die angenehm straff arbeitet und stets ein gutes Gefühl für die Straße vermittelt. Auch die Seitenneigung der Karosserie hält sich in engen Grenzen, wie auch die Neigung Spurrillen nachzulaufen oder sich vom Seitenwind vom Kurs abbringen zu lassen.

Wenn Sie sich für das FlexRide-Fahrwerk entscheiden, haben Sie die Wahl zwischen Komfort, Normal und Sport. Und es wechselt nicht nur die Farbe der Anzeigen von Weiß auf Rot, die Dämpfereinstellung wird härter, Gaspedal und Lenkung sprechen schneller an. Dabei passt sich das System automatisch der jeweiligen Fahrsituation an.

Zahlreiche elektronische Helfer sind beim Astra Sports Tourer serienmäßig an Bord, so auch die Stabilitätskontrolle ESC inkl. der Traktionskontrolle TC, die den Fahrer unterstützen ohne ihn zu bevormunden. Hilfreich zeigen sich auch die Kurvenbremskontrolle CBC, die Kurventraktionskontrolle CTC, die elektronische Schleppmomentregelung EDC, der Bremsassistent BAS, der hydraulische Fading-Assistent HBFA der automatisch den nach mehreren heftigen Bremsmanövern hintereinander nachlassenden Systemdruck ausgleicht.
In Verbindung mit dem Zweikreis-Bremssystem mit innenbelüfteten Scheiben vorn und massiven Bremsscheiben hinten sowie Vier-Kanal-ABS inkl. elektronischer Bremskraftverteilung ist man gutbedient. Auch auf wechselndem Untergrund bremst der Astra prima, bleibt sauber in der Spur und steht bei einer Vollbremsung aus Tempo 100 nach weniger als 39 Metern. Das laute ABS-Rubbeln stört dabei nur wenig, Ansprechverhalten und Dosierbarkeit sind bestens.

Aus dem breiten Motorenangebot war unser Testwagen mit dem 140 PS starken 1,4 Liter Turbo-Motor ausgestattet, der gut zur Ausstattungslinie Sport passt, den Kombi richtig flott macht. Die 103 kW / 140 PS geben sich beim Kaltstart noch etwas rau, arbeiten bei Betriebtemperatur aber sehr kultiviert, werden dann selbst gefordert nur dezent kernig, sorgen für einen schönen Sound.

Und sie hängen prima am Gas, werden beim Sprint von 200 Nm Drehmoment unterstützt, was für flotte Beschleunigungen sorgt. Von Null auf Hundert geht es z.B. in guten 10,5 Sekunden, die Topspeed ist bei 200 km/h erreicht. Fein ist, dass der Motor ohne Turboloch auskommt.
Auf der anderen Seite kann man den 1.4 Turbo auch schön niedertourig bewegen, die Schaltempfehlung weist aber nur den Weg nach oben. Und so haben Sie es in der Hand, oder genauer gesagt im Gasfuß, ob Sie den Astra Sports Tourer mit 8,2 Litern im Stadt-Land-Mix bewegen, oder deutlich darunter. Überland sind auch 6,8 Liter bei flotter Fahrt drin, oder Sie halten sich zurück und kommen mit den 4,9 Litern der Werksangabe hin – wir haben’s ehrlich gesagt nicht geschafft. Mit nur 144 g/km CO2-Ausstoß macht der Turbo ebenfalls eine gute Figur.

Viel Spaß hat auch die knackige Sechsgang-Schaltung gemacht, die auf kurzen, exakten Wegen die Gangwechsel ermöglicht. Dabei zeigt sich die Abstufung zumindest der kürzer übersetzen unteren Gänge gut zum sportlichen Charakter des Fahrzeugs passend, die oberen Gänge wurden mit Blick auf den Verbrauch etwas länger ausgelegt, was dem Turbo natürlich einiges von seiner Spritzigkeit nimmt. Die Topspeed kann praktisch schon im vierten Gang erreicht werden, bis hierhin zeigt sich der Motor mit ausreichend Drehzahl richtig spritzig. Vermisst haben wir eineStart-Stop-Automatik, die vor allem in der Stadt helfen würde, Sprit zu sparen.

Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie aktive Kopfstützen sind ebenso serienmäßig an Bord wie Dreipunktgurte rundum inkl. doppelter pyrotechnischer Gurtstraffer vorn und Gurtwarner für die vordere Bestuhlung.

Bei einem Aufprall kuppeln die Pedale (Pedal Release System PRS) aus und helfen, wie die Sicherheitslenksäule, Verletzungen zu verhindern. Und dann gibt es da noch das adaptive Fahrlicht AFL+, die Verkehrszeichenerkennung und den Spurassistent.

Unser Opel Astra Sports Tourer Sport mit dem 1,4 Liter Turbo steht für 24.240,- Euro beim Händler. Und er ist gut ausgestattet. So gehören hier auch 17 Zoll Alufelgen, ein Stereo-Radio mit CD und sieben Lautsprechern, der Ergonomiesitz mit Gütesiegel, elektronische Parkbremse und Berganfahrassistent ebenso zur Grundausstattung, wie die Zweizonen-Klimaautomatik, Sport-Lederlenkrad, Bordcomputer, dunkel getönte Front- und Heckscheinwerfer, FlexFold-Rücksitzlehne mit Fernentriegelung, Dachreling, el. Fensterheber uvm.

Dass die Außenspiegel elektrisch verstell- und beheizbar sind, ein Tagfahrlicht verbaut wurde und das Bremslicht adaptiv arbeitet ist eigentlich selbstverständlich, das haben auch die einfacher ausgestatteten Versionen. Auch Dachreling, Nebelscheinwerfer und die Wärmeschutzverglasung, die 12 Volt Steckdose im Gepäckraum wie auch die Zentralverriegelung sind serienmäßig.

Der Sport hat dann auch noch die Ambientebeleuchtung, den Tempomat, ein Licht-Paket, Türeinstiegsleisten in Alu, seitliche Fensterzierleisten in Chrom etc. an Bord.

Als Extras sind dann u.a. die 18 oder sogar 19 Zoll großen Räder für 1.300,- bzw. 1.600,- Euro zu erwähnen, oder das adaptive Fahrlicht für 1.250,- Euro, das OPC Paket mit noch sportlicherer Optik für 1.215,- Euro, die Frontkamera für 525,- Euro, das FlexRide-Fahrwerk für 980,- Euro, das FlexFix-Fahrradträgersystem für 590,- Euro oder – am besten schauen Sie mal in die Preisliste von Opel, denn die Auswahl anExtras ist riesig.

Alle 30.000 km, aber auch doch wieder alle 12 Monate, muss der Astra zum Service in die Werkstatt, die Einstufungen in die Versicherungsklassen 13 für HPF, 14 für VK und 16 für TK sind recht günstig.

Stand: September 2011; Test und Fotos: Redaktionsbüro Lind

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